Werbung - aber wie?

Jetzt bin ich doch mal neugierig geworden auf eine bestimmte Frage. Wie macht ihr Werbung für eure Bücher? Der Grund für meine Frage ist Folgende: Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass sich meine Bücher nur sehr mäßig bis mittelmäßig verkaufen. Mir geht’s natürlich nicht vorrangig um den großen Erfolg, sondern um die Liebe zum Schreiben, aber interessieren täte es mich schon mal: Wie macht ihr Werbung - über Social Media, Internet und Co.? Oder noch klassisch per Mundpropaganda? Ich mag persönliche Kontakte lieber als das www. Aber ohne das weltweite Netz geht heutzutage ja leider fast gar nichts mehr. Denn ohne das www. könnten wir uns hier nicht schreiben, zum Beispiel! So hat alles seine Vor- und Nachteile!

Gruß

Super Girl

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Hi,
hast du hier schon mal gestöbert?

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Das ist normal, dass sich Bücher ohne Werbung in der Nähe von gar nicht verkaufen. Ich poche ein bisschen auf den Sickereffekt. Leuten gefällt, was ich schreibe. Manchmal verschenken sie mein Buch, an passende Leser. Einige kaufen Nachfolgewerke. Ich schreibe für jeden Einzelnen unsichtbaren Leser. Das ist auf jeden Fall der langsamste Weg :stuck_out_tongue:

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Ich habe nur eine kleine FB-Seite, die ich ab und an mit Informationen versorge.
Dort gibt es ein PDF zum Download, das die Inhaltsangaben aller meiner bisherigen Bücher enthält.
Mehr eher nicht.

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Ist bei mir ähnlich. Die Verkäufe pendeln sich irgendwo einstellig je Buch im Monat ein.
Kindle Unlimited bringt noch am meisten Lesungen.

Ich mache bisher kaum Werbung, aktiv nur im weiteren persönlichen Umfeld.

Ich überlege mir gerade, ob ich bei Instagram auftreten möchte und wenn ja wie. Leider geht man da in der Masse unter, wenn man nicht richtig Zeit aufwenden will.

Und viel Geld möchte und kann ich nicht reinstecken.

So bleiben nur die Ansätze:

  • Glaube nicht an Wunder – Verlasse dich auf sie
  • Die Hoffnung stirbt zuletzt

Gruß

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Ich fürchte, liebes @SuperGirl, es gibt darauf keine ultimativ richtige Antwort. Ausgehend davon, dass wir alle tolle Bücher schreiben, hängt der Verkaufserfolg von zu vielen Faktoren ab, um einen einzigen Lösungsweg benennen zu können. Ein hundertprozent wirksames Rezept gibt es nicht.

Sich in Social Media zu zeigen, insbesondere in Rezensions-, Schreib- und Lese-Bubbles ist hilfreich, aber inzwischen eine Wissenschaft für sich und mit wirklich viel Aufwand verbunden. Ich bin gerade bei Instagram ausgestiegen, weil mich das Konzept Jahr um Jahr mehr enttäuscht hat. Bei ‚Lovelybooks‘ unterwegs zu sein, hat ein wenig mehr gefruchtet, allerdings muss man in Spendierlaune sein und sein können, um kostenlose Rezensionsexemplare für Leserunden etc. abgeben zu können und muss die Runden auch moderieren. Dort gibt es allerdings auch sehr viele ‚verwöhnte‘ Leser, die sich Ihrer Rezensionsmacht voll bewusst sind.

Von Selfpublish-Dienstleistern wird (durch die Blume) gerne der Selbstkauf ins Feld geführt – natürlich, denn sie profitieren davon. Aber es stimmt, das Ranking auf verschiedenen Plattformen unterscheidet nicht zwischen Eigen- und Fremdkäufen. Leider treten viele Selfpublisher in diese Falle und ordern Mengen, die sie faktisch (außer über Lesungen) kaum mehr loswerden.

Am effektivsten, neben dem persönlichen Sympathiewert, scheinen tatsächlich regionale Lesungen (das weißt du ja schon) zu funktionieren. Ansonsten bleibt noch der nicht zu unterschätzende Faktor Glück. Auch das Genre spielt eine große Rolle: Kinder-/Jugendbücher haben es ungleich schwerer als New Adult, Dark Romance o.ä…

Aus unterschiedlichen Gründen habe ich mich selbst aus all diesen Rechnungen herausgezogen und schreibe einfach, wie mir der Schnabel, nein, besser: meine Hasenzähne, gewachsen sind. Letztlich haben Selfpublisher im Vergleich zu Verlagsautoren noch immer die ‚A‘-Karte gezogen.

