Hochvolumiges Schreiben

Naja. Hatte derjenige ja vielleicht auch in Anspruch genommen, keine Ahnung. Aber ich finde, jeder sollte in einem öffentlichen Forum mitmachen dürfen. Ein kleiner Hinweis darauf, dass man deutlich empfindlicher ist als andere, könnte ja nicht schaden.

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Wenn

dadurch entstanden ist, dass man sich erkennbar noch nicht wirklich mit den Grundlagen des Schreibens und/oder dem verwendeten Werkzeug befasst hat, sollte es möglich sein, höflich aber unmissverständlich darauf hinzuweisen. Also in der Art „Schau Dir bitte mal … an.“ Das können Ratgeber sein, der Hinweis auf Schreib- oder Literaturkurse, aber auch der Verweis auf die vielfältige Dokumentation und existierende Hilfen zu Papyrus.

Natürlich. Aber sie/er sollte es auch akzeptieren, wenn nur der Hinweis kommt, dass das Thema schon (öfter) behandelt wurde und man doch bitte einfach mal nach bereits vorhandenen Beiträgen suchen sollte.

[Sarkasmus On]
Eingangs des Forums wird ein deutlicher Hinweis gesetzt, dass es in diesem Forum auch – bei aller gebotenen Höflichkeit – klare Antworten geben kann, die, insbesondere dann, wenn sie über technische Aspekte des Programms hinausgehen, subjektiv ausfallen können und daher emotional belasten können.

Oder in Anlehnung an den bekannten Werbespruch:
„Sind Dir die Antworten hier zu stark, bist Du möglichwerweise zu schwach.“
[Sarkasmus Off]

Über Antworten wie „Dein Text ist Sch…“ müssen wir nicht reden; so etwas ist inakzeptabel. Wenn hier jemand mal aus dem Rahmen fallen sollte, wird sicherlich die Forums-Community oder bspw. Ulli als Moderator korrigierend eingreifen.

Aber bei einer Frage mit einer Triggerwarnung „Gib mir bitte nur eine liebe Antwort, denn alles andere könnte mich zu sehr belasten.“ könnte ich durchaus verstehen, wenn jemand antwortet: „Gehe bitte mit Deinem Problem zu Deinem Therapeuten, denn der hat [hoffentlich] gelernt, Dir so zu antworten, dass es Dich nicht belastet.“

Also bitte keine „Empfindlichkeitshinweise“, in welcher Form auch immer.

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Eigentlich bin ich auch gegen so etwas, aber es hätte mir zumindest in diesem einen Fall Ärger erspart.

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Ich bin ganz banal der Auffassung, dass die Aussage „Es gibt kein freundliches Kommentieren. Nur ein kompetentes.“ komplett falsch ist.
Das eine ist auf einer Beziehungsebene (Freundlichkeit/Härte/Unfreundlichkeit).
Das andere auf einer Inhaltsebene (Textkompetenz, Stil, Fehler).
Die Verknüpfung „kein/nur“ ist nicht zulässig.

Zudem: Kompetenz. Nach wessen Maßstab denn eigentlich? Eigentlich ja nur nach dem des Kritikers (der sich durchaus auch als Autor seiner geposteten Kritik stellen muss). Wenn mir jemand schriebe: „Nach den elements of style ist Dein Text zu ausschweifend“ kann ich damit leben. Jemand hat nach der Regel (elements of style) etwas eingeordnet. Wenn jemand hinhaut: „Laaaaangweilig und keine Spur von Humor“ während zwanzig andere das Gegenteil schreiben… hmmm, eher Trollangriff.
Fachlich hochwertige Kritik (und hier sind wir ja bei der Bundesakademie) erfordert auch den entsprechenden Bildungshintergrund oder konzeptuellen Bezug. Alles andere ist mehr oder wieder nur „Empfindung“.
(Was nicht nur verkehrt sein muss in diesem Rahmen.)

Um bei dem etwas unglücklichen Sportbeispiel zu bleiben: wer als Trainer nicht in der Lage ist neben begründeter Kritik auch Motivation zu vermitteln sollte es lassen. In einem offenen Forum sind wir eher bei „80-Millionen-Bundestrainern“, als bei dem „Sensei“, der den Standard setzt. Und selbst der muss sich hinterfragen, wenn man ihm aktuelle Sportwissenschaft präsentiert…

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Genau das

Ich kenne auch so ein Forum und finde es eigentlich gut. Denn es kann ein Hinweis auf die Befindlichkeit sein. Was nutzt eine ehrliche Konstruktive Kritik wenn der betreffende Autor nicht damit umgehen kann? Während die „Haut richtig drauf“ Kategorie für mich nur brutales Zuschlagen ist, gibt es Menschen die damit umgehen können. Ich bin eher ein „ehrlich aber freundlich“ Kategorie Mensch.

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Och. Nicht unbedingt. Ich sage meinen Testlesern auch immer: „Alle Schläge sind erlaubt“. Das ist eine fiktive live Fernsehsendung aus einem Louis de Funés - Film, trifft aber genau das, was ich von meinen Testlesern erwarte. Nach anfänglicher Scheu ballern sie mittlerweile los. Immer brauchbar, manchmal aber mit einem „Also nee, Susanne. So geht das wirklich nicht.“ Das ist dann für mich ein solcher „Schlag“, der in diesem Zusammenhang erlaubt ist.

