Zwei Leseproben aus meinem aktuellen Projekt

Ich glaube, Endgegnerins Kritik bezog sich weniger auf die Form (Kugel) als auf das Material (Porzellan). Die Amtshauslampen, die du meinst und ich auch sehr gut kenne, sind mW aus weiss gefärbten Glas.
Dein Text gefällt mir iÜ sehr gut.

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Schade, ich kann es nicht öffnen.

Papyrus würde diesbezüglich helfen. :wink:
EDIT: Ich habe die beiden Leseproben nun auch als PDF in meinem Eröffnungspost hochgeladen.
LG

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Super ich guck nachher mal rein

Gefällt mir insgesamt gut, v.a. das Erzähltempo und der schnörkellose Stil, das glaubhaft gut recherchierte Lokalkolorit sowieso, so etwas macht Laune und zieht mich in die Geschichte.

Was mich ein wenig stört: ich habe ein bisschen das Gefühl, einen „Erlebnisaufsatz“ zu lesen, der vor allem beweisen will, dass man „wirklich dort war“. Die Eindrücke bleiben für mich noch zu blass. Es riecht nach „Zigaretten und Schweiß“ oder „Diesel und Abgasen“ - auch wenn ich nie vor Ort war, würde ich diese Gerüche blind vermuten. Der Beamte ist „dickbäuchig“ und hat „graue Schläfen“: so sehen unzählige ältere Gefängnisbeamte aus (schätze ich mal), kann man ihm nicht ein paar Attribute verleihen, die ihm Wiedererkennungswert verleihen? Und sei es nur, dass er nach Knoblauch stinkt und sich beim Sprechen eine Schleimblase in seinem Mundwinkel bildet …? (auch nicht wahnsinnig originell, aber verdeutlicht vielleicht, was ich meine). Auch „Fenster, die in den Hof blicken“ klingen für mich etwas nach „Schreib-Baukasten“ - da geht sicher mehr!

Diese Anmerkungen bitte nicht als Kritik nehmen - alles Lesen ist subjektiv - ich finde, dass diese Geschichte wirklich Potential hat, sonst würde sie mich auch gar nicht so beschäftigen. Es sind einfach meine Gedanken, mein „was-würde-ich-anders-machen“. Auf das fertige Buch bin ich gespannt!

Hallo @Phlox !

Geschichten aus Sicht der ersten Person wirken so gut wie immer authentisch. Das ist ja auch die Absicht der meisten Ich-Autoren. Der Leser kann, vielmehr soll sich ruhig denken, ich hätte das alles selbst erlebt. Deshalb steht auch ein männliches Pseudonym am Buchdeckel.

Der Stockchef mit den grauen Schläfen ist nur eine unbedeutende Nebenfigur, die in der Geschichte keine weitere Rolle spielt. Anbei: Wenn man in einer Gruppe ein paar Meter vor dem Sprecher steht, kann man kaum dessen Mundgeruch wahrnehmen.
Tragende Figuren oder auch die Beamten, die Manuel verhafteten, sind natürlich ausführlicher profiliert.

Kritik ist per se kein negatives Wort. Es wird nur häufig negativ interpretiert. Es gibt auch positive Kritik. Als solche sehe ich die deine.

Das freut mich außerordentlich. Danke für deine Anmerkungen. :blush:

Erstens: danke für’s Bereitstellen. Beide Leseproben gefallen mir sehr gut.
Was mir aufgefallen ist und was ich ändern würde, wenn es mein Text wäre:

Leseprobe 1:
„Das hatte mir gerade noch gefehlt. - Wasser!
Würde ich so schreiben: „Das hatte mir gerade noch gefehlt – Wasser!“

Warum? Der Punkt nach dem Wort gefehlt beendet den Satz. Das Wort Wasser wird mit einem Gedankenstrich eingeleitet; ist eher unüblich. Aus Sicht des Lesers bleibt in der Variante ohne Punkt, nur mit Gedankenstrich, der Lesefluss erhalten.

Leseprobe 2:
"Das Haus lag im 15. Wiener Gemeindebezirk …, es könnte jeden Moment zusammenbrechen.*
Würde ich so schreiben:
„Das Haus lag im 15. Wiener Gemeindebezirk …, es könnte jeden Moment zusammenstürzen/einstürzen.

Warum? Häuser brechen im Normalfall nicht zusammen, sie stürzen ein oder sind zusammengestürzt.
Marathonläufer brechen zusammen.


Margit brachte mir eine Tasse Kaffee. „Wenn du unsicher bist, lass es lieber. Nur weil wir hier kiffen, musst du das nicht auch tun.“ Das traf meinen Stolz. Ich wollte dazugehören, nicht danebenstehen.

Hier würde ich schreiben: Das kränkte meinen Stolz. Ich wollte dazugehören, nicht Außenseiter sein.

