Im September biete ich erstmals einen VHS-Kurs für Autoren an. Familien- bzw. systemische Aufstellungen lassen sich nicht nur für reale Menschen, sondern auch für die Figuren eines Romans nutzen.
Seminarteilnehmer schlüpfen sozusagen in die Rolle der Figuren. Das ermöglicht dem Autor einen (Über)Blick aufs Ganze als auch vertieftes Kennenlernen der Figuren und ihrer Konflikte.
Ziel ist die Lösung von Schreibblockaden und blinder Flecken.
Rückmeldungen würden mich freuen. Ist einigermaßen verständlich, worum es geht? Würde so ein Seminar euch interessieren?
Damit ich nicht ganz so anonym rüberkomme: Ich arbeite an einem historischen Roman.
Es ist verständlich worum es geht, ein kurzes „Hallo, ich bin der soundso und ich habe/bin/kann/schreibe gerade an,“ hätte das Ganze wesentlich einladender und sympathischer wirken lassen…
Um auf die Kritik einzugehen: Seit dem 14. LJ schreibe ich Prosa und Poesie, mit größeren zeitlichen Abständen. Wäre gern Journalistin geworden, bin mit meinem Psychologie-Studium aber versöhnt, da in Köln eine sehr spannende kunstnahe Theorie gelehrt wurde. Seit 1 ½ Jahren bin ich in Rente und arbeite an einem länger schon geplanten historischen Roman (frühe Neuzeit). Ich vermisse den Austausch mit anderen Autoren, der hier, in der ländlichen Umgebung von Kassel, schwer herzustellen ist. PA habe ich vor vielleicht 20 Jahren entdeckt. Zurzeit schreibe ich am IV. Kapitel. Die Stilanalyse habe ich verbannt. Während des Schreibprozesses ist sie niederschmetternd.
Ich verstehe deine Frage so. Du möchtest so einen Kurs Vorort anbieten und willst von uns wissen, ob so etwas interessant ist ?
Grundsätzlich fände ich es spannend, vielleicht solltest du dann aber noch etwas tiefer in die Erklärung gehen, um Interessenten anzulocken. Ich habe so etwas zumindest noch nie gehört.
Hallo EffEss,
genau darum geht es mir. Ich hab mich schwer getan, einen Text für das VHS-Heft zu formulieren. Dort ist das Vorgehen etwas genauer dargestellt.
Systemische Aufstellungen hat man erst in jüngerer Zeit fürs Schreiben entdeckt. Im Netz fand ich grade mal zwei Anbieter. Hier mal ein Link: Drehbuchaufstellung – Jochen Bickert – Systemischer Coach
Es ist faszinierend, wie das Innenleben der Protagonisten (egal ob realer oder fiktiver Natur) auf die „Darsteller“ überspringt. Stell dir vor, deine Protagonisten stehen lebendig vor dir … du kannst Fragen stellen, sie untereinander diskutieren lassen, hast einen distanzierten Blick auf das Gesamte.
Vielen Dank für die Rückmeldung!
Spannender Ansatz. Mal sehen, was andere dazu sagen. Kannst ja mal berichten.
Hallo Wagnervoa, Schreibblockade ist für mich kein Thema. Das mag so sein, weil ich das als Hobby praktiziere und einfach nicht schreibe, wenn mir nichts einfällt. Spätestens nach einem Waldspaziergang habe ich i.d.R. wieder Ideen. Ob es ausreichend Potential für einen Präsenz-Kurs gibt? Findest Du eine Möglichkeit, das Seminar „remote“ anzulegen, so dass Du es national ausrollen könntest? Ansonsten müsstest Du ja Autoren in der Region finden und dann auch noch solche, die über Schreibblockaden klagen… Viel Erfolg auf jeden Fall!
Hallo
An sich finde ich das Thema wichtig. Schreibblockaden können wirklich lästig sein und demotivieren. Es dauert ein paar Texte oder Bücher, bis man „seine Methode sie niederzureißen“ gefunden hat.
