Umgekehrte Datenbank-Verknüpfung

Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber ich würde mir manchmal wünschen, dass ich zusätzlich zu den momentan möglichen Datenbankverknüpfungen eine weitere Möglichkeit hätte.

Hintergrund sind meine Orte und Personen, die ich konsequent durch meine Figurendatenbank verwalte. In Abweichung zur „normalen“ Figurendatenbank, habe ich mir zusätzlich ein Feld eingebaut, in das ich Textstellen kopiere, die bspw. einen Ort beschreiben oder eine Person charakterisieren.

Nun stelle ich nach über einem Jahr arbeiten an meinem Skript fest, dass sich da durchaus das eine oder andere geändert hat.

Folgendes würde ich mir wünschen:

Ich würde gern einen Textblock markieren (so, wie ich das bspw. bei einem Kommentar tun kann) und diesen Textblock dann mit einem Datenbankeintrag verknüpfen, wo ich diesen Textblock verschlagworten kann. Suche ich dann nach „Kasino“ oder „Peter“ würde mir eine Liste aller so zugewiesenen Stellen angezeigt werden. Ich könnte so erkennen, dass bei der ersten Erwähnung des Kasinos noch der Vorhof beschrieben wurde. Danach in einer anderen Stelle die beiden großen Kastanienbäume rechts an der Grenze zum Stadtpark. Und an einer anderen Stelle der Eingangsbereich oder die Rouletttische.

Wenn ich beim nächsten Band wieder das Kasino verwenden würde, könnte ich mir schnell einen Überblick verschaffen, was denn dazu bereits geschrieben wurde.

Größtenteils könnte ich das jetzt schon mit den bestehenden Mitteln darstellen (mache ich auch schon). Was allerdings die Kür wäre: Wenn sich der Datenbankeintrag automatisch aktualisieren würde, sobald ich die zugehörige Textstelle ändere. So wären die Datenbanktexte immer auf dem neusten Stand. Und sollte ich die Kastanien gegen Platanen austauschen oder die Flügeltüren am Eingang gegen eine Rolltür austauschen, dann stände das sofort korrekt in der Datenbank.

Ich hoffe, meine Ausführungen waren deutlich genug. Sonst lege ich gern noch ein wenig nach :slight_smile: Vielleicht bin ich ja nicht der Einzige, der sich ein solches Feature wünschen würde.

Aw: Umgekehrte Datenbank-Verknüpfung

“Die Kür” ist leider völlig unrealistisch, sorry. Wie intelligent soll ein Computer da sein? Wenn wir das tatsächlich erreichen könnten, wir zusammen mit Stephen Hawking und einem wiederbelebten Albert Einstein, dann wäre der Nobelpreis gewiss.

“Thomas bewunderte ihre blauen Augen!”

Und die KI soll jetzt erkennen, dass sich die blauen Augen zwar in der Nähe zum Texteintrag von “Thomas” befindet, sich aber dennoch nicht auf ihn bezieht, sondern auf “ihre”? Und dann gleich noch die Beziehung zu “ihr”, nämlich nicht etwa zu seiner Frau, sondern seiner heimlichen Geliebten im Buch, herstellen?

Nääää … Nett gedacht, aber da reden wir in 20 Jahren nochmal drüber … :slight_smile:

Aw: Umgekehrte Datenbank-Verknüpfung

Erstens braucht ihr keinen Albert Einstein, ihr habt ja schließlich mich :slight_smile:

Und Zweitens hast du mich leider völlig falsch verstanden. Darum erkläre ich mein Anliegen nochmal.

Künstliche Intelligenz finde ich total super. Brauche ich aber nicht, denn wenn es die irgendwann gibt, kann die mein Buch auch ohne mich schreiben. Ich brauche keine selbstdenkende Programmroutine.

Meine Idee war es. SELBST eine Textstelle zu MARKIEREN (wie einen Textabschnitt bei einem Kommentar oder auch bei einem Link zur Figurendatenbank), die dann AUTOMATISCH zu einem Datensatz in einer Tabelle wird. Dort kann ICH die Textstelle (also den DB-EIntrag) SELBST taggen. Falls das zu komplex ist, reicht es mir in aller Regel schon, wenn ich sie einem Eintrag in der Figurendatenbank zuordnen könnte.

Wenn ich nun irgendwann oben ins Suchfenster “KASINO” eingebe, finde ich dann alle Textstellen (mit Inhalt), die ICH SELBST getaggt habe. Diese Textstellen sind ALLE in Datenbankeinträge überführt worden.

