Ein drittes Mal: ich vergleiche die Siegertexte mit meinem eigenen und versuche herauszufinden, warum deren Texte angekommen sind und meiner nicht.
Allein durch die Analyse der Fremdtexte lernt man.
Manche sehen das aber anders.
Wenn es für dich gut ist, ist es doch in Ordnung.
Und genau deshalb finde ich Publikum plus Jury gut.
Nun, @Suse, @Bommel… ich finde mich zum Teil in euren Beiträgen im Bezug auf Wettbewerb (Sinn oder Unsinn) wieder.
Als neugierige Person bin ich immer auf neue Erfahrungen/ Eindrücke aus. Daher werde ich sicher auch mal an einem Wettbewerb teilnehmen und sehen, wie es ist.
Zu Kritik an Texten kann ich sagen, dass ich (damit meine ich wirklich nur mich) Texte anders lese und bewerte wenn ich weiß von wem sie sind und noch anders, wenn ich den Verfasser kenne.
Kritik an Schwächen/ Fehlern anzuerkennen und damit zu arbeiten gehört zu den schwierigen Dingen im Leben. Doch wie heißt es noch? Am meisten lernen wir aus unseren Fehlern.
Zur Kritik gehören nicht nur Wissen oder Können sondern vor allem Ehrlichkeit. Man sollte sie nur äußern, wenn man sie selbst für hilfreich hält, wenn sie etwas/ jemanden POSITIV verändern kann.
Jemandem der Zeit und Mühe in mich, in mein Geschreibsel investiert, dem bin ich grundsätzlich dankbar. Seine Anmerkungen/ Vorschläge werde ich für mich prüfen und wenn sie lohnenswert sind, umsetzen.
GAR nichts zu äußern finde ich am schlimmsten von allem. Denn das erweckt den Anschein von Gleichgültigkeit.
Genau. Kritik sollte etwas Positives bewirken…
Es sollte aber Einigkeit über die Bedeutung vorher ausgehandelt sein: Ist das Safeword „Doller“ kann es im Eifer des Gefechts zu Missverständnissen führen.
„Aua“ ist ebenfalls nicht zu empfehlen.
Leider nicht immer. Ich hatte mir die BoD Anthologie „Crime between Pages“ gekauft, weil ich da ebenfalls eine Geschichte eingereicht hatte.
Die Gewinnertexte waren zum Teil richtig schlecht, hatten das geforderte Thema nicht aufgegriffen oder waren einfach langweilig. Es gab keine einzige Geschichte, aus der ich etwas hätte lernen können. Einige von den schlechten Stories waren sogar von Autoren verfasst, die vom Schreiben lebten.
Mein Fazit daraus war: Schreibwettbewerbe ja, aber nie mehr bei BoD.
Ich finde, man kann Seitenwind nicht gut mit anderen Schreibwettbewerben vergleichen. Für viele von uns war das ein erster, zaghafter Schritt durch die Tür. Ein kleines Herz, ein freundliches Wort, tat unseren ersten Versuchen gut. Durch die anderen Geschichten und den Vergleich hat man viel gelernt. Und vielen von uns war auch bewusst, dass die Erwartungen niedriger waren. Mit anderen Wettbewerben nur bedingt vergleichbar. Und aufgrund der Menge der Beiträge fühlte man sich auch geschützt und nicht so sehr im Scheinwerferlicht. Man wagte einfach mal was ohne viel zu riskieren. Ein kleiner Sprung über den Schatten.
Oh je! Das hört sich wirklich nicht gut an. Bei solchen Erfahrungen würde ich dann auch die Finger davon lassen. Allerdings nur dann bei zukünftigen Wettbewerben dieses Ausschreibenden.
Auch ich hatte schon (ebenfalls erfolglos) in den Jahren zuvor sowohl bei „Love Between the Pages“ als auch „Crime Between the Pages“ Beiträge bei BoD eingereicht. Nach Erscheinen der jeweiligen Anthologien habe ich nur die Leseproben gelesen und einen ähnlichen Eindruck wie du gewonnen.
Anschließend hatte ich mich kritisch überprüft, ob ich unter akuter Missgunst litt, oder, und das erschien mir die logischste aller Erklärungen dafür, warum mir die Storys nicht gefielen, ob ich womöglich schon (von mir unbemerkt oder ignoriert) so aus der Zeit gefallen bin, dass meine Geschichten bei jüngeren Lesern (Lektoren/Jury) nicht mehr zünden können. Darüber nachdenkend zog ich mein persönliches Fazit: Ich kann meine Uhr, meine Biografie nicht zurückdrehen. Ich bin die, die ich bin und, ehrlich gesagt, nicht mehr bereit, den Wunsch nach Zeitgeschmack zu bedienen. Strebte ich Schreiben zum Broterwerb an, müsste ich mich verbiegen. Aber alte Stöcke brechen dabei – also schreibe ich für ‚Gleichalte‘ oder die, denen Trends am verlängerten Rücken vorbei gehen.
Persönlicher Jahresrückblick
Crime-Club – What’s your story
teilgenommen, 8. Platz
Selfpublishing Buchpreis
erfolglos teilgenommen
Block-Verlag – Erfolg
teilgenommen, Veröffentlichung in einer Anthologie
Grassauer Deichelbohrer – sag nichts!
