Und das beantwortet die Grundfrage des Themas ja schon. ![]()
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Meiner Meinung: Ja. Belletristik darf alles, innerhalb der Gesetze.
Und wieso sollten sie keine Hoffnung wecken.
Denken wir an Marvels Fantastischen 4. Als sie den ersten Kuss veröffentlichten verstießen sie gegen die Zensurgesetzte in den USA. Wegen diesem Comic wurde die Zensur abgeschafft.
Oder dem Kuss zwischen Kirk und Uhura. Zu dieser Zeit ein schlimmerer Skandal als heute ein Outing.
Bommel hat recht. Die Menschen lesen um zu Träumen. Aber Träume können auch die Welt verändern.
Weil in diesem Thread das Ausgangsthema der (abwertende) Umgang mit Homosexualität ist, stelle ich hier eine meiner Rezensionen ein, die sich mit dem Buch, Sodom - Macht, Doppelmoral und Missbrauch, von Frédéric Martel beschäftigt. Es sollte mAn Pflichtlektüre für jeden gläubigen Katholiken sein.
Frédéric Martel – Sodom (Macht, Homosexualität und Doppelmoral im Vatikan)
In diesem Werk werden neben der welt- und gesellschaftspolitischen Bedeutung der katholischen Kirche primär die letzten vier Pontifikate ausgeleuchtet, denen jeweils ein Abschnitt des Buches gewidmet ist. Im letzten Teil geht es um die Karriere und Amtszeit des deutschen Papstes Benedikt. Auch mögliche Gründe, die diesen erzkonservativen, homophoben heiligen Vater zum Rücktritt zwangen, werden darin artikuliert. Und natürlich fällt auch etwas Licht auf seinen Lebensmenschen, den Kurienerzbischof Georg Gänswein, der den nunmehr emeritierten Papst auch weiterhin offiziell privat begleitete.
Martel führte für dieses Buch in einem Zeitraum von 4 Jahren in über 30 Ländern rund 1500 Interviews. Darunter 41 Kardinäle, 52 Bischöfe und Monsignori, 45 Apostolische Nuntien, 11 Schweizergardisten und über 200 katholische Priester.
Das umfangreiche Werk ist nur etwas für Menschen, die wirklich an dieser expliziten Thematik interessiert sind. Hochinteressante, aber dennoch anstrengende 670 Seiten, minutiös recherchiert, etliche Querverweise, dutzende Klarnamen, aber niemals anklagend gegen schwule Priester und Prälaten, jedoch äußerst ablehnend gegenüber dem naturwidrigen Zölibat und der verlogenen, zunehmend unhaltbaren Position der Kurie in Sachen Homosexualität und leider auch der Pädophilie.
Nach seriöser Schätzung leben rund 70 Prozent des Vatikans offen schwul oder sind sogenannte closet-cases. Also Schrankbrüder, die ihre Veranlagung geheim halten oder verleugnen. Gerade unter ihnen finden sich aber die heftigsten Feinde der Homosexualität. Manche beklagen sie derart lautstark und wortreich, dass sich ein Zitat aus Shakespeares Hamlet aufdrängt: „The Lady doth protest too much, me thinks.“ (Die Dame protestiert meiner Meinung nach zu viel.)
Dazu kommt die unverständliche Haltung des Vatikans bezüglich des Umgangs mit pädophilen Priestern, die besonders unter den päpstlichen Vorgängern von Franziskus weitgehend gedeckt oder, wenn nicht anders möglich, still und leise in andere Diözesen versetzt wurden, wo nicht wenige ihr schändliches Tun fortsetzten. Seit Franziskus werden pädophile Täter immerhin der weltlichen Justiz überantwortet, jedenfalls aber laisiert.
