Die Regeln - ob nun Rechtschreibung, Stil, Lesbarkeit oder „echte“ Schriftsteller-Regeln (Adjektive, Show, don’t tell, …) sollen vor allem Eines:
Den Leser in der Geschichte halten. Im Fluß, ohne dass der Leser „stolpert“.
Das fängt natürlich bei falsch geschriebenen Worten an, oder einem „schief“ gesetzten Komma. Peng, Leser denkt, aber er denkt nicht mehr an die Geschichte. Raus isser.
Gleiches bei Stilschwächen, oder „show, don’t tell“ Bleiwüsten, die von der Handlung ablenken und keine Figuren bringen.
All das ist ähnlich schlimm wie Werbeunterbrechungen in einem spannenden Film.
Aber! Setzt der Autor derlei bewusst (!) ein, wie bspw. Wortwiederholungen, und die sind nicht per Unfall durch Textumstellungen passiert (häufige Quelle für Dubletten), oder will erst einmal eine besondere Landschaft „malen“, um eine Stimmung zu erzeugen → das ist Kunst.
Es geht also darum, dass wenn man „Regeln“ aller Art beim Korrekturlesen „abklappert“, dass man dann die Stolpersteine findet.
Genau dabei helfen Regeln halt, weil man systematisch sein Werk durchgeht.
Man denke z.B. nur
nur an den berühmten Fehler,
der beim Lesen nicht auffällt, wenn eine Dublette endständig und nochmal am Zeilenanfang steht, wie das doppelte „nur“ in diesem Satz.
Bei systematischen Regeln mit auch noch Software-Unterstützung fischt man die Bösewichter halt raus.
Oder man merkt „eyh, das ist voll gut so!“, und schärft seinen Stil, indem man seinem Repertoire solche absichtlichen Kleinigkeiten hinzufügt.