Preisgestaltung Buch / eBook

Einige Eurer Antworten haben mich an eine eigene Erfahrung erinnert, die ich ganz zu Beginn des eBook-Hypes gemacht habe. Irgendwo (Amazon?) habe ich ein eBook beworben gesehen, das versprach, eine erotische Geschichte zu sein. Ich meine mich zu erinnern, dass es auch sehr günstig war, jedenfalls so günstig, dass ich dachte „wenn’s nichts taugt, ist wenigstens nicht viel verloren“. Ich denke mal es waren nur wenige 1-2 Euro.

Es war wirklich enttäuschend. Von „erotisch“ kaum eine Spur, bestenfalls Andeutungen. Zwei Erkenntnisse daraus:

  1. Da es billig war, war es mir egal.
  2. Wäre es teurer gewesen, hätte ich mich sehr geärgert.

Was ich daraus gelernt habe: Nicht zu billig sein. aber auch nicht zu teuer.

Schwierig.

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Das ist es wohl. Und zwar exakt aus den von dir aufgeführten Gründen.

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Ich denke es ist beim Buch, wie überall. Die Arbeits-Ameise ist die Erste bei der Arbeit, aber die Letzte beim Fressen.

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Als Neuling kann ich noch nicht soviel dazu beitragen. Ich habe auch noch keine Abrechnung bekommen, weiß aber, dass ich von meinem ersten Roman drei Exemplare und von meinem zweiten mindestens ein Exemplar (Ebook) verkauft habe.
Nummer 1 hat 443 Seiten, dafür nehme ich 8,49 € als Ebook und um die 15 € als Print. Das zweite kommt demnächst als erweiterte überarbeite Ausgabe (in der ersten waren ein paar Fehler drin), für die dann knapp 600 Seiten habe ich 10,99 € (Ebook) angedacht. Print weiß ich noch nicht.
Selbst bin ich immer etwas skeptisch, wenn ein Buch zu „billig“ angeboten wird.
Ich will aber betonen, dass ich nicht des Geldes wegen schreibe, sondern weil es mir Spass macht. Wenn ich das eine oder andere Exemplar verkaufen kann, freut mich das aber dennoch.

nolimit

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Über zehn Euro für ein E-Book nehmen nur arrivierte Verlagsautoren und es wird gekauft. Du solltest knapp über fünf Euro bleiben, dann bleiben dir über drei Euro Marge. Aber elf Euro? Das kauft keiner. Ich gebe für einen SPler niemals zehn Euro aus, fünf vielleicht. Wohlgemerkt E-Book.

Wie heißen denn deine Romane?

Der erste heißt

„Vergiftetes Wasser“ mit der ISBN 9783757509491

Der zweite kommt in einer überarbeiteten Neuausgabe in den nächsten Tagen

@Frafür1Freu
Ich verstehe, was du meinst.
Was ich nicht verstehe ist deine Unterscheidung bzgl. der Verlage.
„Nur“ die Tatsache, dass ein Buch bei einem der Branchenriesen erscheint, ist noch lange keine Garantie dafür, dass es etwas taugt. Klar, die Großen haben eine wesentlich größere Reichweite, haben Lektoren, Grafikdesigner usw. Wenn ich die Bücher in meinen Regalen nur nach dem Verlag ausgewählt hätte, stünde dort noch viel mehr Schrott als ohnehin schon drinsteht. Und - aus einem untauglichen Manu kann auch der beste Lektor keinen Bestseller machen.

Ich will keine Diskussion auslösen, wage aber zu behaupten, dass ein menschlicher Lektor aus einem Text nicht wesentlich mehr machen kann, als die Funktionen von Papyrus.

So, Feuer frei - es darf geschossen werden

nolimit

Wenn das stimmt, liegt es m.E. an zwei Aspekten.

  1. Lektoren haben wenig Zeit. Da sie nicht besonders gut bezahlt werden, müssen sie viel in kurzer Zeit schaffen, sonst können sie davon nicht leben. Und Eile ist selten ein guter Antreiber für hohe Qualität.
  2. Ein Lektor muss/ will/ soll den Text ja nicht komplett ummodeln. Dann wäre es ja sein Text und nicht mehr der des Autors. Wenn der Autor also nicht grundlegende Änderungen durchführen kann und will, sind einer Verbesserung auch Grenzen gesetzt. Zumal es für einen Verlag billiger ist, ein mangelhaftes Manuskript lieber in den Papierkorb zu werfen und sich nach dem Werk eines anderen Autors umzusehen, das mehr Erfolg verspricht.
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Genau das meinte ich. Eile / Hast sind die Totengräber der Qualität. Schnell oder gut, beides läßt sich nicht vereinbaren.
Jedes Manu hat in der ersten Fassung eine Menge Unzulänglichkeiten. Seien diese nun grammatikalischer oder stilistischer Art. Einen Vorteil hat ein menschlicher Lektor - wenn er gut ist - er findet logische Fehler, das kann eine Software nicht leisten. Diese Fehler sollte aber der Autor und/oder seine Testleser finden, bevor er die nächsten Schritte angeht.

nolimit

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Natürlich löst du damit Diskussionen aus. :upside_down_face:
Die Duden-Korrektur und Stilanalyse können wohl ein Korrektorat ersetzen, aber ein Lektorat ist etwas völlig anderes. Beim Lektorat geht es auch um Inhalte, um die Plotstruktur, um den Spannungsbogen, logische Folgerichtigkeit und vieles mehr.