Manchmal geht es in einen VHS Kurs ja auch nur darum „Gleichgesinnte“ zu finden. Andere Autoren, oder angehende Schreiber, die einfach dieselben Probleme haben, mit denen man sich evtl. auch später noch austauschen kann.
Ich glaube, diese Methode kann durchaus funktionieren, da einfach neue Eindrücke entstehen. Sie wurde „ohne Bezeichnung“ bereits in einem anderen Forumsbeitrag vorgestellt, unter der losen Form „Gehe doch mal mit deinen Protagonisten einen Kaffee trinken“. Der Sprung zum „Werde dein Protagonist“ ist nicht weit (in meinen Augen).
Allerdings wäre mir das persönlich zu aufwändig, dass auf eine Metaebene zu ziehen. Denn zum einen ist das ein Prozess des Schreibens an sich. „Wenn dein Protagonist auf eine Ebene voller Asche wandelt und sich über die Hitze unter seinen Füßen wundert -“ dann bist du ja in diesen Moment im Innenleben deines Protagonisten und kannst seine Gefühle verstehen.
Aber, für schwierige Protagonisten (z.b der Autor ist ein introvertierter, hilfsbereiter Pazifist, aber sein Protagonist ist ein extrovertierter, niederträchtiger Söldner) kann so ein Training und analysieren der Situation und Motive durchaus hilfreich sein.
Aber ich persönlich würde vom Kurs keine Wunder erwarten. Persönlich glaube ich, dass Schreibübungen (z.b bestimmte Szenen beschreiben ("z.b Beschreibe eine Szene mit einer Beerdigung einer Frau, deren Neffe gedrängt wird teilzunehmen. Schreibe aus Sicht des Neffen. oder „Beschreibe eine Skiabfahrt, während dem Fahrer bewusst wird, dass er langsam die Kontrolle verliert.“ ) und das Sprechen darüber, hilfreicher.
Ich finde ehrlich gesagt den Titel irreführend. So wie sich die Beschreibung für mich liest, ist das Lösen einer eventuellen Schreibblockade ein Nebeneffekt, es geht aber vor allem um die Figurenentwicklung. Dann würde ich das auch so in Titel und Beschreibung deutlich machen.
Danke für die Rückmeldungen. Interessant, wie vielseitig sie sind.
Der Titel lautet im VHS-Heft anders. Ist manchmal schwierig, zwei, drei griffe Wörter zu finden.
Danke. Unter „remote“ kann ich mir nicht wirklich was vorstellen. Falls das auf ein Online-Angebot abzielt, muss ich es verneinen. Physische Präsenz ist elementar.
Ich bin gespannt, wie das Seminar sich anlässt; ob es zustande kommt. Ich habe über 10 Jahre in Therapiegruppen mit Aufstellungen gearbeitet, das ist sehr spannend. Im Ergebnis so unterschiedlich wie die Menschen, die daran teilnehmen.
…ja, so war es gedacht, als Online-Angebot, könnte ja „live“ inszeniert werden. Aber ich verstehe, dass das mit deinem Ansatz schwer zusammenpasst.
Das wäre so effektiv wie ein Schwimmkurs im Wohnzimmer.
Da würde ich auf jeden Fall mitmachen.
Ich bringe eh gerade jemanden im Schwimmbad um und weiß nicht, wie ich das unauffällig hinbekommen könnte.
Ich hab mal jemand spurlos verschwinden lassen, weil ich mich beim Schreiben so gelangweilt habe. Aber das ist ein anderes Thema.
Grab dich doch mal durchs Netz, es gibt wenige Anbieter, aber es gibt sie.
VHS = Volkshochschul Kurs?
Welcher Ort?
Wann?
Ein Termin oder mehrere Termine?
Mit den spärlichen infos machst du es dir nicht leicht
VHS ist aber nun einmal die offizielle Abkürzung der Volkshochschule. Den Rest wird Wagnervoa vermutlich bekanntgeben, wenn die Termine feststehen.
Aber es steht doch eine Gegend da, wenn auch nicht im ersten Post:
Ganz oben gibt es einen Hinweis auf September.
Wenn ich es richtig verstanden habe, ging es zunächst darum, allgemeines Interesse abzufragen.