Hm, kann es sein, dass du mangels eigener Erfahrung die Funktion und Qualität eines professionellen Lektorats (von einem Verlagslektorat will ich gar nicht reden) falsch einschätzt?
Hier treffen immer zwei Meinung aufeinander.
Diejenigen, die sich aus gutem Grund (meist finanzieller Art) gegen ein Lektorat entscheiden.
Andere, die darauf gesetzt haben und es durchaus positiv bewerten.
Ich kann dazu wenig beitragen, denn ich gehöre zu den vielen, die sich das nicht leisten können oder wollen.
Da könnte ich nur spekulieren, was ein Lektorat ausmacht.
Einen Plan davon hat halt nur jemand, der es durchlaufen hat. Seine Perspektive ändern kann und in der Lage ist diese Kritik anzunehmen und umzusetzen. Auch das Stelle ich mir nicht einfach vor.
Aber zurück zum Thema, es geht ja nicht nur ums Lektorat.
Ich persönlich gebe für die Vermarktung zur Zeit keinen Pfennig in die Hand.
Ich bin immernoch in der ersten Lernphase, also lese und schreibe ich einfach, wenn ich Zeit und Muse habe.
Als Rentner, wenn ich mehr Zeit habe ( hoffentlich) dann habe ich eine bessere Basis und vielleicht auch die Erfahrung das Schreiben professioneller zu betreiben.
Ein Lektor hat eine vielschichtige Aufgabe. Er prüft deinen Text nicht nur inhaltlich, sondern auch auf die Wirkung hin. Ich zum Beispiel „meine manchmal dieses und jenes“ und wähle dann das falsche Wort dafür. Ein Lektor versteht meine Idee und streicht, oder ergänzt meinen Text. Er macht mich auch darauf aufmerksam, wenn ich meine Prämisse aus den Augen verliere, oder ich mich in irgendwelche Kleinigkeiten verrenne, die vielleicht schon längst ok sind. Oder er prüfte meine Dialoge und sagt, dass meine Soldaten wie ein Haufen unorganisierter Köche klingen.
Im Besten Fall ist er mein Sparring Partner und das Buch ist danach besser.
Die Sache ist - wie immer bei Korrekturen - am Ende ist es ein Buch aus zwei Meinungen. Hinzu kommt „der kommerzielle Hintergedanke“
Ein Problem habe ich z.b ob Ton, Erwartungen und Versprechen des Genres getroffen werden. Einer Erwartung zu folgen, bedeutet immer, einer älteren Idee nachzujagen. Neue Bücher, die plötzlich gut gefunden werden, haben bewusst „keine Erwartungen an Ton oder Versprechen“ eine Genres erfüllt, sondern etwas Neues geschaffen.
Ja rein technisch weiß ich das natürlich.
Es ist für mich aber nur schwer fassbar.
Vergleiche ich dass mit meinem Job.
Dann vielleicht so:
Das Fahrwerk meines Pkw ist gut, es bringt mich überall hin. Auf dem Weg zur Arbeit schwimme ich im Verkehr mit.
Ein Sportfahrwerk wäre eine tolle Investition teuer aber wenn ich als erstes auf Arbeit bin, dann, ja, dann …
Vielleicht erzählt ja mal ein Verlagsautor einwenig, ohne die grossen Mysterien zu erklären😉
Ja und nein - aber während ein Verlagslektorat mich ja nichts kostet, müsste ich für ein Nicht-Verlagslektorat ordentlich in die Tasche greifen - und das tue ich nicht.
Hm, der „Ersatz“ des eigenen Stils durch den des Lektors deutet auf einen schlechten Lektor.
Ein guter Lektor holt mit Dir aus Deinem Stil das beste heraus (bzw. lässt es drin und macht den Rest besser
). Findet eventuell in Deinem Text die bessere Idee.