Im Prinzip geht das alles jetzt schon. Das einzige neue Feature für mich wäre, dass Papyrus bei einer Änderung des Originaltextes (im Romantext) automatisch den damit verknüpften Datenbankeintrag mitändert.

Der Hintergedanke bei diesem Wunsch ist, dass sich Orte oder Personen während des Schreibens manchmal “entwickeln”. Das heißt, es gibt im Verlauf der Geschichte viele kleine Änderungen oder Hinzufügungen, die zusammen ein Ganzes geben. Eine solche Lösung geht den umgekehrten Weg der Figurendatenbank. Ich arbeite bei manchen Orten zum Beispiel im Lauf meiner Geschichte sehr viele Details aus, die mir beim Schreiben alle unwichtig vorkommen aber im lauf der Story eine größere Bedeutung erhalten. Manchmal würde ich mir daher wünsche, ich könnte auf Knopfdruck sehen, was ich alles schon an beschreibenden Texten zu einem Ort geschrieben habe.

WICHTIG DABEI: Das Programm benötigt keine Intelligenz. Ich entscheide selbst, welche Texte ich als beschreibende Inhalte markiere und wie ich sie tagge. Und die Kür - um darauf nochmal zurückzukommen - wäre: Dass, wenn ich meinen Romantext ändere, sich automatisch der von mir verknüpfte Datenbankeintrag mitändert.

Mit “ändern” meine ich in diesem Fall nicht, dass das Programm erkennen soll, ob der geänderte Text noch mit bspw. dem Kasino in Verbindung steht. Das muss ich selbst machen. Ich möchte nur, dass ich über die Suche in der Datenbank GENAU die Textstellen finde, wie sie auch in meinem Text stehen. Hoffe, ihr konntet mir einigemaßen folgen.

Aw: Umgekehrte Datenbank-Verknüpfung

Das wäre eine Abart eines Stichwortverzeichnisses.

Man könnte sich ja rein theoretisch eine Vorgehensweise vorstellen dergestalt, dass man bei allen Beschreibungen, die einen bestimmten Gegenstand betreffen, ein leicht auffindbares, eindeutiges Kürzel hinterlässt, und am Schluss ein Verzeichnis aller Stellen anfügt, an denen dieses Kürzel vorkommt. Das sähe dann etwa so aus: “Die beiden Kastanienbäume an der Zufahrt$$KASINO] ließen ihre Blätter fallen … text text text action action action … Er öffnete die vergoldeten Türflügel $$KASINO], die beiden Geldsäcke in der Hand, und ging rasch in Richtung Parkplatz.”

Über eine Suche nach $$KASINO bzw. eine Verschlagwortung dieses Kürzels fände man dann alle Stellen, an denen das Kasino beschrieben wird. Wobei man natürlich vor Veröffentlichung diese Marker ausblenden müsste.

Was meines Erachtens dagegen spricht, ist, dass es erstens viel zu viel Aufwand wäre, einen Text so zu verschlagworten (und ein irgendwie geartetes “Taggen” wäre ja nichts anderes), und dass zweitens eine solche Vorgehensweise den Autor aus dem kreativen Fluss reißen würde zugunsten einer, sagen wir mal, Buchhalter-Einstellung. Und drittens würde es nicht wirklich viel bringen: Wann ändert man nachträglich schon mal Kastanien in Platanen? Man schreibt eine Szene so, wie sie einem in dem Moment, in dem man sie schreibt, vor dem inneren Auge steht. Es müsste schon ein fundierter sachlicher Grund sein, auf den man erst im Nachhinein kommt (z.B. in der Gegend wachsen keine Kastanien), aber auch dann erschlösse sich mir der Nutzen einer solchen Verschlagwortung nicht: Man würde die entsprechende Stelle ändern und gut. Oder würde darüber nachdenken, welche Nachfolgeänderungen notwendig sind (keine Kastanienblätter auf den Autos usw.) - aber auch dabei hülfe einem so eine Verschlagwortung nicht.

Aw: Umgekehrte Datenbank-Verknüpfung

Es ehrt mich, AndreasE, dass du auf meinen Beitrag antwortest, auch wenn du nicht vollständig meiner Meinung bist. Ich werde versuchen, auf deine Argumente einzugehen.

Dein erster Vorschlag mit $$KASINO] ist ja jetzt schon mit Bordmitteln umsetzbar. Man müsste diese Marker auch gar nicht ausblenden, weil man sie ganz einfach als Geistertext schreiben könnte.