Auch der unglaubliche Prunk und Luxus in dem manche katholische Würdenträger leben, kommt zur Sprache. Penthouses oder Lofts mit teils mehreren hundert Quadratmetern und Terrassenblick über Rom sind keine Seltenheit, rund zwei Drittel aller Immobilien Roms gehören dem Vatikan. Dazu kommen teure Dienstwagen mit, oder bei diskretem Cruising, auch ohne Chauffeur, mehrere Ordensschwestern, die den Haushalt erledigen und zu allem ergeben schweigen, was die Prälaten privat so umtreibt, ist der Piuskragen erst einmal abgelegt.
Sollte nur die Hälfte von dem stimmen, was Frédéric Martel in Sodom beschreibt, dann lebt ein nennenswerter Teil des vatikanischen Klerus in (religiöser) Schuld und Schande, in völligem Gegensatz zur Lehre ihrer Kirche, der sie einst - unterwürfig auf dem Bauch liegend, mit dem Gesicht zu Boden - lebenslange Treue und Gehorsam geschworen haben.
Wenn diese hoffnungslos verkrustete Kirche überleben will, muss sie wohl oder übel dringend nötige Reformen zulassen. Insbesondere was Zölibat, Verhütung, abweichendes Sexualverhalten und Umgang mit Wiederverheirateten anlangt. Ansonsten wird sie zur Sekte schrumpfen oder zerfallen wie das antike Römische Reich, dem sie einst ihren Aufstieg zu verdanken hatte.
Die refomierte Kirche gibt es doch schon. Die protestantische Kirche ![]()
Ich weiß nicht, ob es klug ist, dieses Fass noch in diesen leicht Aggro
Thread aufzumachen. Es hängt immer auf den Blickwinkel ab.
Jahrhunderte finsteres Mittelalter hat die Kirche mit gefördert - aber auch gleichzeitig dafür gesorgt, das römische Texte gerettet wurden. Schriften von Ciecero und co? Wären vergessen, gäbe es da nicht die Mönche, die dass in Handarbeit abgeschrieben haben. Letzendlich gibt es nicht „Die Organisation“ die gut oder schlecht ist, sondern der einzelne Mensch in ihr entscheidet mit.
zugegeben nicht meine Diskussion und ich kenne auch die Hintergründe/die Bücher nicht, über die hier geredet wird. Aber zum Wunsch „generell viel diverser“ eine Anmerkung: entfernt man sich hier nicht zunehmend von der Realität? In Deutschland haben offiziell weniger als 1.000 Menschen den Personenstand „divers“ eingetragen, also ca. 0,0012 Prozent der Menschen - Schätzungen gehen bis etwas unter zwei Prozent. Jeder soll natürlich zu seinem Recht kommen - aber im Bereich der Belletristik, v.a. auch TV, entsteht hier doch zunehmend ein verzerrtes Bild. Jetzt mag man mich gerne mit Gülle bewerfen, aber mich stört diese teils massive Überrepräsentation doch etwas.
Was mich allerdings noch mehr stört: gerade hat mir ein Freund erzählt, dass seine Enkel zu Hause berichtet haben, dass ihr Schulbusfahrer zwei farbige Kinder angewiesen hat, sich im Bus ganz nach hinten zu setzen.
Ich hätte mit Farbe beschmierte Kinder gar nicht erst in den Bus gelassen.
Sonst stimme ich dir zu. Ich kenne keine Personen, die sich sonstwie definieren. Ich erlebe Leute, und die sind immer Frau oder Mann. Gibt ein paar Lesben darunter und auch Schwule, aber sonst? Ich kenne weder Füchse noch Hasen oder gar Hermaphroditen. Wenn man es anders erlebt, schreibt man auch darüber. Aber ich schreibe nur über die Welt, die ich kenne. Und in dieser gibt es zwar Verrückte, aber die laufen mir anscheinend nicht über den Weg. Meine Trauer darüber hält sich in Grenzen.
Bei allen Schattierungen von Dunkel bis hin zu Schwarz bin ich dabei. Die kommen hin und wieder in meinen Büchern vor. Mal als Held, mal als Bösewicht.
