Was und wie lest Ihr gerade?

Das Neutralistenfundament habe ich auch gelesen.
Susannes Geschichten lassen mich immer mit einem unguten Gefühl zurück.
Und dabei fängt alles so harmlos an und könnte so schön sein. Könnte.
Doch irgendwann setzt Susanne das Messer an und seziert. Gnadenlos. Die Geschichte ist kurz und knapp. Auf das Wesentliche konzentriert. Fast schon zu knapp.
Beim Lesen musste ich mehrfach an die ehemalige DDR denken, wegen der Gleichschaltung.

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Moin, es gibt zu viel zum Lesen, und zu wenig Zeit! Dieses Jahr sind es bereits 41 Bücher. Hauptsächlich Klassiker, von Agatha Christie, Patricia Highsmith, Ian Fleming, Hemingway (wieder). Aber auch neuere: Jussi Adler Olsen, George R.R. Martin – Feuer und Blut. Dann wieder H.G. Wells, Philip K. Dick, F. Scott Fitzgerald, Edgar Allan Poe. Wenn ich Wells – Kurzgeschichten Sammlung Das Kristallei beendet habe, kommt G.R.R. Martins – Der Heckenritter dran. Nächstes Jahr möchte ich die Dune Serie anfangen.

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Moin,
darüber was ich lese, kann ich recht gut Bescheid geben. Allerdings über das Wie habe ich mir bislang noch kaum Gedanken gemacht.
:laughing:
Aber gut zuerst zum Einfachen, das Was! Von Steven Erikson, A Malazan Book of the Fallen
Etwas schwieriger zu beantworten ist das Wie. Tatsächlich lese ich in der Regel alle Bücher eines Autors oder einer Serie, derer ich habhaft werde am Stück - wenn sie mir gefallen. Bislang die einzige Ausnahme davon die die Perry Rhodan Serie. Das sind einfach zu viele um sie alle am Stück zu lesen und zudem kommt jede Woche ein neues Heftchen raus :wink: Englische und deutsche Autoren lese ich gerne in der Sprache, in der sie geschrieben wurden. Bei der Übersetzung gehen einfach manche sprachliche Feinheiten verloren, weil einfach Sprache es nicht darstellen kann. Terry Pratchett ist hier ein schönes Beispiel. Auch wenn ich bei den Übersetzungen oft den Hut ziehen muss, dass sie so gut gelungen sind, das Original erreichen sie dann doch nicht.

Liebe Grüsse
LonesomeWriter

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Klingt interessant. Werde ich mir mal vormerken. Danke für den Tipp!

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Eschbach finde ich auch klasse. Habe gerade sein letztes Buch, „Freiheitsgeld“, gelesen. Wie üblich ein Pageturner, bei dem man schwer aufhören kann und sehr spannend. Und wie immer mit einem, nennen wir es mal philosophischem, Thema, das überaus interessant ist.

Der Schluss ist sehr interessant, liegt einem aber moralisch schwer im Magen. Kann ich jedenfalls empfehlen!

Moin Lonesome, von Erikson im Original wurde mir immer abgeraten ob der Komplexität. Aber ich liebe die Reihe und musste lange auf das Ende warten, da ich es ja in Deutsch las. Ja, die Deutsche Übersetzung von STP ist meistens ganz gut geworden. Ich mag deinen Geschmack.
:+1:t4:

Hiho… Perry Rhodan lese ich auch immer gern, allerdings ist es wahr, zu viele Bücher und Hefte… aber ich liebe meine Silberbände…

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Zum zweiten Mal Heimlich, heimlich mich vergiss von Angelika Meier, erschienen im Diaphanes-Verlag vor etwa zehn Jahren.

Die Erstlektüre im Frühjahr hatte mich „überwältigt“; was soviel heißen soll, als dass ich von diesem Roman ZU tief in Bann gezogen, angerührt und fasziniert worden sein sollte (inhaltlich wie auch formal), um ihn gleich mit ebenso unter analytischen Gesichtspunkten angemessen würdigen zu können.
Das gelingt mir jetzt, nach einem halben Jahr Abstand zur Erstlektüre, durchaus besser - und ich glaube, ohne dass er dabei seiner Anziehungskraft verlustig geht. Sie entfaltet vielmehr neues Potential, weil mir nun auch Dinge daran aufgehen, die ich vorher sozusagen „überlesen“ hatte.

Um dafür nur ein Beispiel zu nennen: Ich habe mich während der letzten Monate ziemlich intensiv mit dem Komplex Schreiben und (v.a. psychischem) „Gestörtsein“ auseinandergesetzt, etwa im Zusammenhang mit Virginia Woolf, Robert Walser und noch anderen Schriftsteller/inne/n. Und dabei kamen mir auch jene vor einiger Zeit erschienenen Protokolle und Aufzeichnungen „auf den Schirm“, die während der Zeit Aby Warburgs mehrjährigem Aufenthalt in der berühmten Binswanger-Klinik (letztlich einer „Klapse“ für sog. „Besserverdienende“) angefertigt worden waren. Bemerkenswerterweise hat A.M. einiges davon in den Roman einfließen lassen; und zwar so geschickt verpackt, dass es nicht gleich identifizierbar ist (eigentlich sogar eher gar nicht; es sei denn, man verfügt über entsprechende Spezialkenntnisse).
Überhaupt trifft das auf etliche „maskiert verbaute“ Anspielungen in dem Roman zu: Sie tangieren keineswegs nur des großen Aby Warburg Biographie, sondern berühren einige andere sowohl theoretische als auch biographische Reminiszenzen, den ganzen Komplex von Kreativität und (sog.) „Psychischer Störung“ angehend, seien dabei nun ästhetische Phänomene (wie Literatur und Darstellende Kunst etc.) involviert oder auch wissenschaftliche Leistungen … sowie natürlich genauso ihre jeweiligen Autor/inn/en.

