Wie sieht euer Autorenalltag aus?

Mich würde interessieren, wie ihr eure Schreibroutine in den Alltag einbringt - beziehungsweise habt ihr eine Schreibroutine?
Wie sieht sie aus? Schreibt ihr regelmäßig?
Mir fällt das regelmäßige Schreiben schwer.
„Immer ist was.“ :slight_smile:
Vielleicht können eure Erfahrungen dazu beitragen, dass sich das bessert :wink:

1 „Gefällt mir“

Jeden Morgen, wirklich jeden, direkt nach dem Aufstehen - noch vor dem Frühstück, nur schnell dicke Socken und Kuscheljacke über den Schlafanzug gezogen - wird mindestens eine halbe Stunde lang am Roman gearbeitet.
Tagsüber notiere ich Einfälle auf Zetteln, manchmal setze ich mich auch noch einmal richtig an den PC.
Abends vor dem Einschlafen lese ich mir oft noch eine Szene laut vor, bei der ich nicht weiterkam. Manchmal wache ich dann morgens mit neuen Ideen zu genau dieser Szene auf.

5 „Gefällt mir“

Ich schreibe jeden Tag etwas auf, entweder sind es Notizen oder ich arbeite an einem Roman oder einer Kurzgeschichte oder für die Buchnachteule oder für meine eigene Homepage bzw. meinen Blog. Eine Schreibroutine gibt es in dem Sinne nicht. Täglich zwar, aber zu keiner bestimmten Uhrzeit.

3 „Gefällt mir“

Für mich ist das Schreiben wir Arbeitengehen. Ich fange an um 8 und höre auf um 12, weil Mittagessen. Dann weiter um 13 bis 16 Uhr. Manchmal habe ich einen Abgabetermin, dann arbeite ich auch am WE. Manchmal habe ich Luft, dann nutze ich den Nachmittag für Büroarbeit wie socialmedia, neue Exposés schreiben, Nettwölking, Aufträumen, Buchhaltung.

6 „Gefällt mir“

Ich schreibe jeden Morgen irgend etwas das mir gerade durch den Kopf geht. Manchmal auch völlig krudes Zeug, aber, wenn es irgend geht eine Din A4 Seite am PC. Und zwar direkt nach dem Aufstehen. Ich koche mir noch nicht mal einen Kaffee vorher.

Abends im Bett schreibe ich noch eine Art Schreibtagebuch. Das sind so die beiden Fixpunkte in den letzten Monaten.

Und an meinen Geschichten schreibe ich zwischendurch. Wann immer Zeit ist, schreibe ich. Und ein bisschen Zeit ist so ziemlich jeden Tag. Manchmal ist es nur eine viertelstunde, manchmal sind es zwei Stunden. Ich nehme es, wie es kommt. Da gibt es bei mir auch keine wirklich feste Uhrzeit. Wobei ich in den letzten Wochen versuche die Zeit abends zu nutzen, wenn meine Frau Fernsehen guckt. Allerdings bin ich da mittlerweile wirklich flexibel geworden. Jetzt muss ich mich da auch wieder dran setzen. Ich habe jetzt nämlich geschätzt eine halbe Stunde Zeit. :slight_smile:

4 „Gefällt mir“

Es gibt Leue, die warten, bis die Muse sie knutscht. So bekommt man leider kein Buch fertig, denn die Muse hat viel Auswahl, was kussinteressierte AutorInnen angeht. grins.

6 „Gefällt mir“

Von einem solchen Arbeitstag träume ich noch. Vielleicht klappt es irgendwann bei mir.

3 „Gefällt mir“

Wenn du eine Geschichte erzählst, dann hilft es, täglich an ihr zu arbeiten, weil sonst der Faden verloren geht. Ich selber plotte sehr, sehr konkret. Szenenweise. Dann muss ich mich nicht wieder Hineindenken und mit der Handlung „Warm“ werden, wenn ich am nächsten Tag erneut starte.
Dann: auch Scheißseiten sind Seiten. Habe Mut, schlecht zu schreiben. Löschen geht immer.
Aber: schreibe!
Du wirst von kapitel zu Kapitel besser. Und am Ende steht dsa Buch. Der Stolz ist unglaublich, wenn man den Vertrag unterschreibt. Wenn man das gedruckte Buch in Händen hält. Da wird man süchtig! Und schwupps, ist das 2. Buch fertig.
:slight_smile:

7 „Gefällt mir“

Vielen Dank für eure Tipps und Erfahrungen. Das hilft mir sehr.
:smiling_face_with_three_hearts:

Ich habe mich sehr viel mit Mindset und Willenskraftstärkung auseinandersetzen müssen, bis ich endlich aufgehört habe, die Schuld auf die mangelnde Zeit zu schieben, sondern damit begonnen habe, die Zeit, die ich habe, gut zu nutzen. Mit der laufenden Routine wird das immer besser, aber der Kampf gegen die Prokratonation ist ein trotzdem, wenn auch nicht so ausgeprägt, ein immerwährender.

