Wie würdest du das denn dann umsetzen, wenn unterschiedliche Runen quasi das selbe Ergebnis bringen würden, aber vom Satz her einen anderen Schwerpunkt setzen?
Ich hatte da nämlich nicht dieses strickte:
„Ich will den Gegner mit einem Feuerball rösten, also spreche ich die Formel: Feuerball und röste diesen!“
Ich wollte das nämlich deutlich lebendiger gestalten, das man auf unterschiedliche weise etwas vergleichbares schaffen kann.
Das heißt, während der eine einen Zauberzirkel schreibt, in dem sich die Runen für „Feuer“, „Sphäre“, „Ziel“, „Beschleunigung“ und „Schaden“ verketten, kann ein anderer etwa auf die Idee kommen mit den Runen für „Staub“, „Reibung“, „Hitze“, „Strudel“, „Verfolgen“, „Wolf“ und „Feind“ auf den Gegner los zu gehen…
Während im ersten Beispiel einfach nur eine Feuerkugel auf den Gegner geschleudert wird, die diesen nicht wärmen, sondern verbrennen soll.
Während in der zweiten Variante Staub zusammen geführt wird, entzündet wird und dann den Feind verfolgt, um diesen zu „fressen“.
Sind nun natürlich nur Hypothetische Beispiele, aber grob kann man erahnen in welche Richtung es gehen könnte.
Ich ziehe meine Pudelmütze und verneige mich voll Demut vor eurem Worldbuilding. Das ist ganz große Klasse. Bitte macht daraus genauso großartige Bücher!
Im Allgemeinen sind es ja zwei unterschiedliche Sätze im richtigen Kontext aber das Gleiche aussagen.
Es kommt sozusagen darauf an, was die andere Person versteht. Wie zum Beispiel Guten Tag auf Mandarin „ni hao“, was direkt Übersetzt „du gut“ heißt. Jedoch verstehen Leute in Mandarin nicht einfach „du gut“ sondern die Aussage „Dir geht es gut“. Und wenn jemand das im Kontext einer Begrüßung sagen, dann weiß man, dass es keine Aussage, sondern ein guten Tag ist.
Im Falle deiner Runen, ist es ja semantisch wie syntaktisch unterschiedliche Sätze. In dem einen ist es ein Feuerball in dem anderen brennender Sand. Wenn du aber willst, dass die Leute, die die Runen in dieser Kombination lesen auch Feuerball lesen, dann wäre das auch die Übersetzung.
In der Software die ich plane, wäre das einfach eine Art der Wortkombination (Hat in der Linguistik bestimmt einen eigenen Namen :D). Den Kontext würden dann die Nutzenden in der Beschreibung der Übersetzung hinzufügen.
Ich hoffe, dass ist es, was du mit deiner Frage meintest.
Klingt für mich nun zumindest erst einmal so, als wenn ein Satz aus Runen grundsätzlich nun nicht das Problem sein sollte.(Vorausgesetzt, das man der Software die Runen, deren Bedeutungen und deren Grammatik beibringen würde.)
Okay, das macht es schon einmal interessant.
Aber gut. Lassen wir das nun erst einmal. Ich will dein Thema nun nicht weiter mit meiner Fiktiven „Sprache“ belasten.
Gut, wenn du das so sagst, sehe ich das einfach mal als Einladung.
Also…
Zuerst einmal muss man verstehen das es 2 „Schreibweisen“ geben würde.
Die kommunikative Schreibweise
In dieser wird Bedeutung, Reihenfolge, Verbindung und Wirkung der Runen erläutert.
Stelle es dir der Einfachheit halber einfach vor, wie beim Japanischen, oder Chinesischen, wo oberhalb und unterhalb von einzelnen Zeichen Bedeutungserklärungen angeführt werden können.
Diese Schreibweise dient ausschließlich der Verständigung, in der keine Magie steckt, es aber ermöglicht sich miteinander auszutauschen.
Gleichzeitig wird aber auch die Stärke, Betonung und Zugehörigkeit geklärt.
Die wirkende Schreibweise
Mit der wirkenden Schreibweise wird ein magischer Kreis gezeichnet. Dieser ist entweder konzentrisch, symmetrisch oder asymmetrisch und je nach Aufbau können mehrere Sätze in einem magischen Kreis geschrieben werden.
Stelle es dir der Einfachheit halber wie stilisierte Atomkerne vor.
Ein konzentrischer Aufbau entspricht einem einzelnem Atom. Die Elektronen entsprechen den Runen und je nachdem welche Runen geschrieben wurden und ob diese auf dem Selben Ring, oder ein Muster ergeben baut sich der Satz auf.
Ein symmetrischer Aufbau hat, je nach Anzahl der „Kerne“, mehrere Sprüche, die in einander verwoben werden können. Jedoch bedarf es einer in sich geschlossenen Logik.
Ich kann schließlich nicht jemanden gleichzeitig heilen und verletzen. Es spricht aber nichts dagegen jemanden zu verletzen und den Schaden zu meiner Kräftigung zu nutzen.
Asymmetrische Aufbauten dagegen ähneln eher einer Chemischen Verbindung. Beispiel wie bei CO2, das ja eine starke Verbindung hat und mit O=C=O chemisch dargestellt wird.
Jeder „Kern“ kann etwas eigenes erreichen, aber sie fluktuieren untereinander und macht es instabil. Dieses bringt aber auch den Punkt mit sich, dass nicht nur in der physischen Welt ein Ergebnis erzielt, sondern auch in der „magischen Welt“ ein Effekt ausgelöst werden kann.
