Gleich so ein Brandsatz im Gepäck Was machen wir nur mit den überflüssigen Essern …
Ich sehe die KI Entwicklung positiv. Deine Fragen sind durchaus berechtigt, sprengen aber „Ki Cover (ja/nein)“ und sind eher in einem politischen/philosophischen Forum angebracht im Sinne „KI und Kapitalimus - werden wir jetzt alle eingespart?“
Das muss nämlich nicht so sein. Ein sozialer Staat könnte KI nutzen, um Bildung in die entlegenden Ecken der Welt zu bringen. Oder die Forschung voran zu treiben. Obwohl Deutschland in bestimmten Gebieten (die wirtschaftlich nicht interessant und daher von anderen staaten kaum gefördert werden, wie z.b die Biologie Grundlagenforschung) kann KI helfen die Leute stark zu entlasten. Aktuell werden von Forschenden 40% der Zeit verwendet, um Projektanträge zu schreiben, statt zu forschen. Wäre doch was, wenn die Ki es auf 5% verkürzt. Natürlich wird ein Amt dann auch eine KI zum Bewerten verwenden, und irgendwann reden nur noch Ki´s miteinander. Lol
In meiner Romanreihe (Mad Max style) Paladinsöldner ist Ki beides. Freund und Feind. Kann schon sein, dass sie mit Hilfe einer Pseudoreligion Menschen in gewissen Landstrichen „unter Kontrolle hält“, da ihre Aufgabe es ist, nicht, dass es den Menschen ‚gut‘ im Sinne ‚Weiterentwickeln‘ geht, sondern nur, ihn am Leben zu erhalten. Mit allen Mitteln
Was immer wieder erstaunlich ist: Wie stark der Opportunismus in der Breite ausgeprägt ist und wie unreflektiert und bereitwillig man Dinge aufnimmt. Hauptsache mit dem Strom schwimmen, scheint hier der innewohnende Antrieb zu sein.
Selbst konservative Schätzungen gehen von über 60 Millionen Arbeitsplatzverlusten weltweit im Jahr 2026 aus, bedingt durch die KI. Die Sozialsysteme wird’s freuen. Und das ist erst der Anfang.
Es wird mithilfe der KI zwar schneller und effizienter produziert werden, doch die Abnehmer brechen einem weg. Sie können sich die wunderbaren vielen Erzeugnisse, die ihnen die KI beschert, schlicht und einfach nicht mehr leisten.
„Luddisten“ kannte ich ja noch gar nicht. Du meinst nicht vielleicht Lundisten? Oder Ludditen? Aber sicher nicht Nudisten, oder?
Auf absehbare Zeit wird es niemanden geben, der eine KI so bedienen kann, dass sich sein Werk mit einem meiner Kapitel messen lassen kann. Sie glauben es natürlich, genauso wie sie vorher geglaubt haben, etwas Leserliches zu schreiben.
Vielleicht solltest du dich, bevor du das so annimmst, einfach mal ein paar Beiträge lesen. Und du scheinst der Meinung zu sein, die ‚Welt retten zu können‘, indem man einfach viel Geld in die Hand nimmt, um Handwerk (dass auch dem Wandel unterlegen ist und du irgendwann nicht mehr von KI-Work unterscheiden kannst) zu bezahlen? Ein sehr elitärer, nicht fertig gedachter Gedanke, wie mir scheint.
Ein Brandsatz? Keineswegs, ich neige nicht dazu, zu radikalisieren.
Sagen wir besser eine Willkommenstorte mit Wunderkerzen, statt einem Brandsatz.
Deine hypothetischen positiven Einsätze der KI sind lobenswert. Wenn sie, die KI, tatsächlich auf entlastende und sinnvolle – oder verkürzt – dem Menschen dienliche Weise eingesetzt wird, ist ja nichts dagegen einzuwenden. Allein der Glaube fehlt, zumindest bei mir.
Und meine kritische (mitunter drastisch kritische) Position will ich mir nicht schönreden lassen,
zumindest solange nicht, bis mich die weitere Entwicklung eines besseren belehrt. Und diese Haltung sollte ja noch in einem Diskurs gestattet sein, oder nicht? Sagen wir doch einfach mal, wir ziehen 2030 Bilanz, das sollte genügen. Dann kann man ja einen ersten Kassensturz wagen.
Ist das nicht ein Widerspruch zu deinem Text auf deiner persönlichen Startseite im Forum? Da steht:
Hallo, ich habe mir gedacht, es gibt so wenige Schriftsteller, da müsste es doch ein Leichtes sein, sich durchzusetzen. Bis jetzt stimmt es noch nicht.
Ich würde gerne mal etwas von dir lesen. Welches Buch kannst du mir da empfehlen?
