Hallo,
ich würde gerne wissen, welche Schriftgrösse am Besten für ein Buch geeignet ist. (Taschenbuch)
Danke im Voraus.
Achtung: Die Schriftgröße hängt auch von der verwendeten Schrift ab. Du kannst also nicht einfach sagen: 10pt, 11pt, 12pt.
Am besten machst du mit deiner gewählten Schriftart mal nen Testausdruck einer Seite und hältst die Seite neben ein Buch, das du für vorbildlich hältst.
Die Schriftgröße ist sicher auch von der Zielgruppe abhängig.
Und wie @tomP schrieb, kann die Schriftgröße nicht losgelöst vom Font betrachtet werden.
Schau in Bücher, die du zu Hause hast. Es gibt eine App WhattheFont, die die Schriftart herausfinden kann.
Diese Seite kann dir bei der Bestimmung der Schriftgröße helfen und liefert Grundlagenwissen:
Gruß aus MG
Klaus
Auch ein Guter Tipp: ChatGPT fragen.
Ich hatte zum Beispiel mein Buch in Vollkorn 10pt mit Zeilenhöhe 14pt gesetzt. Alle Formatvorlagen (und bei mir sind das viele, waren darauf ausgerichtet. Mir kam das dann aber beim Testdruck etwas klein vor.
ChatGPT ist sofort darauf eingegangen, als sei das bekannt und 11pt wären empfehlenswert. So eine KI kennt halt Diskussionen im Netz, von denen du noch nie gehört hast. Ich bin jetzt bei 11pt mit einer Zeilenhöhe von 15pt, auch wenn ChatGPT sich mit etwas weniger zufrieden geben würde.
Wie immer - nie blind übernehmen, was so eine KI dir sagt. Aber es ist zumindest mal ein Denkansatz, den man prüfen kann.
Das verstehe ich nicht. Ich dachte immer, Schriftgröße in pt gibt die Zeichenhöhe an, und die ist bei allen Fonts dann gleich. Die Unterschiede sind dann bei den Laufweiten etc. Bitte um Aufklärung, Danke!
Nein. Ist sie nicht.

Ich bin da kein Spezialist. Aber wenn du dir mal als Extrembeispiel die Garamond ansiehst, sind dort die unteren Parts der Buchstaben (sorry, kenne die Spezialausdrücke nicht) deutlich kleiner als bei anderen Schriften.
Es geht bei des Lesbarkeit also nicht unbedingt nur um die Größe der einzelnen Zeichen, sondern um die Größe, ab der diese Zeichen von den meisten Lesern als gut lesbar eingestuft werden.
Ergänzend: Siehe auch meine Beispiele. Wahrscheinlich ist die maximale Höhe gleich, bei Sacramento wären das jeweils die Großbuchstaben und die Buchstaben dazwischen sind total ipselig.
Einen großen Unterschied gibt es zwischen Arial und Garamond, abgesehen davon, dass Arial ohne Serifen sind und Garamond mit.
Manche Schriften nutzen die Höhen vollständig aus und manchmal sogar noch darüber, andere sind hier eher zaghaft.

Kleine Ergänzung aus meinem Papyrus-Praxisbuch:
Ja, dann mal vielen Dank für Eure Ausführungen! Man(n) lernt nicht aus ![]()
Die heutigen Bezeichnungen entstammen dem alten Buchdruck. Die Schriftgrösse entspricht der Kegelstärke beim Bleisatz. Das sagt nichts aus über die Grösse und Gestaltung des Buchstaben auf dem Kegel.
Es sind nicht nur die (wie beim „Punkt“ oft nicht eindeutigen) Bezeichnungen des klassischen Druckwesens, mit denen man umgehen muss bzw. umgehen können sollte, sondern dessenGrundlagen insgesamt. Das war lange nicht nötig; es reichte, mit den beschränkten Möglichkeiten einer Schreibmaschine umgehen zu können, und alles Weitere Spezialisten wie Setzern und Druckern zu überlassen.
Wenn man heute alles selbst macht bzw. machen muss, sollte man das, was diese Spezialisten in etlichen Lehrjahren lernten, sich zumindest in den Grundlagen aneignen. Papyrus kann einem – insbesondere mit dem Buchdesigner – sehr viel abnehmen. Aber spätestens dann, wenn man selbst eingreift, sollte man wissen, was man tut.
Infos gibt es viele. Man kann direkt mit dem tollen Papyrus-Handbuch beginnen und das dann vertiefen. Online bspw. auf typo-info.de oder auf typolexikon.de; dort sind nicht nur die Darstellungen zum Schriftgrad und zum Schriftkegel sehr aufschlussreich.
Mehr Kontext findet man bspw. in Willberg & Forssman „Lesetypographie“ oder Forssman & de Jong „Detailtypografie – Nachschlagewerk für alle Fragen zu Schrift und Satz“.
