bei mir ist es so, dass ich ausschließlich aus guten Büchern etwas lerne. Oft lese ich ein Buch mehrmals, einfach, weil ich es so geil fand seit ich wieder schreibe, ertappe ich mich, dass ich mir Bücher lese, um zu erfahren…wie hat der Autor dass nur hinbekommen?..warum sind seine Figuren so glaubhaft?..dabei lerne ich wirklich am meisten.
Warum sollte man schlechte Bücher lesen?..um festzustellen, dass man das besser machen könnte?..ja, vielleicht…(Fourh Wings) finde ich übrigens auch ganz schrecklich…ja…der Buchmarkt geht manchmal seltsame Wege. Daran kann man leider nichts ändern
Ja. Ich lerne aus solchen Büchern ebenso wie aus guten. Ich lese nicht absichtlich schlechte Bücher, lege sie aber eben auch nicht weg. Sehr selten mache ich das doch. Das ist mir allerdings bisher erst bei ganz wenigen Büchern passiert. Spontan fallen mir 2 ein. Im Laufe meines bisherigen Lebens komme ich vielleicht auf 5, wenn ich ganz scharf nachdenke.
… witziger Thread. Ich hab mir auch schon öfter darüber Gedanken gemacht.
Ich erinnere mich nebenbei, dass ich vor Jahren ein Buch eines Krimi-Autors namens Andreas Gruber in die Hände bekommen habe. „Todesfrist“ o.ä. - mein Eindruck war: Auweja, wer druckt und verlegt denn bloß so was? Wirkte wie das Werk eines „Möchtegern“-Schreibers, voller Affektiertheiten, Imitationen, klischeehafter Personenbeschreibungen, holperigem Stil, unglaubwürdigster Handlung etcetera. Alles hatte man schon mal irgendwo, irgendwann, so oder etwas anders, gelesen. Nur besser.
Und dann kommt’s: ich hab das Buch trotzdem, aus Gründen, die sehr tief in meinem Reptiliengehirn versteckt sein müssen, zu Ende gelesen.
Gruber ist, wie ich später herausgefunden habe, einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren, wird laut Wikipedia in viele Sprachen übersetzt.
„Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.“ (Karl Valentin)
Analoges dürfte für das geschriebene Wort gelten.
Und trotzdem lesen wir noch immer Krimis mit „Mord, Totschlag, Kommissar, Aufklärung, Ende“. Ist doch spannend wie das Thema Mord und Totschlag von unterschiedlichen Autoren immer wieder neu erzählt wird.
Ich finde den Gedanken spannend, dass man aus schwachen Texten besonders viel mitnimmt. Gerade, weil sie einem sehr deutlich zeigen, was für einen selbst nicht funktioniert. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass gute Bücher oft subtiler Struktur, Rhythmus oder Figurenführung zeigen, ohne dass man es sofort wahrnimmt. Was Selfpublishing betrifft, glaube ich, dass dort die Spannbreite einfach greifbarer ist. Von großartig bis unausgereift. Vielleicht liegt der eigentliche Lerneffekt darin, wie bewusst wir lesen?
Ich finde, man kann für die eigene schriftstellerische Tätigkeit sowohl aus „guten“ als auch „schlechten“ Büchern lernen, wobei für mich schlechte Bücher solche sind, die handwerklich nicht gut geschrieben sind: fehlerhafte Grammatik, Interpunktion und Orthographie, Logikfehler im Plot, holzschnittartige Figuren, Adjektivitis.
Persönlich nehme ich mehr aus den „schlechten“ Büchern mit, weil ich mit hochroten Ohren feststellen muss, dass einige der dort entdeckten Mängel in meinen eigenen schriftstellerischen Ergüssen vorkommen. Für das eigene Werk ist man ja meistens betriebsblind.
Und noch ein Aspekt: Gut und Schlecht unterliegen dem Wandel der Zeit. Was damals Weltliteratur war – wer sich schon einmal durch Moby Dick gequält hat, weiß wovon ich spreche – würde heute keinen Verlag und keinen Leser mehr finden. Aber ist deshalb Moby Dick „schlechte“ Literatur?
Nein, nein. Ich fand den Satz einfach witzig und mir ist aufgefallen, dass KI auch so komische Sätze macht. Ich wollte keine Diskussion lostreten, fand es nur lustig.
Also mir gefällt Moby Dick, ich mag auch Umberto Ecos Insel des vorigen Tages sehr gern. Eigentlich passiert da ja gar nichts. Die Handlung könnte man auch mit einem viertel des Gesamtwerkes erzählen.
Mein Mann fand das Buch grauenvoll. Ich bin darin versunken.