Wechsel von epubli zu KDP (nur e-Book)

Ich benötige mal das enorme Schwarmwissen des Forums.

Ich habe im Juni 2025 meinen Debütroman bei epubli als Printversion und als e-Book veröffentlicht. Beide Versionen sind bei Amazon erhältlich. Die Verkaufszahlen entwickeln sich bei der gedruckten Version rückläufig, beim e-Book (momentan) steigend. Die meisten Verkäufe erziele ich über Amazon.

Da ich gerne das Select sowie Unlimited Programm von KDP nutzen würde, möchte ich nun mit meinem e-Book umziehen. Eine Kündigung bei epubli ist problemlos möglich.

Wer von euch hat diesen Schritt schon mal vollzogen und kann mir Tipps geben? Worauf muss ich achten? Gibt es Fallstricke? Hätte ich gar Nachteile durch einen Wechsel?

Ich würde da gerne auf eure Erfahrungen setzen.

Vielen lieben Dank für die Unterstützung.

Ich bin damals von Neobooks (Print + eBook) auf BoD (Print) und KDP (eBook mit Unlimited) umgezogen, ich glaube 2 Jahre nach Erstveröffentlichung. Das war problemlos möglich.

Vorteile für mich:

  • Liebesromane gehen sehr gut über KU (Kindle Unlimited), ich habe damit endlich auch für die Digitalversion Umsatz generiert, das war vorher nicht der Fall
  • KDP bietet einige Marketingoptionen direkt, wie Prime Deals, Gratisaktionen etc. Für einige muss man sich qualifizieren, andere gehen so und lohnen sich
  • Man kann aus KU aussteigen, ohne das eBook ganz vom Markt nehmen zu müssen
  • ich kann BoD problemlos für die Prints behalten (mir ist Anbindung an den lokalen Buchmarkt wichtig, ist bei Amazon nicht gegeben (außer, es gab Änderungen, kann natürlich sein)). Man kann trotzdem beide Versionen miteinander verknüpfen

Nachteile:

  • das eBook gibt es ausschließlich bei Amazon, du darfst die digitale Version nirgends sonst vertreiben, Amazon prüft das auch (musste schonmal Stellung beziehen, warum es den Titel bei Thalia gibt. Weils das Print ist… war danach auch geklärt)
  • Amazon ist ein US-Unternehmen

Für mich wiegen die Vorteile noch schwerer als die Nachteile, daher bleibe ich vorerst digital bei KDP. Mit KU hat man eben wie ich auch ohne viel Werbung die Chance auf Tantiemen. Aber vielleicht werd ich ja noch Marketing-Guru und verlasse KDP.

Tipps hab ich nicht wirklich, ich habs halt einfach gemacht.
Du musst irgendwann das Steuerformular ausfüllen und regelmäßig aktualisieren nach Hinweis. Ich bin steuerlich nicht unversiert und hatte Unterstützung durch eine US-Kollegin, die dort im Steuerbüro sitzt. Da hilft dann ein Steuerberater weiter.

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https://www.golem.de/news/kindle-translate-amazon-uebersetzt-e-books-mit-ki-2511-201954.html

Und bald wird es noch lohnenswerter.

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Ob das lohnenswert sein wird oder nicht, wird wohl maßgeblich von der Qualität der Übersetzung abhängen. Mich würde interessieren, wie KI mit Fehlern in Büchern umgeht. Ein menschlicher Übersetzer merkt das (hoffentlich!). Ich meine Fehler, die nicht direkt offensichtlich sind. Das dürfte für eine Maschine kaum leistbar sein. Ein spannendes Thema.

Ich hab den Eindruck, dass eine Übersetzung für so ein Tool „nur“ eine andere Ausgabesprache ist. Damit kann ich falsch liegen, aber ich glaube, dass eine KI eine Übersetzung nicht als Übersetzung ansieht. Sie spricht einfach nur eine andere Sprache bei der Ausgabe.

