Hochvolumiges Schreiben

Sie weiß es schon und hat sich was feines ausgedacht.
grafik

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Das einzige was mich an dem Text umgehauen hat, war die Vorstellung das es jemand für gut halten könnte. Das ganze ist oberflächlich, ohne Beschreibungen, keine Emotionen, schlicht keine Atmosphäre.

Das ist aber eine Fangfrage. Erstens sind die LLM so gepolt, das sie keine definitiv negative Aussage über den Nutzer machen. Da kommt heute eher so etwas wie, „Eine interesante Aussage.“ und danach kommt seitenlang die Gegenbeweise. Wenn man die Aussage auf einen einzigen Wert verdichten will, dann bekommt man 5 oder 6 zurück. Das ist kein Problem des LLM, sondern des Marketings der Firma.

Außerdem ist Schwurbelei und Aluhut nicht linear am IQ gebunden. Nehmen wir mal einen Vertreter der Flacherde.

Der Mann kam aus der Informationstechnologie. Er dürfte meiner Meinung in der Lage sein, sich die Schubänder ohne Hilfe selbst zuzubinden. Aber seine Ansichten, sind nicht besser als deine Frage.

Dieser Ansicht kann ich mich keineswegs anschließen! Was daran ist oberflächlich, emotionslos oder ohne Atmosphäre. Der Text hat durchaus Tiefe.
Umgehauen hat mich vor allem die Fähigkeit der Maschine, solche Texte überhaupt erstellen zu können. Und so schlecht ist dieser Text nicht. Sorry. Da hab ich schon Schlimmeres in Buchform gelesen. Dem Claude-Text fehlt mAn bloß noch ein wenig stilistische Hinwendung um ihn zu perfektionieren.
Als die Handies auf den Markt kamen, erklärte mir mal eine Postdame, sie hätte keine Angst vor dieser neuen Technik. Das hört sich ja an, wie vom Mond, meinte sie damals.
Und heute??

Es ist wohlformuliertes Deutsch, keine Frage. Ich finde es auch „gut lesbar“. Die Sache ist, dass ein erneutes Anfragen, zu einem ziemlich ähnlichen „Abziehbild einer Klischeevorstellung“ kommt. Damit meine ich das Zaudern auf später machen wir das anders, die Wohnung sieht aus wie ein Rattenloch. Beim ersten Mal lesen toll. Beim 10ten Mal lesen … Hm.
So ähnlich wie deutsche Serien halt (husthust).

Du kannst mit geschickten prompten die Szene anpassen. Sie verändern und die KI „deine eigene Version davon“ erstellen lassen. Aber irgendwann ist das Schreiben der prompts auch „so viel Arbeit“ (wenn man es ernst nimmt) dass man die Szene schnell selber geschrieben hat :stuck_out_tongue:

3 „Gefällt mir“

Hmm … siehe, was ich oben schon geschrieben habe. Die Wahrnehmung kann offenbar sehr verschieden sein. Für mich simuliert der Text die Tiefe nur, ich empfinde ihn als klischeehaft („… klammerten sich aneinander wie Ertrinkende“, Lehrbuch-Symbolik wie „Die Wohnung … war ein Abbild ihres Zustands: Chaos, das sich als Ordnung tarnte“), es fehlen Brüche, Ecken und Kanten, Holperstellen und Irritationen …

Für Groschenhefte mag das taugen (die sind ja auch oft sehr routiniert und handwerklich gut geschrieben), aber mehr auch nicht.

… das ist zweifellos richtig.

2 „Gefällt mir“

Ich atme gerade auf, weil ich schon zu zweifeln begann. Aber Leser erkennen wohl den Unterschied.
Ich hab mir ihren „Spaß“ mal auf Amazon angesehen.
Welchen Sinn macht es, viele Bücher rauszubringen, wenn sie nicht gekauft und schlecht bewertet werden? Bei so einer Frequenz ist Ausschuß vorprogrammiert, weil nicht einmal Zeit bleibt, etwas zu korrigieren.

