Zweites Kapitel vom Fantasyroman

Hallo zusammen,

ich arbeite gerade an meinem neuen Fantasyroman „Nederve“.
Das folgende Kapitel ist Kapitel 2 und zeigt, wie der Protagonist zum ersten Mal die Stadt Nederve betritt.

Mich würde besonders interessieren:

Wirkt die Atmosphäre der Stadt stimmig? Funktioniert der Spannungsaufbau bis zum Ausbruch am Ende? Gibt es Stellen, die unklar oder holprig wirken?

Vielen Dank fürs Lesen und für euer Feedback!

Viele Grüße

Laan

„Öffnet die Tore“, sagte sie.
Für einen Moment schien selbst der Wind zu verstummen.
Ein dumpfes Krachen hallte zwischen den Mauern wider.
Das Mosaik zerbarst in zwei.
Graue Steinhäuser säumten den Platz. In seiner Mitte stand ein Brunnen.
Fast wie …
Er brach den Gedanken ab.
War er noch am Leben?
Oder war dies der Ort, von dem niemand zurückkehrte?
Doch nichts geschah.
Kein Abgrund tat sich auf.
Der Brunnen plätscherte, als wäre dies ein ganz gewöhnlicher Ort.
„Willkommen, Fremder, in Nederve“, sagte sie.
Ihr Lächeln war ruhig.
„Also … das ist Nederve?“
Sie antwortete nicht sofort.
„Es ist der Ort, den Sie gerade brauchen“, sagte sie schließlich.
„Was meinen Sie damit?“
„Manche Antworten muss man betreten.“
Er wollte noch etwas sagen, doch sie hatte sich bereits abgewandt.
Die Menschen sahen ihn an.
Nicht neugierig. Nicht misstrauisch.
Eher, als hätten sie ihn erwartet.
Ein kleines Mädchen zog an der Hand ihrer Mutter.
„Schon wieder ein Neuer“, sagte das Mädchen leise.
Die Mutter lächelte. „Sei freundlich.“
Ein Mann musterte ihn einen Moment.
„Du wirkst müde und verwirrt.“
Er zuckte zusammen. „Woher wissen Sie das?“
Der Mann lächelte schwach.
„Weil ich einmal genauso hier stand.“
„Ist Ihnen … ist Ihnen das Gleiche passiert?“
Der Mann nickte.
„Uns allen.“
„Wie lange leben Sie schon hier?“
Der Mann trug einen schweren Schmiedeschurz, seine Hände waren dunkel vom Ruß.
„Seit einem Sternenjahr.“
„Und wie lange ist das?“
Der Mann zuckte mit den Schultern.
„Lang genug.“
Das Blau über ihnen war hell und weit.
Und doch glitzerten Sterne darin, als hätte der Tag vergessen, die Nacht zu vertreiben.
Er blinzelte.
„Warum sind da Sterne am Himmel?“
Der Mann senkte den Blick.
„Man gewöhnt sich daran.“
Sie gingen über den Platz.
Zwischen den Häusern hingen schmale Stoffbahnen, die im Wind raschelten – manche blau, andere grau.
Über einigen Türen waren kleine Symbole in den Stein geritzt: Sterne, Kreise, Linien, die er nicht verstand.
Eine alte Frau saß auf einer niedrigen Mauer und schälte langsam eine Frucht, deren Duft süß und fremd war.
Sie nickte ihm zu und wandte sich wieder ihrer Arbeit zu.
Es gab keinen Lärm von Händlern.
Kein Rufen.
Kein Streit.
Nur gedämpfte Gespräche
und das gleichmäßige Plätschern des Brunnens.
Ein Junge zeichnete mit Kreide Sterne in den Staub.
Dann verwischte er sie mit dem Fuß.
Er blieb stehen.
„Ist heute ein Fest?“
