Kreatives Schreibspiel

Der Irrtum
Irrt um
Den Turm rum
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Fidibum

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Ein Vogel wollte Hochzeit machen in dem grünen Walde. Fiderallala, fiderallala, fiderallalalala. Die Drossel war der Bräutigam, die Amsel war die Braute.
Der Habicht hatte Hunger nur, Fidibum.

Zugvogel

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Der Zugvogel führt den Vogelzug zügig an wie ein Eilzug. Der Geleitzug anderer Zugvögel im Federanzug zieht hinter dem Zugvogel her, was dem natürlichen Charakterzug des anderen Zugvogels entspricht. Der Achtuhrzug unter ihnen ist ein Güterzug mit offenen Waggons voller Sämerein. Alle Zugvögel ziehen trotz zugigen Windes zum Güterzug hin zum Schnabulieren, was zügig von Statten gehen mußte.

Afrika

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Jedes Jahr aufs Neue, wenn sich die Blätter von den Bäumen scheiden und der Frost den Wirsing küsst, packen wir unsere sieben Sachen und reisen nach Afrika. Mit weiser Geduld, erkläre ich meinem Kind, dass es schon immer so gehandhabt wurde. Alle im Dorf tun es. Wir sind aber nicht alle, erwiedert das Küken.
Dafür haben wir ein schönes Ziel im Kongo ausgesucht, an dem es tolle Seen, viel Sonne und vor allem gutes Essen gibt. Hier ist es auch schön, diskutiert es und weigert sich zu kooperieren.
Wenn du nicht sofort den Schnabel hälst und aus deinem gemachten Nest springst, dann werde ich dich rauswerfen.
Du bist ein Zugvogel, ich bin ein Zugvogel, deine Mutter ist ein Zugvogel. Wir tun, was wir jedes Jahr tun!

An der Dorfstraße stand eine Gruppe Kindergartenkinder und zeigte begeistert auf die klappernden Storche auf dem Kirchturm.

nächstes Wort: Sommersonnenwende

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Auf’m Büschel, ähm, Bügel - einem Hügel über dem Dorf, findet sich zur Sommersonnenwende die Dorfjugend zum Feiern ein, heutzutage leider ohne Sonnwendfeuer, dafür mit

Live-Musik

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Live-Musik aus der Konserve ist wie ein Pfuschzettel, den man zu Hause vergessen hat.

Next: Lehranstalt

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Ein Kind ging in die Lehranstalt,
kam weise wieder raus.
Das zweite Kind, ganz hoffnungsvoll
fuhr dumm wieder nach Haus.

Denkzettel

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Wer meint, anderen einen Denkzettel verpassen zu müssen, hat das Denken nicht auf seinem Zettel.

Zettelwirtschaft

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Als die Gemeinde sich von Sau zu Zettel umbenannte, waren die Einwohner erstmal froh.
Nur der Jochen, Gaststättenbesitzer gramte.
Aus seiner schönen Sauwirschaft war eine Zettelwirtschaft geworden.
Das war jetzt nur für das Finanzamt vorteilhaft.

Und wo wir schonmal dabei sind.

Haftstrafe

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Franzes Mc Kinnley saß vor dem obersten Kammergericht.
„Ich verlange eine Entschädigung!“
Der Richter schüttelte den Kopf, sodass seine graue Lockenperrücke hin und her schwang.
„In Anbetracht der Umstände, trifft den Beklagten keine Schuld. Als Klagender hattet ihr eine gewisse Sicherungspflicht einzuhalten.“ Der Hammer sauste knallend auf den dunkelbraunen Untersetzer. Die Urteilsfindung war beendet.
Franzes senkte die Stirn und brabbelte einen leisen Fluch. Der rote Bart in seinem Gesicht knisterte.
„Möge Euch der quälende Geist der Sulfur holen! Ich verlange eine Haftstrafe für den Jungen! Mein Goldtopf steht schon immer am Ende des Regenbogens! Soll ich jetzt jedesmal einenTroll schicken, wenn es geregnet hat? Dann müsstet ihr auch den Caillech eine Mitschuld geben, immerhin verursachen sie das Wetter! Ihr seid ein lächerlicher Judikativ!“
Der Richter nestelte an seinem Hammer herum und betrachtete den Kobold gelangweilt. " Da mihi factum, dabo tibi ius" gab er zur Antwort.
MC Kinnley riss verärgert und resignierend die Arme hoch und verließ kopfschüttelnd das Rednerpult.