Mein Problem an dieser Stelle ist die Tatsache, dass bei mir zwei oder drei Geschichten auf der gleichen „Welt“ aufsetzen werden. Da wäre mir eine Datenbank lieber als eine einfache Suchfunktion, weil die Datenbank übergreifend Informationen speichern könnte. Ich weiß natürlich nicht, wie du schreibst. Aber manchmal springe ich nachts auf und habe eine Idee. Und diese Idee betrifft nun gerade nicht meine aktuelle Geschichte, sondern den nächsten Teil. Aber sie ist nun erstens da, zweitens ist sie gut, drittens ist sie schon durchdacht vom Himmel gefallen und viertens kann ich dann eh nicht anders, als sie schnellstmöglichst aufzuschreiben. Nur kann diese Idee für Teil 2 plötzlich Einfluss auf Teil 1 haben. Und wenn der nur darin besteht, dass die Toiletten im Kasino plötzlich Gitter haben, was so lange scheißegal ist, bis man jemanden in einem Wochen später geschriebenen Text genau durch dieses Toilettenfenster einsteigen lassen möchte. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass ich mit diesem Problem allein in diesem Universum lebe. Bitte sagt mir, dass ihr mich versteht :slight_smile:

Zu der Sache mit dem kreativen Fluss bin ich nicht deiner Meinung. Nun hast du sicher sehr viel mehr Erfahrung als ich, der sich da gerade im Selbstfindungsprozess befindet. Soweit es mich betrifft: Ich schreibe zuerst mal Texte von vielleich 1-10 Seiten. Man beachte dabei bitte, dass ich Feierabendautor bin. Ich kann nicht 8 Stunden am Stück schreiben :slight_smile: Sind diese 1-10 Seiten geschrieben, überkommt mich ein unbändiges Gefühl des Überarbeitenwollens. Und das tue ich dann auch relativ exzessiv. Während dieses Prozesses benenne ich dann auch Szenen, schreibe Kommentare und ordne Zeiten zu. In diesem Prozess - also der Überarbeitung - pflege ich dann auch meine Figurendatenbank nach, wenn ich glaube, dass ich bestimmte Infos aufheben sollte.

Nachdem ich nun über ein Jahr an meinem Text gearbeitet habe, muss ich sagen: es ist sehr sinnvoll, sich Dinge zu notieren. Auch die Dinge, die einem mal so wichtig vorkamen, dass man damals sicher war, sie niemals zu vergessen :slight_smile:

Die Kastanienbäume waren ein Beispiel. Möglicherweise ein blödes. In meiner Geschichte wurden sie nicht von Platanen zu Kastanien geändert, sondern mussten nachträglich installiert werden, weil jemand in deren Wipfel den Überblick über ein bestimmtes Geschehen behalten sollte. Da war es schon wichtig, ein wenig mehr über die Örtlichkeiten dieses ursprünglich einmal als Kulisse geplanten Ortes greifbar zu haben. Aber wirklich den Ausschlag für den Startbeitrag hier gegeben hat mir heute morgen beim Frühstück eine Textstelle bei der drei meiner Mädels nach einer Entführung ihre Haarfarbe und -Schnitt gewechselt haben und ich mich mit einer Anmerkung auseinandersetzen musste: Ist die überhaupt noch blond?

Sehr wichtig ist mir noch ein Argument: Mir geht es nicht darum, alles in meinem Text zu verschlagworten. Aber wenn ich feststelle, dass ein Ort wie mein Kasino immer wichtiger wird oder auch eine Nebenrolle (wenigstens zeitweise) zur Hauptrolle mutiert, dann wäre es mir tatsächlich recht und auch nicht zuviel Aufwand, zu sagen: Ok, jetzt nochmal alles von vorn bis hinten durchgehen und die WENIGEN aussagekräftigen Stellen taggen, damit du den Überblick behälst und ggf. auch im zweiten Band noch nachvollziehen kannst, was mit dieser Person so geschehen ist.

An einem Buchhalter-Feature habe ich ehrlich gesagt wenig Interesse. Ich empfände die Möglichkeit, wichtige Texte direkt in einer Datenbank zu spiegeln tatsächlich als Bereicherung. Was ich allerdings nicht anlegen möchte, ist ein Datenfriedhof :slight_smile:

Aw: Umgekehrte Datenbank-Verknüpfung

Das Problem kenne ich natürlich auch, löse es aber schlichter. Wenn ich für eine Figur während des Schreibens eine Eigenheit dazuerfinde, die nicht von Anfang an so definiert war, dann mache ich mir eine entsprechende Notiz in das Dokument, in dem ich die Figurenbeschreibungen verwalte (in der Regel einfach ein anderes Textdokument eine Tabelle , oder noch schlichter ein Notizbuch), und für Schauplätze genauso. Und wenn es etwas ist, das man schon früher einführen sollte, setze ich einen Kommentar ein, der da lautet: “Schon früher einführen: Kastanienbäume in der Auffahrt!”.