„Nein“, sagte der Schmied. „Es ist nur ein Tag.“
„Für Gespräche bleibt noch Zeit“, sagte die junge Frau ruhig von weiter vorne.
Der Schmied trat einen Schritt zurück.
Sie nickte leicht.
„Das ist gut. Freunde werden Sie hier brauchen.“
Gemeinsam gingen sie durch eine schmale Gasse. Die Steine unter ihren Füßen waren glatt getreten.
Sie blieben vor einem kleinen Haus stehen.
Die Fensterläden waren blau gestrichen und mit Sternen bemalt. Einige waren verblasst, andere leuchteten noch im Licht.
„Genießen Sie Ihren Aufenthalt“, sagte sie ruhig.
Sie deutete auf die Tür.
„Das ist Ihre Bleibe.“
„Unterhalten Sie sich ruhig noch ein wenig mit den Bewohnern.“
Dann wandte sie sich um und verschwand in der schmalen Gasse.
Er wollte noch fragen, wohin sie ging.
Doch da war sie bereits verschwunden.
Er öffnete die Tür und trat ein.
Das Haus war weiß gestrichen. In der Mitte des Raumes stand ein graues Sofa, auf dem kleine Sterne aufgestickt waren. Ein Fenster ließ weiches Licht herein.
Die Küche lag gleich nebenan. Dort stand ein alter Ofen aus dunklem Eisen, glatt vom vielen Gebrauch.
Alles war aus Holz – Tisch, Schränke, selbst der Boden.
Der Raum roch nach trockenem Holz und etwas Fremdem.
Er blieb einen Moment stehen.
War dies ein Traum?
Oder lag er noch immer irgendwo und schlief?
Die Sonne war inzwischen ein Stück weiter über den Himmel gewandert.
Wenig später saß er mit dem Schmied am Brunnen.
„Vermissen Sie Ihr altes Zuhause?“, fragte er.
Der Mann sah ins Wasser.
„Nederve ist jetzt mein Zuhause.“
Der Fremde schwieg.
Dann fragte der Schmied:
„Wie heißen Sie eigentlich?“
Er zögerte kurz.
„John.“
Der Mann nickte.
„Michie. So heiße ich.“
Die Sonne sank langsam.
Das Licht auf dem Platz wurde blasser.
Einige Bewohner blickten zum Himmel.
Die Gespräche wurden leiser.
Plötzlich rief eine Mutter:
„Schnell! Nach drinnen – die Sonne geht unter!“
Das kleine Mädchen ließ die Hand ihrer Mutter nicht mehr los.
Türen wurden geschlossen.
Fensterläden schlugen zu.
Der Platz leerte sich in wenigen Augenblicken.
Michie stand abrupt auf.
„Kommen Sie“, sagte er hastig.
Doch im nächsten Moment lief er zu seinem Haus.
John blieb allein auf dem Platz zurück.
Der Brunnen plätscherte weiter.
Der Himmel färbte sich rosa.
Die Sterne standen nicht mehr still.
John runzelte die Stirn.
Plötzlich begann das Wasser im Brunnen sich zu bewegen.
Nicht nach unten.
Nach oben.
Es floss rückwärts.
Ein rotes Flimmern lag über der Oberfläche.
Dann hörte er es.
Stimmen.
Kein Sprechen.
Nur Flüstern.
Und etwas, das klang wie Atem.
„Sie hätten zu Hause bleiben sollen. Hat man Ihnen das nicht gesagt?“
Die junge Frau stand plötzlich hinter ihm.
John fuhr herum.
Im selben Moment verschwand das rote Flimmern.
Das Wasser fiel wieder nach unten.
Die Stimmen zogen sich zurück, bis nur noch Stille blieb.
Ein leiser Regen setzte ein.
„Heute hatten Sie Glück“, sagte sie leise.

