Das Ding mit dem Lernen aus handwerklich schlechten Büchern ist, dass man das Buch nicht nur lesen, sondern sich auch noch hinsetzen und darüber nachdenken muss: Was gefällt mir persönlich nicht (Meinungen sind verschieden…), oder warum ist die Textstelle, bzw. das Buch handwerklich „schlecht“ geschrieben? Bestenfalls denkt man noch darüber nach, wie man es hätte besser schreiben können…
Mir fehlt schon zum Lesen eines Buches, das mir nicht gefällt, die Zeit. Ich hoffe einfach, dass ich aus den Büchern, die ich mag, genug lerne. Auch da gibt es immer mal wieder schwächere Abschnitte, die ich lese und mir dann oben genannte Fragen stelle.
Insgesamt ist der Lernerfolg vielleicht auch eine Typfrage: Wo einer Potenzial für Verbesserungen erkennt und aus den Schwächen eines anderen lernen kann, schaut sich jemand anders vielleicht nur den Fehler ab.
Absolut. Das unterschreibe ich dir.
Ich finde es eigentlich traurig, dass es in jeder Diskussion über kurz oder lang auf die ach so schlechten selfpupli und die um so vieles bessere verlagsdingens geht. Was dann lang und breit zelebriert wird.
Scheinbar ein Unterschied zwischen Sterneküche und Pommesbude.
Ich persönlich finde das „schlechte Buch“ schonmal eine unglückliche Bezeichnung, und die Behauptung aus deren Fehlern lernen zu wollen anmaßend.
Ich lese so ziemlich alles als e book. Ich achte noch nicht einmal ob self oder Verlag. Rechtschreibfehler gehen bei mir meist völlig durch, ich lese intuitiv, selbst wenn Zahlen Buchstaben ersätzen würden, wenn ich im Text stecke bemerke ich’s kaum. Und wenn, dann lese ich weiter soweit ich in der Geschichte stecke.
Ich lerne nicht bewusst von anderen. Auch das passiert eher passiv. Ich fühle mich in meiner Welt am wohlsten und da ist mir völlig wurscht, was der beste oder schlechteste Autor dazu sagen würde.
Verstehe ich nicht. Was ist anmaßend daran, wenn man aus Fehlern lernen möchte? Ich lese Texte viel bewusster als ich es getan habe, bevor ich mit dem Schreiben angefangen habe. Das bewusstere Lesen führt bei mir zu einem Lerneffekt.
Wie entspannt man beim lesen, taucht in eine andere Welt, ja versinkt, wenn im Hinterkopf die Dudenkorrektur und Stilanalyse läuft?
Gar nicht. Das läuft ja nur, wenn mir das Buch nicht gefällt und ich nicht eintauchen kann. Dann suche ich eben danach, warum ich nicht eintauchen kann. Wenn ich den Grund gefunden habe, denke ich mir zum Beispiel Oha! Da musst du aufpassen, damit dir das nicht auch passiert.
Ein Buch, das vor Fehlern nur so strotzt, zum Beispiel in punkto Rechtschreibung, reißt mich völlig vom Inhalt weg.
Gefällt mir das Buch, gehe ich nach dem Ende der Geschichte auf die Suche, was mir gut gefallen hat.
Also lerne ich aus schlechten sowie aus guten Büchern.
Das ist kontraproduktiv. Da es nur meine Empfindung widerspiegelt. Andere Leser sehen den Text mit Sicherheit aus einer anderen Perspektive. Und nicht jede gefühlte Unzulänglichkeit ist als Anker im Universum feststehend.
Ich habe da eine völlig andere Herangehensweise. Ich lerne von den Meistern. Jack London, ETA Hoffmann, Abercrombie, Terry Pretchet. Da kann ich was mitnehmen., was mir bei einem mässigen Krimi von der Stange völlig abgeht. Da bleibt nichts hängen und das empfinde ich persönlich als den besseren Weg zu eigener Klasse.
Klar, da hat jeder seinen eigenen Weg. Das ist auch gut so. Ich weiß aber immer noch nicht, was anmaßend sein soll, wenn man behauptet, aus Fehlern lernen zu können. Du kannst es nicht und möchtest es auch nicht. Gut. Ich denke, keine unserer Meinungen ist anmaßend. Kapier ich einfach nicht.
Warum reite ich darauf herum? Ganz einfach. Weil ich ein neugieriger Mensch bin und lernen möchte. ![]()
Ein Beispiel, ein Buch ist potten -langweilig, was lernt man daraus?
Ein anderes, 4 Rechtschreibfehler, in einem Satz, Lerneffekt?
Eine Übersetzung ist auf zu wenige und dazu noch klischeehafte Vokabeln beschränkt, was nehme ich da mit?
Das „anmaßend“, welches wohl der Stein des Anstoßes zu sein scheint, ja ein herrliches Wort. Aber mit bedacht gewählt.
