… ich auch!
Welcome back, @Huselkuv !
ja, die Zeit… Umso schöner, dass Du wieder da bist. Und auf die Gefahr, dass ich mich wiederhole: Du hast schon hier so viele Fans, wie sieht das in der freien Wildbahn aus? Wir bleiben gespannt…
Evi und Abby liebten Tiere. Nicht in dem Sinne, dass sie Tierärztinnen werden wollten, es war ein eher kreatorischer Ansatz. Aktuell arbeiteten sie an Tieren mit Mustern. So ähnlich wie die Kinder der Sterblichen Malbücher ausmalen. Zum Beispiel Zebras. Abby hatte ein schwarzes Zebra beigesteuert. Evi ließ verschiedene Muster über das Fell des Tieres wandern. Momentan favorisierte sie Meißener Streublümchen. Eine hervorragende Tarnung, wenn man auf einer Kaffeetafel steht. Allerdings kommt das selten vor. Abby probierte mit der Abbildung der gefressenen Gräser auf dem Fell herum. Auch ein netter Effekt. Nur hätte sie nicht den gesamten Verdauungsvorgang zeigen müssen.
Zeus war hin- und hergerissen. Die Kreativität seiner jüngsten Kinder begeisterte ihn. In der Ausführung sah er noch einen kleinen Optimierungsbedarf.
„Keine Blumen.“
Evi ließ die Blumen verschwinden und produzierte ein hübsches Schottenmuster in grün-blau.
„Keine Karos.“
Trotzig ließ Evi die Musterung des gemeinen Fleckviehs erscheinen.
„Das ist schon viel besser.“
Aber irgendwas störte Zeus immer noch.
„Probier es mal mit Streifen.“
Lustlos verteilte Evi Streifen auf dem Tier.
„Na also! Ich wusste, dass du es hinbekommst. Die einfachen Sachen sind immer am schwierigsten.“
Zeus tätschelte die Köpfe seiner Kinder, sah sich um und als Hebe nirgendwo zu sehen war, zog er zwei Lollis hervor.
Die Zebras - ab jetzt und für alle Zeiten mit Streifen versehen - waren eine einfache Übung für Evi und Abby. Sie hätten weitaus komplexere Muster bevorzugt. Im Übrigen erklären die Sterblichen die Streifen mit der Justin-Branftel-Normalfunktion der Thermodynamik. Stark vereinfacht gesagt, handelt es sich um das Phänomen, dass nebeneinanderliegende Streifen mit großem Tonwertunterschied Mikrostürme erzeugen, die der Kühlung dienen. Justin war - dies nur als Randnotiz - ein guter Freund von Xyles erstem Priester.
Ich finde es auch super das du wieder da bist.
Die Welt der Sterblichen hatte diesen Großer-Bruder-Moment und führte vor, was man als Welt so machen kann, womit die signifikante Häufung von geologischen Ereignissen in einem extrem knappen Zeitraum erklärt wäre. Vor allem die Frage nach dem Weltengott brannte ihr unter den Nägeln.
„Und wie heißt dein Gott?“
„Gott.“
„Was einfach so? Sonst nichts?“
„Das reicht eigentlich. Wir wissen beide, wer gemeint ist. Und dein Gott, hat der einen Namen?“
„Weiß nicht.“
„Wieso?“
„Naja, eigentlich haben wir nie miteinander geredet.“
Die Welt der Sterblichen nickte weise. Götter können ja so ignorant sein.
„Das wird schon noch.“
„Hm.“
„Wieso hm?“
„Ich bin abgehauen.“
Der große Bruder war beeindruckt. So etwas hatte er noch nie gehört. Da eröffneten sich ganz neue Perspektiven. Aber das war im Moment egal.