Ich brauche ehrlicherweise länger, einen Klappentext zu schreiben als diese Dame für ein ganzes Buch, wobei 136 Seite nicht wirklich als Roman durchgehen.

Warum sollte man jemandem nacheifern wollen, der selbst keinen Erfolg hat?

Natürlich frage ich mich, warum sie sich selbst Bestsellerautorin nennt, habe da keine Hinweise gefunden. Allerdings kenne ich auch eine deutsche Autorin, die das auf ihrer Website und auf dem Banner bewirbt, und dabei geht es lediglich um Platz 1 in einer Kategorie bei Amazon.

Corals hunderte von Titeln sucht man vergeblich, selbst auf ihrer Website finde ich nur 20.
Kurse bietet sie an. Vielleicht die neue Methode, Autoren auszulutschen. Auf Deutsch bietet Janet Zentel schon seit Jahren KI-Kurse an.
Das ist so wie mit den Schreibratgebern von erfolglosen Autoren. Die helfen einem auch nicht wirklich, sondern käuen nur wieder, was andere schon erzählt haben.

9 „Gefällt mir“

Die besagte „Autorin“ hat schlicht ein Geschäftsmodell für sich entdeckt und nutzbar gemacht. Ein ganz normaler Vorgang im kapitalistischen, den Konsumismus präferierenden Gesellschaftssystem. Sie ist nicht die Erste und nicht die Letzte, die mit der seriellen Produktion von KI-Slop ihren Lebensunterhalt bestreitet. Offenbar existiert dafür ein Markt. Ähnlich wie bei selbstberufenen Influencern, die Hobby und Halbwissen zu Geld zu machen verstehen. Sehr menschlich. Ganz normale Gier eben.

Mit Kunst, Kultur, Literatur hat das definitiv nichts zu tun. Insofern nichts, was wir hier unbedingt diskutieren müssen. :wink:

8 „Gefällt mir“

Salopp gesagt: ein Mobiltelefon stelle ich nicht in den Bücherschrank. Die gefühlte Angst ist nach Umfragen bei über 60% der Autoren entwickelt (Cambridge 3/2025). Differnziert betrachtet ist es aber eben eine gefühlte Angst.
Die Aussage (Handytechnik/ Zukunft) bezieht sich auf Gebrauchstechnik. Die Umfragen, die ich so gelesen habe, sind da anders. Leser lehnen KI nicht ab. Sie lehnen aber KI generierte Texte ab. Das habe ich oben bereits einmal angeführt.
ITW (international thriller writers) ermittelte 2023 folgende Daten:
– 75.1% of readers would not buy a book PARTLY written using AI
– 73.3% of readers would not buy a book written ENTIRELY using AI
– 87.1% of readers would not buy a book written entirely by AI in the style of their favorite author after that author passed away.
– 93.5% of readers would not buy a book written entirely by AI even if much cheaper than books written by humans.
– 97.1% of readers believe publishers should be required to explicitly state on the cover if a book has been written using AI.

Die letzten Zusammenfassungen von Studien, die ich so quer gelesen habe, decken sich mit der Lesereinstellung. Ein Wirtschaftsinstitut kümmert nicht die Möglichkeit, sondern die Rentabiliät. Ich kann viel billig produzieren - wenn ich es nicht verkaufe, ist es ein Minusgeschäft.

Die Mehrheit der Leser ist übrigens für eine Kennzeichnungspflicht. Da der Leser der zahlende Konsument ist, wird sich die Verlagsbranche früher oder später dem fügen. Ausnahme der genannten Punkte sind explizit Sachbücher und -tatsächlich- Lyrik.

