Ich hab eine Short-Story für eine Anthologie geschrieben. Zielgruppe: Jugendliche.
Die Kunstfraufessor meinte: „Ja, ist recht nett. Wird aber abgelehnt werden. Glaubt doch kein Mensch, dass ein Mann deines Alters sowas schreiben kann …“
Ich fasse das mal als Kompliment auf. Und ihr?
Nein, das Motto war/ist „Eltern“, aber „Coming-out“ ist in der Schule, in der ich als Lesepate zugange bin (und die diese Anthologie rausbringen wird) bei den Teenies (13 - 15) -auch!- ein Riesenthema. Ich nehme gerade mit sieben Schülerinnen ( fünf Mädels und zwei Jungs aus der 8. und 9. Schulstufe) das Buch „Six times we almost kissed“ von Tess Sharp durch, in dem es unter anderem auch um das Thema geht, und die haben mich schließlich gebeten, für die Anthologie einen Beitrag zur Homosexualität bei Jugendlichen zu schreiben. Auf meine Frage, ob Jungs oder Mädchen dabei im Fokus stehen sollten, entschieden sie sich bei zwei Enthaltungen (die Burschen, klar) für eine weibliche Protagonistin. Also quasi eine Auftragsarbeit
Ich frage mich ja auch, warum sich soviele Autroinnen mit schwulem Sex beschäftigen. Ich sage mit Absicht nicht „Coming out“. Es geht da oftmals seitenweise um … ja um Sex. Nicht ‚spicy‘, sondern harten Porno. Anders kann man es nicht nennen.
Seit eine nackte Schönheit in einer Muschel oder die Jungfrau an dem Einhorn stand ist Sexualität in der Kunst Ausdruck von Begehren, zur Hinterfragung gesellschaftlicher Normen und zur Erforschung von Identität.
Diese anthroposophische Tiefe steigert man nur noch, wenn ein maskierter Kettensägenmörder in der Story vorkommt…
Ich versteh nicht wirklich was von Spicy Sapphic Stories, wie man das so heute so nennt, mich fasziniert aber die Selbstverständlichkeit und Gelassenheit, mit dem va junge Menschen an die Sache rangehen - selten so eine reife Diskussion zu dem Thema erlebt, wie mit meinen Teenies. Was den Sex in meinen Stories betrifft, halte ich es mit dem Rat, den mir mal einer gegeben hat, der davon lebt: „Gute Erotik ist ein Streichholz, den du deinen Lesern gibst. Ob die damit ein Candlelight-Dinner machen oder die halbe Stadt abfackeln, ist letztlich ihre Sache.“
Seit ich einmal eine Gender-Studie mit dem Titel „Men, women & chainsaws“ gelesen habe, weiß ich, dass selbst Robert Langdon noch etwas über Symbole lernen kann…
Netter Spruch.
Viele liefern Feuerzeuge, Fackeln und ganze Tankladungen Benzin dazu.
Weil gerade die Hype um Heated rivalry abflaut. Nette Geschichte - wenn da nicht seitenweise Gestöhne und Gef***** wäre. Blättert man da jedesmal drüber, entdeckt man, wie dünn die Geschichte eigentlich ist. In vielerlei Hinsicht. Das Buch wäre um 30 oder 40% dünner ohne den Spice.
„GEBT MIR MEIN SPICE!“ hat einmal ein Prota laut geschrien. Heute scheint das der typische Leser zu sein - wenn man ernst nimmt, was da so geschrieben wird.
Ich glaub ich werde alt.
Ich denke bei „Spice“ erst an Dune und dann … erst einmal vermutlich eher an eine Kochshow.
Aber sollte ich einmal zu einem solchen Buch greifen müssen würde ich vermutlich brüllen: „Gebt mir meinen PLOT!“
War auch mein erster Gedanke, bevor ich vergangenheits- und neugierbedingt, zu den besagten Büchern gegriffen habe.
Naja.
Wie erwartet, wenn die Verfasserin die drei Kernthemen nur vom Hörensagen kennt und dieses Manko mit „Spice“ zudeckt.
Aber ich gehöre wohl nicht zur anvisierten Zielgruppe.
Wie immer ist es sehr gut geschrieben. Ich bin mir jedoch nicht sicher ob Mädchen heute so sind. Also unsere Jungs sind nie heimgekommen, und haben gesagt, dass sie mit jemandem geschlafen haben. Sie haben gesagt, dass sie jetzt eine Freundin haben. Sex haben sie nicht „öffentlich vor Erziehungspersonal“ thematisiert. Aber wie gesagt sonst passt das schon. Ich fänd es allerdings fast aus der anderen Perspektive spannender. Denkt der Vater drüber nach wie er jetzt antworten soll, hat er Angst zu lange zu zögern, ist er seiner Frau sauer weil sie ihm das Gefühl gibt, dass er falsch reagieren wird… Aber - ich befürchte ich bin innerlich auch etwas älter als Du
Oder ich habe mich nicht gut ausgedrückt.
Sexualität hat schon immer einen starken Einfluss auf die Kunst. Symbolcharakter, Entwicklungspsychologie, Antagonistenbetonung.
Erwachende Sexualität hat zusätzlich die Tiefe von Unschuld zu Begehren, von Junge zu Mann, Mädchen zur Frau… es ist angewandte Symbolik.
Der zweite Teil meines Kommentars (Kettensäge) war nur Quatsch…
Du schreibst sau gut. Punkt.
Und ich nehme dir das auch ab.
Scheinbar bist du als Lesepate nah genug dran. Oder wie geht das?
Gedanke: Am Geburtstag im Pyjama am Frühstückstisch okay. Von mir aus auch sonst. Diese ungemütlichen Spießer.
Aber das Outing … Hm. Traut sie sich das echt? Ich meine jetzt wirklich? Ist das heutzutage so „easy“?