„Okay - wer als erster 10 Vulkanausbrüche hat!“
Todesstern strengte sich mächtig an. Vulkane ploppten auf ihrer Oberfläche auf. Die Welt der Sterblichen hatte viel mehr Training. Erst war sie vorgeprescht. Aber nach einem Blick auf die kämpferischen Anstrengungen von Todesstern bremste sie ab.
„Gratuliere! Du hast gewonnen!“
Todesstern platze fast vor Stolz. Ihr Mond verfiel mal wieder in Panik. Überhaupt hatte man den Eindruck, dass er etwas sensibel war. Hoffentlich entwickelt er keine frühevolutionären Traumata. Anschließend gab es einen Crashkurs in Rotation und Polsprung. Todesstern war begeistert.
Terro war zu einem kurzen Besuch bei dem göttlichen Schmied Hephaistos aufgebrochen, um sich ein Schmetterlingsnetz verstärken zu lassen. Sie kennen ja diese Dinger aus der Spielzeugabteilung, die taugen wirklich nichts.
Athene und Hebe saßen noch ein bisschen zusammen. Der leicht schwefelige Geruch der Vorahnung des schrecklichen Chaos, das die Nachricht von Todessterns Verschwinden auslösen würde, verzog sich durch die aufgerissenen Fenster. Vermutlich würde es zu Krisensitzungen kommen. Mit vorwurfsvollen Eltern. Die Auskünfte verlangen. Und Garantien.
„Wir hängen das erst einmal nicht an die große Glocke.“
Eltern sind die definitiv lästigste Angelegenheit in der frühkindlichen Sozialisation. Zum einen halten sie sich nicht an die Vorgabe für die gesunde Brotzeit (das kommt hier nur so oft zur Sprache, weil ich wirklich traumatisiert davon bin) und dann diese Anspruchshaltung bei allem. Die größte Gefahr ging aber davon aus, dass sich unter den jungen Welten rumsprach, was man so alles machen kann. Zeus würde - nunja - weihevoll schauen. Eine Taktik, die er mit Hingabe anzuwenden pflegte.
Terro war unten angekommen. Er fuhr seine imaginären Antennen für außergewöhnliche Ereignisse aus. Seine Fingerspitzen kribbelten, die obligatorischen blauen Fünkchen lösten sich von ihnen und zeichneten jede Handbewegung mit einem kleinen funkelnden Schweif nach. Was wir hier bewundern, war für Terro völlig nebensächlich. Er war auf einer Mission. Die anderen Helden würden es für Kinderkram halten und mal wieder nicht in das Verzeichnis geleisteter Heldentaten aufnehmen. Egal. Terro schwang versuchsweise das verstärkte Schmetterlingsnetz. Es hatte einiges an Gewicht zugenommen. Terro folgte dem unsichtbaren Pfad, den nur ein wahrer Held erkennen kann. Und speziell abgerichtete Hunde. Manchmal kreuzten sich mehrere Pfade heldenbedürftiger Ereignisse. Da kann es schon passieren, dass ein Held am falschen Ende rauskommt. Terro rettete einen übergewichtigen Minotauros vor dem Schlachthof als sich gerade eifrige Fremdarbeiter auf ihn stürzen wollten.* Aber Terro war zur Stelle und konnte die Arbeiter zum Beispiel polnischer Nationalität mit überzeugenden Argumenten von ihrer Absicht abbringen. Manchmal kommt es darauf an, wer das längste Messer hat, wobei Terros Schwert auf keinen Fall mit einem gewöhnlichen Schlachtmesser verglichen werden kann. Der dankbare Minotauros war völlig indigniert, dass er sich hatte retten lassen müssen und stob wutschnaubend davon.