Genauso formatiert? Dann nicht. Diese spaltenartige Darstellung macht mich nervös.

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An der Formatierung solltest du noch arbeiten. Man macht eigentlich nicht nach jedem Satz einen Absatz, das stört die Lesefreundlichkeit erheblich.

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Ich möchte nur inhaltlich auf den Text eingehen, da mich zwei wesentliche Sachen sehr irritiert haben.

  1. "Sie sagt : Willkommen in Nederve.
    Als er daraufhin noch einmal fragend den Ortsnamen erwähnt, weicht sie aus und sagt schwammig, dass das der Ort ist , den er derzeit braucht. Das ist verwirrend.
  2. Nach Sonnenuntergang geschehen an diesem Ort seltsame, vermutlich gefährliche, Dinge und niemand, wirklich niemand, warnt den Neuankömmling? Das ergibt für mich überhaupt keinen Sinn.
    Ich hoffe, das hilft dir weiter.
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Hallo,
vielen Dank für dein ehrliches und hilfreiches Feedback.
Die angesprochenen Punkte haben mir sehr weitergeholfen, besonders im Hinblick auf die Logik und die Wirkung der Szene. Ich werde das entsprechend überarbeiten.
Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast!

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Hi Lanan. Den Dialog finde ich ziemlich verwirrend… Daraus ergibt sich für mich kein sinnvolles Gespräch.

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Nach drinnen ist kein schöner Satz. Besser wäre „Schnell, kommt“oder „geht rein“.

Auch kein schöner Satz. Besser Plötzlich bewegte sich das Wasser im Brunnen. Nicht nach unten…nach oben!
Insgesamt ist die Formatierung auch nicht von Vorteil…
Den letzten Satz finde ich gut…Da will man wissen was geht da vor

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Ist das so besser?

„Öffnet die Tore“, sagte sie.
Für einen Moment schien selbst der Wind zu verstummen. Ein dumpfes Krachen hallte zwischen den Wänden wider. Das Mosaik zerbarst in zwei.

Graue Steinhäuser säumten den Platz.
In seiner Mitte stand ein Brunnen.
Fast wie … Er schluckte den Gedanken hinunter. War er noch am Leben? Oder war dies der Ort, von dem niemand zurückkehrte? Die Frage kreiste in ihm, hartnäckig und ohne Antwort. Doch nichts geschah. Kein Abgrund tat sich auf. Der Brunnen plätscherte ruhig vor sich hin, als wäre dies ein ganz gewöhnlicher Ort.

„Willkommen, Fremder, in Nederve“, sagte sie. Ihr Blick war ruhig. Fast zu ruhig.
„Also … das ist Nederve?“
Sie musterte ihn einen Moment.
„Sie werden es verstehen“, sagte sie schließlich.
„Was meinen Sie damit?“
" Im laufe der Woche kriegen Sie Unterrichtstunden.“ Er wollte noch etwas sagen, doch sie hatte sich bereits abgewandt.
Die Menschen sahen ihn an. Nicht neugierig. Nicht misstrauisch. Eher, als hätten sie ihn erwartet. Ein kleines Mädchen zog an der Hand seiner Mutter. Die Frau trug ein schlichtes, blaues Kleid, das im Wind kaum merklich schimmerte.
„Schon wieder ein Neuer“, sagte das Mädchen leise.Die Mutter lächelte nur. „Sei freundlich.“ Ein Mann musterte ihn einen Moment. „Du wirkst müde und verwirrt.“ Er zuckte zusammen. "Woher wissen Sie das?“ Der Mann lächelte schwach. „Weil ich einmal genauso hier stand.“ "Ist Ihnen … ist Ihnen das Gleiche passiert?“ Der Mann nickte. „Uns allen.“ „Wie lange leben Sie schon hier?“ Der Mann wischte sich die Hände am Schmiedeschurz ab. „Seit einem Sternenjahr.“ „Und wie lange ist das?“ Der Mann zuckte mit den Schultern.
„Lang genug.“ Das Blau über ihnen war hell und weit. Und dennoch glitzerten Sterne darin, als hätte der Tag vergessen, die Nacht zu vertreiben. „Warum sind da Sterne am Himmel?“ Der Mann sah kurz zum Brunnen. „Man gewöhnt sich daran.“

Ein Junge zeichnete mit einem Stück Kreide Sterne in den Staub. Als er fertig war, wischte er sie mit dem Fuß wieder fort. Er blieb stehen. „Ist heute ein Fest?“ Der Schmied schüttelte leicht den Kopf.„Nein. So ist es hier oft.“ Er zögerte einen Moment. „Sie sollten heute Abend besser in Ihrer Bleibe bleiben.“ Er runzelte die Stirn. „Warum?“ Der Mann wich seinem Blick aus. „Es ist besser so.“
„Für Gespräche bleibt später noch Zeit“, sagte die junge Frau ruhig von weiter vorne.
Der Schmied trat einen Schritt zurück.
Sie nickte leicht. Gemeinsam gingen sie weiter durch die schmale Gasse.
Die Steine unter ihren Füßen waren glatt getreten, als wären viele Menschen diesen Weg schon vor ihnen gegangen.Sie blieben vor einem kleinen Haus stehen.

