Testleser - Alles zum Thema!

Ginge auch über Teams, Zoom, Skype etc. Dazu braucht man nicht in der Nähe zu wohnen.

Ich denke, dass das der Grund ist, warum es Verlage gibt. Und warum sie sich ihre Manuskripte aussuchen, weil das Geld ja wieder reinkommen soll …

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Vielleicht kriege ich ja auch einen Bestseller “ohne alles” hin. Träumen darf man ja.

Klar darf man.
Meine Schwester pflegt zu sagen: “Die Grenzen sind nur in deinem Kopf.”

Aber es ist nun mal so, dass Autor kein Ausbildungsberuf ist. Das heißt, man lernt das weder in der Schule, noch an einer Hochschule und auch nicht in einem Ausbildungsbetrieb.
Und Autodidakten müssen sich Coaches suchen und die Kosten für ihre Bildung selbst zahlen. Auch wenn das unfair ist …

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Ich finde es irgendwie süß, wenn Menschen, die sich für 200 Euro das absolute Top-Luxus-Schreibprogramm gekauft haben, über Geldmangel klagen. :smiley:

Genau das würde ein Autodidakt ja nicht brauchen.

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Niedlich, dass du mich süß findest. Der Geldmangel ist neu - seit meinem Reitunfall. Davor hatte ich genug. Und der Programmkauf stammt von davor. :slight_smile:

Vielleicht bin ich ja einer.

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Ein professionelles Lektorat ist ein Vielfaches teurer als Euer Lieblings-Schreibprogramm.

Die Ideen hier sollten Alternativen sein, die den jeweiligen Autor auch richtig weiterbringen und helfen, a) selbst besser zu werden und b) ein besseres Buch beim Leser (dem endgültigen, nicht bei den Testlesern) abzuliefern.

Einige der Kurse, die ich als Teilnehmer an der Bundesakademie für Autoren mitgemacht habe, lassen sich recht gut auf genau das reduzieren - wir haben alle Schreibproben abgeliefert (und während des Kurses neue Texte geschrieben), und die wurden dann in der großen Runde des ca. Dutzends Teilnehmer diskutiert.
Jeder hat geschrieben, jeder hat kritisiert, natürlich unter der fachkundigen Leitung von Olaf (Dr. Olaf Kutzmutz) und einem weiteren Profi (Uwe Anton, Klaus N. Frick, früher auch mal Andreas Eschbach).
Ich hatte das Empfinden, dass es mich wie auch andere jeweils enorm weitergebracht hat; die Kritik war halt (nicht zu!) scharf und konstruktiv, aber eben auch keine Streicheleinheit.

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Ich wollte damit sagen, dass es ganz ohne Hilfe kaum möglich ist, das notwendige Niveau zu erreichen. Im Sport oder in der Musik würde man das auch nicht schaffen.
Und wenn der Coach vor allem das Endergebnis beurteilt, waren die meisten Bereiche des Lernens doch autodidaktisch.

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Eine gute Software kostet ihr Geld. Und Papyrus ist nicht teuer. Schau dir andere Programme wie FrameMaker an! Damit habe ich als technische Redakteurin gearbeitet. Das Programm macht auch Bücher. Handbücher. Ich hätte es mir gerne privat gekauft für meine Romane. Aber das Programm kostet weit über 1000 Tacken! Als ich auf der Buchmesse dann Papyrus entdeckte, fand ich den Preis sehr sympathisch. So unterschiedlich können Preisempfindungen sein.
Oder nimm die Corel Draw Suite. Für mich seit dem Studium DAS Vektorgrafikprogramm. Ich habe lange herumüberlegt. Und dann doch tief in den Geldbeutel gegriffen. 350 Euro waren das! Und für ein Upgrade gleich nochmal so viel. Bitte??? Ich lebe jetzt seit Jahren mit dem 2017-Corel und bin zufrieden. Heißt aber nicht, dass ich die Upgrades nicht gerne gehabt hätte.
Da finde ich Papyrus viel entspannter.