Warum? Das Wort traf klingt in diesem Kontext etwas aprupt, da der Hinweis eher fürsorglich gemeint war. Das Wort danebenstehen könnte mißverstanden werden, da es auf örtliche Distanz hinweist. Das Wort Außenseiter erzeugt das Gefühl nicht zur Gruppe zu gehören.

Alles Geschriebene stellt meine persönliche Sicht auf die Texte dar.
Vieles andere wurde bereits geschrieben.

Und schon wieder die Brösel (nein, nicht Krümel!) Mit dem Ösi-Deutsch. Leute, das ist so. Wir haben tatsächlich eine andere Sprache (samt Grammatik) und die zwickt sich halt oft mit jener nördlich des Weisswurstäquators. Wir leben recht gut damit. Ihr sicher auch.

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Servus @Schreibfuchs !

Beide Leseproben haben dir gefallen, das freut mich natürlich. :slight_smile:
Der Punkt vor dem Gedankenstrich wird entfernt. Kann weg.

Ich schrieb: … es könne jeden Moment zusammenbrechen. Nicht: es könnte … :wink:
Vielleicht erweitere ich den Satz mit: … in sich zusammenbrechen. Mal sehen.
Und auch das „traf“ überdenke ich noch. Möglicherweise schreibe ich: … verletzte meinen Stolz.

Wie @Gschichtldrucker und auch Karl Kraus einst schrieb: "Das Trennendste zwischen Deutschland und Österreich ist die gemeinsame Sprache. "

Danke für deine positive Besprechung.
LG, Manuela :slight_smile:

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Sehe ich auch so, ich lebe mit meinem österreichischen Deutsch sehr gut. :wink:

Ich habe tatsächlich den 2. Auszug zuerst gelesen, weil ich in der vorgegebenen Reihenfolge eine „Informationslücke“ hatte.
(Insofern ist das aber eine gute Sache. Denn mit „Rückblick“ funktionierte das Verständnis.)

Der Text berührt meine persönlichen Erfahrungen nicht. Ich empfinde sogar generell Widerwillen im Hinblick auf diese Szene. (Hausbesetzer, Drogen usw)
ABER: Ich bekomme einen Zugang zu Manuel. Auch wenn ich noch nicht weiß, ob ich ihn mag. Und ich werde neugierig auf die Story. Ich will wissen, wie es weitergeht. - also ist es dir gelungen, mich entgegen meiner vorgefassten Meinung einzufangen. Das spricht für deinen Text.

Die „besondere Wortwahl“ (siehe Stolpervogel) ist mir aufgefallen, aber nicht negativ. Ich hielt das für Absicht/ Stil.

Allgemein „fühlt“ sich der Text distanziert an. (Außer die Liebeszene. Die ist authentisch und gefühlvoll geschrieben) Aber da das Thema für mich schwierig ist, kann das auch an mir liegen.

Servus @Antje6 !

Auch bei dir bedanke ich mich für Zeit und Mühe sowie deinen insgesamt positiven Leseeindruck. :slight_smile:
Eigentlich brauche ich gar nicht viel zu deinem Kommentar sagen, denn:

Dieses Statement reicht mir allemal als Motiv zum Weiterschreiben. :wink:
Ich freue mich auch darüber, dass dir die Liebesszene gefallen hat. Ich mag sie auch recht gerne. :sweat_smile:

Schönen Abend noch,
LG

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Absolut beeindruckend, die beiden Szenen gegeneinanderzustellen. Der krasse Kontrast zwischen der brutalen Realität des Entzugs und der zarten, euphorischen Verlockung des Anfangs erzeugt einen sofortigen Sog.
Ich wohne nicht weit von dem Ort, an dem Christiane F aufwuchs, aber meine erfahrungsbasierte Drogenkompetenz hält sich in Grenzen – trotzdem stoße ich mich an der Stereoanlage wie an einem unnötigen Requisit. Sie lenkt meine Aufmerksamkeit vom eigentlichen Geschehen ab: dem Rausch und der Musik. Für mich ist die Musik sofort da, wo sie hingehört – im Kopf des Protagonisten und im Mittelpunkt der Szene:

…In einem Rausch entspannter Euphorie flog ich, losgelöst von aller Gegenwart, in inneren Welten herum und wünschte mir, dass dieses Wahnsinnsgefühl für immer in mir bleiben möge.

Ich hörte Stratosfear von Tangerine Dream. Ich kannte das Album in- und auswendig, aber heute hatte ich das Gefühl, es zum ersten Mal zu hören, versank geradezu in diesem elektronischen Klangteppich.

Irgendwann später wurde ich von Margit geweckt…

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Hi @jerazi !