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Danke. Wer es nicht schafft, in einem Forum für Autoren konstruktive Kritik freundlich zu formulieren, sollte meiner Meinung nach unbedingt daran arbeiten. Sowas sollte für einen Schriftsteller, der sich selbst für kompetent hält, ein Kinderspiel sein. Schreibe ich meinen Beitrag oben an einen Menschen

ist das nicht konstruktiv, sondern schlicht beleidigend.

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Ich nutze Papyrus schon weit über 30 Jahre. Entsprechend lange gibt es auch schon den Austausch der Anwender, zuerst in Newsgroups und später dann in Foren. Frag mich aber bitte nicht, wie viele Profile ich (insbesondere vor einer Kommentierung) in der Zeit gelesen habe. Und ich bezweifele, dass ich damit in Bälde gezielt und konsequent beginnen werde.

Selbst wenn ein solcher Hinweis hinterlegt ist, verhindert dieser nicht, dass ich je nach Tagesverfassung mal etwas empfindsamer unterwegs bin und nicht so „hart angefasst“ werden möchte. Und manchmal bin ich auch in etwas schlechterer als üblicher Verfassung und dementsprechend fällt mein Kommentar vielleicht etwas rustikaler als üblich aus. Ich glaube nicht, dass sich das per se verhindern lässt, ohne dass ein jeder Beitrag vor einer Veröffentlichung auf Netiquette geprüft und freigegeben werden müsste. So etwas möchte ich nicht, das muss man aushalten (können).

Selbst die Bewohner des kleinen gallischen Dorfes, die vor nichts und niemandem Angst hatten, außer davor, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte, sind nicht in ihren Häusern sitzen geblieben. Manchmal muss man das reale Leben mit all seinen Risiken und Gefahren aushalten, wenn man auch die außerhalb der Häuser zu findenden Freuden erleben möchte.

No risk, no fun.

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Ganz ehrlich? Ich weiß nicht, wo das Problem ist, ehrlich, aber konstruktiv motivierend zu kritisieren.
Ich empfehle eine mehrmonatige Weiterbildung in Sachen Personalführung. Wie kritisiere ich meine Mitarbeiter, dass sie hinterher glauben, ich hätte sie gelobt? Feedbackkompetenz…

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Das muss man dort auch gar nicht. Es wird direkt neben dem Avatar immer mit angezeigt. Also so wie hier, wenn jemand neben seinem Bildchen „Stammgast“ stehen hat.

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Auch eine „mehrmonatige Weiterbildung in Sachen Personalführung“ hilft nicht allen Personen mit Führungsverantwortung. Ich habe in vielen Berufsjahren nicht wenige weiterbildungsresistente oder weiterbildungsignorante Personen gerade in Sachen Personalführung erlebt. Leider hat bei der Auswahl des Führungspersonals deren Befähigung zur Menschen- oder Mitarbeiterführung nicht immer die Bedeutung gehabt, die sie hätte haben sollen.

Auf der anderen Seite der Medaille habe ich im Laufe meiner Jahre auch zunehmend mehr Menschen erlebt, die in ein Gespräch gegangen sind mit der Erwartungshaltung „Du darfst mir alles sagen, aber bitte nur das Angenehme und das nicht so heftig!".

Früher war nicht alles besser und viele Ausprägungen der Mitarbeiterführung völlig daneben. Manchmal fühlt es sich aber so an, dass im Ergebnis des notwendigen Gegensteuerns anstelle der notwendigen Empfindsamkeit im Umgang miteinander nur noch Empfindlichkeit übrig geblieben ist.

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Da stimme ich dir zu…

hab ich auch nirgendwo behauptet!

Auch sowas findet sich hier im Forum nur höchst selten.

Doch, das machen einige, ich auch. Sowas macht halt viel Arbeit und kostet Zeit, die man nicht immer hat (oder investieren will).

Komisch, ich bin bisher damit immer ganz gut gefahren, die Autoren haben geantwortet und sich auch bedankt.

Stimmt. Aber das ist eher die Minderheit.

Da bin ich absolut deiner Meinung.

Auch eine kompetente Kritik kann man freundlich formulieren.

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Aber das ist es doch gar nicht, worum es hier geht, denke ich. Es geht nicht um „Wasch mich, aber mach mich nicht nass.“
Es geht um Kritik (inhaltlich) und deren Umsetzung (Umgang).
Ich finde es paradox, dass ich als Autor einen Text schriftlich kritisiere und gleichzeitig dabei einen Text verfasse, der gegen jede Konversationsmaxime verstößt. Auch dafür gibt es Standards. Es geht nicht um das Gespräch auf dem Flur, das schnelle Telefonat, usw. Ich nehme ja sogar „dahingeschriebenen“ Kurzkommentare davon aus.
Ich verfasse eine Kritik, die gleichzeitig selber textlich schlecht kritisiert. Nur, wenn der Umstand aufgegriffen wird, ist es die „ach das muss man aushalten können“-Schiene.