Wenn es dann ans Überarbeiten geht (was ich immer erst anfange, wenn der Text komplett steht, aber da ist jeder anders), dann gehe ich natürlich auch alle Notizen durch, und obige Notiz würde mich veranlassen, nach einer Stelle zu suchen, an der entsprechende Beschreibungen eingefügt werden könnten. Wenn ich mich nicht gleich entscheiden kann, was ich mache, lege ich großzügig weitere Notizen an, als Ansprungstellen sozusagen; wenn ich gleich weiß, “ah, hier passt es ideal”, dann ändere ich den Text und lösche obigen Kommentar. (Ziel ist, alle Kommentar gelöscht zu haben bzw. vielleicht wird es eines Tages möglich sein, sie als “erledigt” zu kennzeichnen.)

Ehe ich eine Fortsetzung schreibe, lese ich in der Tat die vorhergehenden Bände noch einmal durch und mache dabei Notizen (in der Regel handschriftlich) über relevante Details. In der Filmwelt nennt man so etwas “Story Bible”, und auch bei Serien (“Jerry Cotton”, “Perry Rhodan” usw.) gibt es solche Dokumente, die die sozusagen verbindlichen Informationen über Figuren, Schauplätze und dergleichen enthalten. Aber der Prozess ist da immer: Text aus Roman extrahieren → in Beschreibung übertragen. Nicht umgekehrt.

Möglicherweise könnten benannte Tags in der Art von Kommentaren, Events usw. eine Hilfe sein, relevante Punkte schnell aufzufinden (und warum dann nicht gleich Kommentare verwenden?), aber ein irgendwie gearteter Automatismus, eine Änderung in der Datenbank in einen Romantext zurückzuspiegeln, wäre garantiert viel zu unflexibel, um alle nötigen Fälle abzudecken. Allein, was schon eine Änderung im grammatischen Geschlecht für Umbauarbeiten an einem Satz nötig machen kann (“der Rhododendron” → “die Fuchsie”), würde ich keiner Software überlassen wollen.

Aw: Umgekehrte Datenbank-Verknüpfung

Mal ganz abgesehen von unserem Grundthema finde ich es sehr interessant, dass du deinen Text zunächst komplett schreibst, bevor du mit Überarbeiten anfängst. Das scheint bei mir anders zu sein, weil es mir richtig gehend in den Fingern juckt, einen Text zu optimieren und das maximale herauszuholen, nachdem ein Bauteil fertig ist. Ich befinde mich vielleicht noch in dem Stadium, indem man sich häufig selbst überrascht und dann nachts vor Aufregung nicht schlafen kann, weil man aus so einem drögen Punkt im Plot eine so geile Sache gemacht hat. Ich werde mal mit meinem Therapeuten drüber reden :slight_smile:

Zu deinem letzten Absatz: Ich befürchte, dass es immer noch ein Missverständnis zwischen uns gibt. Ich möchte nicht, dass das Programm etwas selbstständig tut und einen irgendwie gearteten Absatz selbstständig abgrenzt oder anpasst. Ich hätte gern die Möglichkeit, einen Abschnitt auszuwählen, so wie du bei Papyrus für ein Ereignis einen Text auswählen kannst, der dann grün hinterlegt ist. Oder bei einem Kommentar gelb. Und diesem definierten Abschnitt würde ich dann gern sagen: So, lieber Abschnitt, du kommst automatisch in die Datenbank. Und wenn ich nach KASINO suche, möchte ich genau den abgegrenzten Inhalt in Papyrus Base angezeigt bekommen.

Und wenn ich mich dann irgendwann dazu entscheiden sollte, aus welchen Gründen auch immer, die großen Flügeltüren am Eingang (innerhalb dieses Abschnitts) gegen eine Drehtür auszutauschen. Dann würde für mich der Mehrwert meiner Lösung darin bestehen, dass ich die Flügeltüren im Text gegen die Drehtür austausche und die Datenbank automatisch erkennt: Oh, in dem DEFINIERTEN ABSCHNITT gab es eine Änderung. Die muss automatisch in den verknüpften DB-Eintrag überführt werden.