Die Fensterläden waren blau gestrichen und mit kleinen Sternen bemalt. Einige der Sterne waren verblasst, andere leuchteten noch kräftig im Licht. „Genießen Sie Ihren Aufenthalt“, sagte sie ruhig. „Das ist Ihre Bleibe.“ „Unterhalten Sie sich ruhig noch ein wenig mit den Bewohnern“, sagte sie.
Dann wandte sie sich um und verschwand in der schmalen Gasse. Er blieb einen Moment vor der Tür stehen. Dann öffnete er sie und trat ein. Das Haus war weiß gestrichen. In der Mitte des Raumes stand ein graues Sofa, auf dem kleine Sterne aufgestickt waren. Ein Fenster ließ weiches Licht herein. Die Küche lag gleich daneben. Dort stand ein alter Ofen aus dunklem Eisen. Seine Oberfläche war glatt vom vielen Gebrauch. Alles war aus Holz – der Tisch, die Schränke, selbst der Boden. Der Raum roch nach trockenem Holz und etwas, das er nicht kannte. Er blieb stehen. Es fühlte sich an, als hätte jemand diesen Ort vorbereitet.Nur für ihn.Eine Frage drängte sich in seine Gedanken. War dies ein Traum? Oder lag er noch immer irgendwo und schlief.

Die Sonne sank langsam. Das Licht wurde blasser.Gespräche verstummten.
„Schnell! Geht rein – die Sonne geht unter!“ Türen wurden hastig geschlossen. Fensterläden schlugen zu. Der Platz leerte sich innerhalb weniger Augenblicke.
„Kommen Sie“, sagte der Schmied hastig. Doch schon im nächsten Moment lief er davon. Er blieb allein zurück. Der Brunnen plätscherte weiter. Der Himmel färbte sich rosa. Die Sterne standen nicht mehr still.
Plötzlich bewegte sich das Wasser im Brunnen. Nicht nach unten.
Nach oben. Ein rotes Flimmern lag über der Oberfläche.
Stimmen. Kein Sprechen. Nur Flüstern.

„Sie hätten zu Hause bleiben sollen.“ Er fuhr herum. Die junge Frau stand hinter ihm. Im selben Moment verschwand das Flimmern. Das Wasser fiel zurück. Die Stimmen verstummten. Ein leiser Regen setzte ein. „Heute hatten Sie Glück“, sagte sie leise.

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Das wirkt ein bisschen, als würde der Junge reden … Deshalb hat es mich verwirrt. Sonst liest es sich besser

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Ich kann nicht ganz genau erklären, was ich damit meine aber irgendwie ist mir die Szene zu steril. Mir fehlen die Emotionen und irgendwie die Stimmung. Es hat ein bisschen was von Szenen in einem Videospiel/ Rollenspiel… Bisschen mehr Gefühl fänd ich gut.

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Hallo @Lanan2007 , ich habe deine Szenen hier gelesen und auch extra noch einmal das erste Kapitel, was du ja auch schon einmal eingestellt hattest.

Zuerst ist mir aufgefallen, dass es mehrere Stellen gibt, wo ich mit den Bezügen nicht klargekommen bin. Beispielsweise schreibst beim ersten Auftritt der Frau im Satz vorher von der weichen Luft. Dann folgt:“Hallo“, sagte sie. Rein sprachlich sagt da die Luft etwas. Man muss als Leser erst außerhalb des Textes drüber nachdenken und das hemmt den Lesefluss.

Es gibt mehrere solcher Stellen und das liegt daran, dass dein Protagonist (und die Nebenfiguren auch) nicht klar sind. Du musst sie mit „er“ und „sie“ bezeichnen und das führt zu Unklarheiten. Am Ende war es dieser Umstand, der mich drauf gebracht hat, was mich an deinen beiden Kapiteln stört.

Du schreibst den Anfang einer Geschichte. Du schreibst in personaler Perspektive. Es bleibt aber für den Leser unklar, wer ist eigentlich der Protagonist. Es bleibt ebenfalls unklar, was eigentlich passiert. Und die Motivation der Nebenfiguren erschließt sich mir auch nicht wirklich.

Nun ist mir klar, dass du einen geheimnisvollen Anfang haben möchtest, aber wenn der Leser nichts versteht, schwächt das die Wirkung der Geschichte. Ich denke, es ist sinnvoll dem Leser am Anfang ein Bezugssysteme zu geben, um das Geschehen einordnen zu können. Also kurz: wer bin ich? (bzw der Protagonist.)

Alternativ könnte er natürlich durch eine erkennbare Situation stolpern. Dann würde das einen gewissen Rahmen setzen. Das kommt bei deiner Geschichte nur eher nicht infrage, weil offenbar Nederve und das Leben dort der geheimnisvolle Dreh- und Angelpunkt deiner Story ist.

Hier mal ein kurzes Beispiel für einen Anfang vor deinem Anfang:
Wie jeden Abend holte Jack (hieß er Jack?) die elektrische Zahnbürste aus dem Badezimmerschrank, streifte einen genau 1 cm langen Strang der Zahnpasta auf die Bürste und putzte seine Zähne. Nachdem die Elektronik angezeigt hatte, dass er eine ausreichende Zeit mit Putzen verbracht hatte, spülte er die Bürste, hängte sein Handtuch auf und ging ins Bett. Das war immer der Moment des Tages, an dem er sein Alleinsein bedauerte. Den Rest der Zeit konnte er es aushalten, aber abends, beim Zubettgehen überkam ihn immer diese melancholische Stimmung…

Wie gesagt, jetzt nur ein Beispiel. Trifft wahrscheinlich nicht deine Intention, soll aber auch nur zeigen, wie man es machen könnte. In jedem Fall hätte man so den Prota kurz vorgestellt und dem Leser einen Rahmen gegeben.

Die Möglichkeit des Träumens würde auch die merkwürdige Passivität Jacks erklären können. Das war ein weiterer Aspekt, der mir komisch vorkam. Könnte natürlich alternativ in der Vorgeschichte anders erklärt werden.

Klingt jetzt nach viel Kritik? Vielleicht. Trotzdem! Bleib dran. Manchmal muss man verschiedene Dinge probieren, gerade für den Anfang. Lohnt sich aber.

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Hallo, vielen Dank für dein ausführliches Feedback – das hilft mir wirklich weiter.

Du hast recht, dass einige Stellen durch die vielen „er“ und „sie“-Bezüge noch unklar wirken. Da werde ich auf jeden Fall nachschärfen, damit der Lesefluss besser funktioniert und die Figuren klarer zugeordnet werden können.

Auch den Punkt mit der Orientierung am Anfang nehme ich mit. Ich möchte zwar bewusst eine gewisse Unsicherheit und ein Mysterium erzeugen, aber nicht so weit gehen, dass der Leser komplett den Halt verliert. Da werde ich versuchen, etwas mehr Anker einzubauen, ohne die Stimmung zu verlieren.

Was die Deutung als Traum betrifft: Die Welt ist tatsächlich als reale Welt gedacht und keine Traum- oder Zwischenwelt. Die Irritation am Anfang ist bewusst gesetzt, weil der Protagonist selbst nicht versteht, was passiert ist. Aber du hast mir gezeigt, dass ich hier noch besser ausbalancieren muss zwischen Geheimnis und Verständlichkeit.

Danke dir auf jeden Fall fürs Dranbleiben und die ehrliche Kritik!

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Ich liebe Fantasy, daher habe ich deinen Text mit großem Interesse gelesen. Im Folgenden möchte ich dir mein Feedback geben – bitte gewichte es nicht zu schwer.

Der Text wirkt auf mich wie eine grobe erste Fassung: eine Ansammlung kurzer Stichpunkte in Satzform. Dadurch entstehen für mich nur unvollständige Eindrücke – ähnlich wie der Untertitel bei einem Computerspiel Trailer, in dem die Spieler alles sehen, ich als Leser aber leider nicht. Dabei eignet sich die Erzählform hervorragend dafür, das zu ändern.

Ich würde Gedanken bereits auf den ersten Blick visuell vom übrigen Text abheben – etwa durch kursive Schrift.

