Es erschließt sich mir nach wie vor nicht, warum du bei deinem Debüt auf so etwas wie die Speechify-Schiene setzen willst. Nur als zusätzliche Darreichungsform für Menschen, deren Lesevermögen zunehmend schwindet? Ein Trend, der aus den USA gerade hierher überschwappt. Als technisches Ausweichmanöver nur deswegen, weil du selbst deinen Erstling weder für etwas Hervorragendes noch für etwas Besonderes hältst? Das ist eigentlich nicht das, was ich von jemandem erwarte, der für seine Geschichten brennt und sie in bestmöglicher Form an seine Zielgruppe bringen will. Sorry, ich verstehe dieses Konzept einfach nicht.
Ganz genau. Die Leserschaft schwindet und das rapide.
selbst mit einem Verlag im Rücken gibt es keine Garantie.
Die Leute lesen nunmal immer weniger, erst Recht unbekanntes.
Warum also nicht andere Zielgruppen mit anderen Mitteln erreichen. Zum Beispiel Menschen mit Schwindendem Lesevermögen.
Ich möchte meine Nichtkunden versuchen, zu erreichen und nicht arrogant in eine Schublade verfrachten.
Warum nicht andere Wege gehen?
Weniger als gar keinen Erfolg haben geht nicht.
Mich stört nicht ablehnende Meinung, das ist völlig in Ordnung.
Aber es gibt da draußen tatsächlich mehr, als nur der Tellerrand😉
Da stimme ich dir zu…Autoren werden nichts an der schwindenden Leserschaft ändern. Ich wurde schon ein paar Mal gefragt, ob es meinen Roman nicht als Hörbuch gibt, auch von Menschen mit Sehbehinderung oder Leseschwäche. Aber ich habe keine tausende Euro für einen Sprecher…also gucke ich nach einer Möglichkeit, die qualitativ vertretbar und bezahlbar ist. Ich kann Ho.Ro da schon verstehen
Du verwechselst Ursache und Wirkung. Das Leseverhalten, unsere Konzentration ändert sich deshalb, weil unsere Aufmerksamkeitsschwelle immer niedriger wird, weil wir uns schon zu viel medial mit vereinfachten Inhalten zuballern. Vom schwindendem Bildungsstand will ich gar nicht erst reden.
Selbst wenn eines Tages der Energiebedarf eines Menschen nur durch dreimalige Einnahme einer Tablette gedeckt werden kann, muss es noch Köche geben, die aus guten, gesunden Zutaten einen Gaumenschmaus zubereiten können, weil Essen mehr bedeutet, als lebenswichtige Substanzen zu verwerten. Genauso ist Lesen mehr, als nur eine Geschichte zu konsumieren. Solange es diese Genießer gibt – lass sie doch weniger werden – solange werden Autoren gebraucht, die gute, ehrliche Geschichten aus ihren eigenen Köpfen schaffen. Fast Food Junkies können ja woanders glücklich werden.
Nicht alle. Wir haben so ein Teil zum Beispiel nicht.
Stimmt nicht.
Ja, und CDs und Kassetten auch noch.
Ich erdulde doch keine schlechte Qualität, nur weil es möglicherweise viele machen.
Aber das eine schließt doch das andere nicht aus. Du schreibst ja dennoch ein Buch und die Menschen wählen, was sie bevorzugen
Stimmt schon. Aber ein Buch sollte eine bestimmte Mindestqualität haben, ob gedruckt oder gesprochen.
Sage ich ja…Ich würde keine blecherne KI Stimme nehmen wollen. Eine gute aber schon
Das habe ich auch nicht behauptet. Chacun à son goût. ![]()
Man muss nicht gleich auf die Schiene des absoluten Qualitätsmangel gleiten.
Dem ist nicht so.
Der Text muss überzeugen. Er muss berühren.
Da ist die reine Wortwahl und Satzlänge erstmal untergeordnete. ( Warum willst du deinen Schreibstil verschlechtern?)
Zweiter Punkt die Qualität der stimmlichen Darbietung.
Ich bin der festen überzeugung, wir alle fallen schon jetzt auf KI stimmen rein. ( Werbung)
Ich mache das transparent und mit etwas weniger Raffinesse. Mein Kunde kann hören und lesen, das der Text nicht von einem gefeierten Schauspieler und einem namhaften Verlag stammt, daher auch nicht 19,99 Euro kostet, sondern und ein Viertel zum Beispiel.
Eine kleine Anekdote.
Mein eigener erstgeborener wollte mein Buch nicht
„Ich lese keine bücher, dass weißt du, und mit deinem Fang ich auch nicht an. Das würde bei mir einstauben, Schade ums Geld
Aber haste nen audio? Beim Laufen könnte ich da mal Drüberhörer.
Ich denke er verkörpert irgendwo eine grosse Anzahl von Leuten. Grösser als aktive buchleser allemal.
Da hast du vollkommen recht. Aber genau das könnte kaputt gehen, wenn es schlecht vorgelesen wird. Das wäre doch dann sehr schade um den Text.
Ich denke da zum Beispiel an einen Film mit einem überknaller Thema, hochspannend und dann sind da superschlechte Schauspieler und machen mit einem Schlag den Genuss kaputt. Darum dränge ich so auf Qualität. Ich denke, das Filmbeispiel passt hier wohl ganz gut als Vergleich.
