Ich hätte spontan auf Ringelnatz getippt: Dann lach Dir´n Ast und setz Dir druff, und baumle mitte Beene.
Es gab da so ein zerfleddertes Buch mit Pappeinband und bunten Handzeichnungen in meiner Kindheit. Kann´s nicht mehr sagen, alles schon vergessen.
Explizit orientiere ich mich an keinem Vorbild, bin aber überzeugt, dass das Lesen von Büchern die eigene Schreibe beeinflusst. Was das Lebenswerkt betrifft, ist mein Vorbild Enid Blyton, weil sie Millionen von Kindern meiner Generation mit ihren Büchern glücklich gemacht hat.
Sie ist vermutlich verantwortlich für die Entwicklung meines späteren Faibles für Abenteuer, Krimis und Thriller. Ich liebte die 'XY der Abenteuer, ‚Die Schwarze Sieben‘ &Co. und wir haben die Bände im Unterricht heimlich unter der Bank getauscht.
… und bis spät in die Nacht heimlich mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen …
Ich habe ihre Bücher als Kind auch geliebt und versuche, diese Bücher nun auch meinen Enkeln schmackhaft zu machen. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich damals sogar eine Postkarte an den Verlag geschickt habe, weil ich nicht wusste, dass sie bereits 1968 verstorben war. Der Verlag hat mir daraufhin irgendein Prospekt zurückgeschickt. ![]()
Leider steht ja auch Enid Blyton heute unter Beschuss, Neuauflagen werden sprachlich bearbeitet wg. zu konservativen Geschlechterbildern, „rassistischen“ Beschreibungen, angeblich auch fremdenfeindlichen Motiven etcetera pp. - man sollte jede alte Ausgabe, deren man habhaft werden kann, erhalten und bewahren.
EB war eine der Heldinnen meiner Kindheit, ich habe alle Bücher verschlungen (ok, mit Ausnahme der Mädchenbücher :-), bin deswegen weder rassistisch noch fremdenfeindlich geworden …
Was auch beweist, dass Literatur immer ein Abbild der Entstehungszeit ist. Vielleicht sollte sie gerade deshalb mit dem Verständnis von heute im Ursprung erhalten bleiben.
Wäre womöglich der nächste Schritt Shakespeare oder Goethe in vereinfachter Sprache? Ich hätte einen wichtigeres Auftrag für Sprachgenies: Macht euch mal zum Nutzen der Allgemeinheit über das Beamtendeutsch her! ![]()
Siehe z.B. hier: Berliner Gymnasien lehren Goethe in Easy-Sprache, das sagt alles über unseren Anspruch - FOCUS online
Berliner Gymnasien haben die Zeichen der Zeit schon erkannt.
Gestern habe ich ein Fahrzeug der Straßenmeisterei neben der Landstraße stehen sehen, hinten drauf prangte in großen Buchstaben: „STRASSENUNTERHALTUNG“
Leider konnte ich es nicht fotografieren - aber meine Frau und ich diskutierten dann, ob das beabsichtigt humorvoll sein könnte, oder eben nur einfaches Beamtendeutsch.
Da halte ich es mit Professor Snape: „Man möchte brechen!“
Hättest sie dabei mal belauschen müssen. Stoff für neue Storys. ![]()
Das klingt ja vom FOCUS, dem Magazin, das bekannt ist für Langstreckenjournalismus, mehrsilbigen Sprachschatz und mehrseitige dialektische Artikel, denen ohne Wörterbuch gar nicht beizukommen ist, tiefschürfend recherchiert. ![]()
ich steh gerade auf dem Schlauch - es gibt auch andere Berichte. der hier war halt frei zugänglich. Ist was falsch daran?
Auch wenn ich mir hin- und wieder einen Kniff von einem anderen Autor abgeguckt habe, hatte ich nie das Bedürfnis, wie ein andere Autoren zu schreiben. Also sprachlich an andere Autoren ranzukommen - in meinen Augen kann das nur schief gehen und ich verliere dann eher meine eigene „Stimme“.