Man sollte sich immer wieder dieses Klassiker-Zitat vor Augen halten:
»Beurteile ein Buch nie nach seinem Umschlag.«
Doch es verliert mehr und mehr an Bedeutung. Die heutigen Verpackungen – nichts anderes sind Buchumschläge ja – versprechen in der Regel mehr, als ihr Inhalt halten kann. Vom Standpunkt des Marketing wurde ja alles richtig gemacht, wenn ein Buch aufgrund des Umschlags gerne genommen wird. Aber ist und bleibt es nicht eine Mogelpackung, wenn Äußeres und Inneres derart divergieren? Auch dieser Umstand scheint den meisten Käufern egal zu sein, sie fallen ja immer wieder darauf herein. Sie erliegen der Gleichschaltung, wenn man so will. Und das immer wieder aufs Neue, sonst würde diese Masche ja nicht weiter verfolgt werden werden.
Es gibt ein Buch von einem Autor namens John O’Brien. Es nennt sich „Leaving Las Vegas“. Mike Figgis, der Regisseur und Drehbuchautor des gleichnamigen Films, entdeckte dieses Buch zufällig in einem kleinen Bücherladen in irgendeiner US-Stadt, ich weiß leider nicht mehr in welcher. Gerade weil das Cover so schäbig war und so gar nicht mit den anderen hübschen Covern vergleichbar, zog es sein Interesse an. Bis dahin war das Buch ein Ladenhüter. Figgis war von dem Plot begeistert, schrieb das Drehbuch zum gleichnamigen Film und führte auch Regie. Besetzt wurde der Film mit Nicolas Cage und Elisabeth Shue. Was dabei herauskam, ist einer der bewegendsten Filme, die ich je gesehen habe und er heimste sogar einen Oscar für den Hauptdarsteller ein (obwohl diesen Oscar genausogut Elisabeth Shue verdient hätte).
Ich habe das Buch in der deutschen Übersetzung gelesen; es ist grauenhaft, doch das kann nur an der schlechten Übersetzungarbeit liegen. Ich habe die Originalversion aus den USA bestellt, sie ist allerdings im Zoll hängengeblieben und ich habe es nie abgeholt (ein Umzug kam dazwischen).
Worauf ich hinaus will: Ein gutes Buch wird sich auch mit schlechtem Umschlag durchsetzen, ein schlechtes aber niemals – selbst wenn es in Folie aus purem Gold gepackt, bis zur Besinnungslosigkeit blindgeprägt, achtfach sondergefärbt, KI-illustriert, hardgecovert und doppelt eingebunden durch die Tür gepoltert kommt.
Das Schreiben macht’s, nicht die Hülle.
das stimmt nicht ganz. Denn dazu muss es zunächst entdeckt werden. Die meistern Bücher, deren Cover nicht dem Mainstream entsprechen, fallen durch das Entdeckungsraster. Leider.
Unterschätze nicht die Kraft der Mund-zu-Mund-Propaganda.
Ich stamme noch aus einer Generation, in der es kein Internet gab, kein Self-Publishing, keine sozialen Medien, keinen Digitaldruck – kein gar nichts. Die damals frisch gegründete Kette „2001 (Zweitausendeins)“ war das Maß aller Dinge, zumindest unserer. Trotzdem haben sich die verbreitungswürdigen Bücher verbreitet, insbesondere durch Empfehlungen von Mensch zu Mensch. Die größte Hürde, die es als Autor damals zu nehmen galt, war der strenge Türsteher vor dem Verlagshaus. Diese Instanz ist heute weggefallen, hauptsächlich durch die Demokratisierung im Publishing – eine Flut überschwemmte daraufhin den Büchermarkt. Die derzeit herrschende Cover-Manie ist eine Folge dieses inflationären Überangebots. Verstehe mich nicht falsch, ich bin absolut für diese Entwicklung, die dem Schreiber mehr Chancen einräumt, seine Elaborate an den Mann und an die Frau zu bringen. Und genau dort entscheidet es sich, ob es standhalten wird. Ist es gelungen, wird es bestehen. Ist es austauschbar, bleibt es eine Fehlgeburt. So hart sollte und muss man dann doch zu sich sein, alleine schon aus Fairness jenen gegenüber, die im alten System mitunter jahrzehntelang durchhalten mussten, bis sie erste, zaghafte Knospen sprießen sahen.
Ich bleibe dabei: Ein gutes Buch wird bestehen, auch ohne Cover.
Ich veröffentliche seit exakt 20 Jahren. Bisher ist nicht viel passiert.
Ich auch.
Ebenso. Jahrgang 1967.
Sie haben sich deshalb verbreitet, weil es eben die ganzen Dinge nicht gab, die du aufzählst.