3 „Gefällt mir“

:smiley:

Vielleicht sollte ich in einem subgenre und einem extra Pseudomyn „Patrizia Papyrus“ irgendein subitem (außerirdische Begegnung? Eichörnchenkrimis?) von Amazon floooden, um mein eigendliches Handwerk zu finanzieren. Aber → das flooden ist auch Arbeit und so richtig Lust hat man darauf nicht :slight_smile:

2 „Gefällt mir“

Um festzustellen, dass ein findiger Programmierer unter dem Pseudonym Scaramanga Scrivener Deinen Text per AI kopiert, automatisiert umgeschrieben und und effektiver verkauft hat.

2 „Gefällt mir“

Ehrlich gesagt, da fehlt mir der zweite Kopf zum Schütteln…, wer bitte schön, liest 200 Bücher im Jahr? Für welche Zielgruppe/ Genre schreibt diese Dame? Ich bin Vielleser und schaffe max. 30 Bücher pro Jahr. Steven King…(da Ist er wieder :smiley: :smiley:)…,veröffentlicht 2-3 Bücher pro Jahr…nur mal so zum Vergleich…ich denke, dass wird sich irgendwann von selbst auflösen… :grinning: :face_with_monocle:

Exakt das war auch mein Gedanke. Absolut klischeehafte Darstellung, kein Mensch wird heroinabhängig, weil er auf einer Party bei seinem Kumpel einen Joint raucht. Man merkt, die KI hat null Ahnung von komplexen Suchterkrankungen, kann Zusammenhänge nicht erfassen und nur dumpf Fakten recherchieren, um daraus dann eine Story zu generieren. Ja, sie ist schnell, ja, der Text ist okay geschrieben und liest sich flüssig, aber man merkt, dass eine KI weder Empathie besitzt, noch einen Sinn für die realistische Entwicklung von komplexen Problemen (in diesem Fall Suchtproblematik und Drogenkonsum) hat. Sie kann die nötigen Hintergründe für eine tiefergehende Geschichte (noch) nicht begreifen, und so bleibt die Geschichte oberflächlich und klingt wie die stumpfe Wiederholung eines Lehrers im Unterricht während den frühen 2000ern.
„Kinder, nehmt keine Drogen!“
„Warum nicht?“
„Ja, die sind halt böse.“
Dass das alles sehr viel komplexer ist, begreift die KI nicht und ich finde, das merkt man.

Edit: noch kurz zum Thema. Bei rund 200 Büchern im Jahr schreibt die Autorin im Schnitt ein Buch in unter zwei Tagen, Überarbeitung mit inbegriffen. In dieser Zeit schaffe ich es vielleicht, einen kompletten Roman zu lesen, wenn ich krank im Bett liege und ihn schnell überfliege. Ich lasse das einfach mal so stehen.

4 „Gefällt mir“

Ich! Ich bin Schnellleser, und nein, ich lese nicht nur leichtgängige Romanzen, sondern alles querbeet. Im Jahr 2025 habe ich über 400 Bücher gelesen, dazu zählen allerdings auch einige Hörbücher und Sachbücher. Berufliche Fachbücher zähle ich nicht mit.

Aber ich habe auch immer Bücher dabei, und wenn es „nur“ ebooks sind. Und jedes Mal, wenn ich irgendwo warten muss, lese ich. Oder höre, wenn ich den Haushalt mache, nähe, stricke, staubsauge, im Auto fahre. Und: Wenn ich Urlaub habe, kommt es vor, dass ich den ganzen Tag nichts anderes mache als lesen. Das können dann auch schonmal zwei Bücher an einem Tag sein oder gar mehr, je nachdem wie umfangreich sie sind.

Running Gag im engsten Kreis: Wenn ich sage, dass ich keine Lust zu lesen habe, wissen alle, dass ich krank werde. Denn mit Fieber bin ich tatsächlich nicht in der Lage zu lesen, weil mein Gehirn dann die Worte nicht verarbeiten kann.

2 „Gefällt mir“

Respekt, nein…das schaffe ich definitiv nicht. Über 400 Bücher, das sind an jedem einzelnen Tag mindestens ein Buch…würde ich gern schaffen :four_leaf_clover: