Seitenwind Woche 8: Verborgene Schätze

Wer einmal dem Tod im Internet hinterher recherchiert, landet vielleicht auf einer Liste mit den kuriosesten Todesarten. Und möglicherweise geht es ihm wie mir und die Liste muss einfach durchgelesen werden. Dabei macht es einem durchaus zu schaffen: Nicht nur, dass man sich unterhalten fühlt, nein, zuweilen lacht man sogar über die Schusseligkeit der Verblichenen. Wie pietätlos!
Aber was soll man tun, wenn man schon im ersten Fall von 620 v. Chr. liest, wie ein Reformer Athens unter den in Dankbarkeit über ihn geworfenen Mänteln und Hüten erstickte?
Hauptsache man lacht nicht zu viel, denn 206 v. Chr. starb ein Philosoph an seinem Lachanfall, gefolgt von Martin I., dem es 1410 ebenfalls den Odem aushauchte vor lauter Gekicher.
Ob man draufgeht, weil unter dem eigenen Gewicht der Thron zusammenkracht oder gegenteilig, man vor lauter Lernwut verhungert – manchmal ist es Maßlosigkeit, die früh verscheiden lässt. Wie der 1,50 m lange Bart, über den der Stadthauptmann von Braunau stolperte und sich das Genick brach.
Auch das stille Örtchen ist keineswegs sicher. Gleich 60 Personen verendeten beim »Erfurter Latrinensturz« in der Domprobstei, doch auch allein ist es nicht weniger gefährlich. So soll ein Herzog während des Geschäfts erdolcht worden sein, manche sagen sogar von unten durch den Abort.
Zum Abschluss bleibt zu sagen: Be careful what you wish for. Der Amerikaner James Otis Jr. nämlich wünschte sich den Tod durch einen Blitzschlag und bekam ihn im Alter von 58 Jahren erfüllt.

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