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Das ist glaube ich die übelste Vorgehensweise, bei der nur der Sp-Dienstleister gewinnt, sonst niemand.
Gutes Marketing kostet Zeit und meist auch Geld. Selbst Verlage verlangen heutzutage, dass der Autor selbst Marketing betreibt. Ich lese immer wieder die Frage bei Verlagen: Aktivität bei Social Media? Wie viele Follower?..Ohne guten Hintergrund scheint man schon auszuscheiden. Zumindest bei den Kleinstverlagen.
Wichtig sind die richtigen Keywords und Metadaten für die Auffindbarkeit – eine Wissenschaft für sich.
Rezensionen sind wichtig…je mehr, umso sichtbarer wirst du.
Amazon bietet mit Kindle Unlimited, A-plus-Inhalten und seinen Ads ein gutes Paket. Aber die Ads sind teuer und auch nur effektiv, wenn du bereits Rezensionen hast.
Rezensionen zu bekommen, ist schwierig. Oft haben die Leser keine Lust, das Buch zu bewerten…Ich selbst bin da nicht anders. Wenn ich sehe, wie viele Bücher ich bereits losgeworden bin – inklusive Gratisaktion –, ist der Anteil von Bewertungen – aktuell 63 – geradezu lächerlich.
Also – es ist schwierig und auch genreabhängig und auch Glückssache. Wenn du wirklich was ankurbeln willst, musst du dich dransetzen und dich mit Marketing etc. auseinandersetzen, Zeit und auch Geld in die Hand nehmen. Alles, was ich geschrieben habe, beruht auf eigener Erfahrung. Andere Autoren machen vielleicht andere Erfahrungen

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Mit der Zeit ist es bei vielen ja noch eine machbare Aufgabe. Beim Geld ist dann meistens Schluss mit lustig.

Wenn mir Verkäufe wichtig sind und ich für jeden eingenommenen Euro 10 Euro ausgeben muss, kommt schnell der Punkt der Erkenntnis, dass man damit nur andere reich macht.

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Yup. Da bin ich absolut deiner Meinung

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Ich denke (ohne bisher über Erfahrung in diesem Bereich zu verfügen), dass das Wissen über die Zielgruppe der erste Schritt ist. Also:
wer ist meine Zielgruppe, wo finde ich sie und wie spreche ich sie an?
Dann muss man wohl auch zwischen Werbearten unterscheiden, die Geld kosten oder eben nicht. Eine Social Media Präsenz ist zwar kostenlos, ist aber (wenn man es richtig machen möchte) mit sehr viel Aufwand verbunden. Da muss man dann auch wissen, welche Plattformen sich wann eignen. Jüngere Leser finden sich z.B. kaum auf Facebook, ältere Leser dafür weniger auf TikTok.
Ich habe schon sehr viele tolle Social Media Kanäle von Autoren/Autorinnen gefunden, die da sehr viel Herzblut reinstecken und das auch sehr ansprechend gestalten. Ich hätte dafür weder die Muße, noch das nötige Talent :sweat_smile:
Ansonsten habe ich oft gehört, dass Amazon ads/Keyword sehr wichtig sind. Das scheint aber auch eine Wissenschaft für sich zu sein. Der erste Schritt wäre hier, zu versuchen, den Algorithmus zu verstehen.
„Viel“ Geld würde ich da erst reinstecken, wenn man wirklich sicher ist, dass es zu Gewinnmaximierung führt. Ansonsten kann das schnell frustrierend werden.

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Ja, ich habe auch keine Lust, mich mit Social Media auseinanderzusetzen und viel Zeit zu investieren…und genau die Keywords und Metadaten sind wichtig, sowie der Algorithmus. Alles nicht so einfach.

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Leider gibts Belletristica nicht mehr, wo man sein Buch auch vorstellen durfte. Das hatte mir mit meinem Erstling etwa 300 Verkäufe und Ausleihen gebracht, wovon knapp 40 Rezensionen hängen geblieben sind.
Ich hatte mich auch etwas mit den Amazon Keywords beschäftigt, möglicherweise hat das auch geholfen.

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Ich kann aus meinen eigenen Marketing-Erfahrungen im letzten Jahr berichten. Die E-Book-Version meines Buches („Everest-126") kam im Dezember 2024 bei Amazon KDP heraus, die Print-Version (BoD) im Januar 2025 und das Hörbuch im Juli 2025. Eine besondere Ausstattung wiesen alle Versionen nicht auf.