Mich fasziniert, wie es A.M. gelingt, eine ganze Menge davon namhaft zu machen, ohne auf die Methode benennender Referenz zurückzugreifen (was m.E. nur scheinbar ein Paradox markiert :sunglasses:): Einmal nämlich werden dann Laien auf diesen Gebiieten nicht brüskiert (sie merken sozusagen gar nichts davon, eine intellektuelle Anspielung vor sich zu haben, die ihnen womöglich nicht näher geläufig ist), indessen darin andermal für eher „Gewiefte“ in derlei (Sprach-)Spielen natürlich eine hohes Lustpotential bereitliegt, da es ja bekanntlich gleicherdings spaßbereitend wie auch befriedigend ist, dem/der Autor/in auf eine (nur vermeintlich oder auch bewusst) schlau gelegte, gut kaschierte Spur zu kommen …

Zum Inhalt nur soviel: Angelika Meier versetzt ihre Leser in eine FIKTIVE Welt vielleicht sogar irgendwann Mal (horribile dictu) Wirklichkeit werdenden „Klapsen“-Daseins, wobei oft nicht so recht klar ist, ob die „Heiler“ daselbst nicht noch „irrer“ als ihre Klienten sind! - WENN dies ein(s unter mehreren) Erzählmotiv(en) sein sollte, so liegt es sicherlich nicht unmaßgeblich auch daran, dass diese „Ärzte“ auf „ganz besondere“ Weise "ausgestattet - bzw. vielleicht besser: nicht mehr ausgestattet - sind: Denn ihr „Inneres“ ist manipuliert (ich schweige hier davon, wiefern). Mir scheint, darin verberge sich u.a. auch ein Reflex auf Entwicklungen im Bereich der sog. „Neurowissenschaften“, denen ja neben heute schon Verheißungsvollem durchaus auch Mythologisches und leider ebenso potentiell Unheilvolles inhäriert, jedenfalls in mancherfrau Verständnis.
Eingelassen ist das ganze in eine Zukunft, die manchmal ein wenig dystopisch und andermal wieder fast aktual in ihrer … Wirrnis, Brutalität und tlw. Irrationaliät erscheint. Nebenbei tut der Roman auch einen kritisch-ironisch gebrochenen Blick auf die rezenten Herumeiereien im esoterischen „naturheilkundlichen“ Sektor. Denn freilich ist’s keineswegs so, dass die klinikzentrierte Psychopathologie dieser Brave New World ins tlw. ja martialische Paradigma etwa von Einer flog übers Kuckucksnest eingelassen wäre. - Nö! Gar nicht! Da geht’s zumindest von der „Oberflächengrammatik“ her eher wie auf’m Biobauernhof zu, der von „hochempathischen“ Sensibelchen durchvölkert wird, die bachblütenfixiert, eiapopeiasüchtig und stetig mit allerlei mehr oder weniger „dämpfenden“ Drogen - quasi „schnullermäig“ - an der Longe ihrer Therapeuten geführt werden.
FALLS da so etwas wie „Psychoterror“ statthat, so ist es ein äußerst sublim getarnter. Eher tritt er am durchaus eigentümlich zu nennendem Dasein der Ärzte im Oszillationsfeld der gesamten Klient-Therapeut-Klinikleitungs-Sphäre zutage, wobei die Letztere durchaus undurchsichig bleibt. Ihr haftet etwas Ominöses in Kombination mit leicht furchtzeugenden Einsprengseln an, ohne dass je so genau erkennbar wird, warum.

Persönlich halte ich dieses „Wahren eines Geheimnisses“ in literarischen und cinematographischen Elaboraten für sehr instruktiv (es ist nicht das einzige Kriterium für die Güte der Geschichte: die Handlungsebenen sind darin mehrdimensional; ich kann - und will - das hier aber nicht alles aufrollen), weil sie der Rezipientenschaft viel Raum zum Selbst(zuende)denken lassen.

Ganz aus subjektiver Sicht formuliert möchte ich sagen, dass mich „vollständig aufgelöstes“ Erzählen sogar dilettantisch dünkt. Souveräne Auto/inn/en gehen anders vor! Jedenfalls neigen meiner Beobachtung nach „uninspirierte“ Laien sowie Schund- und Kitsch-Produzenten, also fast die ganze auf „Bloss-Unterhaltung“ geeichte Branche, zu dem Fehlschluss, nur völlig fragen- und rätselauflösendes Erzählen sei gutes Erzählen. Aus meiner Sicht ist das kompletter Unfug.Und da Angelika Meier ihm so überhaupt nicht zuneigt, ist das ein weiteres Indiz für ein „gutes Buch“.

Moin, eindeutschen nervt, bei Film, Game und Buch.

Seit dem 18. Oktober: Seitenwindbeiträge. Manchmal wird mir ganz schwindelig davon.

Edit: Das Wie vergessen - online. :laughing: :sweat_smile: :rofl: :joy:

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Heute angefangen, in Ergänzung zu den windigen Seiten: Oscar Wilde - Three Short Stories

  1. The Selfish Giant
  2. The Nightingale and the Rose
  3. The Happy Prince

print, pattern books, 1964

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