Das bedeutet, auch bei deinem Beispiel mit dem Rhododendron und der Fuchsie soll das System mit dem Textinhalt mal überhaupt nichts machen, außer wahrzunehmen, dass es eine Änderung gab. Es soll lediglich den geänderten Text innerhalb der Markierung in der DB spiegeln und aktuell halten.

Bevor es Missverständnisse gibt, noch eine Ergänzung. Selbstverständlich mache ich das mit dem Überarbeiten am Ende auch so wie du. Auch ich sammle ToDos - meistens als globale Notizen und am Schuss muss alles weg sein. Wir unterscheiden uns wohl nur darin, dass ich neben diesen großen Überarbeitungsläufen sehr viele abschnittweise Überarbeitungsläufe mache.

Und zu deinen Notizen: Natürliche mache ich die auch. Ich habe eine wirklich sehr umfassende Figurendatenbank angelegt, die auch einen Großteil meiner Fragen erschlagen kann. Ich sehe nur heute am Ende meines ersten Werks, dass es gerade die kleinen Feinheiten sind, die ich beim Schreiben gar nicht als wichtig wahrgenommen habe, auf die es später einmal ankommen kann. Und genau da würde ich mir manchmal wünschen, eben nicht nur meine Notizen zu haben, sondern komplette Textabschnitte als wichtig für eine Figur oder eine Ort definieren zu können.

Aw: Umgekehrte Datenbank-Verknüpfung

Der gewaltige Nachteil einer solchen Lösung (auch, wenn sie nicht per KI alles automatisch erkennen soll) ist der Aufwand.

Ich glaube, irgendwann verschlüsselwortet man sich simpel tot und kommt nicht mehr zum normalen Schreiben.

Wir haben häufiger mal Ideen, wie man Sachen noch besser verdatenbanken, indizieren und kommentieren kann - um uns dann aber immer eines zu fragen:

Nützt die Software dem Vorankommen des Buches? Entsteht das Werk durch diese Hilfe / Idee / Funktionialität schneller, oder ist das letztlich nur Bürokratie …?

Hier sehe ich deutlich die Gefahr des sich Totmachens, ohne dass man wirklich vorankommt.

Wenn man bedenkt, was man da alles für Aufwand hineinstecken müsste, hat man sich schon lange abgeschossen, im Verhältnis Aufwand <-> Nutzen (in Form eines verkaufbaren Buches), bevor man dem Ende auch nur nahe kommt.

Ich find’s zu heftig.

Aw: Umgekehrte Datenbank-Verknüpfung

Hallo Tom

Als ich mir deinen Wunsch durchlas, sagte es in mir, «Brauche ich immer wieder». Ich erstelle meine Geschichten auf fast dieselbe Art und Weise wie du. Und bin demzufolge ständig dabei, meine Einträge in der Figurendatenbank, zu ergänzen beziehungsweise zu verändern. Und diese Änderungen dann im Geschichtstext anzupassen. Was logischweise erst einmal mit der Suche nach diesen Textstellen einhergeht.

Bei umfangreichen Texten recht schwierig aber nicht unmöglich, mittels der Suchfunktion und dem eigenen Gedächtnis. Wobei Letzteres den Vorteil bietet, ungenau suchen zu können. Was bei der Suchfunktion nicht möglich ist. Das Finden per Gedächtnis funktioniert bei mir noch besser als die Suchfunktion.

Allerdings muss ich Ulli und AndreasE recht geben. Es wäre viel zu viel an Aufwand, dies per Textmarkierung zu machen und rückwärtsfunktionierender Datenbank zu machen. Denn, es kommt ja noch ein Punkt hinzu. Ich muss dazu ja auch schon beim Markieren dieses Textteiles wissen, das er sich in der Zukunft eventuell ändern könnte.

Wie du ja schriebst, stellt sich nachträglich Nebensächliches, später als hauptsächlich heraus. Es müsste also auch alles nebensächlich Beschriebenes, markiert und mit der Datenbank verknüpft werden. Das weiß ich aber zum Erstellzeitpunkt noch gar nicht. Ich müsste also, alle in Frage kommenden Textstellen, auch nebensächliche, vorsorglich markieren. Wobei sich die Frage stellt, welche Textstellen kommen denn in Frage? Deren Antwort wäre dann, «alle». Weil, alles was nicht hauptsächlich ist, ist nebensächlich.

Nichtsdestotrotz finde ich die Idee klasse. Nur kaum umsetzbar in einem heutigen Autorenprogramm, beziehungsweise kaum handhabbar. Einer KI wird es in der Zukunft wohl ein Leichtes sein, so eine Geschichte zu schreiben - aber dann braucht es mich kleinen Schreiberling nicht mehr.