Ich bin gerade meinen Band 1 und Band 2 je drei Läufe mit Copilot auf Fehler durchgegangen. GPT5 geht dabei immer von der reinen Rechtschreibprüfung ab und gibt auch stilistische Tipps. Die will man nicht haben, bis der erste gute Vorschlag kommt. :slight_smile:

Es ist beeindruckend, welches Sprachgefühl GPT5 heute schon hat. Es ist nicht perfekt, macht immer wieder Fehler und kann sich nicht alles merken. Darum habe ich 3 Läufe gemacht und nicht einen. Aber viele Hinweise waren außerordentlich treffend. Es hat mich sogar aufmerksam gemacht, dass eine Figur geduzt wird, die sonst gesiezt wird (Fantasy-Ihr).

Ein Tool, das speziell auf die Übertragung in eine andere Sprache trainiert ist, wird vielleicht nicht immer den Sprachstil des Autors nachbilden können. Aber eine relativ vernünftig lesbare Übersetzung traue ich dem Tool schon zu.

Aber wird das denn dann bei Amazon auch gehen oder muss man sich mit der ersten Übersetzung zufrieden geben? Das wäre auch noch eine spannende Frage.

Copilot ist nicht darauf trainiert, speziell Rechtschreibfehler zu finden. Ich gehe mal davon aus, dass Modell, das Amazon verwenden wird, speziell auf Belletristik trainiert wurde. Ich kann mir sowas wahrscheinlich nicht leisten, aber Amazon hat doch das Geld dazu.

Texte müssen auch gar nicht perfekt sein. Ich hab mir vor Jahren bei Amazon ein paar 50-Cent-Romane gekauft. Darunter waren Alice im Wunderland, der Graf von Monte Christo und die 4 Winnetous. Das war alles ein anderes Deutsch als heute mit sehr kreativer Rechtschreibung und Kommasetzung. Aber es hat Spaß gemacht, es zu lesen.

Es gibt hier durchaus einen Unterschied zwischen dem, was ich unter meinem Namen veröffentlichen würde und dem, was ich möglicherweise noch zu lesen bereit wäre, wenn es mich interessiert.

Perfekt ist sowieso nie etwas. Leider. Aber das ist so. Wenn allerdings tausend Fehler drin sind: Nein danke. Nichts für mich. Ich lese gern Romane von Dean Koontz. Neulich habe ich aber einen gelesen, der keinen Spaß gemacht hat und zwar aufgrund der grottigen Sprache. Ich schiebe das auf die schlechte Übersetzung, weil ich auch ein Original kenne, das sehr gut war.
„Der Inhalt ist ausschlaggebend“. Diesen Leitsatz habe ich schon oft gehört. Doch ich persönlich kann mich nicht auf den Inhalt konzentrieren, wenn das Sprachliche nicht stimmt.

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Da sprechen wir aneinander vorbei. Rechtschreibfehler macht das Ding kaum welche. Es findet mal Fehler nicht, versteht Dinge falsch, entsinnt sich mal an den Context und mal nicht - und gibt dementsprechend Hinweise, die nicht immer passen. Manchmal schlägt es andere Worte vor, die du nicht übernehmen willst. Aber es macht auch Vorschläge, die schon sehr toll sind.

Wenn ich englischer Muttersprachler wäre, würde ich sicher von dessen Übersetzung häufig abweichen. Das bedeutet aber nicht, dass die KI-Übersetzung schlecht wäre. Sie wäre halt nur anders. Das sie lesbar wäre, daran habe ich keinen Zweifel - zumal es ja ein Original gibt, an dem sich das Tool orientieren würde. Ich glaube nicht, dass eine KI einem Roman komplett umschreiben würde. Sie würde sich an den Satzstrukturen der Originalsprache orientieren - schon allein, um dem Autor gerecht zu werden. So würde vieles von der Originalstimmung des Autors rüberkommen. Manches sicher auch ein wenig schlechter, aber einiges sicher auch besser. Man kann einen Text ja immer wieder verbessern.

