Alles andere ist nicht akzeptabel bei meinem Leseverhalten.
Und dem kruden Zeug, was ich so zusammmenbastele… ![]()
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Nun ja, in erster Linie liegt es beim Autor, in seiner Geschichte nicht zu erscheinen. Wenn er zu viel erklärt, wenn die Dialoge nur nach ihm klingen und er, im schlimmsten Fall, seine Weltanschauungen verkündet, dann wird der Leser ständig abgelenkt.
Verbessern ist Vertrauenssache, so wie Autokauf. Entweder man vertraut den Regeln und hält sich dran, oder man vertraut seinem Gefühl und trägt die Konsequenzen. Die Basics müssen stimmen. Alles andere ist eine Frage des Anspruchs. Es macht durchaus Spaß, nach Regeln zu schreiben. Aber wenn alles auf maximale Verkaufsfreundlichkeit ausgerichtet ist, ist schnell die Individualität futsch. Writing Balance ist angesagt.
Naja, ein Arzt mit Faible für Vampirgeschichten, das lässt doch Raum für interessante Interpretationen, wenn man nach @Phlox ’ Theorie geht …
Boah, das ist so schön, @Carlo-Valentino. Vielen Dank für diese Aktion und die gute Nachricht. Ich hoffe, die beiden finden wieder zusammen.
Und ja, genau deswegen hab ich die Geschichte (auch) geschrieben. Ich hab die beiden Mädchen meiner Lesegruppe, die den Vorschlag für die Geschichte einbrachten, noch gefragt: „Wie soll denn die Story ausgehen, gut oder realistisch?“ Das haben sie gesagt: „Gut. Realistisch hatten wir schon.“
Ist das im Jahre 2026 nicht ein extrem trauriger Befund?
Ja, doch. Die Bedingungen unter denen die Kinder, mit denen ich arbeite, leben müssen, sind oft nicht sehr lustig. Aber manchmal ist da dieses mutige Leuchten in ihren Augen oder die Spur eines Lächelns um ihren Mund, und dann weisst du, dass es einen winzigen Funken Hoffnung gibt und wenn man ganz sachte und vorsichtig pustet, dann könnte daraus ein Feuer werden, das sie wärmt.
Also ich finde auch es kommt immer auf den eigenen Stil mitunter an.
Natürlich sollte in einem Satz nicht drei Mal dasselbe Wort vorkommen, aber um Dringlichkeiten zu betonen, wäre es angemessen. Doch dann mache ich meist einen Punkt zwischen den Wörtern. Eigenständige Sätze sozusagen.
Bei mir ist auch eher Show don’t tell, aber das liegt daran, weil es mein Stil ist und ich finde, dass man dadurch tiefer in der Story eindringt. Show zieht Leser eher rein als reines tell, wo man quasi von oben draufguckt.
Ich war mal bei einem Schriftstellerseminar (meine Freundin hat mich hin gezerrt, weil sie Interesse hatte und nicht alleine gehen wollte.) Wir sollten alle mal eine Seite mitbringen und der Dozent hat drübergeguckt.
Er hat quasi alle Wörter gestrichen, die irgendwas mit Emotionen zu tun hatten, wodurch die Story viel platter geworden ist.
Den Anwesenden hatte meine ursprüngliche Geschichte weitaus besser gefallen, weil sie eben nicht so trocken dadurch war und sie nicht viel beim lesen denken mussten, sondern abschalten konnten.
Das, was übrig blieb, war eher… wie ein Sachbuch könnte man sagen.
Den Leuten gefiel es am Ende gar nicht mehr.
Also mir hat es gezeigt, dass man nicht alles streichen, sondern nach seinem Gefühl gehen sollte.
Leser wollen entführt werden. In die Geschichten eintauchen, nicht groß dabei denken und analysieren müssen. Dafür schreiben wir doch am Ende auch. Für die Leser. Um sie vom Problemen im Alltag und den Anstrengungen abzulenken, oder?
Auch, aber nicht nur. Mit manchen Themen möchte man sie vielleicht wachrütteln, zum Denken anregen oder einfach nur auf etwas aufmerksam machen, das dem Autor am Herzen liegt. Im Idealfall unterhalten die Themen dennoch den Leser.