Aw: Umgekehrte Datenbank-Verknüpfung

Das ist auch okay. Da sind Autoren wirklich total unterschiedlich. (Soweit ich weiß, hat es Thomas Mann auch eher so wie Du gehandhabt: eine Seite pro Tag, aber die war dann fix und fertig. Und was für Thomas Mann funktioniert hat, kann für andere nicht schlecht sein … :smiley: )

Also praktisch eine “Live-Verbindung” zwischen einer bestimmten Textpassage und einem bestimmten Datenbankeintrag ändert sich der Text, ändert sich der Datenbankeintrag.

Hmm. Ich weiß nicht. Würde man so etwas wirklich nennenswert oft verwenden? Wenn ich die Flügeltür durch eine Drehtür ersetze, würde ich im gleichen Arbeitsgang einfach auch die Beschreibung in der Story Bible ändern und fertig. Ob man daran denken muss oder daran, diesen Live-Link zu setzen, bleibt sich meines Erachtens gleich. Und wie AndreasB sagt, man weiß ja vorher in der Regel nicht, dass dieses eine Detail mal so wichtig werden wird, und alles verlinken wäre auch kontraproduktiv.

Was es gibt an Situation, und das sogar häufig, sind Fragen wie: “Wo kommt überall im Text eine ‘Flügeltür’ vor?” Da soll ja irgendwann eine Suchfunktion kommen, die statt an Fundstellen zu springen eine Liste der Fundstellen mit Kontext liefert. Ich meine, damit wären solche Probleme größtenteils mit erschlagen.

Das bedeutet, auch bei deinem Beispiel mit dem Rhododendron und der Fuchsie soll das System mit dem Textinhalt mal überhaupt nichts machen, außer wahrzunehmen, dass es eine Änderung gab. Es soll lediglich den geänderten Text innerhalb der Markierung in der DB spiegeln und aktuell halten.

Bevor es Missverständnisse gibt, noch eine Ergänzung. Selbstverständlich mache ich das mit dem Überarbeiten am Ende auch so wie du. Auch ich sammle ToDos - meistens als globale Notizen und am Schuss muss alles weg sein. Wir unterscheiden uns wohl nur darin, dass ich neben diesen großen Überarbeitungsläufen sehr viele abschnittweise Überarbeitungsläufe mache.

Und zu deinen Notizen: Natürliche mache ich die auch. Ich habe eine wirklich sehr umfassende Figurendatenbank angelegt, die auch einen Großteil meiner Fragen erschlagen kann. Ich sehe nur heute am Ende meines ersten Werks, dass es gerade die kleinen Feinheiten sind, die ich beim Schreiben gar nicht als wichtig wahrgenommen habe, auf die es später einmal ankommen kann. Und genau da würde ich mir manchmal wünschen, eben nicht nur meine Notizen zu haben, sondern komplette Textabschnitte als wichtig für eine Figur oder eine Ort definieren zu können.

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Aw: Umgekehrte Datenbank-Verknüpfung

AndreasE hat das richtige Wort gefunden: Live-Verbindung zwischen Text und Datenbank. Genau das fände ich super. Nicht, weil ich ein bürokratisches Monster aufbauen wollte, sondern weil es mir bei einigen WICHTIGEN (oder wichtig gewordenen) Personen oder Orten eine Hilfe wäre.

Aber wenn ich der einzige bin, der sich sowas wünscht macht es wohl leider keinen Sinn. Um offen zu sein, ich finde die Idee weiterhin gut und werde weiter so vorgehen. Eine extra Tabelle für so etwas wäre für mich weiterhin “die Kür”.

Bürokratisch finde ich das nicht. Es geht nicht um alle, sondern nur um einige Textstellen. Bei Pia sind das über die ganze Story verteilt drei, glaube ich.

Ich danke euch allen für die Diskussion. Irgendwie glaube ich, so ziemlich alles ist nun ausgetauscht. Ich gebe dann jetzt auf, wenn mir keine begeisterten Massen mehr zur Seite springen :slight_smile:

Aw: Umgekehrte Datenbank-Verknüpfung

Kann ja noch kommen, das mit den Massen :slight_smile:

Aw: Umgekehrte Datenbank-Verknüpfung

Ich erlaube mir (als Nichtexperte) zu diesem Diskussionspunkt einige (mehr fragende) Vorschläge:

  1. Was spräche dagegen, zu sammelnde Textstellen (“Platanen”, “Kastanien” oder was auch immer) z.B. per Textmarker zu kennzeichnen. Ich wähle beispielhaft die Farbe Gelb für das “Kasino”. Papyrus müßte alle zu **einer **Farbe gehörende Textstellen sammeln und zusammengehörig verwalten (z.B. in einer Datenbank).