Ich finde das gar nicht verkehrt zu schauen, wen ich da kritisiere und in welcher Art und Weise. Und wenn hier ein totaler Neuling die Gutenachtgeschichte für seine Enkelin einstellen will, darf er das auch. Den völlig niederzuknüppeln ist wieder so, als wenn ich die Rentnerin im Anfängerkurs Judo umkloppe.
Allmählich frage ich mich, ob es überhaupt noch jemandem zu empfehlen ist hier Texte zur Kritik zu stellen oder man gleich in den PM Modus geht.

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Ja. Und bei einem Frischling, der gerade anfängt zu schreiben ist es, genau dasselbe.

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Und das können wir hier mit absoluter Sicherheit beurteilen?

Dazu kommt die überwältigende Mehrheit, die sich irgendwo zwischen diesen beiden Punkten befindet.
Und zu sagen, jemand schreibt wie ein Pennäler, bringt dem Adressaten letztendlich nichts. Wie soll er da wissen, woran genau es krankt?
Ich bin auch für ehrliche Kritik, aber dann auch so, dass der Empfänger etwas davon hat und damit arbeiten kann.

Für dich scheint es in diesem Punkt nur schwarz oder weiß zu geben, entweder schreibt jemand totalen Mist oder er steht kurz vor etwas Großem.
Sehr viele sind schon zufrieden, wenn sie sich von ihrem totalen Mist ein Stückchen weit verbessern. Niemand hier würde eine handwerklich schlechte Arbeit als nobelpreiswürdig titulieren, aber jemandem den Spaß völlig zu vermiesen, indem man ihn als unfähigen Deppen hinstellt (wie es hier gewisse ‚kompetente Kritiker‘ auch schon gemacht haben), ist imho auch der verkehrte Weg.

Beweise! Und jede Wette, dass sich da auch Leser finden würden, die es todlangweilig gefunden hätten.:wink:
Geschmack ist nunmal verschieden.

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Selbstreflexion: dieser Beitrag und die Schlussfolgerung ist nicht explizit oder implizit gegen @Ralfs Posting gerichtet, sondern auf den Gesamttenor der Diskussion.

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Das kann ich nachvollziehen, da hier der Sachverhalt vieler Adjektive und vieler kurzer Hauptsätze nicht nur angesprochen, sondern zugleich auch bewertet wird („strotzt“).

Wenn man das in einzelne Schritte zerlegt, kann man das Thema deutlich „freundlicher“ abarbeiten.

  1. Nur den Sachverhalt ansprechen: „Der Text enthält viele Adjektive und kurze Hauptsätze.“
    Das ist neutral und enthält keine Bewertung.

  2. Danach kann ich diesen Sachverhalt bewerten: „Im Vergleich zu anderen Texten ist die Anzahl der Adjektive und der kurzen Hauptsätze (sehr) hoch.“
    So verzichte ich auf die Be- oder gar als solche empfundene Verurteilung durch das Verb strotzen.

  3. Und anschließend bleibt es jedem selbst überlassen, wie sie/er damit umgeht, beispielsweise in der Form
    „Ich schlage vor, dass Du …
    … alle Adjektive prüfst und auf die verzichtest, die für den Text nicht (zwingend) nötig sind.“
    … prüfst, welche Hauptsätze zu einem Nebensatz geändert werden können.“
    …“

Die Entscheidung „Das ist mein Stil, das lasse ich so.“ ist legitim und daher muss ich diese akzeptieren. Denn ich kann mich ja auch dazu entscheiden, einen solchen Text dann nicht zu lesen.

Das kann ich „freundlich ignorieren“.
Natürlich könnte man solche „Nebenkriegsschauplätze“, die mit dem eigentlichen Thema nichts mehr zu tun haben, auch im Rahmen einer Moderation als „nicht zur Sache gehörend“ kennzeichnen oder sie „freundlich eliminieren“.
Aber eigentlich sollte „freundlich ignorieren“ ausreichen. :hugs:

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Danke.

Natürlich ist es wichtig, angemessen mit einem Text und der Bitte um Kritik umzugehen. Aber was ist „Kritik“?

Das veränderte Verständnis von „Kritik“ wird sehr deutlich in Form von Begriffen wie „konstruktiver Kritik“, „destruktiver Kritik“ oder „negativer Kritik“. Damit wird unter „Kritik“ etwas anderes und mehr verstanden als nur die angemessene und sorgfältige Auseinandersetzung mit der Sache verstanden – bis hin zum „Niedermachen“.

Deswegen habe ich in meinem anderen Beitrag angeregt, schrittweise vorzugehen.

Es ist hilfreich zu wissen, wenn jemand noch nicht so viele Erfahrungen mit dem Schreiben hat oder noch wenige bis keine Erfolgserlebnisse damit hatte. Das ändert nichts am Inhalt der Kritik, sollte aber Auswirkungen auf die Form haben. Daher sollte sie oder er das mit dem Text gerne mitteilen. Dann muss ich mich auch nicht auf die Suche nach einem entsprechenden Status im jeweiligen Profil machen.

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