... und plötzlich stockt die Geschichte

Och, ich mag das.
Es steht ja nicht, welche Nuance braun die Jacke hat oder welchen Schnitt sie hat.
„Abgewetzte oder neue Schuhe“ finde ich sogar richtig gut, die Aussage trägt für mich eine erste Information über die Person: arm, reich, Sesselpupser, Abenteurer, eitel, praktisch.
Bernsteinfarbene Augen sind fast gelb und somit belletristisch entweder gruselig ooooder faszinierend.
Und dass ersiees überhaupt in der prallen Sonne steht, ist bereits Heldenhaftigkeit.
Mich stören eher konturlose, beliebige Hüllen als Hauptfigur …
So sind sie. Geschmäcker. Der einzelne ist dabei nicht das Maß aller Dinge.

Genau - ich habe einen meiner Protas aus mehreren Büchern als jemand mit langen, schneeweißen Haaren beschrieben. Und ihm eine Ähnlichkeit mit dem Frontmann von Status Quo zugewiesen. So bleibt dem Lesser ausreichend eigene Vorstellungskraft, um sich den Kerl vorzustellen.

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Mir ging es weniger um die Beschreibung der Person an sich, sondern um die Verbindung von „heldenhaft“ mit der unmittelbaren Beschreibung danach.

Sind es nicht sogar über zweihundert Seiten? MAn völlig überflüssig, da der Hauptkonflikt gelöst ist und alle Überlebenden glücklich und zufrieden in den Sonnenuntergang reiten. Dazu kommt (unter anderem) noch die literarische Sackgasse Bombadil, die vermutlich aus reiner Schreiblaune entstanden ist. Weder profiliert sie eine Figur, noch treibt sie den Plot an. Also raus damit.
Als Tolkien versuchte, ehedem einen Verlag zu finden, wurde er mehrfach abgelehnt. Das Manuskript erschien als zu lang, es wurde Kürzung vorgeschlagen. Das wollte der Meister nicht, also dauerte es eine Weile bis zur Printlegung. So richtig berühmt wurde der Herr der Ringe erst durch die Hippiebewegung in den späten 60er Jahren. Vielleicht lag das am Pfeifenkraut?
Hand aufs Herz. Ein paar hundert Seiten weniger würden dem Fantasy-Opus jedenfalls gut tun. :sunglasses:

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Als die Filme herauskamen war ich so gespannt, wie sie Bombadil umgesetzt hatten - gestrichen - verständlich irgendwie, wenn ganze Dialoge in Reime gesungen werden :smiley:

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Im Gegensatz zur literarischen Vorlage wurden nur die spannenden Handlungshöhepunkte verfilmt. Also nicht jeder Stein und jeder Busch abgebildet, der am Weg Frodos lag.
Offen gestanden mag ich kein Deus ex machina. Aber gerade das Ende des HDR ist so etwas. Als nichts mehr geht, kommen - wie vom Himmel herab - die braven Adler und fliegen die beiden aus dem Feuer des Schicksalsbergs.
Wenn sie so mächtig sind, warum haben sie dann den armen Frodo nicht gleich zu Beginn der Geschichte zum Berg geflogen, er hätte seinen Ring ins Feuer geworfen und fertig. Damit gäbe es 1000 Seiten weniger Story.

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Ehm :stuck_out_tongue: ich bin jetzt kein HdR Nerd, aber eine gute Freundin von mir. Mir war, dass die Adler nur kommen konnten, weil ja Saurons Auge nicht mehr alles überwacht hat. Sonst hätte die orkische Flugabwehr und die Nazgul die schon aufgehalten. Hinzu kam, dass die Adler nicht sofort verfügbar waren, die werden von Radagast, den Braunen, gesendet. Im Buch erwähnt Gandalf, dass der schwer zu erreichen ist.

Ich habe HdR viel zu früh gelesen (mit 13?) und ich fand es nur mäßig gut. Viele Elemente der besonderen Sprache sind mir als Jugendlicher gar nicht aufgefallen. Tatsächlich haben mich die Filme dann recht beeindruckt im Sinne: „Wow, da sind wirklich die wichtigsten Schlüsselszenen drin!“, während andere bedauern, was ihnen alles fehlt.