Denn andere Autoren als schlechtes Beispiel zu werten und auch noch einen Nutzen daraus zu generieren ist … Nunja.
Genau das.
Weitere Worte sind da nicht notwendig.
Es sind ja nicht die Autoren, sondern deren Werke. Es gibt durchaus Autoren, und das ist ganz normal, die 5 tolle Bücher in Folge schreiben und das 6. ist völlig daneben.
Das ist wie bei Filmen. Es gibt einige Oscar-Preisträger, die auch goldene Himbeeren kassiert haben.
Hmmm. Da spielt natürlich die große Erwartungshaltung eine große Rolle.
Und genau das empfinde ich als nicht gerechtfertigt.
Niemand würde in Frage stellen, das ein Hardrock Gitarrist sich an ein Klavier setzt und ein paar klassische Partituren spielt. Ich nehme mich da aber auch nicht raus. Einen Liebesroman von fitzek, darüber würde ich lächeln, kaufen? Wohl kaum!
Kennst du das? Du siehst ganz entspannt einen Film. Plötzlich blitzt auf deinem Fernseher ein einzelner Pixel hell auf. Würdest du den bemerken?
So ist es bei mir mit dem Lesen. Schreibfehler blitzen auf, ich stocke und sehe den Fehler. Dafür brauche ich keine Hilfsmittel. Ich sehe es einfach und je mehr Blitze mich im Text stören, um so uninteressanter wird das Buch für mich.
Wieso? Ich bin hardrock- und heavy-metal-affin und habe mir mal eine Heino-CD gekauft, als er anfing, Rock- und Popsongs zu covern. Fand ich witzig. Habe die CD noch und höre sie auch ab und zu.
Ich will mich gar nicht auf die Diskussion einlassen, ob Verlagsbücher bessere Bücher sind als die von Selfpublishern, und auch denn du @Klonschaf selbst das Thema aufgemacht hast, geht es ja doch vielleicht an deiner eigentlichen Frage vorbei? Lerne ich auch was aus schlechten Büchern?
Und ja, ich schon (wobei ich schlechte Bücher für mich subjektiv betrachte). Ich lerne in der Arbeit etwas von Kollegen, die etwas klug angehen, und ich denk mir: Na da schau her, ganz schön schlau. Ich lerne aber auch gerne aus Fehlern von anderen. Und so geht es mir beim Schreiben/Lesen. Manchmal finde ich einen Punkt, wo ich mir denke, dass das ziemlicher Mist ist und ich ertappe mich dabei, dass ich dann überlege, wie ich es besser hätte machen können.
Von daher würde ich die Frage in der Überschrift mit Ja beantworten. Ich lese natürlich lieber gute Bücher, weil ich mich dabei weniger oft über haarsträubende Dinge ärgere. Aber ich trau mir nicht zu, zu behaupten, dass ich von „qualitativ hochwertigen“ Büchern groß profitieren würde. So gut ist mein Schreibniveau einfach nicht.
(Und manchmal findet man in so - nennen wir es jetzt einfach mal - Groschenromanen, egal ob Sci-Fi, Thriller oder Horror super Ideen für lau, halt eben nicht so gut umgesetzt. Aber keiner wird als Meister geboren.)
Ich schrieb schon, über Fehler lese ich weg, registrieren? Vielleicht aber stört nicht wirklich.
Heinos Cover war in meinen Augen ein Inspirationsloses kassemachen.
Und gute Ideen und Lesestoffe beschränken sich nicht auf bücher im eigentlichen Sinn.
Genau deswegen ist das Rezensieren oder auch schon eine Textarbeit hier im Forum so ein unheimlich tolles Mittel, auch die eigene Schreibe zu verbessern. Man muss überlegen, was einem gefällt und was nicht, man muss beides begründen und wenns irgendwie geht auch Verbesserungsvorschläge bringen. Dabei bleibt zwangsläufig einiges hängen, was den eigenen Fähigkeiten zugutekommt.
Man schaut sich den verwendeten Stil an und vermerkt, dass auf diese Weise ein pottlangweiliges Buch herauskommt. Also im Hinterkopf behalten und selbst besser machen.
DU kannst es offenbar und Fehler stören dich auch nicht, sehr viele andere (ich auch) stolpern halt drüber und fühlen sich gestört und aus dem Lesefluss gerissen.
Für etwas, wofür ich Geld bezahle, erwarte ich schon ein Minimum an Qualität; im Falle von Büchern, dass die gröbsten Fehler bereinigt sind. Ob SP oder Verlagsbuch ist mir dabei egal, aber Schludrigkeit stört mich da.
Meine Mutter hat auch einen Schlag bekommen.
Ich kenns nicht, aber das Cover wäre mir piepegal, solange die Mucke gut ist.
Obwohl das auch ein Beispiel für von. Guten lernen wäre, er hat Garanten gecovert, nicht etwas Straßenmusiker.