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Du magst mich als unbelehrbar betrachten. Vielleicht bin ich das. Dennoch - ein schnelles und gutes Lektorat gibt es nicht. Egal, welchem Beruf man nachgeht, man kann schnell arbeiten, dann ist das Ergebnis meist nicht gut oder man kann gut arbeiten, dann bekommt man das Resultat etwas später, aber besser.

nolimit

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Also… die Dudenkorrektur und Stilanalyse in allen Ehren, aber das kann sie in meinen Augen nicht. Ich habe beim Durchgang nach der Dudenkorrektur und Stilanalyse noch jede Menge Fehler gefunden. Und ich bin nicht mal ein unbeleckter Korrektor, der den Text zum ersten Mal sieht.

Was die Dudenkorrektur und Stilanalyse in meinen Augen sehr gut und effizient leistet: Ein Manuskript auf den Stand bringen, dass ein Korrektorat wesentlich schneller erledigt ist als bei einem unkorrigierten Text. Sprich, sie ist nicht weniger als die Grundlage aller weiteren Arbeitsschritte.

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Kein Lektor macht irgendetwas aus einem Text. Diese Aufgabe liegt immer beim Autor. Der Lektor liefert nur Hinweise und Korrekturvorschläge, der Autor entscheidet, ob er sie übernimmt. Schließlich steht am Ende sein Name unter dem Werk.

Ein (guter) Lektor kann aber wesentlich mehr aus einem Autor machen, in dem Sinne, dass der Autor an ihm wachsen und von ihm lernen kann. Im Idealfall ist er ein Sparringpartner beim Prüfen und Überarbeiten auf allen für den Text wichtigen Ebenen. Das kann ein Programm wie Papyrus - so toll es auch ist - nicht leisten.

Gruß,
misc

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Ich glaube, du hast mich falsch verstanden. Vielleicht habe ich mich auch nicht richtig ausgedrückt.
Auf keinen Fall meinte ich, dass man auf ein gutes Lektorat verzichten sollte, nur weil Lektoren schlecht bezahlt werden und deshalb ihrer Arbeit nicht vollends gerecht werden.
Aus diesem Grund zahle ich die Beurteilung meines Plots ja aus eigener Tasche, weil ich denke, dass ein Autor immer einen verstellten Blick auf seinen eigenen Text hat und ihm gewisse unlogische Stellen nicht immer von selbst auffallen.
Testleser sind meistens Laien, denn ein Lektorat ist nun mal anspruchsvoll. Wenn jemand das gut kann, hat er auch das Recht, für seine Mühe Geld zu verlangen. Und dann sind wir eben nicht mehr bei Testlesern.

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Das hab ich schon verstanden. Nochmals, ich bin Neuling in diesem Umfeld. Klar entscheidet der Autor, ob er die Vorschläge des Lektors übernimmt oder nicht, ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass, wenn er das nicht tut, der Verlag eben auch sagt - dann eben nicht.

nolimit

Auch das habe ich verstanden. Es sit halt nur so, dass ich nicht mal so eben ein paar Tausender auf den legen kann und einem Verlag sagen, so jetzt mach mal - ich sage euch dann, ob mir eure Vorschläge gefallen oder nicht

nolimit

Endlich mal jemand, der so ist wie ich. Hurrrahah!

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Wäre wahrscheinlich anders, wenn ich vorhätte, mit dem Schreiben richtig zu verdienen. Hab ich aber nicht. Klar, wenn das eine oder andere Exemplar weggeht - warum nicht.
Ich schreibe, weil es mich kolossal entspannt. Stress hatte ich genug in den letzten vierzig Jahren, jetzt ist Ruhe angesagt

nolimit

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Das ist ein eher hypothetischer Fall. Wenn ein Verlag - das wäre ja Dein Szenario - einen Autor unter Vertrag nimmt, dann müsste ein Änderungsvorschlag, den ein Autor nicht annehmen will, schon sehr umfassend sein und aus Verlagssicht die [Korrektur] Verweigerung des Autors die [/Korrektur] Verkaufsmöglichkeiten massiv einschränken, damit er vom Vertrag zurücktritt. Das würde vernünftigerweise schon vorvertraglich abgestimmt („Tolle Story, aber das können wir unmöglich im Mittelalter spielen lassen … haben Sie sich eigentlich schon mal mit der frühen Bronzezeit beschäftigt?“).
Wegen einer Kommasetzung oder dem einen oder anderen Adjektiv wird sich weder die eine noch die andere Seite (im Regelfall) zerstreiten wollen. Letztlich ist der Lektor nicht der Verlag. Für ein „dann eben nicht“ müsste er gute Argumente haben, sofern er eine solche Entscheidung überhaupt treffen kann. Was sollte den Lektor motivieren, im Kampf um eine Formulierung für eine solch endgültige Entscheidung in den Ring zu steigen?

Bedeutet alles nicht, dass es nicht vorkommen kann - Menschen sind Menschen, die kommen bekanntlich auf die sonderbarsten Ideen. Doch vorausgesetzt, beide Seiten wollen grundsätzlich miteinander arbeiten, ist dieses Szenario unwahrscheinlich.

Gruß,
misc

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