Kurzbesprechung "Alchemised" von SenLin Yu

Türstopper! :star_struck:
Ach nee…
PFERDE! :heart_eyes:

Nein. Dieses Mal wäre ich tatsächlich an der Türstopper :star_struck:-Geschichte interessiert. Pferde hab ich selber.

Oh wie toll. Du hast Pferde??? Und da findest du noch Zeit zum Schreiben?

Ja. Sie sind in Rente.

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Danke, Suse und michel – ich sehe schon, die Türstopper‑Fanfiction muss geschrieben werden. Pferde inklusive.

Ich sehe bei Alchemised drei eingebaute Schutzfunktionen, die fast schon wie unfreiwillige Jugendschutzmaßnahmen wirken:

  • Triggerwarnungen – der offizielle Schutzschild.
  • Über 1000 Seiten Umfang – die physische Barriere, die Gelegenheitleser abschreckt.
  • Plumper Stil – der psychische Schutz, weil man gar nicht tief genug eintauchen kann, um wirklich verroht zu werden.
    Wenn man will, kann man noch zwei Bonus‑Features hinzufügen:
  1. Türstopper‑Funktion – wer das Buch zum Blockieren von Türen benutzt, bleibt garantiert unversehrt.
  2. Das müde Pferd – statt uns durch Imagination zu tragen, bleibt es im Stall der Klischees stehen.
    Kurz gesagt: schlechte Kunst schützt besser als gute – und Alchemised ist damit vielleicht das sicherste gefährliche Buch der Saison.
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Es scheint ja wirklich ein ganz und gar „tolles“ Buch zu sein. Schade, dass mit schlechtem Stoff oft viel Geld verdient wird. Ob es Alltagsgegenstände betrifft, die sofort kaputtgehen oder Filme, die null Handlung und schlechte Schauspieler beherbergen oder Musik wie Schni-Schna-Schnappi und Konsorten. Manchmal denke ich, warum presche ich nicht mit einem Unsinn nach vorn?

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Ich hab einen Teil nur überflogen, aber auch in der Buchbubble sind die kritischen Stimmen zu dem Buch sehr laut und deutlich. Dummerweise lockt das dann aber erst recht die „ich will wissen,was dahinter steckt“-Fraktion aus ihren Löchern in die Buchhandlungen.

Ich bleibe Fraktion „ne, das les ich nicht, danke“.

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Ich glaube es kitzelt auch an der Ehre eines Schriftstellers. Wir alle wünschen uns und unseren Freunden Erfolg. Fiebern mit, wenn jemand eine Lesung hält oder vielleicht sogar in einen Verlag unterkommt.
Wir feilen an jedem Satz, lesen Ratgeber und holen uns Feedback.

Wenn aber jemand mit mäßig geschriebener Fan Fiction, in der es um Gewaltphantasien gegenüber Hermine und in einer badboy Romanze zu Draco geht (Wie findet Rowling das eigentlich?) - Nur Protagonisten und Setting etwas verfremdet aber Zwinker-Zwinker, es veröffentlicht und damit Erfolg bis zum Film hat. Dann ärgert das, weil es doch die absolute Zufälligkeit von schriftstellerischen Erfolg unterstreicht bzw. den enormen Einfluss von Macht (Durch Geld oder Werbung)

Aber ich ärgere mich nicht zu viel. Denn ich glaube fest daran, dass gute Literatur (und auch gute Unterhaltungsliteratur) vom Leser intuitiv erkannt und geschätzt und im besten Fall mit den Freunden geteilt wird.

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Man merkt dem Buch absolut nichts von seiner Harry-Potter-Herkunft an, weder stilistisch noch vom Inhalt her.

Mir fällt nur auf, dass seit einiger Zeit Gewalt ein sicherer, wenn nicht gar der einzige Garant für überwältigenden Erfolg ist.
Mit den Tributen von Panem fing es an (wobei das ja noch eine Handlung hat, bei der die Gewalt nicht das tragende Element ist), dann Rebecca Yarros’ Flammengeküsst - Reihe, bei der es schon härter zur Sache geht - und jetzt das hier, das bisher schlimmste, was auch noch nicht besonders gut geschrieben ist.

Wie zum Geier wollen die das nur verfilmen?

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Viele NA/YA Booktok Bücher die großen Erfolg haben sind ja auch einem ähnlichen Level.
Da ich selber noch nichts veröffentlicht habe, kitzelt es nicht wirklich an meiner Eher sondern eher an meiner Liebe für gute Bücher und tolle Welten.
Ich finde es schade, weil es so viele gut durchdachte und geschriebene Geschichten gibt die so viel weniger Aufmerksamkeit bekommen.
Inzwischen ist Marketing wichtiger als die Qualität des Buches und es wird wahrscheinlich auch nicht besser werden in Zukunft.

Nicht zu vergessen der Name - hast du nen bereits bekannten Namen (muss nicht mal als Autor sein) ist dein Buch mit großer Wahrscheinlichkeit ein Knaller - selöbst dann, wenn du es nicht selbst geschrieben haben solltest.

