Schreibstile

Liest sich wie die Overtüre zu einer Beethoven-Symphonie. Aber gut, Beethoven war so taub, dass er sein Leben lang dachte, er malt. Und ich steh ohnehin mehr auf Kammermusik.
Nein, Scherz lass nach. Ist gut für den Einstieg in eine Fantasy-Geschichte, wenn es denn dann auch irgendwann einmal konkreter wird. Sag ich mal als gänzlich fantasieloser Mensch. Ein paar Adjektive weniger würde aber nicht schaden.

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Es ist ja nur mein Empfinden…andere finden es vielleicht super. Schreib, wie du schreibst. Es wird nie allen gefallen

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Holla. Hab grad ein wunderbares Zitat von David Mitchell gelesen.
"Wenn du jemanden etwas zu lesen gibst, das du geschrieben hast, dann gibst du ihm einen angespitzten Pfahl, legst dich in deinen Sarg und sagst zu ihm: „Bereit, wenn du bereit bist!“

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Nein. Antje weiß hoffentlich, dass ich es nicht böse meine…

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Natürlich, doch ein anderer Blick/ eine andere Meinung finde ich immer interessant.

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Ha,ha.
Mehr als bereit. Außerdem war es ein krasses Beispiel (deswegen hab ich es ja passend zum Thema ausgesucht)

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Mir geht es ähnlich wie Orlando. Mir ist das auch zu viel der „Opulenz“, auch wenn beabsichtigt.

Generell wäre ich vorsichtig mit Bildern wie oben. Etwa „wie ein Boot auf dem Ozean“: ich stelle mir da ein einsames Boot auf dem Meer vor, keine „Menge“, in der es dahin treibt. Auch kann ein Boot doch kaum „atemlos“ sein? (Ausnahme: es heißt Helene und es ist Nacht :wink:)
Man „schwappt“ auch nicht irgendwo hinauf, um etwas zu sehen - schwappen ist ja kein aktiver Prozess. Die Pilger können die Empore erklimmen, um etwas zu sehen.
Da muss man einfach den „inneren Lektor“ schulen, das ist eine Frage von Übung und Zeit.

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Veto. Symphonien haben keine Ouvertüren.

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Die Menge IST der Ozean. Bildlich gesprochen.
Im Kopf habe ich dazu das Bild von ca. 1,7 Millionen Menschen in Mekka, die die Kaaba umkreisen. Doch DEN Vergleich kann ich nicht ziehen.
Ozean erschien mir dafür passend.

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Wie ich schon schrieb, ist mir die Fülle insgesamt zu viel. Aber einzelne Metaphern find ich durchaus passend. Gleicht die Menge der Menschen einer Flut, kann sie durchaus ‚schwappen‘ – nur muss das Bild jeweils mit den passenden Verben, Substantiven etc. stimmig gemacht werden. Bei der ersten Erwähnung war es nicht stimmig, bei der zweiten „Der Strom schwappte zum weit geöffneten Tor …“ schon, und dann habe ich (Leser) auch sofort ein Bild.

Ob ein geschulter innerer Lektor immer hilfreich ist, vermag ich nicht zu sagen. Deswegen übergibt man seine Texte auch Testlesern und Lektoren, die aber auch oft ihrem inneren Kompass folgen. Wir Menschen ticken unterschiedlich. Während der eine sachlich nüchtern erzählt und beschreibt, lässt der andere verspielten Gedanken und blumigen Bildern mehr Raum. Wie schon an anderer Stelle geschrieben: Die Dosis macht das Gift.

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Ich bezog mich auf das erste „Schwappen“ - man kann nicht „hinaufschwappen, um etwas zu sehen“. Das ist nicht passend.

Ich habe nicht gesagt, der sei „immer“ hilfreich" (?) - dass ein Autor aber einen „inneren Lektor“ braucht, ist kaum anzuzweifeln. Und den kann man selbstverständlich üben. Es gehört zu jedem Beruf, seine Arbeit kritisch zu reflektieren, zu prüfen, zu verbessern. Testleser sind sicher ok, aber professionelles Lektorat hat ein anderes Niveau und v.a. auch keinen Interessenkonflikt.

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Ich gewinne ein wenig den Eindruck, dass mitunter Stil und Genre zusehr als Einheit gesehen werden. Stil ist kein Privileg oder Alleinstellungsmerkmal eines bestimmten Genres. Es ist etwas völlig anderes. Wer nur schlechte Fantasy gelesen hat, wird auch mit schlechten Liebesromanen nicht besseren Stil finden.
Ganz vereinfacht gesagt. :penguin:

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… über Geschmack (oder die Vorliebe für bestimmte Genres) kann man vielleicht nicht streiten. Über guten oder schlechten Stil aber schon :sunglasses:

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Ganz ehrlich, ich weiß gar nicht, was ihr alle habt.
Für mich ein fabelhaftes Beispiel für grandiose Beschreibung
Die Boote wären sicher auf einem Fluss besser aufgehoben aber hört es euch an, schließt die Augen und geht auf Reise.

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siehe oben - Ich persönlich denke nun mal, dass der Leser ein Recht auf sprachliche Genauigkeit hat. Auch das Schreib-Handwerk ist ein Handwerk.

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Wenn ich mir einzelne Menschen vorstellen dann schwappen sie nicht, aber die schiere Masse von über einer Million Menschen, die wie Wasser durch Mekka fließt schon
Vielleicht reicht deine eigene Fantasie nicht aus, um dir diese Bilder vorzustellen und du klebst zu sehr an den Worten.
Man könnte ja einfach mal Texte lesen und genießen, ohne die Suche nach Diskrepanzen und Fehlern :wink:

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Na siehst du mal, so taub war der!

Das geht völlig unnötig unter die Gürtellinie. Hier waren Meinung/Einschätzung gefragt - darauf habe ich geantwortet. Wenn Du nur Lobhudelei und Schulterklopfen erwartest, bin ich der falsche Gesprächspartner.

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… jetzt stehe ich auf dem Schlauch :upside_down_face:

ah … Anschluss gefunden.

Beethoven. Ja, der war heftig taub, die fast letzten zwanzig Jahre seines Lebens. Smetana übrigens auch. Unfassbar, man kann sich das kaum vorstellen. Blinde Maler sind mir dagegen keine bekannt …

PS: hätte er bloß mal mehr Opern komponiert! Nur eine Einzige, den Fidelio, das ist wirklich furchtbar schade. Aber ich weiche mal wieder ab. Jedenfalls stehe ich bei jedem, wirklich jedem, Wienbesuch an seinem Grab.

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Seine Moldau ist einfach überwältigend! Musik in Bildern pur.

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