Werbung für die E-Book Version und die Print-Version hatte ich bis Mitte März nicht durchgeführt, dann habe ich eine Agentur beauftragt, bei Amazon KPD kostenpflichtige Ads bis Jahresende zu schalten. Hinzugekommen ist noch ein Book Trailer auf der Amazon-Produktseite.

Innerhalb von zwei Wochen erreichte das Buch den Amazon-Bestseller-Status in den Kategorien „Klettern“ und „Chemie“, im Oktober wurde im Rahmen des „All-Stars-Bonus ein dreistelliger Bonus ausgeschüttet.

Weitere Marketing-Maßnahmen waren Lesungen, Teilnahme an Messen (LBM, BuchBerlin), Pflege der Website, Instagram-Kanal, Buchblogger-Aktionen, Schaltung (teilweise kostenpflichtig) redaktioneller Beiträge in Anzeigenblättern, VHS-Broschüre (Berlin) und Flight-Magazine („Discover Germany, Austria and Switzerland, Nov. 2025), Teilnahme an „Autor sucht Couch.“

Sämtliche Aktivitäten wurden von mir unter dem Aspekt getestet, ob sie den Verkauf, den Bekanntheitsgrad von Buch und Autor fördern und letztendlich nach Steuern zu einem Gewinn führen. Das Prinzip war absichtlich so gewählt, dass das Budget zunächst eine sekundäre Rolle spielt.

Die Zahl der verkauften Exemplare lag zum Jahresende in einem vierstelligen Bereich.

Die Einnahmen (nicht Gewinn!) aus online-Verkäufen, Verkäufen auf Buchmessen und Lesungen beliefen sich zum Jahresende 2025 auf einen vierstelligen Betrag. Das Finanzamt hat mir meine kompletten Ausgaben, die sich auf meine schriftstellerischen Aktivitäten bezogen, für das Steuerjahr 2024 komplett (vorläufig!) anerkannt.

Wenn man das so liest, klingt das auf den ersten Blick gar nicht so schlecht.

ABER! Und das ist ein sehr bedeutsames ABER!

Die meisten Maßnahmen haben sich unter ökonomischen Gesichtspunkten weder als effektiv noch effizient erwiesen. Einen signifikanten Effekt auf die Buchverkäufe hatten die Veröffentlichung des E-Books auf Amazon KDP mit Schaltung von Ads, Lesungen sowie eingeschränkt die Teilnahme an Buchmessen. Das Hörbuch betrachte ich als luxuriöse Investitionsruine. Der Rest ist Staub und Schatten und hat nur Dienstleister bereichert.

Die Gesamtausgaben für meine Schriftstellerei übersteigen deutlich die Einnahmen, steuermäßig wurden nur Verluste generiert. Bei Fortführung ohne Gewinne droht die Einstufung meiner Schriftstellerei als „Liebhaberei ohne Gewinnerzielungsabsicht“ mit der Option, dass ich Steuern nachzahlen muss. (Wird nicht passieren.)

Fazit

Ja, man kann mit viel Geld sehr schnell Verkäufe, Bewertungen, Bekanntheitsgrad, etc. in relevante Höhe treiben, wenn man bereit ist, ein Marketingbudget im 4-5stelligen Bereich aufzustellen UND die richtigen Marketingmaßnahmen zu ergreifen. Dies dürfte fast jedes Buch schaffen, wenn es von guter inhaltlicher Qualität ist – wobei „gut“ sehr interpretationsfähig ist – ein Lektorat und Korrektorat durchlaufen hat und ein professionell gestaltetes Cover mit professionellem Klappentext aufweist.

Wie man schnell erkennt, ist das verfügbare Marketingbudget ein entscheidender Faktor und dieses ist bei uns Selfpublishern deutlich limitiert! Viele von uns leben von der Rente und die ist nicht gerade üppig. Da bleibt für das Schreiben nicht viel übrig.

Aus meiner Sicht ist aber der ganz entscheidende Faktor das primäre Ziel der Schriftstellerei:

  • Schreibe ich, weil ich davon lebe(n muss)?
  • Schreibe ich, weil es mir Spaß macht?
  • Schreibe ich aus therapeutischen Gründen? (für mich, für andere)
  • Schreibe ich, weil ich berühmt werden will, und einen Bekanntheitsgrad wie Fitzek, Schätzing et al. erreichen möchte?
  • Schreibe ich, weil ich den Lesern eine Botschaft mitteilen möchte?
  • Schreibe ich vielleicht aus mir noch ganz unbekannten Gründen?

