Triggerwarnungen

Hi,

ich würd gerne erfahren, wie ihr es handhabt rund um Trigger Warnungen und Sensitive Reading.

Gebt ihr Warnhinweise direkt in das Buch auf die erste Seite oder auch auf das Cover und Details bei Amazon?

Ich halte beides für Unfug - also Triggerwarnungen und Sensivity Reading.
Wir hatten hier aber schon mal sehr intensive Diskussionen dazu.

Hier zum Beispiel: Bin ich unsensibel, oder alt? Oder beides?

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Danke ich schau mal durch. Da ja rechtlich soviel gerade doof ist und gewisse Themen wie Rassismus, Missbrauch oder suizidale Gedanken ein wenig naja . .

Für mich als Leser ist das Wichtigste der Klappentext in Verbindung mit der gesamten Umschlaggestaltung.

Beispielsweise wenn der Titel lautet „Grausamer Tod im Spukhaus“ und auf dem Titelbild ein Sensenmann mit blutiger Sense vor schwarzem Hintergrund abgebildet ist, dann brauche ich keine extra Triggerwarnungen. Aber wenn der Titel lautet „Süßer Hundewelpe spielt Amor“ und auf dem Titelbild in Pastellfarben ein hübsches Liebespaar mit einem kleinen Hund abgebildet ist, dann finde ich es voll daneben, wenn im Buch plötzlich die Mutter der Heldin an Krebs erkrankt und nach kapitellangem Leiden und einer emotionalen Abschiedszene stirbt. Da muss dann ein eindeutiger Hinweis auf die Krebstragödie in den Klappentext, finde ich.

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Vielleicht sollte ich bei den Seraphina-Vampirkrimis eine Triggerwarnung einfügen. Wer kann ahnen, dass bei einem Vampirroman Blut fließt?

Vielleicht so:
Triggerwarnung / Content Note

Bitte beachte, dass dieser Roman potenziell verstörende Inhalte enthält:
Blut, Knoblauch Kreuze, Tageslicht, Mangel an Glitzer und Romantasy, Fledermäuse

Lesen auf eigene Gefahr. Plötzliche Paranoia bei nächtlichen Spaziergängen kann ebenso auftreten wie das unbändige Verlangen nach Knoblauchpastete.

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@writers_headroom
Ich finde, du hast es in deinem Klappentext gut gelöst:
„Ein Roman für Menschen … die keine emotionale Führung brauchen.“

:slight_smile: Das ist ja nur meine Exkulpation für das Fehlen von Trigger-Warnungen…

Schwierig wird es, wenn die Länge der Triggerwarnung die des Buches übertrifft …

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Die einzige Triggerwarnung, die ich für berechtigt halte, ist die, die Epileptiker vor blinkenden Lichtern warnt. Das kann ich ich als sinnvoll akzeptieren. Allerdings eher bei Filmen und wohl nicht bei einem Buch.

Alles andere lässt sich meiner Meinung nach mit folgendem Text zusammenfassen:

Achtung, Bücher zu lesen könnte Sie verstören, weil es zeigt, dass die Realität nicht aus glattgebügelten Instagramvideos besteht. Kurz gesagt: es könnte sie aus ihrer Komfortzone holen.

@_Corinna: eine gewisse Genrewahrheit ist natürlich anzuraten, sollte aber auch reichen.

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Ich bin für so eine ganz trocken formulierte Meinung mal aus einem Verlagsforum in Discord geflogen.

Ja, bezüglich Rechtssicherheit bin ich da auch verunsichert. Der gesunde Menschenverstand würde denken, dass es reichen sollte, wenn explizite Inhalte aus dem Klappentext hervorgehen.
Andererseits gibt es bestimmt genug Menschen, die genau das lesen wollen, wovor andere gewarnt werden … vielleicht ganz gut fürs Marketing :wink:

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Fiktive Romane sind halt nicht die Realität. Es gibt genug Leser, die genau deshalb zu einem Buch greifen, um sich eine Pause von der Realität zu verschaffen.
So lange der Leser vorher weiß, worauf er sich einlässt, kann das Buch enthalten, was immer der Autor will.

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Lt google kann man gerade bei Amazon sehr schnell rausfliegen wenn gewisse themen falsch deklariert sind oder fehlende warnungen sind. Bzw. Man etwas falsch geflaggt ist.