Nächstes Wort: Tinitus

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Es rauscht so schön in meinem Ohr
ich fühl mich nie allein
Das Dauerfiepen, es liegt vor
Und summt sich leise ein.
An manchen Tagen ist’s fast weg
So dass ichs gar vermisse.
Ich bin mir sicher, es hat seinen Zweck
auch wenn ich den…
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Unvollständig.

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Es ist nicht da, wenn ich nicht dran denke
Die Aufmerksamkeit in die Ferne lenke
Dann las ich ein Gedicht, ich Tor
Sofort warst Du wieder da im Ohr
Fühle mich unvollständig, denn Du bist da
Heute, morgen, das ganze Jahr
Doch am Ende werde ich siegen
Höre auf zu atmen, werde liegen
Die Stille werde ich dann genießen
Wenn Freunde kommen, mein Grab zu gießen

Lebensbaum

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……….Lebensbaum……
……Mag mich kaum…
……Umherschaun….
………Ich liege hier……
…………Unter Dir…….
.…….…während……
….………….die………….
………………Blä…………
………………tter…………
………………fall…………
………………en………….
Liege im Schatten von Allem
.
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Herbst

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An einem späten Hersttag spüre ich die Sonne im Rücken und den Schnee im Gesicht.

Zukunft

Dunkel der Vorhof,
schwarz war die Nacht,
in golden verhüllter Fassade,
schritt ein Bettler
durch große Tore
zu einem Haus von glänzender Pracht

Schwer war das Herz
traurig die Seele
verlassen von Geliebten und Feinden
trat zu der Schwelle
in nächtlicher Grelle
hungriger Magen und durstige Kehle

Ein Blick durch das Fenster
lachende Leute
spielende, singende Kinder
Liebe und Hoffnung,
Reichtum und Zukunft,
ihm nur bleibt Verzweiflung und Reue

Und aus seinem Auge,
schleicht sich ganz heimlich
eine Träne und springt gegen das Glas
zerschmettert das Fenster
zerschmettert die Seele
nimmt ihm Gefühle und alles was war

Das Lachen verstummt
Und voller Entsetzen
blicken die Leute zum weinenden Greis
alt und zerlumpt
dreckig und hässlich
steht vor zerschlagenem Fenster und weint.

Vergangenheit

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Wenn man der Vergangenheit zu viel Platz im Heute einräumt kann es in der Zukunft schwierig werden.

Faschingsball

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Margarete war erst 16 Jahre alt und lief mit strahlendem Gesicht, unter den Blicken der ehrwürdigen Aristokraten, der österreichischen Hauptstadt, in den kaiserlichen Ballsaal ein. Ihr weißes, aus Gaze und Seide bestehendes, Kleid, war unanständig aufreizend und trieb selbst den Blinden die Röte ins Gesicht. Es war der 11.11. und in wenigen Minuten würde, um 11.11 Uhr, mit dem traditionellen Eröffnungstanz, die Faschingsball-Saison eingeläutet. Ein unangenehm lauter Fanfahrenstoß ließ sie zusammenzucken und den Kopf drehen. Die Ehrengäste strömten durch den Haupteingang und Margarete erspähte sofort den Kaiserbruder Karl Ludwig. Der Kaiserhof war noch immer voller trauer, und Ludwig unverhoft Thronfolger geworden. Sie geriet ins Schlingern und drückte erschrocken den Rücken durch. Heute hatte ihr Schicksal eine Tür der Gelegenheit für sie offen gelassen und die wollte sie nutzen.

Kardanwelle

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Trendfrisur 2026: Kardanwelle.

Neu: behumpsen

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Bei dem Versuch das Futur 2 des allgemein bekannten Verbs „behumpsen“ zu bilden, kam es bei Juliette Dupont, der bis dato besten Schülerin des B2-Kurses „Deutsch für alle Lebenslagen“, zu einem Blutgerinnsel im Gehirn. Das forsche Einschreiten ihres Klassenkameraden Pierre de la Rochefoucauld rettete die junge Frau: Er legte ihre Füße auf einem einsprachigen Langenscheidt hoch und fächelte ihr mit den „Leiden des jungen Werther“ Luft zu.

Neu: Sauerstoff

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Sauerstoff ist an sich verräterisch. Der Stoff ist weder sauer (eigentlich ist er eher geschmacklos oder allenfalls umagi) noch ist es eine Textilie. Auch wenn man im Park nach den gängigen Stoffen fragen würde, hätte ihn keiner dabei. Dennoch denken alle, dass sie ihn brauchen. Tzz.
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Erzählmirnix.

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