Es ist halt eine Sache der Prioriät, was man als teuer empfindet. Wie viele Monate Netflix-Abo muss ich sparen, damit ich mir ein Papyrus kaufen kann? Ich schaue zum Beispiel so gut wie nie Fernsehen und brauche kein Netflix oder sonst ein Channel-Abo. Was ist mit dem Handyvertrag, wo man lieber den Premium-Vertrag nehmen will, damit man genug streamen kann? Oder mit dem Fitness-Studio-Abo, das man seit einem halben Jahr nicht mehr besucht hat?

Ehrlich gesagt, finde ich die Wortwahl, “etwas süß zu finden”, ein bisschen fehlgegriffen. Solche Aussagen verletzen. Und das braucht man in einem Forum eigentlich nicht. Schon gar nicht in einem Forum, wo wir wirklich offen und nett miteinander umgehen.

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Okay, ich möchte mich hiermit entschuldigen @Suse
Tut mir leid.

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Mal wieder zurück zu den eigentlichen Fragen, da die Diskussion gerade wieder abdriftet.

Sie sollten dem Zielpublikum angehören und in der Summe sehr heterogen sein bzgl. Alter, Geschlecht, Bildung, Kenntnisse, etc. Je nach Thema wäre ein Experte von Vorteil: Wenn du über bspw. eine Flugkatastrophe schreibst, ist es sinnvoll, wenn ein Pilot mal drüberschaut. Sie sollten belesen sein und sich schriftlich/mündlich nachvollziehbar und verständlich ausdrücken können. Es müssen nicht unbedingt Liebhaber des Genres sein, im Idealfall hast du einen, der Romane deines Genres verschlingt und einen, der sie eigentlich ablehnt, aber sich dir zuliebe durchquält als Korrektiv, weil sie sehr unterschiedliche Sichtweisen vertreten. Genreliebhaber neigen manchmal dazu, bestimmte Klischees einzufordern, der unromantische SciFi-Fan wird bei einer Liebesgeschichte auf andere Dinge achten und kann ggf. als “Schnulzigkeitsdetektor” fungieren.
Zwei Arten von Testlesern sollte man mit größter Vorsicht genießen:

  • verhinderte Autoren und
  • “Hobbykreuzzügler” mit Sendungsbewußtsein.
    Die Ersteren möchten im Grunde, dass du ihren Roman schreibst und mit den zweiten ergeben sich zeitfressende Nebenkriegsschauplätze, die dich nicht weiterbringen. Der militante Ökoveganer, der sich darüber echauffiert, dass in Rotkäppchen ein Jäger mitspielt und Fleischfresserei propagiert wird, wo das doch so einen schädlichen CO2-Abdruck hinterlässt, die Hardcore-Feministin, die strukturellen Sexismus beklagt, weil die Hexe bei Hänsel und Gretel so misogyn dargestellt wird oder der Salonsozialist, der bei Schneewittchen die Zementierung bestehender Herrschaftsstrukturen und das Ausbleiben der Weltrevolution beklagt - hilft alles nichts weiter.

Ein subjektives Urteil von jemandem, der nicht der Betriebsblindheit unterliegt, die sich beim Schreiben zwangsläufig einschleicht, welches von dir interpretiert werden muss. Letzten Endes bist du der Autor und musst entscheiden. Es wird wertvolle Anmerkungen geben zu Dingen, die dir nicht aufgefallen sind, aber auch Ideen, etc. wo du sagst, “Kann ich verstehen, will ich aber nicht machen”. Wichtig ist, eine bewusste Entscheidung zu treffen.

Das hängt von der Qualität und dem Umfang des Feedbacks ab. Bei der Anzahl der Testleser ist das Motto “Viel hilft viel” nicht zielführend.

Sehr konkrete und offene Fragen, bspw.:

  • Macht der Anfang Lust aufs Weiterlesen? Warum?
  • Ist die Wandlung der Figur xy vom Feigling zum Helden glaubwürdig und nachvollziehbar? Was fandest du gelungen, was nicht?
  • Fasse die Geschichte in einem Satz zusammen (da siehst du, ob die Vermittlung deiner Prämisse aufgegangen ist)

Von katastrophal bis hin und weg war da alles dabei. Wohl oder übel findet man das im Endeffekt nur über try and error heraus.

Risiken gibt’s immer. Dass jemand dein Werk als seines ausgibt, lässt sich im Streitfall relativ problemlos nachweisen (Änderungshistorie, wer ganz sicher gehen will: Vorabhinterlegung des Manuskripts bei einem Notar, o. ä.). Ideenklau ist kniffliger, aber das Schwierige ist ja dabei die Umsetzung. Nur weil jemand die Zutaten kennt, heißt das nicht, dass er auch einen gelungenen Kuchen backen kann.

Die Kehrseite der Medaille ist übrigens auch, welche Anforderungen der (freiwillige und unbezahlte) Testleser an den Autor hat, sonst bist du frisch gefundene Testleser auch schnell wieder los. Zauberworte sind hier wie immer Respekt und Wertschätzung. Wenn ich mich stundenlang mit einem Manuskript beschäftigt habe und es mit jeder Menge Anmerkungen versehen wieder dem Autor zukommen lasse und als Antwort nur eine Mail mit einem lapidaren “Danke” zurückkommt, dann fühle ich mich leicht verhohnepipelt. Man möchte zumindest mitbekommen, dass sich der Autor mit dem Feedback beschäftigt hat, also: “Deine Hinweise zum Banküberfall waren sehr interessant, das habe ich so nicht gesehen”.
Verständnisrückfragen ja, aber kein Rechtfertigungspingpong. Wenn ich bei einer Handlung o. ä. dazuschreibe: “Verstehe ich nicht” und der Autor mir dann per Mail seitenlange Elaborate zukommen lässt, wo er das erklärt, antworte ich noch einmal: “Dann schreib das in die Geschichte”, danach wird es mir zu dumm.
Ich habe von Schriftstückerstellern (Autoren möchte ich solche nicht nennen) auch schon schlicht arrogante Antworten erhalten. Wenn jemand einen Vorschlag ablehnt, weil er andere Vorstellungen hat, ist das fein, wenn allerdings der Vorschlag abgelehnt wird mit der Begründung “Dir fehlt der intellektuelle Zugang zu meinem Werk”, dann heißt es bye, bye, baby - aber in Lichtgeschwindigkeit.

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Ich treffe mich immer mit den Testlesern, einzeln. Das heißt: 3 Testleser = 3 Meetings. Dann gehen wir zusammen alle Anmerkungen durch. Nach der Veröffentlichung bekommt jeder Testleser ein handsigniertes Exemplar.

Wie ich das Testlesen “entlohne” sage ich natürlich vorher. Außerdem bekommt jeder von mir eine “Anleitung”, worauf beim Testlesen geachtet werden soll.

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Ich war mal Testleserin bei einer befreundeten Autorin. Und als Dankeschön gab es eine herzliche Dankeskarte und eine riesengroße Überraschungstüte mit liebevoll verpackten Geschenken rund um das Autorenleben: Stifte, Notizblöcke, Tee, eine schöne Tasse und noch ein paar nette Dinge, die ich gerade nicht mehr im Kopf hab. Da habe ich mich sehr gefreut. So eine Karte mit Tüte hat übrigens jeder Testleser bekommen. Genau die gleiche. Das fand ich sehr schön. Ich habe mich da sehr wertgeschätzt gefühlt.
Und so eine ähnliche Aktion habe ich auch vor, wenn ich mal testlesen lasse. :thumbsup:

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Das freut mich für euch und natürlich waren das oben so ein paar Negativbeispiele.
Es geht auch gar nicht darum, materielle Dinge zu bekommen (na gut, ab 100.000 verkauften Exemplaren sollte ein Abendessen drin sein :D), sondern mehr um ein Zeichen dafür, dass man sich mit dem Feedback auseinandergesetzt hat und man nicht nur für den luftleeren Raum kommentiert hat. Alles weitere ist ein nettes Add-on.

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Nein, es geht tatsächlich nicht um materielle Dinge. Ich hatte mit der Tüte überhaupt nicht gerechnet und war entsprechend von den Socken.

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Autodidakten bringen sich etwas selbst bei.

Testleser sollen lesen, nicht schreiben. Ich will von ihnen keine Schreibtipps, ich will Tränen sehen oder hören. »War nicht mein Genre.« Das reicht mir schon, wenn einer es nicht lesen mochte. Kritisch wirds, wenn einer es nicht fertiggelesen hat, obwohl es sein Genre ist. Dann muss man aufhorchen. Ich hingegen will wissen, ob sie mein Buch lieben und wenn sie das tun, dann sagen sie von ganz alleine etwas. Ein Feedback wie »ganz nett« oder »interessant« ist die Höchststrafe. Dann kannst du gleich wieder an den Rechner, ein neues Buch schreiben.

Der Autor muss es schaffen, dass die Leser von ganz alleine ankommen und einem sagen, wie ungerecht der und der war, wie toll die und die, er muss fast so sehr mit den Leuten im Buch fühlen wir ihr, sonst habt ihr es nicht geschafft, die Figuren lebendig werden zu lassen. Wenn einer hingegen sagt, es war ganz schön, vergesst es, dann ist euer Buch bestenfalls langweilig, schlimmstenfalls dilettantisch. Ich habe gerne Feedback in der Art dass jemand fragt, wie man wissen soll, in welcher Sprache man sich unterhält. Dann weiß ich, dass das ein Detail ist, was ich vergessen habe. Oder wenn jemand sagt, dass die eine Stelle unglaubwürdig ist, dann kann ich in der Szene detaillierter werden, sodass die Leser auch genau mitbekommen, warum es eben nicht unglaubwürdig sein muss.

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Ich habe mir überlegt, dass ich zumindest für meine erste Testleserin (eine Lehrerin) den ersten Entwurf einmal auf Papier drucken lasse, halbseitig im DIN-A4-Format, also eine Spalte bedruckt, daneben genau so viel freier Platz für Notizen.
Damit erhoffe ich mir zu jeder Szene einzeln ein detailliertes Feedback, keine solchen Pauschalurteile wie

Ich möchte die Kritik auch gern viel kleinteiliger und ausführlicher bekommen als

Oh, da bekommt die Lehrerin aber viel zu tun, wenn es ein ganzer Roman ist. Das würde ich nur mit einer Kurzgeschichte machen. Was du hier möchtest ist schon ein sehr zeitaufwändiges Lektorat.

Ich habe mir vorgenommen, meinem Romantext ein (gedrucktes, vielleicht auch nur digitales) Handout mitzugeben, wo ich zu jedem Kapitel Fragen stelle:

Würdest du nach dem Prolog weiterlesen?

Wie hast du dich bei Szene XY gefühlt?

Wie würdest du die Figur Z beschreiben? Ist sie dir sympathisch/unsympathisch?

Solche Sachen. Natürlich immer mit Lücke, damit man auch was als Leser eintragen kann. Die entsprechenden Fragen muss ich mir noch ausdenken. Da werde ich einfach mal in mich gehen und mir überlegen, was ich über jedes Kapitel wissen will. Und natürlich gibt es auch noch ne Seite für allgemeine Ansichten seitens des Lesers.
Hauptsächlich geht es mir beim Testlesen um die Stellen, wo ich mir selbst nicht ganz sicher bin. Den Rest macht dann das Lektorat vom Verlag. Da muss ich ja auch nochmal durch.

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