Ich habe in letzter Zeit festgestellt, dass viele Fantasy-Romane in einer sehr blumigen und schwülstigen, sehr adjektivlastigen Schreibweise verfasst werden… Fast als müsste es schwülstig sein, wenn es Fantasy ist. Ich persönlich mag das gar nicht… Woher kommt das? Und wie findet ihr das.
PS: Viele bekannte Autoren schreiben nicht so…
Ich vermute, sie wissen es nicht besser. Oder es ist ein Überbetonen der Emotion, als eine sprachliche Form von Kettensmilies. Sind das zufällig die Fantasybücher mit Farbschnitt?
In meinen Augen bremsen sehr ausuferne Beschreibungen die Handlung aus, daher bin ich eher für knappen Gebrauch. Beschreibungen sind schon wichtig, aber nicht bei jedem Sonnenstrahl, der das Haar aufleuchten lässt ![]()
Ja, sehe ich genauso…auch diese Adjektivitis in doppelter und dreifacher Ausführung bei der Beschreibung ein und desselben Gegenstandes oder Menschen etc. Ich muss sagen, wenn ich so etwas sehe, bin ich direkt genervt und gelangweilt und habe keine Lust mehr, den Text zu lesen.
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Da kannst neben Nichtbeachtung nur einen Stern beim gelben A geben.
Nein, das mache ich nicht. Es gibt sicher auch Leute, die das mögen. Es ist sicherlich Geschmacksache
Sehe ich genauso wie @Bommel und @Tapio .
DIe Frage woher kommt das? Vielleicht daher, dass viele Schreiber der Ansicht sind, dass diesem Genre andere Regeln zugrunde liegen.
Wie finde ich das? Nicht gut, weil Romane mit diesem Schreibstil aller Wahrscheinlichkeit nicht so „gerne“ gelesen werden.
Ich denke, Schriftsteller wollen gelesen werden, scheinbar aber nicht alle! ![]()
Gestern habe ich so etwas gelesen wie; Der donnernde Donner grollt über die taunasse, raureifbedeckte Blumenwiese…Waldmenschen stürzen in Scharen auf ihren nackten Füßen, schmerzhaft über duftendes, dorniges Gehölz herbei.
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Betrachtet es mal von der Seite, die in keinem schreibkurs gelehrt wird.
Du musst den Leser nicht nur in eine Handlung und zu deinen Protagonisten führen, nein du musst sie in eine neue, unvorstellbare Welt entführen. Da Bedarf es schon mehr, als beim Hafenkrimi.
Die Vorstellungskraft deiner Leser kannst du nur auf eine Weise beeinflussen, deine Worte. Eine Welt mit blauen Gras, das nach Kaffe riecht. Das zu vermitteln ist nicht in drei Worten erledigt.
Natürlich ist man da schnell drüber, ein Balance -Akt aller erster Kanone, zweifellos.
Die andere möglichkeit ist, das Meiste ist für oder aus Amerika.
Und ja, da kann aus einem einfachen »Tach, och« mal schnell ein überbordender Freundlichkeits- Frontalangriff werfen.
Ja, aber man kann sie in eine Welt entführen, ohne schwülstig zu werden oder fünf Adjektive nacheinander zu gebrauchen. Der Leser will unterhalten werden…Spannung, Handlung…
ja, sowas nervt mich auch, aber zum Glück machen das bei weitem nicht alle Fantasyautoren.
Ich denke auch, es liegt hauptsächlich daran, dass manche Autoren meinen, oh, ich habe hier eine völlig neue Welt und muss die jetzt meinen Lesern erklären und nahebringen. Sie übersehen dabei komplett (oder haben es nie gelernt), dass man auch mit wenig Adjektiven und ohne Schwulst sehr gut beschreiben und Stimmung vermitteln kann. Wunderbares Beispiel dafür: Abercrombies Klingen-Trilogie.
Hmm vollkommen richtig.
Das was du oben angeführt hast, klingt nach mit KI optimierten Texten ala, schreibe mir einen Fantasy Roman mit einer Prinzessin und einem Ritter.
Den Rest schreibt chatgpt in Englisch. Übersetzt dann noch verschlimmbessert und fertig ist das Fiasko.
Ja, absolut…Nur um missverständnisse auszuschließen @Ho.Ro …Ich rede nicht von deiner Schreibweise … Du kannst das … und es ist in Balance., nicht schwülstig oder blumig, sondern bildhaft. Da gibt es einen großen Unterschied. In einem Mittelalter-Setting passt es auch…
Ich würde durchgängig durchwachsenes, duftendes Dornendickicht daraus dichten. Da hat man immerhin eine anspruchsvoll anmutende Alliteration.
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Bommel, ich fühlte mich nicht angesprochen, versprochen😃
Ich glaube wirklich, das vieles über den Teich schwappt, was uns eher seltsam vorkommt.
Wie alles, zu süss (Cola) zu groß (Roundhousesteak1 kg)
Zu schrill ( Kiss, Prince, Michael Jackson)
Fantasy ist Trend also her damit, egal woher.
Ich denke, dass es egal wie das Buch ist, wenn da Namen wie Follett, Link, Fitzek draufstehen wird gekauft.
Einer hat mit angefangen und alles rennt hinterher.
Schreibe Müll, finde / bezahle jemanden der dich auf Instagram und Co. hypt und plötzlich schreiben alle so.
Die Macht einer kleinen, aber lauten Stimmungsmachergruppe.
Yupp…Ein Name und Marketing ist alles
Ich mag es auch nicht wenn es zu geschwollen daher kommt, es sollte schon noch Inhalt geben und nicht nur eine Aneinanderreihung schön klingender Worte… oder Worte die im Grunde gar nichts aussagen und einfach nur mystisch oder elegant rüberkommen sollen.
Vielleicht kommt es bei Fantasy gehäufter vor weil ja sowieso ganz fantastisch, neue Welten geschaffen werden?
Habe es aber auch schon in anderen Genres gelesen… Ich hab mal einen Thriller abgebrochen als über drei Buchseiten gefühlt nur der schöne Mahagoni-Tisch im Arbeitszimmer beschrieben wurde ![]()
Die Mischung machts einfach… es muss gut dosiert sein ![]()
Danke Caro…genau das wollte ich damit sagen
Hach ja. Als jemand, der selbst an solch einer Schöpfung herumwerkelt, muss ich sagen:
Leute … auf manche schwülstige Formulierung zu verzichten ist in dem Genre … schwierig … manchmal … immer wieder … öfters … nee, eigentlich dauernd so gut wie unmöglich.
Und ja, auch ich selbst lebe in der Hoffnung, dass die Leute so etwas lesen wollen. Und ich weiß, es gibt genügend Leute, die so etwas lesen wollen. Das Problem ist, sie zu erreichen.
Dass hier im Forum so einige sind, die schnelle und unkomplizierte Darstellungen bevorzugen, ist mir hinlänglich bekannt und natürlich nicht der Gradmesser und soll auf keinen Fall als Kritik angesehen werden. Aber man muss tun, was man tun muss.
Ehrlich zu sich selbst bleiben vor allen Dingen. Und die Zielgruppe (in meinem Fall sind das Rollen- und Tabletop-spielende Leser) liebt diese Art des Schreibens.
Wie gesagt, man muss nur an sie herankommen.
Aber das ist eine andere Geschichte und soll an einer anderen Stelle analysiert werden.