5 „Gefällt mir“

Ich habe allmählich meine Schreibroutine für mich entdeckt. Da ich neben meinem Bürojob noch ein duales Studium mache und zum Sport gehe, müsste mein Tag mindestens 38 Stunden haben. Mittlerweile handhabe ich es so:
-Einfälle und gute Gedanken, die im Alltag auftauchen niederschreiben z.B. Handy oder Zettel (Damit mit man es nicht unterwegs vergisst)
-Versuche jeden Tag eine feste Zeit fix zumachen (Bei mir jeden Abend nach 21 Uhr #Schreibeule)

Wenn ich im Fitnesstudio auf der Rudermaschine sitze kommen die 20 min ewig vor, also warum nicht über sein Roman nachdenken. Einfach bisschen ausprobieren, was zu deinem Alltag passt.

Der Rest kommt von ganz alleine, nur die Motivation nicht verlieren :slight_smile:

2 „Gefällt mir“

Aus gesundheitlichen Gründen (wiederholte Depressionen mit Konzentrationsstörungen als Folge) bin ich im „normalen“ Arbeitsleben (als Krankenschwester mit Leib und Seele) nicht mehr aktiv.
Theoretisch bin ich ein Glückskind, weil ich nun viel Zeit habe zum Schreiben. In der Praxis sieht das leider nicht so aus.
Aber - aufgeben ist nicht - mein Motto. So habe ich bis jetzt immer noch die Nase wieder vom Boden gehoben und das Krönchen gerichtet.
Heute nun habe ich es geschafft, 5 mal 40 Minuten zu arbeiten. Um 8 Uhr, nachdem meine 2 kleinen Hunde und meine Katze versorgt waren, saß ich am PC.
Um 16 Uhr war Feierabend.
Ich bin glücklich - ein Durchbruch.
Ob ich nun diese 40 Minuten immer mit Schreiben verbringe, muss ich mal sehen. Ich habe noch 1000 andere Interessen. D.h. wenn ich nicht durch eine Antriebsstörung eingeschränkt werde, stehe ich mir auch manchmal selbst im Weg, weil ich nicht weiß, welchen produktiven Input ich mir gerade geben soll (Sport? Zeichen? Sprachen?..)
Das Buch hat nun aber Priorität - weil - ja - ich werde es veröffentlichen :wink:
@AnMar ich habe mir heute ein Buch von Ihnen gekauft: Feuer in der Hafenstadt
Liebe Grüße an euch alle

2 „Gefällt mir“

Ein Stück weit schon. Deine Begründung hinkt etwas, denn es ist ja auch nicht jeder Klempner gut und doch ist es ein handwerklicher Beruf.
Schreiben ist eine Kunst, die auch Handwerk beinhaltet.

3 „Gefällt mir“

Ich habe gerade auch das Glück in meiner Zeiteinteilung mal wieder frei zu sein. Ich nutze die Zeit um täglich etwas übers schreiben zu lernen oder schreibe selbst zu verschiedenen Themen. Bei mir hat sich, synchron zum Arbeitsleben, auch die Routine entwickelt, meine Zeit zwischen 8 und 12 Uhr und, wenn möglich, zwischen 14 und 17 Uhr dem Schreiben zu widmen. Was mir noch schwer fällt ist die Plot-Entwicklung: den roten Faden, auch von älteren Geschichten, immer wieder aufzunehmen und weiter zu spinnen. Auch, das Papyrus Autor Programm dazu zu nutzen. Ich schreibe bisher nur einzelne Szenen darin. Wie machst du das im Alltag? Mit den Themen und Plots zu den Geschichten? Wann entwickelst du sie? Und wie und wann hast du eigentlich mit deinem ersten Buch angefangen, falls ich fragen darf? Wann wusstest du, dass es „soweit ist“?

Ich schreibe morgens gleich nach dem Aufstehen in mein Tagebuch, meiste zwei bis drei DIN A4 Seiten. Dabei schreibe ich irgendwas, irgendwelche Gedanken, die mir durch den Sinn kommen. Nach mehreren Zeilen fließen die Worte auf den Bildschirm und immer mehr Gedanken kommen mir in den Sinn. Der innere Zensor ist ausgeschaltet, und das ist auch wichtig. Du sollst ja mit dieser Methode in den Schreibfluss kommen. Ich plane nun, morgens auch Szenen aus meinem Romanprojekt zu schreiben, die ich mir allerdings vorher geplant habe. Ich kenne das mit der Regelmäßigkeit. Nicht immer gelingt mir das morgendliche Schreiben. Dann schreibe ich einfach am Abend.

