Geht das? Optical Margin Alignment / „Hanging Punctuation“)

Satzzeichen am Zeilenrand werden minimal außerhalb des Satzspiegels geschoben.
Sie hängen optisch leicht über den Rand hinaus.

  • Anführungszeichen
  • Kommas
  • Punkte
  • Gedankenstriche
  • Bindestriche
    Ist das in Papyrus möglich?

Nein, es gibt keinen optischen Randausgleich. Das bleibt den Schwergewichten der Branche vorbehalten. Habe ich vor vielen Jahren nachgefragt, aber da war ich allein auf weiter Flur. Diejenigen, die es wollen, machen es längst selbst in einem Profi-Satzprogramm und diejenigen, die ihr Buch in Papyrus setzen, wollen es nicht, wissen nichts damit anzufangen. Gibt noch zwei, drei andere Features, die Papyrus nicht hat. Vermisse ich auch nicht (mehr), ich setze meine Bücher mit Affinity. Ist halt eine steile Lernkurve, die man hinlegen muss.

Gibt es eigentlich brauchbare Vorlagen für Affinity im Netz? Coverdesign mache ich damit schon, aber Buchsatz noch nicht.
Mt dem optischen Randausgleich möchte ich hauptsächlich Hurenkinder und Schusterjungen vermeiden.

Dafür, genauer dagegen, gibt es eine Einstellung in Papyrus „Verwaiste Zeilen“.

Lies den Beitrag von Ulli, weiter unten im Thread.

Gruß aus MG
Klaus

Danke, habs jetzt kapiert und es funktioniert.

Ich habe auch die KI danach gefragt. Antwort:
Mit deiner Papyrus-Einstellung:

  • Seitenanfang: 2
  • Seitenende: 2
    arbeitest du genau nach typografischem Standard.
    Das ist eine der wichtigsten Einstellungen im Romansatz.
    Und ehrlich gesagt: Papyrus löst das für Autoren ziemlich komfortabel.

Die Einstellung vermeidet zwar die „Verwaisten Zeilen“, aber damit sind die Seiten dann nicht bis unten gefüllt, was mich in einem Buch noch mehr stört.
Bei mir würden dann unten leere Zeilen stehen. Oder gibt es dafür einen Trick, den ich nicht kenne? Ich schreibe bisher immer die letzten Absätze um, oder setze gleich mit Affinity.

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Stimmt, habe ich auch gerade bemerkt.

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Erst einmal einige Fakten zur Einstimmung:

  • Der Blocksatz entsteht durch eine variable Breite der Leerzeichen
  • Kleine Änderungen der Laufweite in den Absätzen sind für das Auge nahezu unsichtbar.

Auch ich habe etwas dagegen, dass im Falls von verwaisten Zeilen die Seiten nicht vollgeschrieben sind.
So löse ich das Problem erfolgreich. Ich habe es auch schon mehrfach im Forum gezeigt. In meinen Büchern, die ich auch hier im Forum vorgestellt habe Layout mit Papyrus Autor und auch in der kostenlos herunterladbaren Broschüre DTP – Publizieren mit Papyrus Autor, ist die Vorgehensweise genau beschrieben.
Das Prinzip ist einfach:

  1. Wenn Du eine Zeile mehr auf der Seite benötigst, sucht Du Dir einen möglichst langen Absatz, dessen letzte Zeile lang ist. Markiere diesen Absatz vollständig
  2. Öffne aus dem Menü Text → Sperrung den Dialog Sperrung, stelle die Maßeinheit auf Punkt und gib unten bei Extra bei Leerzeichen bis zu 2 Punkt bei üblichen Schriftgrößen ein.
  3. Klicke auf Übernehmen. Im besten Fall hast Du nun eine Zeile mehr auf der Seite. Anderenfalls musst Du die Prozedur an einem anderen Absatz der Seite versuchen oder zusätzlich die allgemeine Sperrung bis höchsten 0,1 Punkt eingeben.
  4. Wenn Du eine Zeile weniger haben willst, suchen Dir einen langen Absatz, dessen letzte Zeile möglichst kurz ist.
  5. In den Dialog Sperrung gib bei Extra für Leerzeichen einen negativen Wert bis maximal -2 Punkt (negativer Wert) ein.

Alles Andere ist wie oben.
Einen 300-Seiten-Roman bearbeite ich auf diese Weise innerhalb von ein bis zwei Stunden.
Aus meiner Sicht lohnt sich diese Arbeit und auch Du selbst kannst im Anschluss nicht mehr sagen, an welchen Absätzen Du diesen Trick angewendet hast.
Viel Glück
Berti

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Auch ich wäre für eine solche Funktion und habe schon zu V7.x oder V8.x danach gefragt und, wenn ich mich recht erinnere, eine kategorische Absage bekommen.
Diese Funktion wird auch als „Hängende Interpunktion“ bezeichnet. Man kann sich teilweise damit behelfen, in dem man nicht die deutschen Anführungszeichen verwendet oder die Satzzeichen mit der Microspace-Funktion verschiebt. Im Prinzip geht es darum, die „Löcher“ an den Texträndern zu füllen, die mit Punkt, Komma usw. entstehen.

Kurz zum Verständnis: Der optische Randausgleich dient, wie der Name schon suggeriert, der Optik, mehr ist das nicht. Ein sauberer Satz, optisch gerade Kanten im Satzspiegel, und er folgt einer uralten Tradition. Den optischen Randausgleich gab es schon in der Römerzeit. Schon die wussten, dass Dinge, die gleich sind, nicht gleich(mäßig) aussehen, und haben die Buchstaben so in Stein gemeißelt, dass der Anblick gefällig und befriedigend war. Ein prominentes Beispiel hierfür ist u. a. die Inschrift am Sockel der Trajanssäule (Columna Traiana) in Rom.

Hier sieht man, wie so etwas eingestellt wird. Meistens ist man mit den Voreinstellungen gut bedient. Die Römer hatten es da nicht so leicht, und Strg+z kannten sie überhaupt noch nicht.

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… tatsächlich???

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