„noch“ wird als Füllwort erkannt. Man könnte natürlich auch schreiben: Sie lassen sich nicht abschalten und nicht zerstören. Mir gefällt der erste Satz aber besser, trotz Füllwort.
Hier bezieht sich das „noch“ auf das „weder“ und es handelt sich um kein Füllwort. In dem Fall wird das „noch“ sogar gebraucht.
Aber generell halte ich es so wie @Yoro und @Heather. Ja, man sollte alles prüfen und den Text nicht unnötig aufblähen. Aber ein bisschen Seele (im Text) darf schon sein.
Gönn dir den Spaß und kopiere mal einen Textausschnitt eines Bestsellerautoren in das Papyrus-Programm und bestaune anschließend den bunten ‚Mahnsalat‘. Es gilt den Mittelweg zu finden zwischen dem Zuviel und Zuwenig. Klingt leichter als es ist.
Wir reden hier ja oft darüber, dass Papyrus nur auf Stellen zeigt, die wir uns ggf. mal genauer ansehen sollten. Dafür macht Papyrus Vorschläge - keine Vorschriften. Diese Vorschläge kann man und sollte man nach eigenem Empfinden auch ausschlagen - mit dem guten Gefühl, sich dann sicher zu sein, dass die Stelle so richtig für den Text ist.
Tatsächlich habe ich von etlichen echten Bestseller-Autoren gehört, dass ihre von ihnen selbst als schlecht empfundenen Bücher, die sich auch noch schlecht verkauft haben, besonders knallebunt in der Lesbarkeit und voller Stilmacken waren.
Es ist schon so - Papyrus wirkt positiv auf den Text, wenn man’s mit nur etwas Bedacht benutzt.
Im Prinzip wurde hier schon alles gesagt.
Mein Tipp bezieht sich nur auf die Dialoge: Es gibt nichts Schwierigeres, als gute Dialoge zu schreiben. Darum würde ich dir empfehlen, sie mit einer Handvoll Freunden wie in einer Filmszene sprechen zu lassen – also zu inszenieren.
Dann merkst du sofort (und es tut wirklich weh), wenn sie nicht funktionieren. Das kann unterschiedliche Gründe haben.
Papierdialoge
Mariniert
Abgehoben
Inszeniert
Gesprochener Subtext
(Menschen sagen nie was sie wirklich denken, sonder sie verpacken es in völlig banale Floskeln und die Wahrheit ist irgendwo dazwischen). Siehe Woody Allan, Annie Hall in der legendären Balkon Szene in welcher der Subtext via Untertitel unter die völlig belanglosen Dialoge gelegt werden. Ich füge den Link unten bei.
Ich nutze epubli ebenfalls für eine Testversion, incl meines Coverdesigns, Logline, Klappentext etc.
Das mach ich allerdings erst, wenn die Testleser drübergelesen haben, also die xte Überarbeitung den Text mE nach druckreif gemacht hat.
Und dann findet man die Dinge, die alle und jede vorher übersehen haben.
Bei epubli lädst Du PDF hoch, Buchrückenbreite wird automatisch berechnet, Du kannst nochmal durchblättern (mach ich nur für den Anfang mit Schmutztitel etc., da hab ich nämlich manchmal schon Überraschungen erlebt, dass mein Romantext dann auf einer gerade Seite startete … weil irgendwo eine Leerseite auftauchte), und dann ein Cover generieren oder ein vorhandenes hochladen. Beim Softcover lande ich regelmäßig bei um die 12 Euro Gesamtpreis - für 1 Exemplar.
Ehrlich gesagt, habe ich noch nicht so richtig angefangen. Die letzten Tage hatte ich viel mit anderen Sachen zu tun. Ich wollte nicht in kleinen Zeitfenstern arbeiten, weil ich denke, dass man dabei ziemlich konzentriert vorgehen sollte. Heute habe ich die Zeit und ich werde gleich loslegen. Ich schaue morgens jedoch erstmal ins Forum.
Ich glaube, es gibt drei Arten von Dialogen (ich könnte mich aber irren, wenn dem so ist, einfach darauf hinweisen):
Jemand sagt, was er meint - ohne Hintergrund.
Jemand sagt nicht wirklich, was er meint. Jeder Teilnehmer des Gespräches ist sich dessen jedoch bewusst - einschließlich des Sprechenden (Balkon-Szene von Annie Hall).
Jemand glaubt, er sage, was er meint, obwohl er das nicht tut. Alle anderen Gesprächsteilnehmer verstehen jedoch, dass sich die Person gerade selbst belügt - nur die Person selbst nicht.
Hier ein Bsp für einen Dialog der 3. Art: Ich beschäftige mich gerade ein wenig mit dem Feminismus. Feministinnen sprechen davon, dass sie für alle Frauen mehr Gerechtigkeit erschaffen wollen. Ich gehöre jedoch zur Esoterik. Bei uns hat noch nie eine Feministin vorbeigeschaut, um uns zu helfen. Hier herrscht also eine Diskrepanz zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung.
Für mich als Leser sind die Dialoge der Art 2 und 3 die interessantesten. Im echten Leben bevorzuge ich die Dialoge der ersten Art: Jemand sagt, was er denkt und meint es auch.
Genau - starte einfach und sieh wie es läuft. Solange wir dich nicht mit Tipps überhäuft haben
Am besten erst einmal starten, und wenn es irgendwie hapert - nach Tipps suchen. Anfangen ist das Allerwichtigste. Ich muss mir das selbst regelmäßig sagen.
Och. Wenn ich finde, dass jemand ein Klappspaten ist und ich ihm sage: „Du kannst mich mal, du Klappspaten!“ dann geschieht das ganz und gar nicht unterbewusst sondern sehr gezielt gegen die verhasste Person.
Das meinte ich nicht. Du magst zwar sehr direkt sein, aber selbst der Klappspaten wäre schon eine Analyse wert. Das ist ja schon eine Metapher, die mehr mit dir zu tun hat als mit dem Gegenüber. Wir tun sehr selten etwas ohne Grund.
Ja, eben. In vollkommener Absicht. Das hat nichts mit Unterbewusstsein zu tun und noch weniger mit der Fragestellung von @Koebes . Er hatte sich Tipps zur Überarbeitung gewünscht. Ich kenne ein paar Texte von Koebes und denke, er macht das schon mit den Dialogen, ohne hölzern oder synthetisch zu klingen.