Lest ihr vor dem Kauf Leseproben?

Ich kenne die konservative Einstellung einiger Lektoren. Aber ich lektoriere selbst immer wieder Texte und weise die Autoren sogar auf diese Möglichkeit hin, wenn ich das Gefühl habe, dass manche Passagen geradezu im Plusquamperfekt ertrinken.

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Ich stoße mich sehr, das finde ich echt grausam, und sowas von inkonsistent!
Wenn man nicht im Plusquamperfekt schreiben will, dann bitte den gesamten Rückblendeteil im Präteritum schreiben, und durch eine Überschrift, Jahreszahl, anderen Schrifttyp oder ähnliches als Rückblende erkennbar machen.

Beim Onlinekauf von Selfpublishern würde ich mich nicht nur auf die Leseprobe verlassen, weil ich die nicht wie in einem physischen Buch durch Blättern selbst bestimmen kann. Die vom Autor ausgewählte - und vielleicht als einziger Teil lektorierte - Leseprobe muss nicht unbedingt repräsentativ für das gesamte Buch sein. Rezensionen finde ich deshalb ebenso wichtig.

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Finde, dass hängt vom Text ab, alle Methoden haben ihr Berechtigung, solange dabei noch was vernünftig lesbares rauskommt.
Ich bin grad an einem Buch, da nimmt es die Autorin sehr genau mit der Zeitform … seitenweise Plusquamperfekt … als Leser wäre mir da @Manuela_K s Methode lieber.

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Meine Güte, da wird über Verbformen von vollendeten oder dritten Vergangenheiten diskutiert, bis das die Schwarte kracht. Glaubt ihr wirklich, dass es dem Leser, ob alt oder jung interessiert? Da habe ich die Erfahrung gemacht, je anspruchsvoller das Cover und überzeugender der Klappentext, egal wie übertrieben der ist, umso öfter der Griff nach dem Buch!
Mag sein, dass ich hier Glück hatte? Oder meine Testleser ein Faible für Kitsch gar, „es ist schöm anzusehen und macht sich bestens im Regal“ haben oder bevorzugen? Mein Credo ist und bleibt einen ansprechenden Roman zu schreiben, der die breite Masse überzeugt.
Für Kritiker die nichts anderes im Sinn haben, den Roman bis ins Detail zu zerflattern, bin ich Dàccord mit den Krawatten im Schrank.
Bitte nicht böse sein. Nur ein kleines Beispiel!

Der Klappentext:
Chaos und Unglück beherrschen das Leben der Lissy Joiner. Ein Ausweg ist für sie nicht in Sicht. Ein folgenschwerer Entschluss führt sie ins Land der aufgehenden Sonne. Dort entfesselt sie den Dämon des Todes, der sie fortan begleitet. Und zu allem Überfluss stolpert sie mitten in die Welt der Yakuza. Ihr Schicksal scheint besiegelt zu sein.

Eine junge Frau auf Irrwegen in fremden Welten. Am Ende ist es die Wechselhaftigkeit des Lebens, die beweist, dass im Unglück immer Glück verborgen liegt.

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Wenn ich einen Rückblick aus dem Präteritum schreibe, dann muss er - grammatisch korrekt - im Plusquamperfekt stehen. Das sollte jeder Schreiberling wissen. Aber Regeln dürfen auch gebrochen werden, um der Sache dienlich zu sein. :wink:
Ich will nicht bei jedem Rückblick eine Jahreszahl angeben oder den Schriftgrad ändern. Wozu auch? Es gibt elegantere Lösungen, wie ich oben anführte. Und ein längerer Rückblick im Plusquamperfekt liest sich leider sperrig. Das hat die deutsche Sprache so an sich. :wink:
Anbei: Ich gebe es langsam auf, hier irgendwelche Textarbeit oder Vorschläge anzubieten. Egal was ich schreibe, sofort kommt jemand und konterkariert meine Beiträge mit Argumenten, quasi aus dem Bauch heraus. Ob es sich um Füllwörter, Adjektivschwemme, dass-Konstrukte oder sonstwas Überflüssiges handelt, es ist immer dasselbe. Verfasse ich, wie in früherer Zeit häufiger, eine ernsthafte Textarbeit, dann wird mir fehlende Nettigkeit bis hin zu aggressiver Rede vorgeworfen. Das habe ich nicht notwendig.

Dem literarisch unbedarften Leser ist das vielleicht egal. Sicher auch dem Hrn. Jeff Bezos. Auf Amazon u. Co. könnte ich selbst das Wiener WC-Verzeichnis mit einem farbenprächtigen KI-Cover, nebst Prolog und Klappentext hochladen und es „Spannende, öffentliche Toiletten der der österr. Landeshauptstadt nennen“, es würde erscheinen. Das macht SP ja so bequem. :sweat_smile:

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Besucht man nicht deshalb ein Diskussionsforum?

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Sorry nur ein Beitrag zur Diskussion. Dachte ja nicht, dass man so feinfühlig reagiert. Meine Meinung ist, dass der Spaß am Schreiben Vorrang hat. Und nicht in die Ernsthaftigkeit der deutschen Rechtschreibung untergeht. Jeder darf sich seine Hürden beim Schreiben selbst aussuchen. Also, nehmt mich nicht ernst, sondern auch selbst.

