Seitenwind 2024 beginnt! 1. Teil

Er ging zu dem kleinen Teewagen, der neben der schweren Ledercouch stand und füllte einen wuchtigen, aufwendig geschliffenen Becher zweifingerbreit mit Whisky. Er ließ sich auf die Couch fallen und nahm einen tiefen Schluck. Seine Frau kam, mit dem Telefon in der Hand wieder ins Zimmer und sah ihn fragend an. „Hast du die Polizei gerufen?“, fragte Berger seine Frau. Der Vorfall vor der Haustüre und der Whisky schnürten ihm die Kehle zu und seine Stimme klang krächzend und rau. „Was ist den passiert und warum die Polizei?“ Dorothea schaute ihren Mann verständnislos an. „Vor unserer Haustüre hat sich Einer erschossen, das ist passiert!“ Richard Berger schrie die Antwort förmlich heraus. Seine Frau stieß einen spitzen Schrei aus und ließ das Telefon fallen. Berger stand auf hob den Apparat auf und wählte die 110. Er erklärte dem Beamten am anderen Ende kurz den Grund seines Anrufs, dann setzte er sich wieder und trank das Glas leer, während seine Frau immer noch wie erstarrt dastand und ihn ungläubig anstarrte. Erst nach endlos scheinenden Minuten hatte sich Dorothea wieder gefangen. Sie setzte sich zu Richard und klammerte sich an seinen Arm. Auf die Frage von ihr ob sie vielleicht nachsehen sollten, weil alles nur eine Einbildung sein könnte reagierte ihr Mann nicht. Er schenkte sich noch einen Whisky ein, aber Dorothea nahm ihm ebenso wortlos das Glas aus der Hand und trank es in einem Zug leer. Die Türklingel schreckte sie auf. „Na endlich,“ seufzte Richard und ging zur Türe. Er sah durch den Spion zwei Polizeibeamte und öffnete erleichtert. Die beiden Beamten grüßten förmlich.
„Polizeihauptmeister Huber,“ stellte sich einer der Beiden vor. Bevor er weiterreden konnte fiel ihm Berger ins Wort. „Gut dass sie da sind! Wir wollten gerade zur Kirche, da klingelte es und ein Mann hat sich vor meinen Augen erschossen. „So, so, vor ihren Augen,“ wiederholte Huber und sah dabei seinen Kollegen vielsagend an. „Wo soll das den gewesen sein?“ wollte dieser wissen und er sah dabei seinen Kollegen lächelnd an. Da wurde es Berger zu dumm und er forderte die beiden Polizisten auf zur Seite zu gehen, dann würden sie den Toten liegen sehen. Die Beamten gingen demonstrativ weit auseinander und gaben Treppe und Weg frei, aber es war nichts zu sehen. Der Weg vom Gartentor zum Haus war wie immer nichts deutete darauf hin, dass hier ein Verbrechen geschah.