Ich wünschte …
Ich wünschte, ich wäre die Klimaanlage, dort an der Schlafzimmerwand. Ich beneide sie um die dankbaren Blicke, die der Hausherr ihr in schwülen Sommernächten zuwirft.
Ich wünschte, ich wäre der E-Reader, mit dem die Hausherrin sich abends oft unter die Decke kuschelt.
Oder meinetwegen noch das Tablet, auf dem Herr und Herrin sich heute Nacht gemeinsam einen Film ansahen. Jetzt liegt es gemütlich zwischen ihnen im Bett. Dort, wo es ihnen aus der Hand gefallen ist, als sie viel zu spät eingeschlafen sind. Ich weiß genau, was das für mich bedeutet. Das erste Tageslicht kriecht durch die Ritzen der Rollläden und es schaudert mich. Doch ich tue meine Pflicht. Wie immer.
„Nein“, stöhnt die Herrin.
„Scheißwecker!“, ruft der Herr und schon kommt seine Hand geflogen. Schlägt auf meine Snooze-Taste ein. Ich wappne mich innerlich. Bis die beiden endlich aufgestanden sind, werde ich heute noch einige Prügel einstecken müssen. Blödes Tablet.
Ich wünschte, ich wäre das adrette Nachttischlämpchen, das nur arbeiten muss, wenn die Herrschaften nachts aufs Klo gehen.
„Ich habe es wirklich am schwersten“, piepse ich kaum hörbar vor mich hin.
„Das glaubst du nur“, ächzt leise der elektrisch verstellbare Lattenrost.