Viele meinen offenbar immer noch, dass drei Klicks genügen und schon spuckt die KI ein tolles Cover aus.
Dem ist nicht so!
Um auch nur annähernd gute Ergebnisse zu bekommen, muss man der KI erstmal klarmachen, was man haben will. Das ist das berühmte Prompting. Und weil die Möglichkeiten mittlerweile beinahe schon unendlich sind, muss die Vorgabe so genau wie möglich sein. Promts, die eine halbe Din A 4 Seite füllen, sind völlig normal, oft sind es sogar noch mehr. Dazu kommt, dass sich da bereits eine eigene Terminologie und Befehlskürzel entwickelt haben.
So bezeichnet z.B. --c das ‚Chaos‘, also wie stark das Ergebnis variiert. Mit --s wird eine Art von Ästhetik generiert, --r steuert Fotorealismus, --ar das Seitenverhältnis - und von diesen Befehlen gibts noch eine ganze Menge mehr. Zudem müssen sie auch noch mit Werten versehen werden.
Dazu kommen dann die Prompts, also was überhaupt auf das Bild draufsoll und was nicht, ob ein besonderer Stil angewandt werden soll, welche Atmosphäre und und und.
Und selbst dann, wenn man sich mit alledem schon sehr gut auskennt, muss man in den meisten Fällen diverse Durchläufe machen lassen, ein halbwegs gelungenes Ergebnis als Basis nehmen und daraus weitere Versuche generieren, Prompts leicht abändern etc, bis man endlich etwas hat, was man verwenden möchte.
Allerdings ist es damit noch nicht getan, jetzt kommt das Feintuning in einem Bildbearbeiter wie Photoshop oder Affinity. Hier werden jetzt einzelne Elemente zusammengefügt, besondere Beleuchtung und sonstige Filter angewendet, Freistellungen und Zuschnitte gemacht und auch hier u.s.w.
Etwas Ahnung, welches Genre was für Elemente verlangt, sollte man schon haben, genauso wie man das alles optimal zusammenbaut.
Zum Schluss braucht so ein Cover natürlich Titel und ggf. Untertitel, den Namen des Autors und evtl. das Genre. Auf die Rückseite soll der Klappentext und auch der Buchrücken muss entsprechend gestaltet werden.
Man benötigt dazu nicht nur Lizenzen für die verwendeten Fonts, sondern sollte auch
hier etwas Ahnung von grafischer Gestaltung haben, was da in welcher Größe mit welchen Abständen wo platziert werden soll.
All das kann man lernen, auch in online-Kursen oder aus Büchern, aber es kostet natürlich auch Zeit und Geld.
Da ist man unterm Strich oft verdammt froh, wenn einem die KI einen Teil der Arbeit abnimmt - und es nicht die Welt kostet.