Text »verbessern« weil's Regeln gibt?

Sorry, das war nicht gegen dich gedacht, falls es so rüber kommt.
Ich bin etwas unrund, weil ich einen sehr langen, nervenzermürbenden, mit vielen Herzschlagmomenten durchsetzten Abend hinter mir mir habe und schon wieder im Dienst bin.

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Nein! Kommt es nicht. Überhaupt nicht.

Oh je! Hoffentlich wird dein heutiger Abend besser.

Ich wollte eigentlich nur sagen, dass dein Eindruck möglicherweise falsch ist. Noch gibt es auch von Bestsellerautoren spicyfreie Bücher.

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@DerNachtfalke
Schlimm finde ich es halt, wenn es nicht schlüssig in die Geschichte passt, sondern einfach reingepresst wird. Wie in Filmen oder Serien. Es ergibt für mich oft keinen Sinn und ich finde es unnötig.

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Ob Sex und/oder Erotik (ist ja nochmal ein großer Unterschied) passt oder nicht, ist in erster Linie vom Genre und damit von der Lesererwartung abhängig. Generell stimme ich aber der Beobachtung zu, dass explizite Szenen zunehmen. Leider auch in Geschichten, wo es nicht passt.
Warum? Sex sells? Keine Ahnung.
Wirklich gute Erotik-Szenen kenne ich nur ganz wenige. Dafür einige, die sich lesen, wie der sprachliche Mißbrauch zum Ausleben verkappter Fantasien des Autors, und der eigentlichen Handlung eher schaden, als sie voranbringen.

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Ich muss zustimmen. Auch wenn ich romantische Komponenten in meinen Geschichten einbaue sind sie so slow, dass es dazu nicht kommt. Oder es wird weggeblendet und jeder kann sich den Rest denken.

Ich höre Hörbücher, da klingen erotische Szenen … vorgelesen … etwas schräg. :rofl:

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In einem Nachbarstrang habe ich nach dem „Warum“ des Schreibens gefragt (dort ging es um eine Geschichte über das Coming out einer Jugendlichen). Das „Warum“ bei dieser Frage: ich habe den Eindruck, dass Schreiben für Manche eine Möglichkeit ist, bestimmte Fetische zu kompensieren - so wie es auch häufig eskapistische Bedürfnisse zu befriedigend scheint, wenn man sich literarisch in Fantasiewelten absetzt. Mitunter dient das Niederschreiben vermutlich eher dem Autor, als dem Leser.

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Ist diese Idee nicht ein bisschen billig? Der Erotikautor soll eigenen Gelüsten nachgehen, die Thrillerautorin im Geiste ihren Schwiegervater massakrieren, der Fantasyautor erträgt seinen Alltag nicht mehr, nur der feingeistige Feuilleton-Fan befriedigt seinen hohen Anspruch mit wohlgedrechselten Worten und ist damit außer Verdacht (oder auch nicht)?

Ich glaube, wir alle können den Autor vom Werk trennen.
In den meisten Fällen.

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Alles andere ist nicht akzeptabel bei meinem Leseverhalten.
Und dem kruden Zeug, was ich so zusammmenbastele… :face_with_peeking_eye::innocent::joy:

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Nun ja, in erster Linie liegt es beim Autor, in seiner Geschichte nicht zu erscheinen. Wenn er zu viel erklärt, wenn die Dialoge nur nach ihm klingen und er, im schlimmsten Fall, seine Weltanschauungen verkündet, dann wird der Leser ständig abgelenkt.
Verbessern ist Vertrauenssache, so wie Autokauf. Entweder man vertraut den Regeln und hält sich dran, oder man vertraut seinem Gefühl und trägt die Konsequenzen. Die Basics müssen stimmen. Alles andere ist eine Frage des Anspruchs. Es macht durchaus Spaß, nach Regeln zu schreiben. Aber wenn alles auf maximale Verkaufsfreundlichkeit ausgerichtet ist, ist schnell die Individualität futsch. Writing Balance ist angesagt.

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Naja, ein Arzt mit Faible für Vampirgeschichten, das lässt doch Raum für interessante Interpretationen, wenn man nach @Phlox ’ Theorie geht …

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In vielen Fällen gebe ich dir Recht, da kann es schon sein, dass jemand seine Vorlieben auslebt …
ABER: in deinem Post schlägst du eine Brücke, die so nicht korrekt gegenüber dem Verfasser ist!
In der angesprochenen Kurzgeschichte ist das Coming out einer Jugendlichen Bestandteil eines inneren Konflikts und die Reaktionen ihrer Familie. Also das zentrale Thema. Mit einem schöngefärbten Ausgang, aber einer latenten Botschaft: dem Aufruf zu Offenheit und Toleranz!
In deinem Post klingt das so, als beschäftige er sich mit lesbischen Sechzehnjährigen um einen Fetisch zu befriedigen. Und das wird in diesen Fall weder dem Autor noch der Geschichte gerecht.
@Gschichtldrucker : Ich habe deine Geschichte gestern Abend kommentarlos an einen Freund geschickt und als Kurzgeschichte von einem Autorenkollegen deklariert (hoffe das war so okay für dich). Er hatte jeglichen Kontakt zu seiner Tochter abgebrochen, weil sie mit einer Frau zusammengezogen ist …
Heute Morgen seine Antwort:
„Du bist oft ein richtiges Arschloch - aber ich habe verstanden …“
Vorhin hat mich Claudia (seine Tochter) angerufen und ins Telefon geweint. Er hat sie und ihre Partnerin nach fast drei Jahren Funkstille am Sonntag zum Mittagessen eingeladen. :v:

