@ Coverthema
Was mich immer wieder verblüfft, ist, zu welchen Tausendsassa Schriftsteller in den letzten Jahren wurden. Da gab es einmal eine Zunft, die nannte man Designer. Es gab Redakteure, es gab Lektoren und Korrektoren und es gab Marketingfachleute.
Ein Schriftsteller, der heute sagt, er macht sich seine Cover selbst, erscheint mir wie ein Coverdesigner, der sagt, ja gut, dann schreib ich mal eben zu dem Design den Roman.
Woher kommt der Aberglaube, man könne alles selbst machen, wenn man nur die Tools hat und drei Tutorials gelesen? Ist das nicht eine ganz offensive Geringschätzung der Berufe, die man auf einmal sozusagen im Schaffensprozess mal eben so mitnimmt?
Ich liebe es zu schreiben. Und ich denke, ich werde mit der Zeit besser. Aber ich habe absolut keine Ahnung von Coverdesign. Ich weiß nichts von Marketing, geschweige denn etwas über Zielgruppenanalyse und sonstiges.
Im Idealfall arbeitet man doch mit Fachleuten zusammen, die ihren Teil zum Buch beitragen: Cover, Buchsatz, Lektorat, Marketing.
All das allein zu machen, bedeutet aus meiner Sicht, alles nur so ein bisschen zu machen. Laienhaft.
Und ebendiese Leichtfüßigkeit, diese Annahme, das alles selbst zu können, man braucht ja nur einen PC, die Apps und ein wenig Zeit, blockiert mich immer und immer wieder von Veröffentlichungen von Selfpublishern, deren Werken man ebendieses laienhafte Herumgetue von allen Seiten ansieht.
Mit der Selbsteinschätzung, das alles selbst zu können, schadet man letztendlich seinem eigenen Werk mehr, als man ihm dient.
lg/Peter