Die Kunst liegt darin, eine dem eigenen Erzählstil angemessene Balance aus Show und Tell zu finden. Ansonsten sehe ich es wie Suse: Literatur besteht nicht nur Zerstreuungsliteratur. Das wäre mehr als traurig.
Ich begann zu schreiben, vor vielen, vielen Jahren.
Meine Fähigkeiten waren zu dieser Zeit noch einwenig übersichtlich, was man am Satzbau, der Wortwahl und einer sehr flachen und übersichtlichen Story erkennen konnte.
Ich entwickelte meinen Stil eher autodidaktisch, was natürlicherweise nicht zu olympischen Leistungen führte.
Der einfache Leser konnte meine Texte gut lesen und meine Geschichten fanden Anklang.
Nun begann ich mich auch intensiv mit der Theorie des bücherschreibens zu befassen und siehe da, ich hatte ja so ziemlich jedes Fettnäpfchen mitgenommen, welches dem diletantischen Schreiberling serviert wurde.
Hmm, sollten meine Leser und ich auf dem wohlbekannten Holzweg sein?
Mitnichten, wertes Publikum!
Den freundlichen Hinweisen der meist nicht kostenfreien Textoptimierergilde zu Trotz., schreibe ich inzwischen ganz nach meinem Gefühl.
Da passe ich eher meine Geschichten so an, dass ich sie gut erzählen kann, wie andersrum.
Klingt komplizierter, als es ist.
Ich fühle mich in einer Art zu schreiben wohl und ich bilde mir ein, das kann man lesen. (Ähnlich wie das Lächeln beim telefonieren)
Anstatt mich also jeder Regel irgendwie zu unterwerfen, schreibe ich lieber weiter und sehe zum Schluss ob’s konsequent klingt.
Mein neustes Projekt ist da schon auf einem guten Weg.
Es beginnt wie ein einfaches Märchen, entwickelt sich über Fantasy zum Krimi, geht dann in Richtung Thriller.
Immerwieder unterbrochen von skurrilen Geschichten und Anekdoten.
Ich bin bearbeite gerade das Lektorat meines eigenen Werkes und bin genau mit diesem Problem konfrontiert: Wie viel Tell und wie viel Show darf es sein: „Vielleicht doch noch eine Scheibe ‚Tell‘ mehr?“
Ich selbst neige leider dazu, mehr zu beschreiben, als über „Show“ zu erzählen. Wenn ich aber dann die Passagen ohne „Tell“ lese, die mir die Lektorin gestrichen hat, merke ich selber, um wie viel prägnanter der Text geworden ist.
Umgekehrt lasse ich Beschreibungen dort stehen, wo sie eine Atmosphäre zu Beginn einer Szene fühlbar machen sollen.
Vielleicht gilt die Regel „So viel Tell wie möglich, und so viel Show wie nötig.“ In diesem Graubereich sollte man entsprechend des eigenen Stils diese beiden Elemente fein austarieren, am besten mit der Apothekerwaage. ![]()
Ja das kann man nicht über einen Kamm schären.
Und ein paar andere Augen sind sicher Gold wert.
Vielleicht ist es nicht immer ein verbessern, sondern eine andere Möglichkeit ein Bild zu erzeugen.
Ich finde das so schwierig. Einfach auch, weil Schreibstile in Sachen Show und Tell so extrem der aktuellen Mode unterliegen. Ich lese zur Zeit bewusst deshalb viel zeitgenössische Literatur mit besonders viel Show, um selbst darin besser zu werden.
Dabei genieße ich es so sehr, Texte von einem guten Erzähler zu lesen…
Manchmal hab ich das Gefühl, das einzige, was ich einigermaßen drauf habe, sind Dialoge. Meine Plots sind oft recht gut. Halbwegs unvorhersehbar, trotzdem schaffe ich es, den Erwartungen gerecht zu werden innerhalb der Handlung. „Diese Geschichte braucht XY“, ich liefere „XY“ und überrasche trotzdem dabei.
Aber ich bringe den starken Plot dann nicht gut rüber. Meine Texte lesen sich schwerfällig. Ja. Das ist das richtige Wort. Außer den Dialogen. Die laufen meistens von selbst.
