Ich bin müde und traurig.
Ich gehe in den zweiten Stock und öffne die Tür. Ich meine, ganz schwach Patchouli zu riechen – muffig, nach Moschus, Holz und Erde.
Im Flur hängt ein blauer Dufflecoat vor der orangebraunen Tapete.
Auf der Rauchglasplatte des Beistelltischs liegt eine aufgeschlagene „Neue Revue“, zu sehen ist eine junge Frau mit durchsichtiger Bluse, Minirock und roten Lackstiefeln. Ingrid Steeger aus Klimbim.
Im Regal finden sich nur wenige Bücher: Siegfried Lenz, Franz Kafka, Hermann Hesse, Günter Wallraff.
Neben dem Plattenspieler stehen Scheiben von T.Rex, Led Zeppelin und Genesis. Auch die „Alive“ von Slade mit dem Song „Darling bei home soon“.
Am Schrank kleben Pril-Blumen.
Meine Eltern scheinen in den 40 Jahren nichts an meinem Zimmer verändert zu haben.