Terro machte sich auf die Suche nach dem zarten aber unzweifelhaft vorhandenen Pfad, der ihn zu Todesstern führen musste. Nun, es gab einen weiteren. Leider traf Terro an seinem Ende nicht auf Todesstern, sondern auf eine Prinzessin** in Not. Die Prinzessin wusste nicht, dass sie eine war, sowas geht mit der Zeit schon mal unter, vor allem wenn es wirklich lange her ist. Und sie stammte von keiner geringeren als Helena (in direkter Linie) ab. Sie wissen schon, Paris, Apfel, Troja. Die Notlage der Prinzessin bestand in nicht gelernten Lateinvokabeln, was im Grunde kein Drama ist, bei der letzten für die Versetzung entscheidenden Klassenarbeit allerdings eine gewisse Bedeutung haben kann. Im Prinzip war das Ganze nicht relevant für Terro. Er war bereits glücklich verheiratet und benötigte somit keine Prinzessin. Aber welcher Held könnte einer jungen Maid in Not widerstehen? So tat er das Naheliegendste, holte mit der Keule aus und traf wirklich absolut unbeabsichtigt den Feueralarm. Tatsächlich durfte ich diese Lösung in meiner eigenen Schullaufbahn bewundern, die Söhne des städtischen Kulturreferenten waren ausgesprochen versiert im Umgehen von problematischen Abfragen schulischen Wissens. Die Prinzessin war für diesmal erlöst und schwor sich, nie wieder in eine solche Lage zu kommen. Und wie das mit den Vorsätzen Jugendlicher so ist, sie ziehen sie knallhart durch.
** Da vielfach die Frage aufgekommen ist, wie man Prinzessin wird, erscheint es angebracht hier kurz ein paar Möglichkeiten dazulegen. (1) Werden Sie in der richtigen Familie geboren. (2) Heiraten Sie einen Prinzen - eine sehr konventionelle Methode. (3) Lassen Sie sich adoptieren. Es gibt da in Deutschland ein ehemaliges Herrschergeschlecht, das das sehr gerne praktiziert, womit die gängige Praxis der römische Cäsaren den Fähigsten zu adoptieren und ihn damit zum Nachfolger zu machen, natürlich in keiner Weise kritisiert werden soll. (4) Legen Sie sich einen Künstlernamen zu. Okay, das hat Prince auch schon versucht. (5) Gründen Sie auf einer staatenlosen Insel ein Königreich. Sie können auch eine schwimmende Insel aus Plastikabfällen verwenden. Möglicherweise nehmen die anderen amtierenden Herrscherhäuser Sie dann jedoch nicht sonderlich ernst. (7) Lassen Sie sich nicht entmutigen. Glauben Sie an Ihre Ziele. Sie können alles erreichen. Nummer (6) fehlt keineswegs, sondern fiel der göttlichen Revision zum Opfer.
Währenddessen wurde Todesstern in die Kunst der Paläontologie am Beispiel beeindruckender Sauropoden eingewiesen. Todesstern war hingerissen. Alle in dem Alter stehen auf Sauriertiere.
„Und wie macht man eine Versteinerung?“
Die Augen von Todesstern klebten an den Lippen von Welt.
„Es ist eigentlich nicht schwer. Man muss nur die Verwesung austricksen und dann ordentlich Schlamm drumrum packen. Der Rest erledigt sich von alleine.“
Todesstern nahm sich vor einen hohen zweistelligen Prozentsatz ihrer zukünftigen Lebewesen zu versteinern.
Terro verfolgte eine weitere vielversprechende Spur, vielleicht die richtige. Es handelte sich um den dritten Versuch. Ist nur zu klären, ob es drei Versuche gibt oder drei Fehlversuche. In letzterem Fall wäre erst die vierte Spur zielführend. Leider handelt es sich bei den Vorstellungen der Sterblichen zur Zahl Drei um magisches Denken, dass außer rein zufälligen Treffern keine Voraussagekraft hat. Und so folgte Terro der dritten vielversprechenden Spur, die ihn ins Grüne Gewölbe zu den lange verloren geglaubten Äpfeln der Hesperiden führte, bei Spur Nummer vier galt es den Saustall eines Teenagers auszumisten, Spur Nummer fünf erwies sich als irrelevanter Lichtreflex.