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So lange du keine Bücher veröffentlichst, hast du absolut recht damit, dass für dich der Spaß am Schreiben Vorrang haben sollte.
Bloß, wenn jemand Bücher veröffentlicht, wollen die Leser eben auch Spaß am Lesen haben, das kann dann schon mal zu Interessenskonflikten führen.

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Aber sicher. Gute Sprache in einem Roman zeichnet sich dadurch aus, dass sie mich nicht aus dem Lesefluss herausreißt.

Stoße ich auf die dritte, vierte gruselige (oder auch nur „ungewöhnliche“) Konstruktion, fliege ich aus der Geschichte - und lege das Buch weg.

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Das ist grundfalsch. Der Spaß des Schreibers ist dem Leser völlig egal und wir schreiben hier für Leser! Wenn du das anders siehst, bist du leider vermutlich am falschen Ort. Wer sein Hobby, seinen Beruf ernst nimmt, kann unmöglich diese Aussage treffen. Wir wollen alle gelesen werden. Falls du nur deinen Spaß am Schreiben hast, verbinde dir doch die Augen und tippe blind. Sich Geschichten auszudenken und dabei Befriedigung zu empfinden, ist schön und gut. Aber sie sollten schon auf Lesbarkeit und Vergnügen beim Lesen ausgerichtet sein. SPler, denen der Spaß am Schreiben wichtiger ist als dem Leser Spaß zu bieten, handeln verantwortungslos gegenüber den Käufern und den vielen anderen SPlern, die dadurch mit in Verruf geraten.

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Ich würd’s kaufen, falls ich in Wien bin, und mal muss… :joy:

Nein, bitte nicht liebe Manuela!

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Mir geht das ähnlich. Wenn ich zu oft im Lesefluss hängen bleibe, war’s das. Und hängen bleiben kann ich nicht nur bei „ungewöhnlichen Konstruktionen“, sondern auch bei inhaltlichen und bei typografischen Fehlern und Mängeln.

Im Moment bin ich mir nicht sicher, dass ich „22 Bahnen“ durchhalten werde. Wörtliche Rede ohne Anführungszeichen mag modern sein, aber schön zu lesen ist es nicht. Wenn ich das Buch selbst hätte kaufen sollen und hätte vor dem Kauf reingelesen, dann wäre es liegengeblieben.

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Gibt es auch ein Vorwort oder einen Prolog? :grin:

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Ich habe das Buch aus diesem Grund bisher nicht gelesen. Es wirkt für mich zu gewollt originell - schaut her, wie innovativ ich bin! Das stört mich.
Es mag seine Berechtigung haben - die Kritiken und Rezension sprechen ja für das Buch. Für mich ist es nichts.
Den Film habe ich aber gesehen.

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Zumindest beim großen A kann man sich das als Autor nicht aussuchen, da bekommt man als Leseprobe automatisch die ersten 10% des Buches.

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Oh, 10 % sind ganz schön viel, oder?
Autoren von umfangreichen Fachbüchern sind vermutlich wenig begeistert, wenn durch die Leseprobe jeder (auch KI) den Zugriff auf die ersten 50 Seiten oder so haben kann.

Aber der Punkt bleibt bestehen, dass der Autor dann nur diesen Teil sorgfältig lektorieren lassen könnte und den Rest vielleicht nicht.

Das kommt mir etwas theoretisch vor. Was hätte der Autor denn davon? Wenn ein Buch vorne lektoriert ist und hinten nicht, riskiert er es ja, den Leser (für immer) zu verprellen und niedrige Sterne zu sammeln.

Das kann eher einem Verlag passieren, bei dem nur der Anfang (den man einschickt) lektoriert und der Rest des Romans noch in Rohschrift ist :smiley:

Es gibt natürlich Sachen, die manchmal erst spät im Buch auftauchen, die ich als Überraschung zähle. (ich wurde heute in einem Roman persönlich angesprochen als „Lieber Leser“ und das hat mich halt rausgerissen / oder wenn am Ende des Buches der Protagonist stirbt)

Also wenn man groß ist (wie heute gesehen bei J. D. Robb) dann kann man es sich aussuchen. Nur wir armen SPler nicht. Aber bei dem Buch (Link) hört sie Leseprobe mit einem fiesen Cliffhänger (sic!) auf. Seht selbst. Wenn man nur groß und wichtig genug ist. Kann natürlich Zufall sein, aber mir ist das ein merkwürdiger Zufall. Nicht nur nach Plot schreiben sondern auch noch nach zehn Prozent einen Cliffhänger reinhauen, traue ich ihr weniger zu, als bei Amazon und eine Gefälligkeit zu bitten. Wahrscheinlich nimmt der Verlag eine selbstproduzierte Leseprobe (PDF) und zwingt Amazon, die für alle Ausgaben des Bandes zu verwenden. Bei meinem ersten Roman hat Amazon auch die PDF-Leseprobe genommen, die ich meinem Distributor (Nova MD) zur Verfügung gestellt hatte.

… interessant, ich hatte ein ähnliches Störgefühl. Und das Buch nach der ersten Bahn im Nicht-Weiterleser-Becken beendet.

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