Das ist ja ein Trend, den es schon seit vielen Jahren gibt. Meiner Meinung nach sorgt Social Media dafür, dass die Menschen immer weniger empathisch sind. Wahrscheinlich ist das alles komplexer, aber ich denke Soziale Netzwerke und damit einhergehend, der veränderte Umgang miteinander, haben einen gewissen Anteil daran.
Zu 100%…
Der übliche circulus vitiosis von Toleranzentwicklung und Dosissteigerung, liebe Frau Kollegin. Sowas passiert, wenn man TV und Internet als Babysitter anheuert und die Kinder damit alleine lässt. Dann lesen sie mit 12 Vergewaltigungsfantasien, haben mit 13 ihren ersten Gangbang und mit 15 den zweiten Parasuizid. Ich habe sie gesehen, Tanja, ich sehe sie noch heute. Jeden Tag in der S-Bahn, am Schulhof, im Jugendzentrum. Ich möchte schreien, aber selbst wenn ich schriee, wer aus der Engel Ordnung, hörte mich denn …
Es sind aber nicht nur Jugendliche, die das Lesen… Auch erwachsene Frauen und da frage ich mich: Gehts noch?
Facebook gibt es bspw. seit etwa 15 Jahren in Deutschland. Rechne zurück …
Ich habe folgenden kurzen Beitrag zum Thema Linguistische Erosion bei Instagram gesehen und möchte behaupten, dass dieses Phänomen der menschlichen Anpassung bis hin zur Rückentwicklung in noch etliche andere Bereiche reicht und u.a. zum dem führt, was uns diese Art der ‚Literatur‘ beschert.
Ich bin von Folgendem überzeugt:
Prometheus hat uns nicht das Feuer gebracht, um Essen zu kochen oder wilde Tiere fernzuhalten. Er brachte es, damit wir ein Stückchen verbranntes Holz aus der Asche ziehen und Geschichten an Wände schreiben. Das und nichts anderes war der Grund.
Der Preis dafür ist nun mal, dass man uns wieder und wieder die Leber aus unserem Leib reißt …
Prof. Alke Martens folge ich schon eine ganze Weile auf Insta. Eigentlich seit ihren allerersten Posts. Unbedingt anhörenswert! Das nur nebenbei als kleiner Hinweis ![]()
Ich würde vorschlagen, lies einfach mal in die Leseprobe rein und bilde dir selbst ein Urteil.
Tja, Wie würdest du es bezeichnen, wenn in einem Roman sich ein weibliches Opfer unsterblich in ihren Peiniger verliebt? Welche Schlüsse werden damit an eine junge, unerfahrene Leserschaft vermittelt?
Ich hatte gerade eine blöde Assoziation. Ist das nicht in etwa die Kurzfassung von „Die Schöne und das Biest?“
Kann so etwas eine Rolle spielen? Also Transformation böse zu gut? (Auf einem pervertierten Level).
Vielleicht sollte ich tatsächlich die Leseprobe prüfen. Ich habe mich ernsthaft auf die Warteliste des Hörbuch gesetzt (kostenfrei öffentliche Bücherei). In 4-5 Wochen gebe ich dem Ding mal zwei Stunden, falls ich das aushalten kann.
Beim Phantom der Oper ist die Geliebte auch nicht freiwillig in seinen Händen. Aber es ist dennoch eine unglaublich schöne, wenn auch tragische Liebesgeschichte.
Man kann also wirklich kein Urteil fällen, ohne das Werk gelesen zu haben. Leider habe ich so gar keine Lust, auch nur einen Teil des Textes zu lesen.
Beim Phantom der Oper geht es um jemanden, der seinem Entführungsopfer niemals ein Haar krümmen würde und es aus freien Stücken gehen lässt. Sie verliebt sich nicht in ihn, nachdem er sie entführt hat, im Gegenteil, sie entliebt sich von der Stimme, weil sie dem Hässlichen, dem gegenüber anderen Gewaltbereiten ausgesetzt war. Völlig anderes Setting.
Aber zu den LeserInnen von diesen Gewaltversüßungen. Bei Fourth Wing bekam ich schon Krämpfe, nicht nur wegen der dauerhorny Protagonistin, sondern der enthirnten Military Story. Ich kenne aber Leserinnen, die sagen: 1. Die Drachen sind süß. 2. Der Bösewicht ist gar nicht so böse. 3. Die Darstellung des Sex ist so unfassbar übertrieben, dass es Spaß macht, es zu lesen.
Vielleicht haben die Leserinnen von Alchemised die Trennung zwischen Fiktion und Realität einfach anerkannt, etwas, das wir ihnen nicht zugestehen (ich auch nicht, ich halte die für leicht angebrannt). Ob man nun auf Torture Porn „Romance“ schreiben muss, ist für mich die Frage … Fragwürdiges Marketing.
Bei all deinen Argumenten muss ich dennoch sagen, dass wir uns kein Urteil erlauben können, wenn wir nicht einmal die Leseprobe gelesen haben (so wie ich).
Wie gesagt, es kommt dann eben darauf an, wie es erzählt wird.
Das wird nicht der erste Roman sein, in dem das Stockholm-Sydndrom thematisiert wird.
Nein, es kommt auf die geistige Reife des Lesenden an. Das Stockholm-Syndrom ist ein behandlungswürdiger Zustand und eine Vergewaltigung ist ein Verbrechen. Das kann man nicht schönschreiben.
ja, ich glaube die Billion die ich im Kopf hatte gingen um die kompletten einnahmen der Harry Potter Franchise. Laut google hast sie „nur“ um die 920 Millionen und macht im Jahr etwa 70 Millionen in Moment. Nicht so viel wie eine Billion aber ich glaube es geht ihr trotzdem nicht ganz schlecht ![]()
Dem muss man fairerweise entgegenhalten, dass Mord auch ein Verbrechen ist und dennoch viele Leser gut durch Kriminalfälle unterhalten werden. Es kommt eben doch auf die Darstellung an.
Da hasse wohl recht