Aber ich denke, dass ist nun ausschließlich als Text ein wenig schwierig zu verstehen. Ich kann aber sonst auch dazu Raten bei Google Bilder mal nach „magischer Kreis“ zu suchen. Da sieht man schon viele Möglichkeiten. Auch wenn die Runen erst noch von mir erschaffen werden müssen. Da habe ich bisher nämlich nur eine, die mir wirklich gefällt.
Wenn die Software dann aber eben nicht nur Texte umsetzen könnte, sondern eben Fonts an Linien und anderen Formen ausrichten kann, dann wäre das echt super.
Schade, habe ich zu spät gesehen. Ich hätte gerne an der Umfrage teil genommen, aber es scheint, als wärst du über diesen Punkt hinaus.
Wie definiere ich Worldbuilding? Naja, je nach Genre überlege ich mir wie die Welt beschaffen sein könnte. Gibt es Magie, und falls ja, wie funktioniert sie? Religion, Kultur, Sprachen natürlich, Wissenschaft, andere Spezies. Das übliche halt. Ausser natürlich ich befinde mich in einer Geschichte, deren Welt der unsrigen ähnlich genug ist, dann investiere ich auf WB keine Energie.
Was die Software betrifft, da habe ich mit Dokuwiki bisher gute Erfahrungen gemacht. Einfach zu handhaben und wenn Änderungen über mehrere Dokumente hinweg umgesetzt werden müssen geht das ganz einfach über einen Editor oder Konsole.
Eine Software, mit der ich meine Sprache(n) verwalten und erweitern könnte wäre aber natürlich äusserst interessant. Sollte das Projekt noch nicht abgeschlossen sein und du Tester suchst wäre ich gerne bereit, das zu tun. Meine bisherigen Bemühungen erschöpften sich in ein paar Python Skripts, die mir das theoretisch mögliche Vokabular / Silben erzeugen konnten. Ich. definierte Regeln für den Silbenaufbau und die möglichen Buchstabenkombinationen und liess das Skript alle Möglichkeiten ausspucken. Damit habe ich dann angefangen, das Grundvokabular der Sprache(n) zu bauen. Ziemlich stümperhaft, schon klar, aber was besseres kam mir damals nicht in den Sinn.
Ich würde mich freuen, dieses Thema hier wieder zu beleben.
Ich habe zwei Dystopien geschrieben. Die Welten der Zukunft sind meinem Kopf entsprungen. Dazu habe ich keine Medien hinzugezogen. Bei Fantasy dürfte das vermutlich nicht klappen.
Nein, für Fantasy reicht der Kopf nicht mehr aus. Jedenfalls meiner nicht Da brauche ich dann Hilfsmittel irgendeiner Art. Bisher wie geschrieben eine Wiki Software und meine Python Skripte.
Bevor ich zu Papyrus gewechselt bin, habe ich mit Scrivener gearbeitet. Unter anderem gibt es dort „templates“, also Vorlagen, die man für verschiede Projekte nutzen kann. Eines davon ist von Katie Weiland (game of thrones) und hilft Struktur zu schaffen.
Ich fuchse mich gerade noch ein wenig in Pap12 ein und spiele mit dem Gedanken ein solches Template zu basteln. Leider ist diese Funktion nicht bei Pap12 vorhanden oder ich habe sie noch nicht gefunden. Also quasi als -leeres Buch, wo im Navigator die entsprechenden „Kapitel“ (Ordner) einfach leer sind und individuell befüllt werden können.
Da ich das „Save the cat“ Konzept mag (3 Akte in 15 Unterschritten), bastele ich aktuell eine „Schreibschablone“ in dem Rhythmus…
Pap12 ist Scrivener in sehr vielen Punkten überlegen, allerdings etwas weniger individualisierbar. Dafür weniger komplex und pragmatischer.
An diesem „Template“ (es gibt ja auch in Papyrus Vorlagen, oder nicht?) wäre ich interessiert.
Ich habe den Eindruck bei Scrivener liegt der Fokus auf allem bis der erste Entwurf abgeschlossen ist. Bei Papyrus scheint er eher auf dem Bereich um die Zeit des 1. Entwurfs bis zur Veröffentlichung zu liegen.
Obwohl natürlich beide „alles“ können, scheinen sie diese Schwerpunkte zu haben.
Hmmm. Da würde Dir jetzt eine S. Community stark widersprechen.
Das Programm kann schon viel… ist aber dadurch hochkomplex. Und es wird immer wieder die „steile Lernkurve“ kritisiert. Also nicht selbsterklärend. Es kann fast alles verändert werden - was allerdings nicht immer zum Vorteil ist.
Papyrus ist da viel anwenderfreundlicher. Dazu pragmatische Anteile, die einmalig scheinen: Stilanalyse z. B.
Ich scheue da den klassischen besser/schlechter Vergleich.
Es gibt nur wenige Dinge bei Pap12, die ich auf den ersten Blick vermisse…
Ich werde da vermutlich noch ein paar Wochen dran basteln - auch um Pap12 besser kennen zu lernen. Wenn ich was brauchbares produziert habe, würde ich fragen, ob ich es hier teilen darf.
Oh darum ging es mir nicht. Ich schätze beide für Ihre Stärken, und die haben sie, sonst wären sie ja gleich. Die Stilanalyse auf jeden Fall ein Riesen-Plus. Nutzt mir aber zu Beginn nichts, daher meine Idee mit den Foki. Scrivener kann ich halt auch auf dem Handy nutzen um mir Notizen zu machen. Ich wollte das eigentlich mit Papier und Stift lösen, aber wenn ich keine Unterlage habe kann ich meine Klaue anschliessend nicht mehr lesen, sieht dann aus, als wären meine Hühner übers Papier stolziert.
Aus diesem Grund nutze ich beides: P und S (Pfeffer und Salz )