Beispiel „Hated Rivalry“ - weil es gerade in aller Munde ist. Die Geschichte ist nett, nett erzählt, hat aber mit der Realität nicht viel zu tun.
Ich darf das sagen, da ich selbst Profi war und in der DEL gespielt und einige Kontakte in die NHL hatte und habe.
Und schwul bin. Und andere schwule Eishockeyprofis kenne. Aktive und zurückgetetene.
Ja, der Staff weiß meistens Bescheid, oft auch einige Teammates, aber NIEMAND würde sich öffentlich outen. Die Ligaleitung würde einen fertig machen (vor allem in den USA), genauso wie die Werbepartner und - vor allem - die Fans. Und die Clubleitung würde einen fallen lassen, wie eine heiße Kartoffel, sobald es die ersten negativen finanzielle Folgen gibt (Werbepartner/Sponsoren die abspringen, zurücklegte Abos, eingebrochen ticketverkäufe,…) . Es besteht nicht die Gefahr eines jähen Karriereendes - das ist in den allermeisten Ligen eine absolute Gewissheit.
Der Erfolg gibt Rachel Reid recht, aber ist es auch richtig solche Geschichen zu erzählen und damit Hoffnungen zu wecken, die absolut ungerechtfertigt sind? Als hilfreich empfinde ich das nämlich nicht.
PS:
Ohne die haufenweise eingestreuten expilziten Sexszenen würden die Bücher auch niemanden hinter dem Ofen hervorlocken. Aber wie heißt es so schön? Sex sells.
PPS
Ihre Vorstellungen von schwulem Sex sind … naja … technisch gut recherchiert, aber trotzdem nicht gerade sehr nahe an der Realität. Aber es muss wohl so sein, wenn man von etwas schreibt, dass man selbst nie erlebt hat und nie erleben kann.
Sorry, sollte ich jemanden auf den Schlips getreten sein…
(Ich musste gerade über den letzten Teil schmunzeln.)
Aber ich muss dazu sagen, gerade hier, dass es vielleicht das Thema auflockern kann. Betonung liegt auf kann.
Wenn man aus so einer Perspektive schreibt, würde ich es eher bevorzugen, dass es sehr nah an der Realität geschrieben ist. Denn dadurch werden Missstände aufgedeckt.
Also ja, ich stimme dir da zu.
Es wirkt dann eher wie in einer Traumwelt, leider.
Obwohl, vielleicht viele es auch einfach satt haben und genau deshalb sich wünschen, dass die Realität anders aussähe. Und genau aus dem Grund es mögen.
Man kann es so oder auch anders sehen.
Es ist schwierig.
Kurzfassung: So weit man will. Und dabei spielt es keine Rolle, ob es noch glaubwürdig ist oder nicht.
Was genau das Buch angeht und die Realitätseinordnung: Nein, das ist nicht real. Genau dazu hat ein geouteter NHL-Spieler auch ein Statement abgegeben, nachdem die Serie zu dem Buch viral gegangen ist.
Es ist auch nicht realitätsnah, da gebe ich dir recht.
Aber, bisher habe ich noch niemanden, der queer-freundlich ist gehört oder gelesen, der sagte, er hätte das nicht gern. Und GENAU dabei geht es doch bei fiktionaler Literatur, gerade im Romance-Bereich. Man will, dass alles möglich ist und man will, dass es gut ausgeht, nicht nur für die Liebesgeschichte, sondern auch für alles drumherum.
Ich wünschte, Sport und gerade Profi-Sport wäre nicht so queer-feindlich. Und ich wünsche mir, dass die positive öffentliche Reaktion auf das Normalisieren in Literatur und Film auch da einen Wechsel vorantreibt. Das funktioniert aber nicht, wenn man darauf beharrt, dass Fiktion real bleiben sollte. Es ist und bleibt eben Fiktion und leider keine True-Story in dem Fall.