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Ich habe mir ebenfalls die Anfänge der Leseprobe von Alchemised gegönnt und nach wenigen Seiten abgebrochen. Warum? Ich weiß einfach nicht, was ich mit diesem Werk anfangen soll. Die Sprache ist so schlicht und primitiv gehalten, dass man sich fragt, ob hier nicht eine KI mit einem schlecht formulierten Prompt die wahre Urheberin ist.

Die Metaphorik ist mehr als grenzwertig: (…) „steckte das Licht noch immer in ihrem Schädel“ – na klar, das Lichtschwert von Darth Vader,
die Übersetzung gruselig: (…)„da muss jemand die Dosis verhauen haben“ – ah ja, man „verhaut“, die Dosis. Kann man sie ggf. auch schlagen? Würde doch viel besser passen,
Logik ist nicht vorhanden: „Luft drang in ihre Lunge, und sie zog sich zusammen, stieß die Flüssigkeit wieder aus.“
So nebenbei: Luft wird bei ca. -193° C flüssig. Die Heldin respektive ihre Lunge als Kältemaschine verdienen meine Bewunderung.
All diese wunderbaren Dinge werden dem geneigten Leser schon in Kapitel 1 auf der ersten Seite zugemutet.
Spannung? Fehlanzeige. Wozu auch?

Ich habe dann die Lektüre dieses Werks von erhabener Schlichtheit abgebrochen und fühle mich bei dem ganzen Hype um diesen Beitrag zum Waldsterben (1012 Seiten aus Papier) in einer alten Weisheit bestätigt:

Marketing ist die geistige Durchdringung des Nichts.

Das ist mit Alchemised mal wieder auf eindrucksvolle Weise gelungen.

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Solche Unsinnigkeiten finden sich haufenweise in Literatur und Film. Im Blockbuster „Der Marsianer“ wird gleich am Anfang von einem Sturm auf der Marsoberfläche schwadroniert, der die Rakete umwerfen könnte. Deshalb der eilige Aufbruch, deshalb die Zurücklassung eines Astronauten, deshalb sein Überlebenskampf, der den gesamten Plot trägt. Allerdings gibt es auf dem Mars so gut wie keine Atmosphäre. Somit auch keinen Wind oder gar Sturm. Ohne diesem Unsinn würde der gesamte Plot zusammenbrechen.

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Witzig - :sweat_smile: das ist mir gar nicht aufgefallen. Der Mars ist ja bekannt für seine Staubstürme, aber ob die Winddruck haben ist eine Frage. Mir gefiel der Film. Ich habe als Biotechniker etwas gerätselt, ob er auf seine Weise wirklich fruchtbararen Boden erzeugen kann. Aber sonst - ich fragte mich eher bei einem anderen SciFi wer auf die Idee käme, ein einem Sonnensystem mit schwarzen Loch zu siedeln. :grin:

Staubstürme auf dem Mars erreichen durch die dünne Marsatmosphäre (ca. 1,2 % der Dichte der Erdatmosphäre hohe Windgeschwindigkeiten um die 100 km/h, allerdings nur einen geringen Winddruck. Ihre Intensität ist also viel geringer als die von Stürmen auf der Erde. Sie können sich jedoch über große Flächen ausdehnen und sogar den gesamten Planeten einhüllen.
wikipedia org/wiki/Staubsturm_(Mars)

Die Ergebnisse zeigen, dass die Staubteufel und die sie umgebenden Winde auf dem Mars mit Geschwindigkeiten von bis zu 44 m/s, also rund 160 km/h, auf dem ganzen Planeten weitaus schneller werden können als bisher angenommen (vorherige Messungen auf der Oberfläche hatten ergeben, dass Winde grösstenteils unter 50 km/h bleiben und – in seltenen Fällen – maximal 100 km/h erreichen können).
mediarelations.unibe.ch/medienmitteilungen/2025/medienmitteilungen_2025/rasende_winde_auf_dem_mars/index_ger.html

Hast Recht, @Milar. Ich hab natürlich auch recherchiert. Aber diese Luftbewegungen der extrem dünnen Atmosphäre haben kaum Winddruck und können von daher keine tonnenschwere Rakete umwerfen.

Unabhängig davon hat das Buch verdammt viel richtig gemacht: es unterhält von dem ersten Satz an!

Ich bin aber auch jemand, der damit leben kann dass in Büchern Außerirdische kommunizieren, Tote wandeln, Monster herumgeistern und Geister herummonstern.
Und Robinson, der nackt zu seinem Schiff tauchte und mit Taschen voll Zeug zurückkehrt hab ich (und die Literaturkritik) auch verziehen… :innocent:

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Was hast du gegen Darth Vader? :rofl: :joy:

Ja, wenn es gut verpackt ist. Immer. Aber es muss eben gut verpackt sein.

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Genau das fand ich im Marsianer absolut gegeben. War für mich der beste SciFi Roman seit Jahren. Ein wenig Robinson meets McGyver, viel Humor, eine einzige Überlebensquest… stilistisch schnell und kurzweilig. Also ich fand es extrem gut - da kaufe ich auch eine abgerissene Satellitenschüssel, die den Prota verletzt.

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