„Hunger?“
Die Welt der Sterblichen meinte gehört zu haben, dass kleine Welten regelmäßig gefüttert werden müssen.
Todesstern sah ehrfürchtig auf. Essen. Es war ihr nie in den Sinn gekommen, selber zu essen. Sie kannte die gesunden Brotzeiten, die sich unter dem Regal langsam in fruchtbaren Kompost verwandelten, sie wusste von den eingeschmuggelten Gummibärchen und natürlich hatte sie erst kürzlich die Götter beim Gelage gesehen.
„Wie wäre es mit Pizza?“
Verehrte Huselkuv…, wenn man das mal hier - bis jetzt - zusammenzählt ergibt das zehn Forumsseiten. Was ist das in Din a 5? 15, 20 Seiten? Ist ja schon nah dran an einer Reihe Kurzgeschichten, oder…?
Kurzgeschichten würde ich nicht empfehlen. An das Etikett „Kurzgeschichte“ knüpfen die Leser bestimmte Erwartungen, ein gewisses Schubladendenken. In diese Schublade passen diese Fragmente aber nicht gut hinein, denke ich.
Ich finde die Texte von Huselkuv auf jeden Fall wert, veröffentlicht zu werden. Aber eher als eigenwilliger und origineller Roman, würde ich meinen.
Zu Anfang dieses Threads fehlte den Lesern noch ein wenig der Rote Faden, aber inzwischen kennen wir die handelnden „Personen“ und verfolgen ihre Abenteuer, es entwickeln sich fortlaufende Geschichten. Ich wünsche mir das als dicken Roman.
Heldentum zeichnet sich oftmals durch Beharrlichkeit aus. Man könnte auch von fehlendem Willen zur Einsicht sprechen. Ich möchte betonen, dass das in keiner Weise auf Terro zutraf. Terro war ergebnisorientiert. Ein Auftrag war erst dann beendet, wenn der Auftrag beendet war. Und so folgte er einer weiteren Spur, die einen Demeterbauern vor dem sicheren Tod durch einen wilden Eber rettete. Langsam bekam Terro Hunger. Und wie es der Zufall wollte, kannte er da diese nette kleine italienische Pizzeria, in der Todesstern gerade eine erste prägende Erfahrung mit Pizza machte. Todesstern hing motzend im Schmetterlingsnetz. Sie wusste, dass es zurück ging. Aber das Tiramisu wollte sie sich definitiv nicht entgehen lassen. Terro hatte ein Einsehen und bestellte eine Portion zum Mitnehmen. Todesstern war einigermaßen befriedet. Wer will schon mit einem schlecht gelaunten Kleinkind eine Reise machen.
„Terro! Du hast sie!“
Todesstern löffelte voller Hingabe Tiramisu. Fragen Sie nicht, wie man sich das vorzustellen hat, schließlich haben sie auch nicht gefragt, wie es sein konnte, dass Todesstern und die Welt der Sterblichen gemeinsam beim Italiener Pizza essen konnten.
Todesstern schwebte in ihrem Regalfach über Regenjacken und Gummistiefeln (Größe 28) als wäre nie etwas passiert. Ihr Mond kreiste in einer schönen, vor allem aber ereignislosen Bahn um sie herum. Es ging ihm richtig gut. Er mochte geordnete Verhältnisse. Die anderen Welten beäugten Todesstern mit nagender Neugier. Ein angenehmes Gefühl. Todesstern sonnte sich ein bisschen darin.
„Okay. Jetzt erzähl endlich.“
„Ja genau!“
„Was hast du gesehen?“
„Spann uns nicht auf die Folter.“
Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem man es nicht mehr aushält vor Neugier und alle Coolness über Bord wirft. Und Todesstern ließ sich nicht länger bitten. Um genau zu sein, brannte sie darauf von ihren Abenteuern zu erzählen.