Ich bleibe mit dir und bei dir. Bestehen wird es. Aber höchstwahrscheinlich kein Bestseller werden. Weil es eben nicht entdeckt wird. Und wenn, dann nur zufällig.
Der Mensch beurteilt nunmal zunächst visuell. Also ist der erste Eindruck der des Covers. Untersuchungen haben folgendes ergeben:
Um das Cover zu bewerten braucht es 1-3 Sekunden. Es wirkt also sofort. In dieser Zeit trifft der potenzielle Käufer bereits eine emotionale Vorentscheidung. Nur wenn das Interesse geweckt ist, schaut man sich den Klappentext an.
Hierfür braucht man etwa 20-40 Sekunden. In dieser Zeit fällt die nächste Entscheidung, ob das Buch interessant sein könnte oder nicht.
Wer es bis hierhin geschafft hat, schaut sich eine Leseprobe an oder liest die erste Seite im Buch.
Im Schnitt entscheiden also die ersten 30 Sekunden, ob ich überhaupt mal schaue, wie das Buch von innen aussieht. Viele Bücher schaffen es nicht soweit, weil es einfach zu viele gibt und man keine 40 Stunden Zeit hat, um sich ein Buch auszusuchen.
Mein Fazit: Das Cover spielt durchaus eine große Rolle.
Auch ein innovativer Ansatz. Ich werd’ mal versuchen, ein Buch ganz ohne Cover rauszubringen. Das hat wenigsten ein Alleinstellungsmerkmal. Eine Heftklammer oben links müsste je eigentlich reichen.
Suse, ich kenne Deine Werke nicht und kann daher nicht beurteilen. Ich will und könnte es auch nicht, zumindest könnte ich es nur aus meiner ureigenen subjektiven Perspektive heraus, die alles andere als massenkompatibel ist. Ich wäre ein unerträglicher Lektor, den man schnell verfluchen und vom erlauchten Hof der Kommerziellen jagen würde.
Schreiben ist eines der sonderbarsten Dinge: Man macht sich zum Mittelpunkt der Welt und will durch Erfolg zum tatsächlichen Mittelpunkt der Welt werden. Man will seine Sichtweise geteilt und bestätigt sehen. Letzendlich geht es also um Bestätigung, wie in allen anderen Bereichen ja auch. Dies kann kein Schriftsteller negieren – kein Bukowski nicht, und auch kein Salinger (obwohl ich mir bei letzterem nicht sicher bin). Sonst würden sie nicht schreiben, sondern weiter in ihren Tonnen verrotten, diogenesgleich. Da bricht selbst im Eremiten und Misanthropen das Soziale aus.
Mit gefälliger Kost hat man es da schon leichter, sofern man danach strebt. Vielleicht wäre es an dieser Stelle sinnvoll, präziser auf Inhalte einzugehen, statt sich in der Dauerschleife der Coverdiskussion zu verhaken. Vielleicht sollte man den Rezipienten näher unter die Lupe nehmen.
Selbstverständlich gibt es Stoff, der unbedingt hübsch vepackt werden sollte. Da passt dann auch der Mantel zum Leibchen. Ich für meinen Teil tummele mich nicht in den Gefilden der Unterhaltungsliteratur. Es könnte also sein, dass wir grundlegend aneinander vorbeireden.
Ach ja, beim Jahrgang liegen wir ziemlich auf gleicher Höhe. Zähle mich gerne zu den Nostalgikern, den Ewiggestrigen, wenn Du magst. Ich sehe mich als unverbesserlichen Prinzipientreuen. Was die Sache nicht einfacher macht – ganz im Gegenteil.
Gehe bitte keine allzu großen Risiken ein. Ich schätze, das Altbewährte liegt Dir besser.
Wenn man es nur oft genug exerziert, wird es – nein muss es – irgendwann zum Erfolg führen. Es machen ja schließlich alle, was sollte daran also falsch sein?
Ok. Die meisten von uns aber schon. Wir wollen die Leser unterhalten. Vielleicht spielt für deine Liga der Bucheinband („Cover“ traue ich mich gar nicht zu sagen) tatsächlich keine Rolle, weil dein ästhetisch, literarisch geprägtes Publikum über solch profanen optischen Reizen steht.
So, wie du deine Nische mit hohem Anspruch bedienen möchtest, weil dich deine literarische Qualität weit über die unsrige, die ‚nur‘ auf deutlich niedrigerem Niveau unterhalten möchte (wie gut du uns schon nach so kurzer Zeit einschätzt, bezeugt deine Empathie), erlaube doch bitte anderen Schreibern ohne Hochmut zu begegnen und ihre Sichtweise bzgl. der Covergestaltung umzusetzen.