Ich nehme die Ausgangsfrage mal wörtlich und antworte deshalb mit: An keinem. Anders, würde man mich nach Autoren fragen, die ich besonders schätze.
Sofern sich die Frage überhaupt auf das Schreiben bezieht, floss und fließt direkt oder indirekt alles in meine Texte, was ich je las. Schreiben ist für mich eine Aneinandereihung von Momentaufnahmen und abhängig von meiner Stimmung während des Prozesses, sowie auch meiner Grundstimmung, meinem Temperament, meiner Persönlichkeit. Ein depressiver Charakter wird sich mit humorigen Texten schwer tun, ein hoffnungsloser Optimist mit schwermütigen Themen. Deshalb gibt es sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben unterschiedliche Präferenzen. Da ein ‚lustiger Vogel‘ seinem Naturell entsprechend mehr Lustiges lesen wird, prägt das Gelesene samt den Verfassern natürlich möglicherweise auch seinen eigenen Stil. Das Schöne beim Schreiben ist die Entwicklung, die gleichzeitig mit der des Verfassers einhergeht.
Einen echten, wirklich eigenen Stil, den man durch sämtliche Publikationen hindurch zweifelsfrei wiedererkennt und den man von anderen sofort unterscheiden kann, haben selbst Profis selten.
Da ich gerne lese (und auch recht viel in rund sechzig Lesejahren), mir vieles gefallen hat, anderes nicht, habe auch ich unterschwellig meine eigene Stimme entwickelt. Jetzt ist nicht ein Vorbild von Bedeutung, sondern das Erlernen wichtiger Basics für eine eigene ‚saubere, klare Stimme’. Selbst wenn man voller Bewunderung oft beim Lesen denkt ‚Wow, so müsste man schreiben können!‘, sollte man es tunlichst vermeiden, es nachmachen zu wollen. Es klänge immer manieriert, aufgesetzt und nicht authentisch. Versuchte ich Stephen King, Haruki Murakami oder Andreas Eschbach o.a. nachzueifern, würde ich es nicht schaffen, auch nur annähernd wie sie zu schreiben! Es klänge immer falsch! Ich möchte, dass Menschen, die mich kennen, meine eigene Tonalität wiedererkennen. Für mich steht eine gut erzählte, unterhaltsame Geschichte oder ein gehaltvoller Inhalt, der bestenfalls ein Echo im Leser erzeugen kann, stets im Vordergrund. Ich bin wohl eher der Typ für Unterhaltungsliteratur und leider nicht für anspruchsvolles Schreiben, und ich würde zu recht scheitern, würde ich versuchen das zu ändern, um Vorbildern nachzueifern.