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Boah, das ist so schön, @Carlo-Valentino. Vielen Dank für diese Aktion und die gute Nachricht. Ich hoffe, die beiden finden wieder zusammen.
Und ja, genau deswegen hab ich die Geschichte (auch) geschrieben. Ich hab die beiden Mädchen meiner Lesegruppe, die den Vorschlag für die Geschichte einbrachten, noch gefragt: „Wie soll denn die Story ausgehen, gut oder realistisch?“ Das haben sie gesagt: „Gut. Realistisch hatten wir schon.“

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Worte, die die Welt bewegen, gibt es derzeit viele. Aber wenige, davon in die richtige Richtung! Deine schaffen das! Und dafür gebührt Dir der Dank!

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Ist das im Jahre 2026 nicht ein extrem trauriger Befund?

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Ja, doch. Die Bedingungen unter denen die Kinder, mit denen ich arbeite, leben müssen, sind oft nicht sehr lustig. Aber manchmal ist da dieses mutige Leuchten in ihren Augen oder die Spur eines Lächelns um ihren Mund, und dann weisst du, dass es einen winzigen Funken Hoffnung gibt und wenn man ganz sachte und vorsichtig pustet, dann könnte daraus ein Feuer werden, das sie wärmt.

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Also ich finde auch es kommt immer auf den eigenen Stil mitunter an.
Natürlich sollte in einem Satz nicht drei Mal dasselbe Wort vorkommen, aber um Dringlichkeiten zu betonen, wäre es angemessen. Doch dann mache ich meist einen Punkt zwischen den Wörtern. Eigenständige Sätze sozusagen.

Bei mir ist auch eher Show don’t tell, aber das liegt daran, weil es mein Stil ist und ich finde, dass man dadurch tiefer in der Story eindringt. Show zieht Leser eher rein als reines tell, wo man quasi von oben draufguckt.

Ich war mal bei einem Schriftstellerseminar (meine Freundin hat mich hin gezerrt, weil sie Interesse hatte und nicht alleine gehen wollte.) Wir sollten alle mal eine Seite mitbringen und der Dozent hat drübergeguckt.
Er hat quasi alle Wörter gestrichen, die irgendwas mit Emotionen zu tun hatten, wodurch die Story viel platter geworden ist.
Den Anwesenden hatte meine ursprüngliche Geschichte weitaus besser gefallen, weil sie eben nicht so trocken dadurch war und sie nicht viel beim lesen denken mussten, sondern abschalten konnten.
Das, was übrig blieb, war eher… wie ein Sachbuch könnte man sagen.
Den Leuten gefiel es am Ende gar nicht mehr.
Also mir hat es gezeigt, dass man nicht alles streichen, sondern nach seinem Gefühl gehen sollte.
Leser wollen entführt werden. In die Geschichten eintauchen, nicht groß dabei denken und analysieren müssen. Dafür schreiben wir doch am Ende auch. Für die Leser. Um sie vom Problemen im Alltag und den Anstrengungen abzulenken, oder?

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Auch, aber nicht nur. Mit manchen Themen möchte man sie vielleicht wachrütteln, zum Denken anregen oder einfach nur auf etwas aufmerksam machen, das dem Autor am Herzen liegt. Im Idealfall unterhalten die Themen dennoch den Leser.

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Die Kunst liegt darin, eine dem eigenen Erzählstil angemessene Balance aus Show und Tell zu finden. Ansonsten sehe ich es wie Suse: Literatur besteht nicht nur Zerstreuungsliteratur. Das wäre mehr als traurig.

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was für eine „Theorie“?

Ich begann zu schreiben, vor vielen, vielen Jahren.
Meine Fähigkeiten waren zu dieser Zeit noch einwenig übersichtlich, was man am Satzbau, der Wortwahl und einer sehr flachen und übersichtlichen Story erkennen konnte.
Ich entwickelte meinen Stil eher autodidaktisch, was natürlicherweise nicht zu olympischen Leistungen führte.
Der einfache Leser konnte meine Texte gut lesen und meine Geschichten fanden Anklang.
Nun begann ich mich auch intensiv mit der Theorie des bücherschreibens zu befassen und siehe da, ich hatte ja so ziemlich jedes Fettnäpfchen mitgenommen, welches dem diletantischen Schreiberling serviert wurde.
Hmm, sollten meine Leser und ich auf dem wohlbekannten Holzweg sein?
Mitnichten, wertes Publikum!
Den freundlichen Hinweisen der meist nicht kostenfreien Textoptimierergilde zu Trotz., schreibe ich inzwischen ganz nach meinem Gefühl.
Da passe ich eher meine Geschichten so an, dass ich sie gut erzählen kann, wie andersrum.
Klingt komplizierter, als es ist.
Ich fühle mich in einer Art zu schreiben wohl und ich bilde mir ein, das kann man lesen. (Ähnlich wie das Lächeln beim telefonieren)
Anstatt mich also jeder Regel irgendwie zu unterwerfen, schreibe ich lieber weiter und sehe zum Schluss ob’s konsequent klingt.
Mein neustes Projekt ist da schon auf einem guten Weg.
Es beginnt wie ein einfaches Märchen, entwickelt sich über Fantasy zum Krimi, geht dann in Richtung Thriller.
Immerwieder unterbrochen von skurrilen Geschichten und Anekdoten.

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