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Ich hab mal was ausprobiert und hoffe, dass das jetzt nicht gegen die neuen KI-Richtlinien verstößt. Ich hab mal die Einleitung meines Fantasyromans von Copilot nach Englisch übersetzen lassen. Danach habe ich einen neuen Gesprächsfaden eröffnet (damit es sich nicht mehr ans Original erinnert) und es wieder in Deutsch übersetzen lassen.

Es wirkt auf mich natürlich sonderbar, meinen eigenen Text umgeschrieben zu lesen. Ein bisschen wie zu meiner frommen Zeit, wenn man einen Text in einer Bibelübersetzung auswendig kannte und nun eine andere Version hörte. Aber ich finde, man könnte diesen übersetzten Text relativ gut lesen. Meine Version gefällt mir dabei natürlich besser. Wäre jetzt ausgesprochen blöd, wenn das anders wäre :slight_smile:

Das Original:

Nach den Wirren des vergangenen Zeitalters schilderte die Seherin Narsis das Kommende so exakt, dass ihre Worte weit über Odar hinaus Würdigung erfuhren. Als sie dann düstere Visionen befielen, schrieb sie diese im Königsbuch und drei Werken über Leben und Tod nieder.

An einem trüben Winternachmittag versammelte sie Dutzende ihrer Anhänger an den Klippen eines Fischerdorfes. In konfusen Worten warnte sie, dass das Leben zum Gefängnis werden würde. Inständig forderte sie dazu auf, es ihr gleichzutun und stürzte sich von einem Felsen.$NARSIS f731

»Das Böse hat drei Augen«, rief sie wohl, als sie in den Tod sprang. Dies ist allerdings nicht ihre Geschichte. Es ist auch nicht meine. Es sind Erlebnisberichte einer Zeit, als die Welt ein Pfeil traf, der tausend Jahre zuvor abgeschossen wurde. Noch ahnte davon niemand etwas. Auch ich nicht, als mich ein Klümpchen Silber in das hineinzog, was man später die Schattenkriege nennen würde.

Alles, was ich wusste, war: Ich hatte einen Auftrag erhalten. Um den aber ausführen zu können, musste ich bei Kamo abheuern …

Die Übersetzung:

After the turmoil of the past age, the seer Narsis described what was to come with such precision that her words were honored far beyond Odar. When dark visions then overcame her, she recorded them in the King’s Book and in three works on life and death.

On a bleak winter afternoon, she gathered dozens of her followers on the cliffs of a fishing village. In confused words she warned that life itself would become a prison. With fervent urgency she implored them to follow her example—and hurled herself from a rock.

“The Evil has three eyes,” she is said to have cried as she leapt to her death. Yet this is not her story. Nor is it mine. These are accounts from a time when the world was struck by an arrow loosed a thousand years before. No one suspected it then. Nor did I, when a lump of silver drew me into what would later be called the Shadow Wars.

All I knew was this: I had been given a mission. But to carry it out, I first had to sign on with Kamo…

Die Rückübersetzung ins Deutsche:

Nach den Wirren des vergangenen Zeitalters beschrieb die Seherin Narsis das Kommende mit solcher Präzision, dass ihre Worte weit über Odar hinaus geehrt wurden. Als sie dann von finsteren Visionen überwältigt wurde, hielt sie diese im Buch des Königs und in drei Schriften über Leben und Tod fest.

An einem trostlosen Winternachmittag versammelte sie Dutzende ihrer Anhänger auf den Klippen eines Fischerdorfes. In wirren Worten warnte sie, dass das Leben selbst zu einem Gefängnis werden würde. Mit glühender Dringlichkeit flehte sie sie an, ihrem Beispiel zu folgen—und stürzte sich von einem Felsen.

„Das Böse hat drei Augen“, soll sie gerufen haben, als sie in den Tod sprang. Doch dies ist nicht ihre Geschichte. Auch nicht meine. Es sind Berichte aus einer Zeit, da die Welt von einem Pfeil getroffen wurde, der tausend Jahre zuvor abgeschossen worden war. Niemand ahnte es damals. Auch ich nicht, als ein Klumpen Silber mich in das zog, was später die Schattenkriege genannt werden sollte.