Während des Schreibens meines Romans habe ich es dennoch vermieden, andere Romane des gleichen Genres zu lesen. Ich habe erst nach zigtausend Wörtern wieder ein anderes Buch in die Hand genommen. Es verführt doch, zumindest teilweise den Stil zu übernehmen.
Ich fände es aber toll, eines Tages Bücher zu schreiben, die einen ähnlich skurrilen Humor wie die von John Irving haben oder ähnlich surreale Parallelwelten von Haruki Murakami.
Na ja. „An Berliner Gymnasien“ (sehr allgemein gehalten; auch meine Kinder sind an Berliner Gymnasien und nutzen keine „einfache Sprache“), „Lehrpläne“ (weil sich jedes Gymnasium selbst einen baut?) - und dann ist die Quelle 1 Deutschlehrerin, die sagt, sie haben die Versionen in einfacher Sprache vorrätig (möglicherweise in einer Brennpunktecke gelegene Schule, aber das erwähnt niemand?), aber sie wisse nicht, ob und wie viele Kollegen diese nutzten. Das gäbe dann am Gymnasium meiner Kinder keine „1“ für die Recherche
Ich find’s ja nur lustig.
… ich find’s bemerkenswert, wie die Dinge sich entwickeln. Klar gibt es solche und solche Schulen etcetera - aber dass inzwischen überhaupt ein Gymnasium auf einfache Sprache zurückgreift, dass das nicht zu einem allgemeinen Aufschrei führt, das finde ich schon beachtlich (es wurde ja nicht behauptet, dass das an sämtlichen Gymnasien der Fall sei o.ä.).
Deutschland liegt im Bereich „Lesen“ in der Pisa-Liste aktuell im Mittelfeld. Immerhin sind wir noch nicht unter den Schlusslichtern.
Aber wir arbeiten dran! ![]()
Bei meiner letzten Geschichte habe ich mich ein bisschen an Stephen Graham Jones orientiert. Zumindest an seiner Vorliebe für längere Sätze.
Und auch an ein, zwei handwerklichen Dingen, die ich bei ihm gesehen habe, habe ich mich versucht. War cool.
Ich denke, es ist tatsächlich weniger die Fähigkeit des Lesens, sondern der Konzentrationsspanne. Wenn man das trennen möchte - kann man natürlich zusammenfassen als eine geistige Leistung. Und ja, das ist besorgniserregend. Meine Tochter (15) liest wirklich viel. Auch auf Englisch. Sagt aber: Boah, manchmal (nicht immer) muss ich den Absatz zweimal lesen oder Pause machen. Tja, Baby, das geht mir aber auch so.
Ihre ganze Klasse würde übrigens gern das Smartphone ausgeschaltet lassen; mir scheint diese Generation wirklich bereit, in ein stärker analoges Leben zurückzukehren. Geht aber nicht. Über eine App kommen die Stundenplanaktualisierungen und … die Hausaufgaben, bei manchen Lehrern.
Daher finde ich es unzutreffend, zu suggerieren (nicht Du, sondern z B FOCUS in einem eher mangelhaften Artikel), die Kinder seien zu doof zum Atmen, wenn es tatsächlich einige Lehrkräfte sind, die aus Bequemlichkeit (was sonst? Denn natürlich kostet es Anstrengung, Begeisterung für uralte Sprache zu wecken) auf „einfache Sprache“ vielleicht oder vielleicht nicht ausweichen und zu faul sind, eigene Hausaufgaben zu konzipieren oder die Hausaufgaben im Unterricht zu geben …
Für mich klingt das eher danach Begeisterung, für ein Hobby zu wecken. Wogegen ja nichts spricht. Aber warum sollte man eine ganze Klasse dazu zwangsverpflichten?
Wobei ich aber auch zugeben muss, ich empfinde Gymnasien, Hauptschulen und Realschulen als Auslaufmodelle, als nicht mehr zeitgemäß.
Diese Diskussion hier finde ich richtig lustig. Darf ich meine Klassenkameradinnen mitlesen lassen?
… die können lesen???
Wow - das hört man doch gerne ![]()
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