Wenn ich mal so weit bin, dass ich eine Taschenbuchausgabe habe, werde ich Druckexemplare auf einige Hamburger öffentliche Bücherschränke verteilen.
Auch kann ich mir vorstellen, einen Zug durch Buchläden (vor allem Unabhängige) zu manchen um ins Gespräch zu kommen. natürlich habe ich „rein zufällig“ ein Exemplar dabei.
Ob ich Tiktok und Youtube mir Shorts flute überlege ich mir noch.
Ein nicht zu unterschätzender Faktor für eine bessere, (erfolgreichere?) Sichtbarkeit und somit potentielle Käufer, ist einer, zu dem die meisten von uns ein gespaltenes Verhältnis haben oder wenig Bedeutung beimessen. Sie steht im Zusammenhang mit Social Media, aber auch mit realen Auftritten bei Lesungen oder in Printmedien (‚Regionalblättchen‘): die eigene Person/Persönlichkeit.
Bevor das Internet seinen Siegeszug antrat, wurde ein Buch neben der Sichtbarkeit im Buchhandel, ausschließlich nach seinem inhaltlichen Wert für den Kunden/Leser bemessen. Nur über bekannte, berühmte Autorinnen und Autoren erfuhr man ein wenig Privates. Während meiner Schulzeit besaß ich ein mir sehr wichtiges Handbuch über zeitgenössische Schriftsteller mit einer kurzen Vita, ihrer Bibliografie und einem Schwarz-weiß-Foto.
Heute werden nicht selten Bücher nur gekauft, weil einem die Person dahinter positiv aufgefallen ist, sie viel von sich gezeigt und auf Plattformen gepostet hat oder allgemein gehypt wird. Ich wage mal eine kühne These und behaupte, dass bspw. ein Herr Fitzek weit weniger populär und erfolgreich wäre, wäre er nicht ein so sympathischer, nahbar scheinender Mensch ohne Allüren und ohne Arroganz. (Darüber hinaus ist er natürlich auch überaus fleißig!) Allein seine letzteren Werke haben mich hingegen z.T. regelrecht verärgert, nehme ich seine Danksagungen mal aus.
Also, selbst wenn alles passt, tolles Buch, ästhetisches, stimmiges Cover, ein beliebtes Genre, guter wertiger Satz, Klappentext und günstiger Preis, muss heute auch noch das Sympathie-Barometer ausschlagen, was nur zu schaffen ist, wenn man öffentlich ‚sich nackig‘ macht. Aber Vorsicht! Ein falsches Wort, ein, unserer weichgespülten Oberlehrer-Gesellschaft nicht konvinierender Satz, zu viel eigene Meinung, zu wenig woke Attitude u.v.a. … und…aus…bist…du.
Ich kann dir vollkommen zustimmen. Aber ohne jemand im Forum zu nahe zu treten, wir sind alle nicht in der Liga von Fizek.
Unser Problem ist nicht beliebt zu sein, sondern das man unsere Bücher überhaupt sieht. Niemand interresiert sich ob wir sympathisch sind oder nicht. Wir existieren für die meisten Menschen nicht.
Für uns gilt das Gegenteil. Wenn irgendeine Blase einen Shitstorm entfacht, dann wird unser Name bekannt und für jede Blase gibt es eine Gegenblase, die dann unsere Bücher kauft.
Wie heißt es doch so richtig: Lieber eine schlechte PR als keine.
Du hast mich jetzt auf die dumme Idee gebracht, mein zweites Buch Shurjoka und Björn Höcke zu schicken, wenn es fertig ist.
Das ist nicht dumm! Heißt es nicht „Den Mutigen gehört die Welt“?
Fitzek hat in einer Zeit zu schreiben begonnen, wo niemand auch nur eine Vorstellung von ‚Social Media Reichweiten‘ hatte. Seine ersten Werke waren megaspannend und intelligent geschrieben und er hat auf vollkommen normalem Weg über seine Agentur seine Laufbahn begonnen. Heute fragen Agenturen oder Verlage als erstes, mit wieviel Reichweite man sich schon als Newcomer vorstellen kommt. Das meinte ich.
Wikipedia:
Sebastian Fitzek schrieb als Koautor gemeinsam mit dem NamenforscherJürgen Udolph das Sachbuch Professor Udolphs Buch der Namen, das 2005 bei Bertelsmann erschienen ist. Der Spiegelbestseller war Vorlage für das Fernsehformat Deutschland – deine Namen, an dessen Entwicklung Fitzek beteiligt war. Die Sendung wurde im März 2006 vom ZDF unter der Moderation Johannes B. Kerners ausgestrahlt.
Wenn man mit Bertelsmann und dem ÖRR vernetzt ist, dann hat man auch keine PR Probleme. Fitzek wurde nicht durch seine Romane bekannt, sondern er schrieb ab 2006 Romane, weil er bekannt war.
Aber nicht für Thriller und ein breites Publikum. Mit ‚normal‘ meinte ich, Manuskript über eine Agentur. Wenn seine vorangegangene Popularität dabei geholfen hat, so ist das doch auch ein Indiz dafür, dass Sichtbarkeit als Person Pforten öffnen kann, die das Manuskript eines No-Name-Autors alleine seltener zu knacken vermag.