  2. Statt Farben könnte man den “Platanen” pp. (End-) Noten zuweisen; Ziffern ließen viele Sammelplätze (“Kasinos”), viel mehr als Farben. In diesem Fall müßte Papyrus allerdings **dieselbe **Endnote(nziffer) mehrfach vergeben können. Endnoten verwalten kann Papyrus bereits. Ganz fein stelle ich es mir vor, wenn meine spezifische Endnote - sobald man sie mit dem Mauszeiger berührt - ein Pulldown-Menue öffnet, das Endnotenziffern mit einem Stichwortwort auflistet (z.B. “1 | Kasinoeingang”).

  3. Ich träume noch ein wenig weiter: Die zu 1. genannten Farben bzw. die zu 2. genannten Endnoten müßten sich per Schalter insgesamt auf sichtbar bzw. unsichtbar schalten lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Krajewski

Aw: Umgekehrte Datenbank-Verknüpfung

Nur, nochmal - was soll das bringen, außer einem extremen Verwaltungsaufwand …

Es geht nicht darum, ob das leicht oder brauchbar realisierbar wäre. Das ist es durchaus (nicht, wie ich es erst verstanden hatte, aber die spätere Ausführung, dann).

Es geht darum, ob man sich so nicht totverwaltet, anstatt einfach zu schreiben. Die Menge aller Textstellen, die sich ggf. potentiell einmal ändern könnten, zu erfassen, ist derart groß, dass man dann nur noch mit der Verwaltung derselben beschäftigt - man macht sich tot mit “Darum Herum”, anstatt mit der Geschichte an sich voranzukommen.

Und dass man so nachträgliche Änderungen auch wirklich konsistent hält, ist immer noch nicht gewährleistet. Nee, das ist viel zu viel “Gedöns” für zu wenig Effekt und die riesige Gefahr, sich zu verzetteln.

Aw: Umgekehrte Datenbank-Verknüpfung

Ja, die ständige Gefahr von “software-driven procrastination” …

Aw: Umgekehrte Datenbank-Verknüpfung

Ich springe hier mal dem Fragesteller bei.

Wozu haben wir den Computer?

Uns Arbeit abnehmen zu lassen und bestimmte Aufgaben leichter oder automatisiert, auf jeden fall fehlerärmer und aber in der Hauptsache schneller zu erledigen.

Und wenn ich eine Notiz auf den Block schnitze, kann ich genauso gut einen Datenbankeintrag erzeugen - geht vielleicht sogar schneller, weil ich den Text ja nur markieren muss, den Klick “Datenbankeintrag erzeugen” vornehmen und dann im Eingabefenster für den Datenbankeintrag das/die Schlagwort/e eingeben und “ok” klicken.

Da sucht der Notizblockschreiber noch den Bleistift… :slight_smile:

Wollen wir wetten, wer seine Notiz schneller wiederfinden und benutzen kann?

Und wenn ich eine Änderung vornehme innerhalb des (in der Datenbank ja bereits erfassten) Textabschnittes, muss der Notizblocknutzer DANACH seine Notizen ÄNDERN - ich schreibe dann schon weiter an meinem eigentlichen Text…

Und jetzt sucht der Autor (aus IRGEND einem GRUND) eine ganz bestimmte Textstelle, von der er weiß, dass es sie gibt, aber nicht mehr ganz sicher, an welcher Stelle, weil er einfach nur sicher sein will, nichts doppelt zu schreiben oder sich in Widersprüche zu verwickeln (das Eingangstor hatte er schon detailliert beschrieben, es genügt hier evtl. nur eine grobe Darstellung und die Kastanien waren doch vorhin noch eine Fuchsie oder doch Platanen…). Da hülfe eine Datenbank doch sehr, gerade, wenn es um Relationen und Bezüge geht, sind Datenbanken besser und schneller als jeder Notizblock.

IMMER.

Sicher - sie muss gefüttert und gepflegt werden. Aber DANN ist sie immer hilfreich. Und kann gerade bei Mehrteilern ihren Nutzen sogar steigern mit Zunahme des Werksumfanges.

Ich schreibe und was ich geschrieben habe, ist aus meinem Kopf raus.