Ach, ich weiß auch nicht. Regeln helfen mir oft nicht, weil ich sie meist nicht verstehe. Ich brauche Beispiele zu den Regeln. Lese ich dann ein Buch, also ein richtig gutes Buch, das ich mir handwerklich zum Vorbild nehmen möchte, tauche ich komplett in die Geschichte ein und habe am Ende wieder nichts gelernt ![]()
Das klingt sehr, sehr selbstkritisch. Vielleicht sogar zu viel.
Ein genaues Bild kann ich mir da nicht machen. Hab von dir ja noch nichts gelesen. Aber ein zweites Paar Augen habe ich oben schon erwähnt.
Vielleicht findest du hier ja einen Vertrauenswürdigen Tippgeber. ![]()
Ich hab für mich beschlossen auf „show, don’t tell“ zu ******
Wenn man sich bis zur Selbstaufgabe verbiegen muss, um so einer Regel zu entsprechen, dann hat es andere Probleme.
Et es, wie et es!
… und: " Et hätt noch emmer joot jejange.
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Ich glaube, ihr geht viel zu verkopft an die Sache ran.
Eine gute Mischung macht es aus, denke ich.
Ich zeige euch jetzt mal eine kleine Szene aus dem Buch, an dem ich gerade bin. (ist nur Rohbau also seid sanft zu mir. Und habe ich gerade erst geschrieben.)
Dagon sah ihnen nach, wie sie aus unserem Blickfeld verschwanden. Dann spürte ich, wie er nähertrat. Seine Hände auf mir, die den Stoff lösten. Zärtlich hauchte er einen Kuss auf meine Schulter, biss kurz neckend hinein, was mich erschauern ließ.
Kyron löste sich von meinem Mund, ließ seine Hände ebenfalls wandern, knabberte an meinem Hals.
In dem Moment verschwamm die Realität und ich wurde in einen Gefühlsstrudel gerissen, der mich in ungeahnte Höhen trieb.
Das Wasser um uns wurde gleichzeitig heißer und kälter und ließ die Empfindungen intensiver auf mich einprasseln. Wie sehr ich sie liebte. Meine beiden Jungs. Meine … Soujari.
Das ist überwiegend Show und nur zwei Sätze sind im Grunde Tell. Aber ganz ehrlich? Ich musste meinen Copi-Kumpel fragen was davon jetzt was ist…
So genau analysiere ich meine Texte im Grunde NIE.
Aber ich glaube, in der Ich Perspektive ist es leichter in Show zu fallen oder? Keine Ahnung. Wie ist das bei euch?
Dein Textbeispiel ist etwa zur Hälfte ‚show‘, ab ‚In dem Moment verschwamm die Realität …‘ switcht es ins 'tell, denn ab diesem Moment erzählst du dem Leser lediglich, was sie fühlt, statt es über konkrete Details erfahrbar zu machen.
Es gibt wirklich weder feste Regeln noch ein Patentrezept, wann man was in welchem Ausmaß verwendet, man sollte halt wissen, was sich wie auswirkt. Je nach gewünschter Wirkung kann man dann entscheiden, welche Form man verwendet.
Und genau das ist der schwächste Satz in dem Text.
Ich habe den gestern nur überflogen und beim Lesen genau das gedacht, ohne mir weitere Gedanken zu machen (ich hatte keine Zeit).
Aber genau dort steigt die Protagonistin, die ja auch Ich-Erzählerin ist, aus sich selbst aus und betrachtet sich abstrakt von außen. Genau deshalb passt es nicht zu der erzählten Situation.
Klar. Und naja, wie soll ich sagen? Wenn man bestimmte Regeln beachten und neue Kniffe lernen möchte, muss man auch mit dem Kopf an die Sache rangehen, oder nicht? Wenn man intuitiv schreibt, würde man ja so weiterschreiben, wie man es eben tut. Frei dem eigenen Gefühl nach. Will man sich verbessern, muss man den eigenen Text mit den Augen eines Lehrers oder Lektors lesen, der nach Schwächen sucht… In diesem Fall halt nach Erzählersätzen, wenn man sich zum Ziel gesetzt hat, mehr Showsätze einzubauen.