Einreichung bis 30. November
teilgenommen, Ergebnis steht noch aus
Recklinghäuser Literaturnacht – Rückenwind
erfolglos teilgenommen
Quintessenz Manufaktur für Chroniken – Dieser eine Moment
läuft noch bis 31. Dezember
teilgenommen
Schreiblust-Verlag – Fremd
läuft noch bis 31. Dezember
Teilnahmeabsicht verworfen, mir fällt nichts ein
Radiator-Verlag – Fehler:404
Einreichung bis 4. Januar 2026
teilgenommen
SpaceNetAward – Lösung
läuft noch bis 22. Februar 2026
teilgenommen mit einer Geschichte
Teilnahmeabsicht mit einem Foto
Nun, seit heute ist die Katze aus dem Sack und BoD hat die Wettbewerbsgewinner (w/m) in den sozialen Medien vorgestellt. Fällt nur mir auf, dass die Gewinnerstorys wieder überwiegend von weiblichen Autoren, die überaus attraktiv, zwischen 25 und 35 Jahre alt sind, stammen und entweder sehr gut vernetzt sind oder schon sehr erfolgreich veröffentlichen? Entspricht das dem BoD-Autoren-Durchschnitt (ich bin bekanntermaßen etwas aus der Zeit gefallen und weiß es nicht besser), ist es reiner Zufall oder handelt es sich um ein Auswahlkriterium im Hinblick auf die Zielgruppe und das BoD-Marketing?
Wenn sicher wäre, dass Letzteres zuträfe, müssten sich alle, auf die das nicht zutrifft, nicht mehr vergeblich bemühen. (Achtung: Die Betrachtung beziehe ich NICHT auf meine Person, es fällt mir nur erneut auf. Ich gratuliere allen, die es geschafft haben wirklich herzlich!)
Es gab früher mal eine Liste von einem Verlag, der „Schreibwettbewerbe“ sammelte. Dort habe ich bei passenden Themen eingereicht und (bei Anthologien gewinnen immer 10-30 Leute) ein paar Mal gewonnen.
Vor allem beim Kleinverlag (Kostenzuschuss?) Noel mit seinem Weltentor Wettbewerb gleich mehrmals.
https://www.noel-verlag.de/weltentor/2024-25-aktuell/
Da kam mir die Wettbewerb recht fair vor, immerhin hatte ich damals einen Universalnamen (Schmidt) und bin praktisch iconito dabei gewesen ![]()
Schön war auch ein Wettbewerb über Wolfsgeschichten, der ganze Erzählungen sammelte (12.000 Wörter?) Dort zu Gewinnen hat mich damals sehr gefreut, aber vielleicht gab es auch nicht so viele Zuschriften für 12.000 Wörter.)
Ein Herausgeber hatte sogar mal einen Wettbewerb zu 3 Themen, bei dem er anbot, eine kurze Bewertung zur Geschichte zu erhalten. Während mein Krimi total verrissen wurde (Was bedeutet bitte, amerikanischer Filmkitsch pur? Chuck Norris war halt mein Kindheitsheld
)
Wurde die Fantasygeschichte in den Himmel gelobt. (und hat auch mitgewonnen) Dabei würde ich behaupten, der Schreibstil war ähnlich, nur das Setting war anders.
Bei BoD könnte ich mir durchaus vorstellen, dass im Zweifelsfall jemand gewinnt, der Verkäufe anregt.
Die Frage, liebe Heather, beantwortet sich von selbst (ein Schelm, wer Böses dabei denkt). Neben dem scheinbar ewig geltenden Gesetz vom selling sex, ist ja auch noch die Frage, ob und wenn, wen die Verlagsmischpoche „noch entwickeln“ kann. Oder wie es ein österreichischer Politiker in Bezug auf die Besetzung eines höheren Postens in der Korruptions-Staatsanwaltschaft mit einer parteilosen Frau ausgedrückt hat: „Ist die steuerbar?“
Welcome in the jungle!
Dieser ist mir durchaus vertraut, und leider bin ich nicht Jane und ohne Tarzan.
Mit dem Aspekt Glück kann ich umgehen, denn 15 aus 500 ist natürlich auch Glücksache, und bei großen Publikumsverlagen oder Agenturen ist das Prinzip des formbaren Autors nicht unbekannt. Bei BoD dürfte das aber kaum eine Rolle spielen, denn die Kunden kommen von ganz alleine, denn es ist ein reiner Dienstleister, der kein nenneswertes finanzielles Risiko eingeht.
Speziell bei BoD hat das für mich weder etwas mit Glück noch mit Können zu tun. Man könnte fast annehmen, dass viele dieser jungen attraktiven Autorinnen bereits bei BoD veröffentlicht haben und dass diese einen gewissen Vorrang bei der Auswahl haben.
Genau das meine ich. Ich betone noch einmal, es geht nicht um mich oder meine Story, die vielleicht sowieso ‚unterirdisch‘ ist, außerdem bin ich gut trainiert im Nichtgewinnen. Mir geht es um Transparenz, gerade im Hinblick auf all die jungen nachwachsenden Talente, die schon wissen, dass sie von Verlagen kaum wahrgenommen werden, aber auf einen Treffer bei einem Schreibwettbewerb hoffen, um dorthin (oder in die Nähe) zu gelangen, wo die tatsächlichen Gewinner schon sind. Ein so großer Dienstleister sollte das Auswahl-Verfahren transparenter darlegen, und natürlich gilt das auch für viele andere Ausrichter von Schreibwettbewerben.
Also … die drei Namen, die sie in der Überschrift nennen scheinen „Zugpferde“ zu sein, die sie sowieo veröffentlichen. (also die haben gar nicht am Wettbewerb teilgenommen)
Die Gewinner (14 Frauen, 1 Mann) scheinen zwar überwiegend jung zu sein, aber womöglich ist das auch random. Ein Forenmitglied habe ich entdeckt (Glückwunsch an dieser Stelle)