Sorrü, aber mit Zettelwirtschaft gerate ich in ein kreatives UND in ein bürokratisches Chaos, mit einem hier den alzheimerischen Schmalz unterstützenden computergestützten Hirnrollator käme ich zehnmal, ach was, hundertmal schneller und vor allem deutlichst fehlerärmer ans Ziel.

Ich finde den Wunsch des TO sehr sehr LOGISCH.

Ich stimme zu und unterstütze den Wunsch ganz ausdrücklich.

Aw: Umgekehrte Datenbank-Verknüpfung

nö.

du markierst, was dir markierenswert erscheint. auch nachträglich.

wenn es geändert wird, weiß es die datenbank und schreibt mit.

wenn es nicht geändert wird, ist es verschwendeter speicherplatz (der heute keine rolle mehr spielt).

wenn im Nachhinein was geändert werden muss, was noch nicht verschlagwortet war, kann ich es immer noch verschlagworten und mögliche bereits vorhandene bezugspunkte heraussuchen und diese dann ebenfalls (neu) verschlagworten oder einfach zu bereits getaggten Textstellen weitere Schlagworte hinzufügen.

Aw: Umgekehrte Datenbank-Verknüpfung

Naja, zwischen dem Verschlagworten von Fotos und Textteilen sehe ich einen großen Unterschied. Wo das hinführen könnte, wenn man dies beim Schreiben macht, siehe hier.

www.papyrus.de

Aw: Umgekehrte Datenbank-Verknüpfung

DAS ist eine (inhaltliche) Sinnfrage, die trefflich streiten lässt.

Da wird es hochwahrscheinlich weit differierende Ansichten geben.

Aber wenn man mal ausser Acht lässt, dass hier einfach eine technologische Fortführung alter Methoden auf neue Art und Weise dann am Ende vielleicht doch (heute noch unbekannte) Möglichkeiten zulassen könnte, bleibt es dennoch erst einmal einfach nur eine Arbeitserleichterung für computeraffine Schreiberlinge.

So wie Papyrus selbst ja auch nur eine Arbeitserleichterung ist.

Bei mir in der Fotografie haben wir heftigste Diskussionen über das Habenwollen und das Brauchen von neuer technischer Ausrüstung.

Das ist hier eigentlich nichts anderes.

Wir können unsere Texte auch mit Feder und Tinte schreiben.

Nun haben wir aber den Computer da stehen und sollen ihn/seine Möglichkeiten sozusagen nur zur Hälfte nutzen, noch dazu absichtlich?

Das verstehe ich nicht.

Ich gehe immer mit, wenn es um “Schnulli” und “Glitzi” geht, aber das hier sehe ich als Paradedisziplin des Computers.

Und bei der Frage, ob ich als Nutzer nur meinen Text schreibe oder ob ich meinen Text totverwalte und mich dadurch selbst blockiere… bitteschön, das Gleichgewicht hierfür liegt wohl bei jedem einzelnen Schreiberling an einer anderen Stelle der Messlatte. Und hier kann er seine Mündigkeit beweisen, in dem er die Funktion zu seinem Nutzen einsetzt oder sich von ihr malträtieren und vom Schreiben abhalten lässt.

Ist wie Blocksatz oder Fettdruck: wer es nicht will, nutzt es nicht, aber wenn man es braucht, ist es toll, wenn man es einschalten kann.

Aw: Umgekehrte Datenbank-Verknüpfung

Eben das bezweifle ich. Kosten und Nutzen (nicht unsere, sondern vorausgesetzt, es gäbe diese gewünschte Funktion bereits) für das Anlegen all dieser Stichwörter führt viel zu weit vom Kern weg: dem eigentlichen Schreiben.

Man kann sich auch totverwalten. Und wichtige Elemente festzuhalten, dafür gibt es nun mehr als genug Möglichkeiten in Papyrus, nicht zuletzt Kommmentare und Schlüsselereignisse (die demnächst auch durchsuchbar werden).

Hier erschüfe man sich mit sehr viel nötiger Mühe deutlich zu wenig potentiellen Nutzen, denke ich.

Es geht NICHT darum, eine sinnvolle Funktion nicht einzubauen, es geht um die Frage der Sinnhaftigkeit der Funktion an sich - plus dem Umstand, dass das Programm damit erheblich verkompliziert würde, was ebenfalls immer von Übel ist.

Ist für mich ähnlich wie SUVs in einer gut asphaltierten Vorstadt, die man nur nutzt, um in die noch besser asphaltierte Innenstadt zu fahren. Mit viel zu viel Spritverbrauch. Es ist eben NICHT so etwas Einfaches wie Fettdruck.