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Ich spreche von Menschen im normalen Alltag, nicht von Literaten.
Und ich spreche nur von Erfahrungen rein aus meinem persönlichen Leben. Ich komme jeden Tag mit sehr vielen Menschen in Kontakt und ins Gespräch.
Es gibt wenige Menschen, die überhaupt etwas spüren. Der Schlüssel zum Subtext lautet, beobachten und zuhören. Und da schließt sich für mich der Kreis zum kreativen Schreiben und zur Figurenentwicklung.
Das ist eigentlich das wichtigste, was man als Schauspieler begreifen muss, sonst kann man es vergessen. Es sind aber auch sehr viele Schauspieler unterwegs, die es nicht begriffen haben und leider auch Regisseure, die eigentlich darauf achten müssten.
Mein Hobby war Drehbuchschreiben, leider Brotlos, deswegen versuche ich mich jetzt, im Prosa schreiben. Drehbuchautoren, werden bestimmt auch auf dieser Plattform unterwegs sein.
Dann bist du auf einem guten Weg.
Ich bin als Busfahrer jeder möglichen Art von Subtext ausgesetzt:
Und es gibt viele, viele Situationen mehr, die ich aufführen könnte.
Das menschliche Miteinander basiert auf Subtext.
Unbewusst, das trifft es.
Mir passiert das sogar beim Schreiben. Was intuitiv und ohne großes Nachdenken aus der Feder fließt, trifft den Nagel meist auf den Kopf.
Jeder ist Hoppy-Autor, solange er noch nichts veröffentlicht hat. Ein Drehbuch-Autor kann sich nur so nennen, wenn das Buch auch verfilmt worden ist. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Einen Film zu produzieren, kostet schnell Millionen.
Die großen Produktionen sind dazu übergegangen, Drehbücher von mehreren Autoren entwickeln zu lassen, die alle bei ihnen angestellt sind. Es sind praktisch ganze Teams, die sich an die Arbeit machen.
Jedes Buch, das sie in ihre Hände bekommen, das interessant ist, wird so zerpflückt, dass nicht einmal der ursprüngliche Autor es am Ende wiedererkennt. Sie kaufen sogar Bücher, die sie gut finden, nur dass sie vom Markt sind.
Das sind die Methoden, mit denen Drehbücher entwickelt werden, natürlich hauptsächlich in den USA, wir in Deutschland wissen natürlich alles besser, deswegen sind auch unsere Filme so gut. ![]()
Die Qualität schwankt auch in den USA heftig ![]()
Ich glaube die deutsche Filmlandschaft hat ein bisschen das Problem der Subventionierung, der Selbstbeweihräucherung und dem Hang Dialoge zu improvisieren. Deutscher Humor wird auch irgendwie oft plump dargestellt.
Früher (2000er) gab es noch schlechte Kameraführung, dass scheint aber deutlich besser geworden zu sein. Ich musste immer mal wieder deutsche Filme mit der Familie gucken und selbstsamerweise waren Jugendfilme (Ostwind, Schule der magischen Tiere) deutlich besser, als Filme für Erwachsene. Allerdings fehlt mir auch der „aktuelle Rundumblick“ da ich es einfach aufgegeben habe, deutsche Serien/Fime eine Chance zu geben.
Vergleiche einfach eine aktuelle Krankenhausserie aus Hollywood mit einer aus Berlin oder Babelsberg.
Bei der US Serie hast du das Gefühl dabei zu sein und erlebst das geschehen, wie einer der mit in der Notaufnahme oder im OP steht.
Bei einer D Serie bist du als Konsument das störende Element, als wenn die nach dem Motto filmen: Wie werden eh bezahlt, ob es später Zuschauer, aka Quote, gibt oder nicht.
Oh ja, du sprichst mir aus der Seele.
Dass eine Geschichte etwas wird oder ich zumindest in den Fluss komme, merke ich immer dann, wenn ich beginne, mich in meine Protas zu verlieben. Und dann ist es am Ende immer ein bisschen so, als würde ich mich von alten Freunden trennen müssen oder meine Familie verlassen.
Meine Protas besuchen mich im Traum, und sei es nur mit einem Satz, der mir ganz deutlich zu verstehen gibt, dass sie noch etwas zu sagen haben.
Die Protas diskutieren mit mir während des Schreibens, werden teilweise sogar frech oder entscheiden sich für Handlungen, die ich an der Stelle noch gar nicht vorgesehen habe.
Unverschämterweise ganz oft an den Stellen, wo sie eigentlich auf Distanz gehen sollen, aber stattdessen Nähe suchen.
Es war mir wirklich eine Freude, die RomCom zu schreiben. Am Anfang haben sich beide Protas vehement gewehrt, mir Zugang zu ihren Gedankengängen zu gewähren und nach einer Weile hörten sie dann gar nicht mehr auf, mir zu sagen, wie sie miteinander umgehen wollen.
Und am Ende hatte ich von Bene und Maja ganz viel Schlagfertigkeit und Sarkasmus gelernt.
Meine Protas sprechen zwar nicht zu mir … aber ich freue mich immer darauf „Zeit mit ihnen zu verbringen.“ Deswegen ist mir das Schreibmedium wichtig. Gute Tastatur und eine schöne, gemütliche Ecke mit einer Tasse Tee.
Freunde fragten mich mal … ist das nicht einsam stundenlang in der Freizeit vor einem Laptop zu sitzen?
Und tatsächlich ist es das nicht. Ich schreibe wirklich gern. Ich freue mich darauf, Abenteuer mit meinen Protagonisten zu erleben. Manchmal weiß ich ja schon, was ihnen Schwieriges im Wege steht, und dann mag ich es schreibend zu erleben, wie sie dieses Problem meistern. Ich sehe Geschichten tatsächlich wie einen kleinen Film vor dem inneren Auge, während ich sie niederschreibe und obwohl ich es selbst bin, der das Schicksal bestimmt, bin ich manchmal am Ende des Tages überrascht. „Ach, das hätte ich nun nicht gedacht.“
Hallo Schreibseelenverwandte.
Mir geht es auch imner so.