Alles, was ich wusste, war dies: Mir war eine Mission gegeben worden. Doch um sie auszuführen, musste ich mich zuerst Kamo anschließen…

Aber das ist doch jetzt nicht mit dem Amazon-Tool erstellt. Oder? Das kommt doch erst noch, wenn ich es richtig verstanden habe. Also nutzt dein Beispiel ja nicht viel.

Ich vermute, dass das Amazon-Tool eher besser als schlechter sein wird. Ist aber auch egal, ich fand es jedenfalls mal ein interessantes Experiment. Einen englischen Bindestrich hat es im deutschen Text verwendet und die Ellipse ganz am Schluss direkt an das Wort „anschließen“ gesetzt. Darüber hinaus sind mir keine Fehler aufgefallen.

Ich hab tatsächlich einen Urlaubsflirt aus dem Jahr 2010 unter meinen Facebook-Freunden. Die hatte schon gefragt, ob ich mein Zeug auch in Französisch veröffentliche. Wenn die mein Zeug in dieser Textqualität lesen könnte, könnte ich als Autor damit leben. Klar, wenn ich Französich-Muttersprachler wäre, würde ich sicher noch feilen. Aber im Großen und Ganzen scheint es heute schon mit den vorhandenen Tools zu funktionieren.

Ich werde dann meine Texte anpassen, um Übersetzungsschwächen zu vermeiden.
Das mache ich jetzt schon, damit die Vorlesefunktion nicht ins straucheln kommt.

Echt? Ich ändere doch nicht meinen Stil und meine Ausdrucksweise, damit ein Tool keine Probleme damit hat. Oder verstehe ich dich falsch?

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Nicht das Tool hat Probleme.
Der Kunde ist König.
Wenn kurze, präziese Sätze besser funktionieren, dann bitteschön.
An der Geschichte ändert sich dadurch nichts.
Das gleiche gilt für komplizierte lange Worte.
Im Grunde kommt mir das entgegen, da ich sowieso eher einfach schreibe.

Also an meinen Geschichten ändert sich jede Menge, wenn ich meine Sprache an ein Tool oder an einen Kunden oder wen auch immer anpasse. Wenn mir ein Testleser Feedback gibt, dann nehme ich Änderungsvorschläge an oder eben auch nicht, wenn sie mir nicht zusagen. Aber ich werde doch niemals hingehen und nur noch Sätze nach Subjekt - Prädikat - Objekt bauen, damit sie leichter verständlich und in diesem Fall leichter zu übersetzen sind.

Natürlich möchte ich nichts unnötig verkomplizieren, aber wenn ich einen Advokaten mit einem Penner auf der Straße reden lasse, dann können unmöglich beide dieselbe Art von Sprache benutzen.
Auch bei einem Dialog zwischen einem Betrunkenen und der Polizei geht das nicht.
Auch nicht bei …
Es gibt unzählige Beispiele.

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Ich möchte gelesen werden.
Und wenn ich so andere kunstarten betrachte dann komme ich zu dem Ergebnis, dass das »einfache Volk« mehr auf Massentauglichkeit steht als auf besonders grosse Qualität.
Cherry- Cherry Lady ist erfolgreicher als die weißen Tauben sind müde
Dafür gibt es auch Unmengen von Beispielen.
Zu guter Letzt muss jeder versuchen, seinen Weg zu finden.
Und ja eine Übersetzung korregieret nebenbei Rechtschreibung und Grammatik.

Hat auch jemand Antworten auf meine Frage? :sunglasses::face_with_peeking_eye:

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Die hast du doch ganz zu Beginn schon bekommen.
Dennoch sorry fürs Abdriften.

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Aber du gibst dir doch auch so viel Mühe mit deinen Bildern und klatschst sie nicht einfach aufs Blatt.