Danke für dein positives Statement. Ich freue mich, dich mit diesem Text „angesogen“ zu haben. :wink:
Ich habe lange überlegt, welche zwei Leseproben ich einstellen soll. Der Kontrast der beiden Abschnitte ist wohl krass, aber ich denke, er zeigt auf, wie sehr sich der Hauptprot verändert hat. Darauf kam es mir an.
Es wird ja im Grunde genommen ein Entwicklungsroman, neusprachlich auch coming of age genannt.
Mit Christiane Felscherinows Drogen-Szene hat meine Geschichte - bis auf das Heroin - nichts zu tun.
Manuel und Margit agieren auf einer anderen sozialen Ebene. Vielleicht interessiert dich der Pitch zu diesem Projekt.
Ich habe mir deinen Hinweis mit der Stereoanlage nochmal angeschaut, kann aber keinen Störfaktor darin erkennen. Ist ja bloß ein kurzer Nebensatz.

Herzlichen Dank für deine Stellungnahme. :slight_smile:

Pitch gelesen - Ah, jetzt wird mir klar, wohin der Text will – der Kontrast ist nicht nur Szene gegen Szene, sondern Entwicklung gegen Stillstand. Das gibt dem Ganzen diesen awkward‑romantischen Sog.

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Hey, ich habe deine Leseprobe gelesen und mir ein paar Gedanken gemacht – nur als Angebot. Wenn es nicht zu deinem Stil passt, einfach ignorieren.

Beim Lesen ist mir positiv aufgefallen, wie atmosphärisch dicht dein Text ist. Die Szenen im Transporter und in der Zugangsabteilung wirken sehr authentisch.

Ich habe beim Lesen ein paar kleine Stellen gefunden, an denen man den Text minimal straffen könnte, damit der Rhythmus noch flüssiger wird. Das betrifft vor allem längere Sätze und Passivkonstruktionen.

Das ist natürlich Geschmackssache, aber gerade in spannungsreichen Szenen wirkt ein aktiver Satz oft direkter und näher dran an der Figur. Wenn du magst, kann ich dir ein paar Beispiele zeigen.

Ich habe dir außerdem ein paar Formulierungen herausgepickt und leicht gestrafft, einfach um zu zeigen, wie die Szene auch wirken könnte – natürlich nur als Gedankenanstoß und ohne Anspruch auf „besser“.

Wenn du möchtest, gehe ich die Leseprobe gern Absatz für Absatz durch und markiere dir nur die konkreten Stellen, an denen du mit kleinen Anpassungen sehr viel an Tempo und Klarheit gewinnen kannst.

Würde ich weiterlesen? Auf jeden Fall.
Die Atmosphäre und der Blick des Erzählers haben mich sofort reingezogen.

Leseprobe 1.pap (25,2 KB)

Leseprobe 1 ist toll geschrieben. Nüchtern, direkt. Dem Thema perfekt angemessen. Ein paar abgedroschene Vergleiche, aber damit kann ich als Leser gut leben.

Leseprobe 2 hab ich schneller überflogen. Erster Eindruck ist, dass die Dialoge etwas gekünstelt klingen. Aber gerne mache ich mir da nochmal ein zweites Bild.

Insgesamt passig. :+1:

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Hallo @Lanan2007 !

Ich freue mich darüber, dass dir der Text wenigstens atmosphärisch gefallen hat. Immerhin. Deine Textarbeit habe ich gestern abend überflogen, mir rauscht immer noch der Kopf, ich fühle mich überwältigt. Im wahrsten Sinn des Wortes! Auch von der Farbenpracht der Papyrus-Stilanalyse bzw. Lesbarkeitseinschätzung, derer du dich offenbar bedient hast. (Die ich, es sei erwähnt, kaum jemals zum Einsatz bringe.) Hatte Mühe, unten all deinen vielen Anmerkungen noch meinen eigenen Text zu erkennen. Ihre Zahl ist Legion. Es gibt kaum einen unberührten Satz.
Ich werde mir das noch genauer ansehen, aber bisher fand ich kaum etwas, das ich umsetzen möchte.

Verzeih, aber in der gesamten Leseprobe 1 gibt es keine einzige Passivkonstruktion. Habe sie grade erneut gelesen. :wink:

Wie auch immer. Vielen Dank für deine Mühe. Das eine oder andere wird möglicherweise in die Endüberabeitung des fertigen Manuskripts einfließen.

LG

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@Michel!
Herzlichen Dank für Lesung und Kommentar. Deine überwiegend positive Stellungnahme kam zu rechten Zeit. :wink:

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Alles gut – meine Anmerkungen waren nur als optionaler Werkzeugkasten gedacht.
Du sollst nur das übernehmen, was zu deinem Stil passt.
Falls du lieber punktuelles Feedback möchtest statt vieler Vorschläge, sag einfach Bescheid.
Ich richte mich da komplett nach dir.