„Was ist dieses Tiramisu?“
„Es ist noch besser als Pizza. Und es schmeckt süß. Und cremig. Man bekommt es unten.“
Todesstern erzählte von der großen Welt da unten. Von den unfassbaren Ausmaßen. Von der allgegenwärtigen Gefahr, von einem Kometen erwischt zu werden. Von Polsprung und der Kunst des Versteinerns.
„Und das könnt ihr alles auch machen!“
Die anderen Welten sahen Todesstern ehrfürchtig an. Sie war definitiv ein Draufgänger. Ein Einbeiniger unter den Lahmen.
Zwischen Buddelhosen und Turnsäckchen saßen Abby und Evi einträchtig nebeneinander und lauschten den Welten. Erinnern wir uns kurz an die göttlichen Zwillinge, die eigentlich Probability und Evolution hießen. Zwei Gottheiten, die eine Sache ins Rollen bringen können.
Die Götter lieben Feste. Die beliebte Behauptung, dass irgendetwas nur dann realisiert werden könne, wenn Ostern und Weihnachten auf einen Tag fallen, spielt bei den Göttern, die in weitaus geringerem Maße als die Sterblichen an Zeitachsen gebunden sind, keine bedeutende Rolle und wird gerne ignoriert. Sie feiern beide Feste an einem Tag. Das könnte zu einem Konflikt mit der Revision führen, darum wird nur von dem FEST gesprochen. Natürlich weiß jeder, um welches Fest es sich handelt: die wahrhaftige Koinzidenz. Aber das muss man der Revision ja nicht auf die Nase binden.
Götter gegen Bürokratie … göttlich!
Bitte mehr davon.
Bis sich eine kleine Welt zu voller Pracht entfaltet hat, kann schon mal eine Weile vergehen. Zahllose Entscheidungen sind gegeneinander abzuwägen. Sieht man sich eher als Kugel oder als Scheibe. Wie viele Monde kann man sich leisten - nicht aus finanzieller Sicht. Man muss ihre Umlaufbahnen koordinieren, sonst stürzen sie ab, womöglich auf einen drauf und man bekommt einen hässlichen Krater, und das ganze ist mit viel Rechnerei verbunden. Strebt man Lebensformen an oder belässt man es bei wartungsarmen Steinen.
Abby und Evi saßen da, zwischen den farbigen Jacken der Kinder fielen sie gar nicht auf, lutschten abwechselnd an einem Lolli und lauschten den Gesprächen der Welten. Man konnte es nicht unbedingt aktive Beeinflussung nennen, aber die kleinen Welten machten ganz erstaunlich schnelle Fortschritte. Während der Lolli zwischen Abby und Evi wechselte, entwickelte sich in einem Vulkan* eine hitzeunempfindliche Spezies. Über einen Kraterrand krabbelte ein undefinierbares Objekt, das man aufgrund autonomer Bewegung und eines funktionierenden Stoffwechsels den Lebewesen zuordnen könnte.
„Ganz schön kühl hier draußen.“
„Kann sein. Aber willst du ewig in der Lava hocken oder auch mal was erleben?“
Ganz offensichtlich gab es eine zweite Kreatur. Die Beschreibung dieser Lebewesen ist außerordentlich schwierig, da sie normale Sehgewohnheiten sprengen. Unserer Sprache fehlen die Wörter für die Beschreibung der Körper oder was auch immer sie darstellten.
„Hier seid ihr. Ich hab euch schon gesucht.“
Eine dritte Kreatur war aufgetaucht.
„Hier ist es aber kalt.“
„Finde ich nicht.“
„Ich auch nicht.“
Die Kreaturen hatten gerade das Prinzip der Definitionshoheit entdeckt.
*Vulkane kann man gar nicht oft genug einfließen lassen. Sie sind einfach toll.