Vielleicht setze ich dann einfach nur das fsk 18 Häkchen…

Ich wüsste auf die Schnelle nicht, dass sich in den letzten Jahren rechtlich viel geändert hat oder plötzlich grundsätzlich neu bewertet wird. Was sich geändert hat, ist eher die subjektive Wahrnehmung bestimmter Themen, auch über den geltenden rechtlichen Rahmen hinaus, verbunden mit leider abnehmenden Diskussionsfähigkeit und -willigkeit.

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Genau so ist es. Eine Triggerwarnung ist unter Umständen die beste Werbung, die man für das Buch machen kann, nach dem Motto:
„Achtung: Zwischen den Seiten kann das Blut zerhackter Opfer herausfließen. Auf gar keinen Fall lesen! Sie könnten Gefallen daran finden.“

Bei Sensitivity Reading bin ich zwiegespalten. Es kann nützlich sein, an der einen oder anderen Stelle eine negative Darstellung einer Figur zu überdenken. Nicht um hochsensible Minoritäten zu schützen, sondern den Autor selbst.
Gerne werden die Verhaltensweisen einer fiktiven Figur von einigen Lesern 1:1 auf den Autor übertragen und dann ist man plötzlich Nazi, Rassist, Sexist und anderes an pathologischen -isten in Personalunion. Möchte man nicht wirklich.

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Dann bin ich ohnehin ein Massenmörder. Wenn ich alles Schreckliche und die ganzen Toten aus meinen Büchern streiche, bleibt keine Handlung mehr übrig.

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Ich kenne niemand in meinem Alter, der Triggerwarnungen nicht lächerlich findet. Bis auf eine - die an der Tür zu unserer Schulbibliothek: „Vorsicht! Lesen kann dein Denken verändern!“

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Das kommt aufs Buch an, in manchen Genres kann das Fehlen von Contentnotes zu schlechten Rezensionen führen. Irgendwas ist immer …

Ich habe in meinem letzten Buch vorn einen kurzen Hinweis auf möglicherweise triggernde Themen und einen Link zu meiner Website, wo es dann eine ausführliche Inhaltswarnung gab.
Da ging es im Love-Scamming, Entführung, Erpressung, was man nicht unbedingt in einer Romanze erwartet. Beim Buch davor ging es um Selbstverletzung, auch das habe ich kurz vorn erwähnt.
Bei einem Thriller muss man das wohl eher nicht.

Persönlich brauche ich keine Triggerwarnungen, aber ich respektiere den Wunsch danach.

Manche Triggerwarnungen finde ich überflüssig wie die vor gleichgeschlechtlichen Bettszenen bei Gay Romance. Ist irgendwie, als würde man davor warnen, dass das Meer nass ist.

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Eine kerngesunde Einstellung!
Die Warnung an der Tür zur Schulbibliothek ist allerdings essenziell: Wer liest, der denkt nach und stellt auch Fragen. Unbequeme womöglich. Das ist gar nicht schön für die Herrschenden …
Und wenn man dann auch noch Antworten einfordert, wird es brenzlig.

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Ausgehend davon, dass Buch-Cover, Titel und Klappentext stimmig sind, benötigt ein erwachsener Leser nur in Ausnahmefällen eine explizite Triggerwarnung. Die meisten Leser sind sensibel genug, schon früh genug während des Leseprozesses zu spüren, ob sie für sie kritische Szenen hinter der nächsten Zeile lauern. Lesen ist, anders als beim Film, nach jedem Wort unverzüglich stoppbar. Wenn mir meine Sensoren einen ‚unerwarteten, womöglich äußerst unästhetischen Todesfall‘ melden, der mich belasten könnte, höre ich einfach auf zu lesen oder suche mir künftig ein risikominimiertes Genre.

Ich lese gerne Crime/Thriller, habe aber bspw. ein Problem mit ‚menschlichen Puzzlen‘ – entweder stelle ich im entscheidenden, erahnten Moment meine Sehschärfe auf Fettlinse oder erkenne die Thematik schon im Klappentext und meide den Stoff. Beim Film geht das leider nicht, der lebt nicht selten von ultrarealistischen, unerwarteten Schockeffekten. Eine Triggerwarnung warnt auch nur dann schon VOR einem möglichen Fehlkauf, wenn sie unterhalb oder vor dem Klappentext erfolgt. Ein guter Klappentext sollte in der Regel also vollkommen ausreichen.

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