1 „Gefällt mir“

Meine Familie hat gelernt, dass es bei mir tgl. wie Zähneputzen dazu gehört. Andere gehen in den Sportverein, ich setze mich um eine bestimmte Uhrzeit an den Laptop. Dann werde ich auch in Ruhe gelassen. Es ist wichtig sich eine Struktur anzueignen, auch wenn es am Anfang schwer fällt. So eine neue Gewohnheit ist manchmal nicht so leicht durchzusetzen, aber wenn man die A*backen zusammen kneift und konsequent bleibt, dann wird man belohnt.
Mittlerweile sitze ich auch am Rechner für andere Recherchen oder mach was für die Kinder oder Shoppe… Sehen sie mich dabei, drehen sie in der Regel direkt wieder um und lösen ihr Problem selbst… hihi

Ich nutze hier evernote. Das ist kompatibel mit Handy, Tablet und Laptop. So dass sie sich synchronisieren und meine Notizen immer zusammen bleiben.

Das brauche ich zum Schreiben:
Ich habe mein Smartphone immer dabei und beim morgendlichen Hundespaziergang bin ich mit TTS zugange, diktiere z.B. etwas Aktuelles zum Roman, oder auch (selten) irgendwelche Gedanken.
Zuhause gibts dann Reinigung und Fresschen für den Hund und nachdem ich mich um meinen Körper gekümmert habe, sortiere ich den neuen Text ins Inhaltsverzeichnis des Romans.
Wenn ich dann Lust und Zeit habe, bearbeite ich die betreffende (n) Szene(n), oder mache da weiter, wo ich gerade stehengeblieben bin.
Seit Jahren schreibe ich fast täglich mit Kopfhörer. Die Musik spielt bei mir eine übergeordnete Rolle. Zwei Musikrichtungen treten hervor: das angeschossene, aber nie sterbende und immer weiter vorwärtsdrängendes e-moll oder frisches C-Dur. Das Tempo liegt bei 112 bpm.
Nach einer Stunde und ca. 20 Min./ ohne Pause gibts Tee/ Kaffee/ Essen und Kommunikation mit meinen übrigen im Haus wohnenden Lebewesen.
Viele freundliche Grüße

2 „Gefällt mir“

Hallo AnMar, du bist also hauptberuflich Buchautorin? Wie hast du es dahin geschafft? Welche Genres? Und reicht es zum Leben? Kannst mir auch privat schreiben, sind ja recht private Fragen… aber ich würde sooo gerne dahin kommen.

2 „Gefällt mir“

Hi, ich prokrastiniere mal eben. Eigentlich müsste ich an meinem aktuellen Buch schreiben. seufz.
Ich schreibe seit 10 Jahren mindestens 1 Buch pa. Besser zwei. Dieses Jahr hatte ich, weil ich an einem großen Sagaprojekt fast 2 Jahre arbeitete, 5 Neuerscheinungen. Nicht zu empfehlen. Marketingmäßig der GAU.
Ich habe bei kleinen Verlagen, wie dem Dryas Verlag angefangen. Bin dann zu mittelgroßen gekommen, wie Emons. Heute bei Piper und Lübbe und anderen.
Der Durchbruch kam mit meiner neuen Agentin. Die Agenten davor passten nicht zu mir. Solltest du also eine AgentIn suchen, überlege sehr, sehr gut. Ein flascher Agent kostet dich nicht nur Zeit und Geld, sondern auch Reputation, weil Agentenhopping in der Szene nicht gerne gesehen wird.
Wichtig ist, dass man ein gutes Netzwerk hat. Ich selber bin bei den Mörderischen Schwestern eV (schreibe ja viele Krimis) und im Syndikat eV. Ich habe einige Jahre in Europas größtem Krimiautorinnenverband als Vizepräsidentin eine leitende Funktion gehabt (700 Mitglieder!) und so auch viele nützlich Kontakte in alle richtungen machen können. Man kennt meinen Namen. DAS war wichtig. Dadurch hatte es meine Agentin einfacher, für mich gute Vorschüsse und Konditionen auszuhandeln. Aber die Sache hat auch eine Kehrseite. Ich arbeite rund 70 Stunden die Woche und habe bundesweit Lesungen, was jeweils 2 Tage kostet (Anfahrt/Abfahrt/Vorbereitung), bezahlt wird aber nur die Lesung. Ist also gewissermaßen ein Zuschussgeschäft. Trotzdem: Ich liebe mein Publikum!
Außerdem ist wichtig, dass man dich mit einem Genre oder max 2 Genres verbindet. Ich mache in (hist.) Krimi und Familienroman. Das Lübbe mich für schräge X-Masromane eingekauft hat, ist schon grenzwertig.
Hoffe, ich konnte helfen. :slight_smile: -)
Liebe Grüße Anja Marschall

2 „Gefällt mir“