Verlassen wir die drei Kreaturen und wenden uns anderen Welten zu. Eine von ihnen changierte zwischen Antagonismen, eine technisch veranlagte versuchte sich als Datenbank. Da ihre Lebensformen nicht über Viren hinauskamen, kehrte sie zu ihren Anfängen zurück, um noch einmal neu zu starten. Und dann gab es noch die Welten, die mit niedlichen Versionen des Kreidezeitalters besiedelt waren. Mammutbäume - sehr winzige Mammutbäume, damit sie auf die Welt passten, aber immerhin Mammutbäume - unter denen sich fleischfressende Pflanzen und Sauropoden bekämpften, während es nach Pfannkuchen duftete. In den Regalen der Primärerziehung Stufe I war viel los.
Die Kreaturen mussten über ein exorbitant gutes Sehvermögen verfügen, wobei nicht klar ist, wozu sie es entwickelt hatten, da es bei ihrer bisherigen Lebensweise nur um die Unterscheidungen zwischen glutrot, glühendrot und blauer Flamme gegangen war. Aberwitzigerweise konnten sie die anderen Welten erspähen, zumindest die auf den nächsten Regalfächern. Das inspirierte sie zu erstaunlichen Leistungen.
Mit der ihnen innewohnenden Hitze extrahierten sie die Metalle aus dem Boden ihrer Welt, schmiedeten sie und setzen sie zusammen.
„Hier muss was hin, was WROOOOOOM macht.“
Als sie fertig waren, stiegen* sie in ihr Raumschiff.
„Zündet die Mohrrübe!“
Manche Raumschiffe durchqueren die unendlichen Weiten des Alls, legen gewaltige Strecken zurück, andere Raumschiffe, von unerfahrenen Crews gesteuert, plumpsen von ihrer Welt und bekommen erst kurz vor dem Aufprall auf dem Fußboden die Kurve.
*irgendwie muss man es ja nennen, egal wie sich die Kreaturen fortbewegten
Bocuse gehörte zu jener altmodischen Art von Koch, die nichts wegwerfen können und so gab es köstlichen Wildschweinbraten mit Kloß und Preiselbeeren für die göttlichen Zecher.
„Ein Schnaps!“
Hebe nahm ein Glas vom Regal.
„Jägermeister, Underberg, Wurzelsepp…?“
„Egal. Gib mir irgendwas. Schnell!“
Offensichtlich hatte sich ein Gott überfressen. Auch die anderen hingen mehr in den Seilen als dass sie würdevoll zu Tische lagen. Aus diversen Ecken kamen Rülpser. Nur eine Gruppe langte unbeeindruckt weiter zu. Als Held muss man essen, wenn es was gibt. Wer weiß, wann die nächste Gelegenheit kommt. Dementsprechend robust sind die Verdauungsorgane von Helden justiert. Für die anderen Anwesenden galt, dass erst viele Gelage ins Land gegangen werden sein müssen (Also diese Aneinanderreihung von Verben ist durchaus fragwürdig. Einfacher wäre: Das dauert. Aber man möchte ja mit seinen Formulierungskünsten Gassi gehen. Immer unter dem Damoklesschwert sich furchtbar zu blamieren.), bis sie wieder Wildschwein sehen können werden. Bocuse indessen wandelte durch seinen Reiferaum, in dem die Schinken sanft umher schwangen. Die Revision nahm einen Buchungseingang von Schinken vor.
Loki sah Hebe erwartungsvoll an.
„Und? Habt ihr sie wieder?“
„Gottseidank ja.“
Hebe ließ sich erleichtert in Lokis Arme sinken.
„Stell dir den Ärger vor, wenn wir sie nicht wiedergefunden hätten.“
Loki konnte sich das sehr gut vorstellen. Mit Ärger kannte er sich aus. Er drückte Hebe ein bisschen fester. Das Wort „Schatz“ kletterte verstohlen von seinen Lippen.