Meinst du fernsehen? Gucke ich nicht. Unter anderem, weil mir da immer schon die Werbung auf den Keks gegangen ist.
Ganz genau.
Aber auch hier, liebe suse, es gibt nicht nur schwarz-weiß weiß.
Schade um Text gilt nur, wenn du beide vergleichst. Das wird niemand, oder nur sehr, sehr wenige tun.
Wenn dann das Buch besser ist, coole Sache.
Auf was beziehst du das jetzt genau? Schlechte Schauspieler vermiesen einen guten Stoff immer. Jedenfalls für mein Empfinden. Das ist die Ausnahme von der Regel, in der es für meinen Geschmack sehr wohl nur schwarz und weiß gibt.
Oder noch anders, passt vielleicht sogar besser: The Shining - Ein herausragender Film mit herausragenden Schauspielern in einer herausragend guten Synchronisation. Ich sehe mir gern Filme im Original an. Also habe ich es gemacht und der Originalton war dermaßen schlecht, dass ich den Film ausschalten musste. Unerträglich! Hätte ich den Film zuerst im Original gesehen, hätte ich nur darüber geschimpft. Da ich die Synchronisation kenne und die DVD zu Hause habe, habe ich ihn nun bestimmt schon 20 Mal gesehen.
Ich beziehe mich auf den direkten Vergleich.
Shinning zum Beispiel.
Was denkst du, wie viele Zuschauer sich die mühe gemacht haben,die deutsche Fassung direkt mit dem Original zu vergleichen?
Ich denke, ein Prozentsatz im Promille- Bereich.
Die anderen haben das Produkt einfach konsumiert. Jeder mit seinem persönlichen Eindruck.
Na ja. Wie gesagt, ich habe es ja nicht absichtlich verglichen. Hätte ich nur die englische Version (also die schlechte) gesehen, hätte ich den Film aufgrund der schlechten Tonqualität sofort in die Ecke gepfeffert. Und das würde ich mit einem Buch eben auch machen.
Mir kam es nicht auf einen Vergleich an, sondern wollte durch den Vergleich nur verdeutlichen, wie schlechte Qualität eine gute Story zerstören kann.
Bei Büchern sehe ich das genauso. Und das finde ich einfach schade.
Das ist die Generation TikTok, für die schreibe ich aber nicht. Für die sind Kurzgeschichten ja schon zu schwierig.
Ein Buch ist ein Medium, es hat Leser. Oder aber Käufer, die jemanden kennen der liest.
Eine Tonaufnahme hat eine andere Klientel. Gleich ob Download, CD oder aber Abo.
Beide Kunschaften haben nur sehr wenig Schnittmenge.
Die Produkte müssen dem auch Rechnung tragen.
Ein Kompromiss ist da, glaube ich, eine Verschlechterung auf beiden Seiten.
Das Buch, ist für mich nicht mehr die oberste Prämisse.
Beim grossen A zum Beispiel, muss man schonmal einplanen, einen Teil des Erlöses zu investieren für Werbung zum Beispiel. Gut für Jeff besoffs schlecht für mich.
Beim Direktverkauf kann ich von mir behaupten, über 90 Prozent der verkäufe hatte ich schonmal in der Hand und dem Kunden in die Augen geblickt.
Sehr viel Aufwand für wenig Ertrag.
Wird das mit hörbaren Produkten anders sein?
Ja! Im schlimmsten Fall geht der Kahn nachts sang- und klanglos unter. Im besten Fall generieren ich neue Kunden.
Nein. Kein Buch der Welt wird durch einen miesen Vorleser besser oder besser verkäuflich.
Puhh. Das macht mich etwas ratlos.
Ich Versuche wirklich in deutsch, deutlich und freundlich zu schreiben.
Ich möchte mein Buch nicht besser machen und auch nicht besser verkaufen.
ein Buch ist nicht mehr zeitgemäß.
Ein Farbschnitt mit durchschnittlichem Inhalt, präsentiert von irgendwelchen Infusionen ist erfolgreicher als gut geschriebenes von einem genialen Autor ( nicht auf mich bezogen)
Die Sonne des Buches begann mit dem Film zu sinken, das Internet, die social Media und die schnelle Zeit begünstigen den Untergang.
Nur ein ganz kleiner Schimmer bleibt am Horizont. Ähnlich kurz vor der Sonnenwende am Polarkreis.
Seit nicht traurig, ein Schimmer Hoffnung bleibt.
Ein anderer Gaul steht für mich bereit, bereit zu neuen Ufern oder bereit zur Schande geritten zu werden.
Das wird sich zeigen.
Ich schreibe nicht mehr um ein physisches Buch mein eigen zu nennen, das habe ich getan ich habe auch einen Baum gepflanzt, ein Kind gezeigt und was war das noch?
Egal.
Sicher, wenn es mir möglich wäre, würde ich es selber einsprechen. Diese Gabe ist ein seltenes Gut und daher auch zu teuer für Experimente.
Jetzt mal was anderes. Hast du vielleicht eine Geschichte für den Seitenschlüpfer?