Die Taschenbuchausgabe der ungekürzten Fassung hat über 1700 Seiten (als TB eine Zumutung). Zur Zeit lese ich Kings „Das schwarze Haus“ (> 800 S.), seine Fortsetzung von „Der Talisman“. Übte der erste Roman noch eine enorme Sogkraft auf mich aus, finde ich den zweiten Band ermüdend zerfasert und in seiner Charaktervielfalt overdone (ein nicht seltenes Phänomen bei Stephen King). Zwar mag auch ich einen feinsinnigen Geschichtsaufbau mit Aha-Erlebnissen, wenn unverhofft eine Figur wieder auftaucht, die ich schon gedanklich abgehakt hatte, aber wenn die Fülle nur unnötig den Stoff aufbläht, bin ich zunächst gelangweilt und am Ende bitter enttäuscht.
Mein Fazit: Viele Äste darf ein Baum haben, um ihn in die Höhe wachsen zu lassen. Aber Zweiglein, Verzweigungen schneidet auch der Gärtner fort, besonders die, die nach innen wachsen, weil sie das Wachstum insgesamt behindern.
… oder mit neuen Trieben das Gesamtgewächs metamorphieren.
Das schwarze Haus hat das Problem, das viele Zwischenbände haben, die auf ein konstruiertes Finale hinarbeiten.
Der dritte Band (Herbst2026) wird vermutlich die Brücken vom Talisman zu der Dark-Tower-Reihe fertig bauen und die Welten endgültig verschmelzen.
Ich bin zumindest gespannt. Es würde mich nicht wundern, wenn nicht sogar Randell Flagg dort wieder auftaucht…
Nur deshalb beiße ich mich tapfer durch „Das schwarze Haus“, denn ich hasse nicht Beendetes. Ich weiß – zwanghaft bis in die letzte Rippe
! Ich fürchte nur, dass ich, obwohl mich die ersten beiden „Dark-Tower“-Bände (oder waren es sogar drei) nicht 'abholen konnten und ich die sprichwörtliche Feuerwaffe damals ins Getreide geworfen hatte, für das volle Verstehen doch noch werde lesen müssen/wollen.
Ich höre mich gerade durch die Saga. Das geht erstaunlich gut. Ungewöhnlich, dass es mir besser als Hörbuch gefällt.
Vielleicht sollte ich damit einen neuen Versuch wagen?!
Du hast mich am Haken!