Ich habe für mich eine Entscheidung getroffen, die auch hilft, eine klare Ausrichtung für das Marketing zu treffen:

Ich schreibe

a) weil es mir einfach Spaß macht, und eine sinnvolle Tätigkeit im chronisch voranschreitenden Senium ist.

Weiterhin möchte ich innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre steuertechnisch eine „schwarze Null“ schreiben. (Damit das Finanzamt nicht unruhig wird.)

Daher fällt mein Marketingbudget für 2026 deutlich kleiner aus und wird nicht mehr mit der Gießkanne verteilt. Hörbuch, bezahlte redaktionelle Beiträge, Schreibseminare u.a entfallen.

Ich bin gespannt, wie 2026 läuft und wünsche allen Papyristi hier im Forum neue Buchprojekte, steigende Verkäufe, tolle Lesungen, bewundernde Rezensionen und vor allem VIEL SPASS!

P.S.
Berühmt bin ich schon. Ich werde auf der Straße regelmäßig erkannt — von meinen Nachbarn. :wink:

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:sweat_smile: :+1: :+1:
Was mich interessieren würde…was hast du für die Agentur (KDP) bezahlt? Das kostet doch Unmengen, oder nicht?

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Ich habe letztes Jahr ein paar hundert Euro in die Hand genommen und Amazon Ads gefahren. Genau zur Buchmesse angefangen.
Da ich fünf Bücher zu diesem Zeitpunkt hatte, verteilte sich das Geld (oder Multiplizierte die Kosten?)

Funktionieren tut es, aber nicht im Verhältnis zu den Kosten. Für Amazon ist das gegenseitige Überbieten (wenn man will automatisch) einfach nur eine Gelddruckmaschine.

Ich habe eher wenige Rezensionen (unter 5) je Buch, dass wahrscheinlich nicht das höchste Vertrauen schenkt, wenn doch mal einer klickt.

Derzeit sind alle ads gestoppt. Womöglich probiere ich es mal wieder, nach Genre sortiert (das Fantasy-Banner, das SciFi Banner etc.)

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Das sind tatsächlich Unsummen. Bei mir haben sie sich pro Monat im dreistelligen Bereich bewegt. Erst im Dezember 2025 hatte ich einen ACOS von 83%, das heißt, ich habe über die Ads mehr Umsatz (!) gemacht, als für die Ads ausgegeben. Damit bin ich aber noch nicht in der Gewinnzone. Ich betrachte das als Erfahrung und Investition für die nächsten Buchprojekte. (Das nächste Buch wird im Mai 2026 veröffentlicht.) Ich kann dann immer schreiben „Von Amazon-Bestseller-Autor Cordt Coehne“. Allerdings ist Bestseller-Autor bei Amazon relativ. Man muss nur die richtigen Key words und Themenbereiche auswählen, dann kann man das schnell schaffen. Ich war selbst überrascht, wie schnell das ging und hatte gar nicht mit Bestseller-Status gerechnet.
Allerdings hatten die Ads auch positiven Einfluss auf die Verkäufe der Print-Version, die über BoD publiziert wurde und nicht extra gesponsert wurde.
Wenn Du RICHTIG viel Geld übrig hast, dann schalte Werbung vor der „Tagesschau“ um 20:00 Uhr. Dirk Rossmann (Drogeriekette) hat das für seine Octupusbücher gemacht und trotz der Unsummen über die Buchverkäufe wahrscheinlich ein Plus erzielt.

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Oder ein Plakat an einem S-Bahnhof in Berlin (habe ich wirklich mal darüber nachgedacht :wink: )

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Nein, so viel Geld habe ich nicht…auch nicht für einen monatlich dreistelligen Betrag.

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Ich habe an U-Bahn-Werbung in Berlin gedacht. Das ist gar nicht mal so teuer, aber erreiche ich dort meine Zielgruppe? Es wäre einen Versuch wert.

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Es müsste ein S-Bahnhof mit langer Wartezeit sein, wie z.b Lankwitz. Lichterfelde Ost. Das Plakat müsste QR Codes haben, die direkt einladen das Buch aus dem Store zu ziehen :stuck_out_tongue:

Aber die Frage ist, schauen die Leute von ihren Bildschirm überhaupt hoch? Ein wirklich schönes Bild müsste die Leute zum Nachdenken anregen …

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