Kurze Sätze sind grundsätzlich nicht schlecht; Es braucht aber Abwechslung.
Kurze Sätze sind ein wertvolles Werkzeug, um Handlung und Action schnell wirken zu lassen.
Längere Sätze hingegen können etwa Leiden intensivieren, weil sich der Leser bis zum Satzende durcharbeiten muss. Viele kurze Sätze ohne Aktion verschwenden dieses wichtige Mittel meiner Meinung nach.

Die Frage nach den Sternen am Taghimmel bzw. die Antwort würde ich streichen. Das flacht es eher ab. Lass ihn – und damit auch uns Leser – im Ungewissen verbleiben. Das erhöht das Mysterium.

Allerdings muss man mit Mysterien genauso haushalten wie mit allen anderen erzählerischen Mitteln. Als Leser schwingt man um eine Basislinie der Gefühle. Alles ‚‚mysteriös‘‘—>schnell flach wie ein Tennisplatz. Es braucht auch Triviales, um das Außergewöhnliche wirklich erleben zu können.

Dann betrete ich als Leser ein Haus, und gerade formt sich ein Bild – wobei mir die Reihenfolge nicht gefällt, weil wir sehen und riechen parallel und nicht nacheinander. Plötzlich geht es um die Sonne? Im Haus? Da fehlt etwas, und meinem Gefühl nach sowohl Text als auch ein Absatz.

Bitte verstehe nichts davon falsch. Jeder Autor sollte so schreiben, wie es sich für ihn richtig anfühlt.
Nur so komme ich nicht in der Geschichte an.

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Ich habe schon oft gehört, dass genau dies schlecht sei. Man müsse aus dem Inhalt heraus erkennen, was Gedanken sind. Ansonsten hätte man etwas falsch gemacht, wenn also für den Leser nicht ersichtlich ist, an welchen Stellen es um Gedanken geht.

Gesehen habe ich schon beides, bzw. auch noch die Variante, einfache Anführungsstriche zu verwenden.

In einem anderen Forum bin ich bei meinem eigenen Text mal scharf fürs Kursivsetzen von Gedanken kritisiert worden. Da meinte jemand, seine Lektorin würde immer Anfälle bekommen deswegen.

Regeln scheint es bezüglich der Gedanken nicht zu geben.
Allerdings hat mich das Kursive bei Gedanken in einem Dan Brown Buch gestört.

Mein persönliches Fazit: Gedanken nicht visuell abheben.

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Wenn ein Gedankensatz so unvermittelt und plötzlich im Text auftaucht, finde ich kursiv besser als Verwirrung beim Leser.
Natürlich kann man es auch anders lösen. Schöner ist, es erschließt sich aus dem Text.

Ich störe mich nicht an sowas. Im Fantasy ist das eher normal.
In „Das Lied von Eis und Feuer“ ist es so gelöst und gehört wohl zu den meist verkauften Werken unserer Zeit.
In englischen Übersetzungen von japanische light novels findet sich die Lösung praktisch überall .
An handwerklicher Qualität hapert es in den light novels an viel größeren Baustellen :wink:
Ich würde meine Lektorin um mehr Nachsicht bitten. Mir die Kritik trotzdem zu Herzen nehmen. Nur bleibt es eine Genre typische Lösung. Fantasy ist ja schließlich Trivialliteratur.

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Das darf auf keinen Fall sein, doch wenn Gedanken zu Verwirrungen führen, kann es auch einfach schlecht eingefädelt sein.
Wie dem auch sei, ich wollte nicht vom Thema abschweifen, es hier nur Mal ergänzend einwerfen.

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Vielen Dank für dein ausführliches Feedback – das hilft mir wirklich weiter.

Der Punkt mit dem teilweise etwas „abgehackten“ Stil ist für mich besonders interessant. Das ist tatsächlich eine bewusste Entscheidung gewesen, aber ich merke, dass ich hier noch mehr Variation und Fluss einbauen kann, ohne die Atmosphäre zu verlieren.

Auch dein Hinweis zur Balance zwischen Mysterium und „normaleren“ Momenten hat mir sehr zu denken gegeben – das werde ich beim Weiterarbeiten stärker berücksichtigen.

Ich arbeite aktuell mit einem Lektorat während des Schreibprozesses, das vor allem Logik und Dramaturgie begleitet, und werde solche Punkte dort ebenfalls noch einmal gezielt einbringen.

Danke dir auf jeden Fall für die ehrliche und differenzierte Rückmeldung!