Kurzbesprechung "Alchemised" von SenLin Yu

Bei all den genannten Autoren gibt es eine Handlung. Selbst wenn da auch Folter und Verstümmelung vorkommen, sie sind nicht das tragende Element der Story.

Alchemised besteht eigentlich nur an aneinandergereihten Scheußlichkeiten, darüber hinaus ist es ziemlich langweilig, weil sonst nichts passiert.

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Ja eben. Das meine ich ja mit der Art.

Ja, ich weiss. Und gefällt mir genauso wenig. Bei denen wirds aber als Verbrechen dargestellt und nicht als sexueller Kick.
Btw: Derzeit läuft gerade die Orange-the-World-Kampagne der UN-Frauen. Was das ist, könnt ihr googeln, wenn ihr wollt.

Also ich habe gerade reingelesen und muss sagen: Folter, Folter, Folter

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Ich hab mir die Leseprobe angetan und muss sagen: Ich weiß auch nach 139 Seiten nicht, was das soll. Irgendwas mit abgrundtief bösem Antagonisten, der sich freut, die Protagonistin brechen zu dürfen.

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Ich werde gar nicht erst reinlesen. Wollte nur zu bedenken geben, dass man nicht pauschal sagen kann: Vergewaltigung ist verboten und darf deshalb nicht Bestandteil einer Geschichte sein. Vielleicht habe ich es auch falsch ausgelegt.
Letztendlich ist es mir egal, denn ich werde das Buch sowieso nicht lesen.

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Nein Suse, darum gehts hier überhaupt nicht.
Aber Vergewaltigung als etwas darzustellen, was zu großer Liebe führt, das finde ich das Allerletzte!

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Genau darum geht es…Die Perversion zu normalisieren

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Da gebe ich dir vollkommen Recht.

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Genau!
Deswegen darf man doch trotzdem darüber schreiben, oder?

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Absolut. Manchmal muss man sogar (wie ich in meinem Roman).

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Ich hatte das schon irgendwo mal auf deutsch gelesen, ich glaube also eher, dass es dabei um die Einnahmen der gesamten Filme ging, bin mir aber nicht ganz sicher.

Brrr, brrr, brrr…

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Da schließe ich mich an.
Leider schnappt da zuoft das Stockholmsyndrom zu,

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Findet diese Art Diskussion, wie wir sie hier führen, denn in den Foren der „Zielgruppe“ statt?
(Ich mache mir nichts vor - ich als 54 yrs old white man, bin es nicht.)
Denn (gewagter Twist) dann träte etwas völlig neues ins Blickfeld. Vergewaltigungen werden als solche benannt oder dargestellt, nicht mehr als romantisierte Variante.
Gewalt ist Gewalt, nicht mehr als Verführung getarnt. Diebstahl der persönlichen Rechte, bis hin zur Person selbst. Das wäre brutal ungeschminkt.
Selbstenttarnung im Genre quasi.

Nicht falsch verstehen. Ich billige nicht alles, hab es nicht einmal gelesen. Ich versuche nur Blickwinkel zu wechseln, um etwas zu verstehen.

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Kann nicht sein. Tausend Milliarden Einspielsumme sind absurd. Eine Milliarde hingegen klingt realistisch. Nochmal: In der Regel resultiert das aus einem Übertragungsfehler aus dem Englischen. Passiert erschreckend häufig.

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Ich habe denn tatsächlich mal in die Leseprobe hineingelesen. So etwa die ersten 10-12 Seiten denke ich.

Meine Gedanken waren am Anfang: Aha, sehr wie Matrix, na gut. Die Grundidee fand ich dennoch erst einmal tragfähig. Die Sache mit dem General, der als Wiederbelebter seine Frau verspeisen muss, war für mich eine wenig inspirierte „Weiterdrehe“ der Totenbeschwörer als Gegner. Nur dass ich gedacht habe, wiederbelebte Tote werden doch normalerweise zu Zombies oder ähnlichen Untoten. Meist mit deutlicher Wesensveränderung (vorsichtig ausgedrückt). Für mich läuft damit die Idee einer besonders brutalen Folter irgendwie ins Leere. Jedenfalls für den General. Für seine Frau …, nun ja, mag man nicht dran denken. Insgesamt hat mich die Szene eher mit einem Fragezeichen über dem Kopf zurückgelassen, als dass mich die Story da gepackt hätte.

Vor allem ist für mich die Protagonistin aber nicht glaubwürdig. Die ganze Erzählung der Vergangenheit zündet einfach nicht. Ich meine, die Frau hat das verloren. wofür sie gekämpft hat. Sie wurde besiegt. Alle ihre Freunde und Weggefährten wurden getötet oder verhaftet. Sie wurde irgendwie eingekerkert (in eine Nährlösung oder so, ich hab die Einzelheiten doch glatt schon wieder vergessen). Jedenfalls war sie über Monate (oder sogar Jahre?) gefangen, aber bei Bewusstsein. Und dann holt man sie da raus und sie ist eigentlich ganz cool drauf. Das passt doch nicht. Das ist einfach schlecht erzählt, finde ich.

Andererseits ermöglicht mir diese Erzählweise, einen recht großen Abstand zur fiktiven Handlung zu behalten. Was mich die Abscheulichkeiten leichter ertragen lässt. Vielleicht geht das ja auch der Zielgruppe so.

Für mich ist der Abstand zur Erzählung allerdings so groß, dass ich nach den erwähnten 10 oder 12 Seiten keine Lust mehr hatte, noch weiterzulesen. Es hat mich einfach zu sehr gelangweilt.

@michel : Ich muss sagen, nach meinem Eindruck steht bei den kontroversen Szenen sicher eher die Effekthascherei im Vordergrund, als fundierte Gesellschaftskritik. Aber fairerweise muss ich eben zugestehen, dass ich nach (in etwa) 10 von 1000 Seiten sicher kein abschließendes Urteil fällen kann.

Zur gesellschaftlichen Relevanz fällt mir ein, dass die jungen Menschen, die es schaffen 1000 Seiten sinnerfassend zu lesen, wahrscheinlich auch zwischen Fiktion und Realität - zumindest grob - unterscheiden können. Mehr Angst machen mir tatsächlich junge Menschen, die praktisch nicht mehr lesen und die Insta-Videos sofort weiterklicken, wenn mal 2 Sek. kein schneller Schnitt erfolgt.

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Dein Kommentar holt mich komplett ab.
Er ist wertend, ohne den Raum für Interessierte zu nehmen.

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Wenn du dich auf meinen Posting beziehst, sage ich vielen Dank.

Wenn nicht: :disappointed:

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Ja, du hast für mich alles gut auf den Punkt gebracht. Zu 100%.

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