Fantasy oder science Fiction sind genres, bei denen es volkommen klar ist, dass es sich um konstruierte Wirklichkeiten handelt. Und da kann man der Fantasie absolut freien Lauf lassen und sogar physikalische Grundgesetze außer Kraft setzen.
Aber ansonsten bin ich da eher skeptisch.
Der Zitatausschnitt zeigt es, mir geht es bei „divers“ nicht um die Eintragung im Personenstandsregister, die interessiert mich absolut nicht. Sondern um alles andere.
Und ja, meine Lebenssituation, sei es in Familie, unter Freunden, Bekannten oder Nachbarn ist in allen Bereichen bunt und divers. Hier wieder auf Hautfarbe, Sexualität und auch Behinderungen bezogen. Als Beispiel.
Und nichts davon ist in der Medienlandschaft so sehr vertreten wie in meinem Umfeld.
Ich bewerfe dich nicht mit Gülle, sondern gebe dir - mit Vorbehalt - recht. Unter Vorbehalt deswegen, weil es schwer ist, die richtige Balance zu finden. Was ist genug, um einen Missstand aufzuzeigen? Wann wird es zuviel, im Vergleich zu anderen, viel größeren Gruppen, die auch ihre gerechtfertigten Anliegen vorbringen?
Mmh. Ich denke, wenn du die Realität abbilden willst, wäre eine Autobiographie doch das richtige… Geht ja auch unter einem Pseudonym.
Da sei mal sicher - ich will und werde niemanden gegen seinen Willen outen. Und es wird schwierig genug, dass alles so zu drehen, damit man keine relevanten Rückschlüsse ziehen kann. Manche Situationen waren so speziell, dass jeder, der mit dem Sport je zu tun hatte, sie sofort zuordnen wird können. Die werde ich wohl auslassen und irgendwie ersetzen müssen. Sofern für die Story notwendig.
Ich werde es lesen…das interessiert mich ![]()
da wirst du noch Geduld haben müssen - fürchte ich.
Macht nichts
Und genau in dieser Szene, werter Nachtfalke, spielt der Film Cruising. Ein brutaler Mörder treibt darin sein Unwesen und ein Cop (Al Pacino) wird auf ihn angesetzt und verfällt fast selbst dieser erotischen Sado-Maso-Faszination. Diese Geschichte würde wohl nicht in einem Altersheim für schwule Langzeit-Ehepaare funktionieren. Ja, die gibt es auch.
Deiner Argumentation folgend könnte ich anführen: Der Film Das Schweigen der Lämmer denunziert Transsexuelle, reduziert sie auf perverse Triebtäter. Kann mich nicht erinnern, dass es damals öffentliche Protestmärsche gab, wie nach dem Erscheinen von Cruising.
Generell sage ich: Net so wehleidig sein!
Schwule müssen sich nicht zwangsläufig outen. Sie tragen nicht das Kainsmal auf der Stirn. Transidente Menschen hingegen schon. Sie sind fast immer als solche erkennbar. Aber sie machen nicht ein solches Theater um ihre Veranlagung. Die meisten von ihnen wollen bloß in die Reihe treten und grau sein.
Mehr habe ich dazu nicht mehr zu sagen.
Wobei im „Schweigen der Lämmer“ explizit gesagt wird, dass der Täter weder homo- noch transsexuell ist, sondern sich dafür hält.
In meinen Büchern geht es nicht vorrangig um Sex, obwohl manche explizite Szenen beinhalten. Zwar habe ich mich mit schwulen Männern unterhalten, war in einschlägigen Foren unterwegs und habe für meine BDSM-Reihe sehr sorgfältig recherchiert (lasse dennoch die oft dunkle Seite davon außen vor), aber so technisch will ich Sex gar nicht beschreiben. Er ist auch kein Füllstoff, sondern findet nur statt, wenn er den Plotz vorantreibt. Bei mir geht es um Emotionen.