Ich koche…
Die Küchenschürze umgeschnürt,
im Ofen heiß die Glut geschürt,
wird hier das Kochen eingeläutet,
und flugs die Zwiebel rasch enthäutet
das blanke Messer schneidets klein,
dann kommt sie in den Kochtopf rein.
Ein Löffel Öl darin, ganz heiß,
bringt Zwiebelschnipsel schnell in Schweiß.
Das ist die Strafe, denk ich mir,
für meine Tränen, die ich hier
grad eben habe noch vergossen.
Ein Löffel Mehl wird nachgeschossen.
Der Schneebesen in meiner Hand
gerät jetzt außer Rand und Band.
Bevor die ganz schön große Hitze
im Topf verdunkelt die Mehlschwitze,
füll ich zum Löschen Brühe ein –
und rühre weiter, das wird fein.
Schön sämig ist die Soße ja,
doch fehlt Gewürz noch ganz und gar.
Ein wenig Pfeffer, Salz dazu,
und Käse auch, und dann ist Ruh.
Oh Weh, ich hab‘ ja unterdessen
das Nudeln kochen ganz vergessen!
Egal, ich hab‘ noch etwas Reis,
den mache ich in der Mikro heiß.
Dann fülle ich meinen Teller auf
Mit Reis zum Rand, und Soße drauf.
Gegessen wird’s, und durchgekaut
und dann vorm Fernseher verdaut.
Derweil sieht’s in der Küche aus
wie Kraut und Rüben, welch ein Graus!
Das stört mich nicht. Es ist doch klar:
Zum Abwaschen ist Minna da!
Dort wird jetzt alles reingetan.
Und morgen fängt’s von Neuem an:
Die Küchenschürze umgeschnürt…