Es ist ein bisschen wie mit Harry Potter letztes Buch. Ich glaube 50% des Buches (achtung spoiler :wink: ) verstecken sie sich im Wald im Zelt und werden wegen dem Hokrux langsam wütend aufeinander. Das war ziemlich langweilig. Im Film haben sie dass auf glaube ich 20 Minuten eingekürzt, während 1.6 Filme die zweiten 50% des Buches darstellen. :sweat_smile:

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Ach so. Ja. Das stimmt. Die Platzierung ist vielleicht suboptimal.
Aber mal ehrlich: In schwarzer Plastikhose, Gummistiefeln und mit übergestülpter Mülltüte in praller Sonne zu stehen, ist etwas anderes, als dasselbe im weißen Sommerkleid zu wagen. Ob das Wort heldenhaft da trifft, sei dahingestellt …

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Ich hab da früher immer über Whatsapp Brainstorming in einer Art „Fortsetzungsgeschichte“ mit einer Bekannten gemacht. Jeder schreibt abwechselnd einen Satz zum Plot und natürlich dreht das Thema recht schnell frei und wild, aber es waren oft einige interessante Ideen dabei. Und am Ende hat es in erster Linie Spaß gemacht.
Manchmal hängt diese Art von Blockade auch damit zusammen, dass mir irgendetwas an der Geschichte nicht passt, ich keinen Bock drauf habe, wie sie läuft. Das obige hilft mir, das entweder zu entdecken oder wiederzufinden.

Kommt auf die Liste für die Fortsetzung :sweat_smile:

Ja, und wenn es zu logisch und zu glaubhaft ist, ist deine Geschichte vorhersehbar und öd. Du bist doch am historischem Kontext interessiert? „Barrow’s Boys von Fergus Fleming“ handelt von den Fehlschlägen eines Sekretärs der Englischen Admiralität, der sich das Ziel gesetzt hat, die letzten weißen Flecken auf den Landkarten zu füllen. Aus seinem Büro in London hat er unzählige Expeditionen geplant, wovon fast jede aus den haarsträubendsten Gründen fehlschlug. Es ist unterhaltsam und lehrreich, vor allem sieht man aber auch, dass Glück, Pech und Zufall die besten Geschichten machen.

Manche lieben ihn, andere hassen ihn. Ob er als Schreibratgeber empfehlenswert ist, kann ich nicht beurteilen, da ich ihn eher als Schreibmotivationsratgeber wahrgenommen habe.

Nachdem der Kontakt zu meiner oben erwähnten Bekannten leider abgebrochen ist und meine Testleser einfach zuuuuuuuuu laaaaaaaaaaaaaaaaaange für alles brauchen, diskutiere ich auch einiges mit der KI, einfach nur um auf neue Ideen zu kommen. Man muss halt im Hinterkopf behalten, dass die KI einem - abgesehen von Rechtsthemen oder Handlungsanleitungen - nicht sagen wird, dass man auf dem Holzweg ist.

Das sehe ich eher als gutes Zeichen :see_no_evil: Und ja, natürlich wird alles komplizierter, wenn man dann den Plan anpassen muss. Aber deine Geschichte beginnt sich mit Leben zu füllen :+1:

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Hihi, ja das kenne ich wenn Charaktere sich selbstständig machen.
Aber eigentlich ist das gut, denn dann atmen sie.
Wichtig ist, sich nicht auf die Planung zu… naja sie zu erzwingen.
Ich meine, du weißt, wo es hingehen soll, gut. Aber der Weg kann auch über Umwege führen und das ist meist organischer als alles andere.
Versuche es mal mit Perspektivenwechsel, oder ändere das Wetter, lege Hindernisse in den Weg. Meist entstehen dadurch viele Dinge, die man nicht geplant hat, aber durch die es möglich ist, wieder auf den richtigen Weg zu kommen.

Aber das ist ein Grund, warum ich nicht groß plotte, sondern einfach alles laufen lasse. Ich hab meine Charaktere, eine Rahmenhandlung und denke mir: macht einfach mal… :slight_smile:

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Alles beiseite legen.
Ein Glas Rotwein trinken und ein gutes Buch lesen.
Entspannen.

Oder auf irgendetwas einschlagen.
Oder irgendwen.

Dann geht es wieder …

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jo … dann werden die alle irgendwie … wie ich?
gruseliger Gedanke.

Aber das doch bitte nicht!

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keine Angst. ich belle nur und beisse nicht.
Im Normalfall auch nicht nötig.

Liebe Arletta,

lass sie laufen … Gib ihr ein wenig Mitspracherecht. Ich stelle bei mir fest, dass das meistens besser ist, als meine Ursprungsidee, mein Gefühl. Oft bin ich dermaßen überrascht, was da plötzlich vor sich geht, ich staune und freue mich darüber. Genau an diesen „kritischen“ Stellen komme ich mit meinen „Freunden“ ins Gespräch.
Generell wenn es mal hakt:
Da gibt es verschiedene Strategien. Haben ja schon einige geschrieben.
Picke dir da raus, was für dich passt, aber verliere nicht gänzlich den Faden, wenn du von deiner Geschichte überzeugt bist (warst?).
Also: Kopf hoch und dranbleiben. :sunflower:

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