Seitenwind Woche 8: Verborgene Schätze

Ein fossiler Gletscher

450 Meter führen hinunter zu Europas größtem fossilen Gletscher, gelegen in den Karpaten im rumänischen Apenusi Gebirge. Nur über Leitern aus Stahl steigt man hinab in die Schlucht zu 75000 Kubikmetern ewigen Eises, etwa den Inhalt des neuen fünfstöckigen Berliner Hauptbahnhofes fassen könnte. Über 1000 Meter erstrecken sich dicke Stalagmiten und Stalaktiten in Eisgalerien in die Tiefe, an Schönheit und bizarren Formationen kann man sich kaum sattsehen. Wenn im Winter im Gebirge die Temperatur bis zu minus zwanzig Grad sinkt, fällt die kalte Luft in den Trichter und lässt Eismassen weiter abkühlen. Im Frühjahr gefriert dann das Schmelzwasser von der Oberfläche und erneuert die Gletschermasse von oben. Die warme Luft jedoch kann entweichen, so dass sich ein natürlicher Wärmeaustauscher gebildet hat. Durch den Druck des Gletschers bildet sich in der Tiefe von 90 Metern Gletscherwasser, das im Kalkstein neue Höhlenformationen zurücklässt. Ein kleiner Lebenskünstler, hat hier ein Zuhause gefunden: Pholeun prosperpinae glaciale, ein weisses wimpernloses Käferchen ist hier glücklich und knabbert an den organischen Überresten dieser gigantischen Tiefkühltruhe. Er ist ein Beweis, dass auf dieser Erde auch der letzte kuriose Winkel den Funken des Lebens enthält. Save the Planet!