Nur nach Markt"anforderungen" mag ich mich nicht richten, das wäre der Moment, wo ich mich auf die Expertise des Lektors verlassen müsste. Aber Marktflutschigkeit nähme mir einen der Gründe, weshalb ich überhaupt selbst schreibe.
Das schlimmste Probelektorat hatte ich einmal bei einer Dame, die wirklich komplett stumpf die Stilanalyse von Papyrus benutzt hat, sah jedenfalls 1:1 so aus, und das als ihr „Lektorat“ verkaufen wollte.
Man pocht so gerne auf den eigenen Stil, ohne zu merken, dass man keinen hat. Oder man hält die Dinge, die man falsch macht, für den eigenen Stil. Kann man natürlich machen. Nur bildet man sich so nicht weiter. Man sollte immer hinterfragen, ob bei Kollegen(!) der eigene Stil so ankommt, wie man selbst ihn wahrnimmt, oder ob die Wahrnehmung, die man hat, schöngefärbt ist, weil man sich selbst so toll findet. Es gibt dafür auch den Fachausdruck »Kill your darlings«. Also viele der Sachen weglassen, die man für wahnsinnig originell hält, den Leser nach dem dritten Mal aber nur noch nerven. Nur nerven. Bei mir sind es Wiederholungen und das penetrante und permanente Vorführen meines Wortschatzes.
Ich hatte bisher Glück mit meinen LektorInnen.
Die konnten meinen Stil charakterisieren, und wenn sie das können, können sie helfen, ihn hübsch zu machen. Ich liebe noch immer, wie mir die Kritik der einen richtig Spaß machte, weil sie so recht hatte und es so witzig formulierte (mit einem einzigen Wort, über das ich mich heute noch amüsiere und das als Leuchtturm beim Überarbeiten dient), dass ich an meinen Stil rangehen konnte. Ohne dass sie meinen Stil änderte. Sie verbesserte ihn.
Aber ich hatte auch ein, zwei Testleser aus Mitautorenreihen, die einfach nur auf dem Niveau „so schreibt man das nicht“ kommentierten. Ich denke, von solchen Lektoren kann man keine Hilfe erwarten. Die wollen ihren blumigen oder sachlichen Stil in jeden Text reindrücken, den sie probelesen. So funktioniert es aber nicht.
Grauenvoll!
Wo findet man Leute, die ein Teillektorat anbieten? Und was beinhaltet ein solches für Leistungen?
Google mal nach Lektoren in deinem Genre…zB Lektoren für Fantasy oder Thriller…etc. Dann guckst du, was sie anbieten. Die meisten Lektoren bieten Teillektorate. Teillektorate bieten an, einen Teil deines Textes zu lektorieren. Wenn du hundert Seiten schickst, werden hundert lektoriert. Es gibt auch Manuskripteinschätzungen. Das ist dann eine Mischung aus Marktanalyse, Tipps, Schwächen, Stärken usw.
Also ich kaufe meine Cover.
Immerhin ist das mein Aushängeschild und das will ich professionell haben. Mache aber alles andere selbst. Lektorat ect.
In den frühen Werken habe ich noch nicht so genau drauf geachtet, aber mittlerweile achte ich sehr darauf, keine Fehler mehr in den Büchern zu haben. Am Ende (nach den Korrekturen, Probelesern, Änderung und Glättung), höre ich noch einmal komplett über den Text und lese ihn parallel mit. So findet man auch versteckte Fehler, die man sonst gerne überliest.
Ich arbeite bereits seit 9 Jahren mit meiner Cover-Designerin zusammen und habe seit letztem Jahr auch eine Illustratorin für mein aktuelles Projekt. Von ihr lasse ich mir etwas für das Cover anfertigen. - das kaufe ich natürlich auch bei ihr ein.
Werbung ist mir zu teuer und alles andere (Insa, Facebook ect.) zu aufwändig. Dafür fehlt mir die Zeit, da ich nebenbei noch einen Vollzeitjob habe.